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Mittwoch, 2. September 2015, 19:17

Wie koennte ich den aktuellen Stand der Ionosphaere berechnen?

Hallo,

ausgehend von dem Programm "www.bandconditions.com" habe ich versucht mein Wissen ueber die Möglichkeiten Messungen von Ausbreitungsbedingungen aufzufrischen. Leider bin ich an vielen Stellen gegen die Bezahlwand gelaufen. Veröffentlchungen zu diesem Thema sind entweder vage gehalten, kosten viel Geld oder sind in Patenten versteckt.

Meine Erfahrung nach 2 Tagen Beobachtung und Datenabgleich: Das System liefert fuer mich im Gegensatz zu allgemeinen Modellen (SkyPro,, Voacap, etc.) zeitnahe verlaessliche Aussagen ueber meine Bandbedingungen UND ich bekomme ausserplanmaessige kurzzeitige Bandoeffnungen angezeigt, die man nutzen kann.

Meine bisheriges Verstaendnis:

Aber bleiben wir zuerst mal bei den Beschreibungen der Seite.

Es werden KEINE Software Vorhersagen basierend auf den bekannten Modellen verwendet.
Es werden auch keine (heute ueblichen GPS) Daten von Satelliten verwendet, bei der interferometrische Verfahren verwendet werden.

Es wird ein Verfahren verwendet das aehnlich wie PolSAR (NASA) funktioniert.

Das System untersucht den aktuellen Zustand der "upper levels", also der D- und F-Schicht, der Ionosphaere.

Das System misst alle 30 Sekunden die Echtzeitdaten. Diese werden fuer jedes Amateurband modifiziert. Es handelt sich dabei um ein regelbasiertes KI-System.

In dem Regelsystem werden Komponenten wie Greyline, QSB-, QRN-Level, Uhrzeit und Jahreszeit beruecksichtigt.

Das System hat ein Aufloesungslimit von 200 ms.

Als Basispunkt werden –107 dBm (1uV) and –73 dBM (50 uV) verwendet. Man geht davon aus, dass der RX AGC Headroom von ca. 20 dB hat.

Die Daten gelten fuer eine Station mit 1 Watt Leistung via RG-8x an einem Halbwellen-Dipol 25 Fuss hoch aufgehaengt, Richtung Ost/West. Dies bedeutet, wenn bessere Antenne, mehr Leistung etc. verwendet wird, muss die Aussage angepasst werden.

Der 100 Band Index Punkt wird erreicht, wenn eine 1 Watt Station genauso klingt wie eine 100 Watt Station und beinhaltet, dass minimal eine 3-Hop-Verbindung moeglich ist.

Nach dem BQI? Wert bedeutet dies:
Zitat:
100 = Best for 1 Watt or less QRP, QRPp, QRPe - Band wide open
70 -100 = Reliable SSB QSO's 100 Watts or less - Any ANT
51 - 69 = SSB requires AMP - Best DX for ANTs with main lobes 30 to 60 degrees from horizon
36 - 50 = SSB requires AMP - Best DX for ANTs with main lobes 0 to 30 degrees from horizon
19 - 35 = NVIS type ANTS work best here - Typically single hop circuits - Regional QSO's only
0 - 18 = Groundwave ONLY - typically 25 to 35 miles - Vertical ANTs work best here
Zitatende

Fuer mich zum Mitschreiben:

Es werden nicht die bekannten Modelle benutzt, die zwar auf real gemessenen SFI, A, und K-Werten beruhen und die eine allgemeine MUF oder zwei-Punktverbindung simulieren.

Es werden wohl keine "normalen" interferometrischen Verfahren benutzt, die Wellen aus einer Quelle durch Phasen- oder Laufzeitverschiebungen berechnen koennen. Damit fallen auch Satelliten aus.

Die SFI, A, und K-Werte beschreiben u.a. die Ursache fuer die ueber mir bestehende D und F2-Schicht. Sie beschreiben weder die Hoehe noch deren Dichte also auch nicht direkt die Refelktionsfaehigkeit pro Band.

Es muss sich also um eine Art (Backscatter) Radarsystem handeln. Es wird ein Impuls ausgeschickt und die Reflektion (Laufzeit, Intensitaet, Phasenverschiebung? ) wird gemessen. Dann kommt das Regelwerk zu Interpretation. Probleme der Reflektion oder besser Refraktion lasse ich mal weg.) Obwohl, wenn man von Refraktion ausgeht, sollte zwischen dem Sender und der Antenne schon ein groesserer Abstand sein.

Es wird auf das AIRSAR System verwiesen, das polarmetrische Daten (Polsar) bei drei Frequenzen gleichzeitig senden und empfangen kann.

Die Wahl der Frequenzen muss so sein, dass sie nicht wie bei radioastronomischen Verfahren, die Schichten einfach durchlaufen. Aber sie muessen sich vom "Wetter" auch nicht beeinflussen lassen.

Hat jemand Erfahrung damit? Welche Frequenzen eignen sich da? Unser ganzer HF-Bereich wird eigentlich (nirgends?) diskutiert.

Eigentlich muesste man so etwas aehnliches auch bauen koennen (2 stabile TRX + 2 Antennen ) und Berechnung UND ein automatisches Auswertesystem mit "Ampel"

Eine Lösung waere die aktuelle lokale Ausbreitung durch Messung

Ich habe mir daraufhin nochmals das NCDXF-Bakensystem angesehen. Hier habe ich einen praeziden Zeitplan, ich habe zu jedem Zeitpunkt eine definierte Leistung. Gefunden habe ich einige Programme, die zeitgenau die Baken auf der Karte anzeigen.
Auswerteprogramme habe ich zwei gefunden, die an der eigenen Antenne das Signal aufzeichnen (Wasserfall). Die Interpretation der Leistungslevels bleibt aber mir ueberlassen und da ich eine bescheidene Antenne habe und die Baken sonstwo liegen, war ich froh, ueberhaupt ein Signal zu sehen.

RBN kann mittlerweile auch die Baken anzeigen, aber nur, wenn das Call am Anfang richtig erkannt wurde. Es gibt keine Möglichkeit, den jeweiligen Leistungslevel zu identifizieren.

So weit mal ... Oder habe ich etwas uebersehen (wahrscheinlich) oder falsch verstanden (noch wahrscheinlicher)

73 de Hajo

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Mittwoch, 2. September 2015, 23:48

Zitat

ausgehend von dem Programm "www.bandconditions.com" habe ich versucht mein Wissen ueber die Möglichkeiten Messungen von Ausbreitungsbedingungen aufzufrischen. Leider bin ich an vielen Stellen gegen die Bezahlwand gelaufen. Veröffentlchungen zu diesem Thema sind entweder vage gehalten, kosten viel Geld oder sind in Patenten versteckt.


Patente : also bei epo.org gibts die kostenlos.. (und noch brauchbar )
Bezahlwand : Du meinst so "Nicht Patentliteratur"..wie Papers..
Da gibts nen Trick : Uni-Bibliothek !
Quasi die kostenlose Hintertür.. ;-)

3

Donnerstag, 3. September 2015, 09:27

Hallo Hajo

Danke für die interessante Info. Kennst Du die Ionsonden, welche regelmässig die Ionosphäre auf die Reflektionsfähigkeiten ausmessen? Ich könnte mir vorstellen, dass bandconditions.com die Daten dieser Ionsonden nutzt. Es gibt weltweit verschiedene solche Systeme, welche die Ergebnisse im Web publizieren.

Infos dazu hier
ulcar.uml.edu/digisonde_dps.html
http://ulcar.uml.edu/index.html
http://dias.space.noa.gr:8080/LatestDias2/loginPage.jsp
http://www.digisonde.com/
http://hertz2.space.noa.gr:8080/LatestDias2/loginPage.jsp

Eine Liste von Ionosonden
http://ulcar.uml.edu/stationlist.html

Einige dieser Ionsonden in unserer Umgebung
Pruhonice, ÄŒeská republika: http://147.231.47.3/latestFrames.htm
Dourbes, Belgien: http://digisonde.oma.be/cgi-bin/latest.exe?
El Arenosillo, Spain 37.1°N-6.7°W: http://digisonde.oma.be/cgi-bin/latest.exe?
Ebre, Spain: http://dgs.obsebre.es:8081/latestFrames.htm

73, Peter - HB9PJT

4

Donnerstag, 3. September 2015, 09:52

Hallo Peter,

na das ist mal ein Hinweis: Danke! Ich wusste nicht, dass es diese Daten im Netz gibt. Heute Nachmittag werde ich mir die Handbücher besorgen, um die Daten besser interpretieren zu können. Es scheint ja immer dasselbe Gerät zu sein.

Dann muss man "nur" noch das Regelsystem schreiben ;-(((

Schade, dass es so ein Instrument nicht in Tübingen gibt. Muss ich doch mal an der Uni fragen.

@Jan: Patentrecherche ist spannend, aber man muss Fachwissen haben und das Klassifikationssystem kennen, um den einen Hit zu finden. Ich hatte nur von 1963 ein Sounder System gefunden.

Bin beschäftigt ...
73 de Hajo

5

Donnerstag, 3. September 2015, 10:01

Hallo Peter,

Doppellob !!!

Da sind ja auch die Erläuterungen dabei.
Wenn ich mir die Standorte ansehe .... Und sie vergleiche ...

Ab zum Lesen

73 de Hajo

6

Donnerstag, 3. September 2015, 11:24

Ha,

in Tübingen gab es eine Digisonde. Jetzt muss ich nur noch raus finden, ob es sie noch gibt und wo sie versteckt ist.

Aber trotzdem, eine selbstgebauten wäre nicht schlecht. Weiter lesen ...

... aber unrealistisch ;-) Man lernt ja dazu

73 de Hajo

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »dl1sdz« (3. September 2015, 18:52)


  • »dl3naa« ist männlich

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7

Donnerstag, 3. September 2015, 13:52

Hi Hajo!

Eine Ionosonde über Tübingen wäre m.E. für Dich als Tübinger eher uninteressant, wenn Du nicht NVIS-Verbindungen machen willst, da ja die MUF senkrecht gemessen wird.

"Meine Erfahrung nach 2 Tagen Beobachtung und Datenabgleich: Das System liefert fuer mich im Gegensatz zu allgemeinen Modellen (SkyPro,, Voacap, etc.) zeitnahe verlaessliche Aussagen ueber meine Bandbedingungen UND ich bekomme ausserplanmaessige kurzzeitige Bandoeffnungen angezeigt, die man nutzen kann."

Das System ist aber speziell für Verbinungen mit USA ausgelegt. Hast Du mit Vorhersagen nach VOACAP schlechte Erfahrungen gemacht? Klar, es geht nicht um zeitnahe Angaben, aber ich denke, die Möglichkeiten von VOACAP sind wesentlich größer und auch grafisch ansprechender.

73!
Peter
DL3NAA
Name: Peter
QTH: Kehl (JN38VN)
DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
QRP von 80 Meter bis 15 Meter CW

8

Donnerstag, 3. September 2015, 14:53

Hallo Kehler Peter,

Voacap: Ausser den aktuellen S,A,K Werten verwenden die Alghorithmen wohl auf Erfahrung und Reihen beruehende durchschnittliche Werte. (Ich verwende zur Darstellung die PythonScripte von Hz1JW.)Kein Widerspruch, die Darstellung ist schoen. Aber immer noch ein Naeherungswert. Bei Punkt zu Punktverbindungen verwende ich am liebsten Skycom http://www.spacew.com/www/skycom.html

MUF / NVIS: Ich lasse mal DX-Verbindungen weg, da ich mit 1-5 Watt manchmal Glueck habe, meist nicht. Mir ist es bei meinen Leistungen noch nicht gelungen eine DX-Verbindungsmoeglichkeit gezielt zu realisieren.

So reduziert sich mein Erreichbarkeitsgebiet auf einen Radius max. von 3000 km. Damit decke ich ganz Europa ab. Dahinter kommt im Uhrzeigersinn Eis, Tundra, Wueste und Wasser. Weiterhin haengt meine Antenne zu niedrig. Also bin ich auch ein Kandidat fuer NVIS Verbindungen. Somit sind nach meinem Verstaendnis "Ueber Kopf" Messungen von Bedeutung (MUF).

Wenn ich die Ergenisse der Digisonden betrachte ( im 2 Minuten Takt) und von Bandconditions , dies mit den Ergebnissen von Voacap vergleiche, habe ich durch den Einsatz von zeitnahen Messungen eine viel groessere Chance aktuelle hoere MUFs zu nutzen. Dies sehe ich als Chance abzustauben.

Bandconditions: Die Anzeigen beziehen sich nur auf das dargestellte Land, in dem jeweils eine eigene Messstation steht. Auf der Italienkarte wird also nicht die Verbindungsmoeglichkeit in die USA angezeigt, sondern die Moeglichkeit (100) eines Dreiersprungs. Wenn ich dies richtig interpretiere, wird also die Moeglichkeit der Ausbreitung verschiedener Baender im MUF-Bereich dargestellt. (Damit wird z.B. ganz CONUS abgedeckt. Fuer DX-Verbindungen haben andere Oms die Seiten des Quell und Zielgebietes kombiniert und wenn auf beiden Karten Hochs waren ...

PS Die Digisonde habe ich noch nicht gefunden...

73 de Hajo
73 de Hajo

9

Freitag, 4. September 2015, 10:53

Ich wusste nicht, dass es diese Daten im Netz gibt.
Hallo Hajo und MitleserInnen,

mit einer kurzen Unterbrechung ist ein passender und interessanter Beitrag sowie aufwändig recherchierter Beitrag von mir mit vielen (auch weiterführenden) Links im Netz.

http://www.qrpforum.de/index.php?page=Th…78359#post78359

Viel Spaß beim Studium.
73 de Michael, DF2OK Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gern hätten. Webseite qrz.com YouTube Twitter
~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

10

Freitag, 4. September 2015, 18:46

Hallo,

mal fuer mich eine kleine Zusammenfasung. Prinzip wie immer KISS.

Das Prinzip Sender - Empfaenger mit einem gewissen Abstand.

Abdeckung:
Peter DL3NAA hat natuerlich recht, wenn er sagt, dass die Messung ueber mir nicht sehr aussagekräftig ist. Die Messungen der Digisonden sind im Umkreis von ca. 250 km gueltig. Empfohlen wurde der Abstand von 500 km zwischen zwei Sonden, um das Gebiet abzudecken.
Ich habe Luftlinie nach Gent 500 km, London 700 km und nach Rom 800 km. An denen ich Digisonden- Daten bekomme.
(Ausserdem: Ein bischen Spass will man ja auch haben.)

Leistung:
Die "alten" Digisonden hatten Leistungen von 1-50? kw. Die neueren Portabelsonden kommen mit Leistungen von max. 500 Watt aus. Als Begruendung wurde genannt, dass das zurueckkehrende Signal sicher aufnehmbar sein musste. Die Schwierigkeiten lagen in belegten BAendern mit grossen Signalstaerken. Entsprechend mussten auch breitbandige Filter genutzt werden. Es steht aber die Aussage, das auch kleinere Leistungen reflektiert werden. Man kann es ja mit 1 - 10 Watt probieren. Empfaengerseitig kann ich die mangelnde Leistung durch die feste Frequenz und einen schmalen Filter kompensieren.

Frequenzauswahl:
Es wird bei Digisonden tatsaechlich das Spektrum zwischen 2 und 40 MHz gescannt. Dadurch entsteht ein Teil der o.g. Probleme. Wenn man sich nur auf die Amateurfunkbaender konzentriert und dort z.B. eine QRP nahe Frequenz nimmt, kann man sich Senderseitig auf wenige Frequenzen (8-9) beschraenken. Am Anfang wuerde ich sogar nur das 20m Band (14070) verwenden.

Parameterauswahl:
In den Ionogrammen werden eine Vielzahl von Messungen dargestellt. Am Anfang kann man sich auf die Entfernung (Hoehe) beschraenken. (Ich habe das noch nicht durchgerechnet) Die D-Schicht ist ca. 60 km hoch. Wenn ich ein Signal aussende, dauert es bis zur Rueckkehr (2*80/Lichtgeschwindigkeit = 0,0005 Sekunden) Bei der F Schicht (200-600 km) nehmen wir mal 300km betraegt die Zeit 0,0018 Sekunden. Da wir ja DX machen wollen, waere ich mit der Lage der F-Schicht zufrieden.

Puls und Umschaltung:
Bei den Digisonden werden Pulse geschickt die kodiert sind und entsprechend ausgewertet werden. Koennte man zwar auch, aber ein Blib muss vorerst reichen.
Der Blib mus mindestens um die Haelfte kuerzer sein als der Rueckkehrweg, um den Empfaenger aus der Übersaettigung des Sendesignals auf Empfang zu schalten. Eine Distanz zwischen Sende und Empfangsantenne (mit Abschirmung wuerde nichts schaden.). Ob das so schnell geht weiss ich noch nicht.

Zeitmessung
Bei getrenntem Sender und Empfaenger muss es eine Zeitsynchronisation geben. Beim Ultimate3 OCXO und mit GPS-Steuerung scheint die Zeit zu stimmen.
Wenn man beim Empfaenger Frequenzanalyse incl.einen schmalen Wasserfall nimmt, hat man die Geschichte zur nachtraeglichen Berechnung. Vor einer direkten Synchronisation (ein Geraet) habe ich etwas Angst, da ich nicht wuesste, wie ich an die Daten komme. Aber die Zeit ist schon sehr knapp.

Antenne:
Empfang: CPOL-Aktiv Turnstyle-antenne bzw. umschaltbare Mag-Lopp. Wenn alles klappt, bekommt man noch F1 und F2 getrennt.
Senden: Keine Ahnung. Irgendeine Keule wird beim Dipol nach oben gehen.

Das Ergebnis:
Ich bekomme kein Signal zurueck: Dann kann ich den TRX ausschalten
Ich bekomme ein Signal zurueck:
Beim Abgleich ueber mehrer Baender kann ich sagen, ob die Baender innerhalb der MUF liegen.
Ueber die Zeit bekomme ich die Hoehe der Schicht.
Ueber die Signalstaerke bekomme ich eventuell eine Aussage ueber die Dichte bzw. Durchgaengigkeit einer vorherigen Schicht.


Das klingt auf der einen Seite machbar, aber ich traue dem Frieden nicht. Aber man wird ja noch mal traeumen duerfen.

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73 de Hajo

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11

Freitag, 4. September 2015, 20:40

Hallo Hajo,

ich verstehe Deine Ausführungen so, dass Du senden und empfangen möchtest und diese Daten dann auswerten. Um es überspitzt zu formulieren: Dann weißt Du im besten Falle nur, ob Du mit Dir selber funken kannst :-) Ein paar hundert Kilometer Abstand zwischen Sendebake und Empfangsstelle würden Dir die Information liefern, ob das Band auch über einige Entfernung trägt.

Es gab eine Experimentalgruppe in der RSGB, die eine Bake auf 5 MHz installierte und das Signal in ganz Großbritannien aufnahm. Die Idee war, die Reflexionen abhängig von der Entfernung zu messen. Die Ergebnisse waren höchst interessant. Vielleicht findest Du etwas im Internet, wenn Du nach "RSGB 5 MHz Experiment" suchst.

Vielleicht kannst Du die IBP-Baken systematisch auswerten? http://www.ncdxf.org/beacon/beaconschedule.html Zumindest bei 20m und kürzeren Wellenlängen könnte die Info helfen. Bei 5 MHz gibt es DRA5. Sicher gibt es noch mehr Baken und andere Sender, die Du auswerten kannst.

73 Daniel DM3DA
Daniel DM3DA, Düsseldorf JO31jf, DOK R01 +++ Morse-Hörspiele auf http://dm3da.tuxomania.net

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12

Freitag, 4. September 2015, 20:59

Hallo,
das optimale Signal für solche Messungen wäre ein chirp, die Laufzeit äußert sich dann in einen Frequenz-Versatz,
der erheblich einfacher auszuwerten wäre, da das aktuelle Sendesignal nicht länger auf der gleichen Frequenz wäre.
Das wird die BNA wohl, leider, eher nicht genehmigen.
Bleibt der Einwand von Daniel - dagegen hilft nur ein Netzwerk mehrerer Stationen, die ihre Daten zeitnah austauschen - dann kann man
allerdings auch gleich auf mehreren Bändern probieren, um ein Gefühl für die Ausbreitungsbedingungen zu bekommen...oder ganz konventionell funken und sehen was geht :-)
Peter/DL3PB

13

Freitag, 4. September 2015, 21:12

Hallo Daniel,

meine Motivation ist vielfaeltig:

Nachdem der Ami, wenn man den Worten Glauben schenkt, nachgewiesen hat, dass es moeglich ist, die verschiedenen Schichten der Ionospaere auch mit anderen Mitteln zu messen, aber nicht erzaehlt, wie er es gemacht hat ...

Nachdem die Modelle der Bandbedingungen, Modelle sind, die eine Aussage darueber zulassen, ob es eine Wahrscheinlichkeit gibt, eine bestimmte Frequenz zu benutzen ...

Nachdem ich aber nach laengerer Abstinenz wieder Ionogramme ausgewertet habe, bin ich wieder zur Erkenntnis gekommen, dass da oben sehr viel mehr passiert, eine sehr viel groessere Dynamik herrscht, als wir hier unten mit bekommen und des Unwissens wegen auch nicht ausnuetzen koennen ...

Nachdem ich feststellen musste, dass die die bekannten Digisonden einen dicken Bogen um DL machen und wir an den Erkenntnissen anderer nur bedingt teilhaben koennen ...

Nachdem der Digisonden Hersteller vieles offen legt und auch seine Datenbank nach Antrag oeffnet (Was ich nicht getan habe), aber die Daten nur in Form von Bildern rausgibt, deren Inhalt ich nicht rechnerisch auswerten kann ...

Kam mir die o.g. Fragestellung verbunden mit der Zielvorstellung,

dass wenn dies mit Amateurmitteln moeglich waere, solche einfachen Messstationen zu bauen ...
dass wenn sich einige OMs dem anschliessen koennten ...
dass die Ergebnisse oeffentlich im Netz praesentiert wuerden ...

es moeglich waere in DL mehr ueber die Ionosphaere zu lernen und gezielter nutzen zu koennen.

Ungesagt, dass kann ich nicht alleine, da hierfuer verschiedene Faehigkeiten benoetigt werden, die ich nicht besitze.

Summa Summarum: Ein Steinwurf in ein Fass mit wenig Wasser. Mal sehen, ob der Spiegel steigt.

PS: Die Auswertungen die ich mit dem RadioWetter Reporter machen, reichen eigentlich voellig aus, aber ...

73 de Hajo

14

Freitag, 4. September 2015, 21:35

Hallo Peter,

das mit dem Chirp benoetigt auf der Empfaengerseite einen breiteren Filter mit all den Problemen, die damit verbunden sind. Auch die vielfaeltigen Pulsekodierungen und der anschliessenden Kompression sind eventuell interessant, um mehrere Ergebnisse zu bekommen. Doch zuerst muss man sehen, ob ein solches Verfahren ueberhaupt möglich ist.

Bei dem Vorschlag von Daniel kam mir eine andere Idee:
Wenn man mehrere U3s in DL verteilt, die entsprechend programmiert sind (z.B. WSPR) und wie beim Ballon die Telemetriedaten irgendwo versteckt, aber dekodierbar sendet und dies im Minutenrhythmus koordiniert auf allen Baendern ....

und andere OMs verteilt in DL in ruhigen Gebieten, die Nachrichtungen auswerten (Empfang, ja/nein) SNR etc. dann haetten wir mit diesem engmaschigen Bakensystem fuer billiges Geld indirekt diese Messungen. Zwar nicht die Höhe, aber die MAXMUF in DL.

Muss mal mit Hans Summers drueber sprechen.

73 de Hajo

15

Freitag, 4. September 2015, 21:41

Nur mal so ....

Vor 10 Minuten ist das 20m Band aufegangen und prompt sind gute Signale da.
Gestern Nacht um ca. 2.00 Uhr dasselbe.
19:42

73 de Hajo

16

Freitag, 4. September 2015, 21:46

Zitat


Nachdem der Ami, wenn man den Worten Glauben schenkt, nachgewiesen hat, dass es moeglich ist, die verschiedenen Schichten der Ionospaere auch mit anderen Mitteln zu messen, aber nicht erzaehlt, wie er es gemacht hat ...


Geht das vielleicht mit einem Passiven Radar ?
http://www.rtl-sdr.com/two-new-sdr-plugi…gnal-averaging/
http://kaira.sgo.fi/2013/09/passive-rada…l-coherent.html

17

Freitag, 4. September 2015, 21:55

Beim Googeln..
Suchbegriff : "passive radar iono"

Kam das hier.
http://www.qsl.net/zl1bpu/IONO/chirps.htm

Ist das was ?

18

Freitag, 4. September 2015, 22:05

Hallo,

der Finne arbeitet bei 2,4 GHz. Da gibt es einige Versuche.

The Chirp-Geschichte geht bis max. 2009. Danach scheint Ruhe zu sein.

Aber Zielrichtungen sind identisch ... nur dass sich die Technik weiterentwickelt hat.

Na ja, ich habe noch ein paar Buecher ...

Guts Naechtle

Hajo

19

Samstag, 5. September 2015, 14:04

Hallo,

die Chirpgeschichte ist wohl doch machbar: mit Gnu- Radio
http://www.sgo.fi/~j/gnu_chirp_sounder/

Es ist wohl zunächst die Empfangsseite, aber es ist ein Anfang. Unten auf der Seite sind noch weitere Links. Also wieder ein Lehrauftrag und dann doch noch mal Installation von Gnu-Radio ... Und Einarbeitung.

73 de Hajo

20

Sonntag, 6. September 2015, 14:13

Hast Du Dir mal den ersten Link angeschaut ?

(Tip : Bei Patentrecherchen, auch immer die Referenzen/Searchreports sich anschauen)