Hinweis auf japanisches Schaltnetzteil 12V 15A

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  • Eigentlich betreibe ich die größeren TRXe gern aus einem Analognetzteil. Für unterwegs könnte es aus Massegründen dann doch ein Schaltnetzteil sein, wären da nicht die "Aussendungen" auf Netz- und 12V-Seite.

    Heute kam ein japanisches SNT bei mir an, das richtig gut aussieht, ich haber erst mal eine Last dran, bevor ich einen TRX anschließe. Ich schaue mir gerade den "ripple" auf dem OSkar an ...

    Es handelt sich um:

    Daitron LFS150A-12. Wird u.a. für den Medizinbereich angeboten. Nicht ganz billig, aber kein Vergleich zu Meanwell etc. .....

    Für den Dauereinsatz mit dem RGO one kommt noch ein externer Zusatzkondensator auf die 12V-Seite und ggf. ein 230V Filter auf Netzseite.

    73 de Jochen

  • Hallo Jochen, hier sehe ich, dass Dein PSU 13 mV pp Rauschen macht auf der Leitung.
    LFS Series Low-Noise AC/DC Supply | Electronic Supplies

    Hier sehe ich die Spezifikationen meines MeanWell PSU EPP-200.
    https://www.meanwellusa.com/upload/pdf/EPP-200/EPP-200-spec.pdf

    Hier habe ich die EN 55032 Class B Tabelle gefunden, auf welche MeanWell hinweist. Das MeanWell macht somit 65 dBuV QP Rauschen, was unter 2 mV ist. Dies mit FG, was vermutlich Frame Ground heisst.
    https://www.ti.com/lit/ta/sszt673/sszt673.pdf?ts=1752569651752

    Für mich ist 2 mV Peak vom MeanWell und 12 mV pp Rauschen von Deinem PSU in derselben Grössenordnung.

    73, Peter - HB9PJT

  • Wir haben uns mittlerweile zwangsläufig mit den "Aussendungen" von Schaltnetzteilen abgefunden. Die Formel: Schaltnetzteil = Störung muss aber nicht zwangläufig zutreffen. Heute findet man in empfindlichen AFU TRX und in Messgeräten Schaltnetzteile, die nicht stören. Die Praxis zeigt also, dass man ein Schaltnetzteil durch entsprechende Maßnahmen und EMV-gerechtes Schaltungsdesign auch ruhig halten kann. Aus Kostengründen erfolgt das im Consumer Bereich leider zu selten. Auch die vorgeschlagenen "Medical Grade" Schaltnetzteile sind vom EMV -Standpunkt her nicht per se besser. Für sie gelten ähnliche Emissions Grenzwerte wie für Consumer Netzteile. Allerdings wird die Einhaltung der Grenzwerte strenger kontrolliert, da diese Netzteile zertifiziert sein müssen.

    Ansonsten sind die Anforderungan an die Basissicherheit - elektrische Sicherheit, mechanische Sicherheit und thermische Sicherheit - strenger gefasst. Diese Schutzstufe, die in IEC 60601-1 definiert ist, stellt sicher, dass Patienten vor elektrischen Gefahren geschützt sind. Medizinische Netzteile müssen zum Beispiel strenge Grenzwerte für Ableitströme einhalten, um die Sicherheit von Patienten zu gewährleisten. Medizinische Netzteile müssen auch eine gewisse passive Störfestigkeit gegenüber elektromagnetischen Feldern aufweisen, um sicherzustellen, dass sie auch in einer Umgebung mit anderen elektronischen Geräten zuverlässig funktionieren. Das allein ist jedoch keine Garantie, dass ein "medical" zertifiziertes Netzteil immer störungsfrei ist.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 3 times, last by DL4ZAO (July 15, 2025 at 8:45 PM).

  • Günter, alles recht, von störungsfrei würde ich auch niemals ausgehen.

    Peter, beim p-p Vergleich von 100mV des Meanwell und den 10mV des Daitron durchdringe ich Deine Aussage nicht. Wo ist mein Fehler? Die Nennung einer Norm macht ja ein Gerät nicht besser. Ich habe zwar kein Meanwell für den meßtechnischen Vergleich da aber ein "Funk"-SNT (mit noise-Knopf) vom Fachhändler als Kontrahenten.

    Das Daitron hat bereits einen Lochblechkäfig und in der Applikation wird ein externer Kondensator zur weiteren Verbesserung vom Hersteller selbst genannt.

    Seit ein paar Stunden ackert das Daitron an der Last und morgen früh gehe ich mal mit der IR-Pistole drüber = Fieber messen.

    73 de Jochen

  • Jochen, danke für den Hinweis mit den 100 mV vom MeanWell. Diese Angabe hatte ich vorher im Datenblatt nicht entdeckt. Da ist Dein PSU mit 13 mV deutlich besser.

    73, Peter - HB9PJT

  • alles recht, von störungsfrei würde ich auch niemals ausgehen.

    Ist schon klar Jochen, ich wollte ganz allgemein und unabhängig von deiner Daitron Netzteil Empfehlung darauf hinweisen, dass die Datenblatt-Spezifikation der Reinheit der DC-Ausgangsspannung (noise and Ripple) nichts über die unerwünschten Störemissionen eines Schaltnetzteils aussagt. Das ist nur ein Kenn-Wert für die DC-Filterung der Aussgangsspannung und erlaubt keine Rückschlüsse auf die Störemissionen, die sowieso überwiegend über die Primärseite ins Netz abgegeben werden.

    Man darf auch nicht in jedem Falle davon ausgehen, dass ein medical grade Netzteil in Bezug auf Störemissionen zwangsläufig besser ist, als ein nicht-medical Netzteil. Ich habe störarme Consumer Schaltnetzteile erlebt, andererseits auch medical grade Netzteile, die die EMV-Grenzwerte zwar einhielten, aber dennoch mehr störten.

    Der Grund liegt darin, dass die in den harmonisierten Normen für CE-Konformität geforderten Grenzwerte für leitungsgeführte Störemissionen großzügig hoch sind. Auch wenn sie eingehalten werden, ist noch genügend Störpotential für empfindliche Funkanwendungen vorhanden. Am besten ist daher ein Schaltnetzteil, das die Störgrenzwerte in der Praxis nicht nur einhält, sondern sie deutlich unterschreitet.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 12 times, last by DL4ZAO (July 16, 2025 at 10:32 AM).

  • Und noch ein Gedanke, den man beachten sollte: Mein umgebautes Servernetzteil stört in der Tat! Ja, aber es stört mich nicht, weil die Störfrequenzen zwischen Längstwelle und 0 auftreten. Alles, was in den Bereich 160m und höher geht, ist sauber. Daher immer beachten, für welchen Einsatz man es nutzen will.

    Gruß Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Hallo

    ich hatte mal vor Jahren zu änlichem Thema was gepostet. Als ich danach suchte, fand ich Folgendes:

    DK1RT
    November 14, 2021 at 9:13 PM

    Es war eigentlich ein Beitrag aus einem anderen Forum aber nun steht dort ein link zu Amazon???

    73, Bernd, dk1rt

  • Hallo Bernd,

    Das sind leider noch einzelne Überbleibsel vom Forencrash vor 2 Jahren. Danach gab es in älteren Beiträgen einzelne Falschzuordnungen. Wenn ich das weiß kann ich es händisch beheben. Mache ich nachher gleich. Michael, DF2OK, hat schon einige Beispiele gefunden.

    Wer ähnliche Unstimmigkeiten findet bitte Nachricht an mich über Email oder Konversation (Sprechblasen oben rechts)

    Viele Grüße

    Jürgen

  • Hier habe ich die EN 55032 Class B Tabelle gefunden, auf welche MeanWell hinweist. Das MeanWell macht somit 65 dBuV QP Rauschen, was unter 2 mV ist. Dies mit FG, was vermutlich Frame Ground heisst.
    https://www.ti.com/lit/ta/sszt673…s=1752569651752

    Noise und Ripple auf der DC-Ausgangsspannung eines Netzteils hat rein gar nichts mit der EMV-Norm EN55032 zu tun. Aus den EMV-Grenzwerten für geleitete Störungen kann man umgedreht nicht folgern dass das Meanwell nur 65 dBuV Rauschen auf der DC-Ausgangsspannung produziert. Für die EMV Grenzwerte nach EN55032 gibt es eine exakte Messvorschrift. Die Werte werden auf der Netzleitung mit einer LISN (Netznachbildung) und einem Messempfänger oder Spektrumanalyzer nach CISPR 16-1 mit exakt spezifierter Messbandbreite und Quasi-Peak Detektor mir spezifizierter Ansprech-Zeitkonstante gemessen. Dabei werden Gleichtakt (gegen Erde/PE, common mode) und Gegentakt (differential mode) Emissionen berücksichtigt.

    Abschnitt 2.3:

    Skript zur Vorlesung EMV [Wiki der Fakultät Elektro- und Informationstechnik]

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited once, last by DL4ZAO (July 16, 2025 at 12:58 PM).

  • Hallo,

    hab' den Artikel wiedergefunden:

    https://www.dg0sa.de/snt.pdf

    Funktioniert bei mir am MAAS HCS-3400 hervorragend!

    Anderen Orts laß ich, dass man Schaltnetzteile amperemäßig nicht überdimensionieren sollte. (Wäre ja eigentlich im Empfangsfall sowieso die Regel?) Bei einem kleinen Röhrenaudion musste ich mal in der Versorgungsleitung einen Widerstand parallelschalten um das SNT ruhigzustellen.

    73, Bernd.

  • Moin,

    wir hatten das Thema Schaltnetzteile ja schon öfters hier im Forum. Ich nutze ein Samlex SEC-1235G und kann mich nicht beklagen. Messungen habe ich nicht gemacht, aber ich konnte bisher auch keine Störungen feststellen. Die Samlex Netzteile wurden in den alten Threads auch erwähnt und für gut befunden.

    73, Tom

  • Moin Tom,

    Ich nutze ein Samlex SEC-1235G und kann mich nicht beklagen.

    Hier zwei Samlex SEC-1223 und ein JetStream JTPS32MAB. Stoerungen gibt es nur ganz leise auf 160m. Die koennte man leicht beheben, aber ich benutze das Band nicht. Beim JetStream gibt es ein Poti, mit dem man notfalls die Taktfrequenz ein wenig aendern kann, um auszuweichen. Musste ich aber noch nie.

    Bei den noch niedrigeren Baendern ist QRM wahrscheinlich staerker, aber da wird man eh schon weit mehr zugemuellt von haufenweise chinesischen Wandwarzen. Da haette ich einige Horror-Stories.

    73, Joerg

  • Beim JetStream gibt es ein Poti, mit dem man notfalls die Taktfrequenz ein wenig aendern kann, um auszuweichen.

    Böse Zungen behaupten, wo ein Poti ist, um die Frequenz der Störsignale zu verschieben, da gibt es offensichtlich Störungen, die so groß sind, dass sie verschoben werden müssen.

    Jetstream (und baugleiche OEM) hätte besser ihr EMV-Design in Ordnung gebracht, anstatt in diese zweifelhafte Trickkiste zu greifen.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited once, last by DL4ZAO (July 17, 2025 at 7:32 AM).

  • Ja, ich kann es bestätigen. Mein tolles Alinco DM330MW - SNT hat auch so einen patentierten Mogelknopf, denn es stört auf mehreren KW-Bändern ganz ordentlich. Daher darf es hier nur noch die VHF / UHF - Geräte versorgen (wenn die KW aus ist).

    Jetzt ist mir noch eine 24V/8,33A - LED-Versorgung im Ganzmetallgehäuse in die Hände gefallen, INVENTRONICS EUV-200S024SV-EC03. Das schaue ich mir als Nächstes an, mal sehen, ob das zur Ruhe zu bringen ist. ...

    Mittlerweile ist meine 230V-Elektrik hier weitgehend verdrosselt und mit Ferriten versehen, es ist Wahnsinn, was für Müll übers Netz von draußen rein kommt.

    73 de Jochen

  • Böse Zungen behaupten, wo ein Poti ist,

    Geflügelter Werkstattspruch damals in den 80ern in Bezug auf Philips-TV: "Die Anzahl der Trimmelemente eines Gerätes stehen im reziproken Verhältnis zum Können der Entwickler.":saint: Die hatten im Vergleich zu anderen Herstellen eine große Anzahl verbaut.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. - (DF2OK) - No computer required, just human skill. And: Real pilots don't need engines.

  • Moin Leute,

    Geflügelter Werkstattspruch damals in den 80ern in Bezug auf Philips-TV: "Die Anzahl der Trimmelemente eines Gerätes stehen im reziproken Verhältnis zum Können der Entwickler."

    Das sehe ich auch so und in meinen beruflichen Designs finden sich nie Trimmpotis. Bei Schaltnetzteilen ist das anders. Wenn da drin etwas mit 25-40kHz oder mehr roedelt und dabei richtig Leistung herumgewuchtet wird, kann es auch bei sauberster Entwicklungsgarbeit nicht 100% dicht sein. Zumal man ja fuer so ein Netzteil keinen Tausender ausgeben moechte, denn das wuerde es sonst kosten.

    Jetstream (und baugleiche OEM) hätte besser ihr EMV-Design in Ordnung gebracht, anstatt in diese zweifelhafte Trickkiste zu greifen.

    Nein. Mein JetStream ist mindestens genauso gut in Sachen EMV wie das Samlex, wenn nicht gar besser. Leute, die Laengstwellenfunk machen wissen, warum solche Potis an Schaltnetzteilen sinnvoll sind. Oberhalb 160m braucht man sie nicht, darunter schon eher.

    73, Joerg

  • Nein. Mein JetStream ist mindestens genauso gut in Sachen EMV wie das Samlex, wenn nicht gar besser. Leute, die Laengstwellenfunk machen wissen, warum solche Potis an Schaltnetzteilen sinnvoll sind. Oberhalb 160m braucht man sie nicht, darunter schon eher.

    Ist dir die Widersprüchlichkeit in dieser Aussage bewußt? Störungen bleiben Störungen, ob auf Langewelle oder anderen Frequenzen. Nur weil man die Störungen unter 1,8 MHz nicht wahrnimmt, ist ein Schaltnetzteil mit Emissionen unter 160 m nicht deswegen ein gutes Schaltnetzteil. Die EMV-Regelwerke bewerten die Einhaltung von Grenzwerten von Störemissionen nicht danach, ob sie mit einem Poti-Trick in der Frequenz auf uninteressante Bereiche verschoben werden können.

    Niemand verlangt auch ernsthaft, dass Schaltnetzteile "100 %" dicht sind. Für Funkanwendungen reicht es, wenn ein SNT so EMV-fest ist, dass es den eigenen Empfang und den Empfang anderer nicht stört - auf allen Frequenzen. Und darin sind viele Schaltnetzteile ungenügend und die CE Stör-Grenzwerte m. E. großzügig hoch angesetzt. Auf der anderen Seite sind in vielen empfindlichen Empfängern und Transceivern Schaltnetzteile verbaut, die nicht merklich stören. Die Industrie ist also in der Lage, ausreichend gefilterte SNT produzieren. Nur ist das für die Millionen Netzteil-Stückzahlen im Consumer und im industriellen Bereich ein Kostennachteil und damit ein Konkurrenznachteil im preissensitiven Markt. Die Hersteller machen ein SNT nicht so gut wie möglich, sondern kostenoptimiert gerade so gut, um die Norm zu erfüllen. Und viele SNT schaffen noch nicht mal das.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 9 times, last by DL4ZAO (July 19, 2025 at 2:59 PM).