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1

Mittwoch, 6. September 2006, 13:51

Fotos einer Sammlung von deutschen WWII Funkgeräten eines norw. Funkamateurs

Hallo,

wahrscheinlich ist dieser Link für manche OT. Aber mir gings hauptsächlich um den Aufbau und die wundervolle Mechanik der Geräte.

Hier der Link:


http://www.laud.no/ww2/


73 de Addi / DC0DW

2

Mittwoch, 6. September 2006, 17:19

Vielen Dank lbr Addi.
vy73 de Fred DL6XAZ - E12 - EPC 1419 - FHC 763
FT-8x7 & KX1 #0808 etc.
Flying Pig #62 / DL-QRP 2543 / ARS-DL /SOWP

3

Mittwoch, 6. September 2006, 17:53

Nett anzusehen die Geräte. Aber für meinen Geschmack etwas sehr sperrig..... :-)

Danke für den Link.
DK2NB Thomas JN59NI DOK B13 - MA12 - RockMite 14MHz - Elecraft T1 - Kenwood TS-480SAT - Yaesu FT-817
DL-QRP-AG #1131 AGCW #2109 G-QRP-Club #10385 GTC #256 EPC #2020 GM25

4

Mittwoch, 6. September 2006, 19:55

RE: Fotos einer Sammlung von deutschen WWII Funkgeräten eines norw. Funkamateurs

Danke für den Link, die Seite kannte ich noch nicht.
In Norwegen gibt es einige bekannte Wehrmacht-Geräte Sammlungen. Leider sind diese Geräte nahezu unbezahlbar geworden. Ich sammele "Boatanchors" und würde meine Sammlung z.B. gerne um einen guterhaltenen "Köln" erweitern, für das Geld könnte man aber fast einen Hilberling kaufen.
Während in Deutschland die Geräte entweder durch die Wehrmacht in den letzten Kriegstagen selbst zerstört wurden oder dies nach Kriegsende im großen Stil von den Alliierten erledigt wurde, hat die deutsche Besatzung das Kriegsende in Norwegen kampflos erlebt. Die Geräte haben bis zum 8.5.45 ihren Dienst getan und wurden unbeschädigt übergeben.

73
Heinz DH2FA, KM5VT
Heinz DH2FA, KM5VT

5

Mittwoch, 6. September 2006, 20:10

naja, die tradition wurde ja fortgeführt:
nach der wende wurden LKW-Weise EKD , SEG und ähnliche geräte in magazinqualität aus beständen der nva, stasi und anderer organisationen zerstört, teilweise mit dem Panzer zerfahren, der rest wurde von surplushändlern eingesackt. Wir hatten uns hier bemüht von UNSEREN geräten etwas zu bekommen, keine chance, dafür haben wir die EKD's dann in Friedrichshafen bei einschlägigen Händlern für 6000DM das stück gesehen.
Hirnlos

Gela

6

Mittwoch, 6. September 2006, 22:09

Hallo Gela,

größere Stückzahlen vom EKD wurde offensichtlich von der Bundeswehr übernommen. Die VEBEG hat in den letzten Monaten etliche Geräte auf den Markt geworfen. Die Geräte waren umgebaut (digitale Schnittstelle zur PC-Steuerung auf der Frontplatte). Die Zuschlagspreise lagen zwischen EUR 150 und EUR 300 zuzüglich MwSt. pro Stück für einen EKD-300. Ich habe zwei ersteigert und im Gerätehauptdepot Neckarzimmern abgeholt. Das ist eine ehemalige Schachtanlage ca. 40km östlich von Heidelberg. Die Geräte sind dort verbunkert unter Tage gelagert.
Meine Geräte waren leider stark verdreckt/verdellert und standen schon mindestens neun Jahre im Depot (Datum der Materialaufkleber). Einen EKD-300 habe ich inzwischen zum Laufen gebracht (Netzteil defekt und zwei kurzgeschlossene Elkos in den Kassetten). Der zweite Empfänger kann so nie gelaufen sein, hier war ein "Bastler" am Werk. Zwei Betriebsspannungen hatten einen satten Kurzschluß. Nach einigem Suchen mußte ich dann feststellen, daß zwei der vier Kassetten aus dem EKD-500 stammen. Mechanisch sind die Kassetten gleich, aber die Versorungsspannungen liegen auf anderen Steckerstiften. Meine Suchanzeige nach Kassetten für den EKD-300 in der Funkbörse war leider ohne Erfolg.

vy 73
Heinz
Heinz DH2FA, KM5VT

7

Mittwoch, 6. September 2006, 22:55

RE: Fotos einer Sammlung von deutschen WWII Funkgeräten eines norw. Funkamateurs

Heinz - als Ironie der Geschichte kann man vielleicht noch hinzufügen, dass die Engländer dann die eroberten Enigma Maschinen grosszügig ihren Partnern und Freunden inner- und ausserhalb des Commenwealth überliessen, die ganz begeistert loslegten, ihren Diplo-und sonstigen Verkehr damit zu verschlüsseln. Was sie bei diesem Danaergeschenk nicht wussten: dass Bletchley Park fortfuhr, aufgefangenen Funkverkehr zu entschlüsseln - eben jener Freunde Englands... Das Erwachen kam, als Mitte der 70er Jahre das Geheimnis aufhörte, "ultra-"geheim zu sein. Einige Leute müssen da leuchtend rote Ohren bekommen haben.
vy73 de Fred DL6XAZ - E12 - EPC 1419 - FHC 763
FT-8x7 & KX1 #0808 etc.
Flying Pig #62 / DL-QRP 2543 / ARS-DL /SOWP

Beiträge: 647

Hobbys: Förderung QRP und Selbstbau im Amateurfunk

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8

Donnerstag, 7. September 2006, 09:00

RE: Fotos einer Sammlung von deutschen WWII Funkgeräten eines norw. Funkamateurs

Zitat

Original von DH2FA
Danke für den Link, die Seite kannte ich noch nicht.
In Norwegen gibt es einige bekannte Wehrmacht-Geräte Sammlungen. Leider sind diese Geräte nahezu unbezahlbar geworden. Ich sammele "Boatanchors" und würde meine Sammlung z.B. gerne um einen guterhaltenen "Köln" erweitern, für das Geld könnte man aber fast einen Hilberling kaufen.
Während in Deutschland die Geräte entweder durch die Wehrmacht in den letzten Kriegstagen selbst zerstört wurden oder dies nach Kriegsende im großen Stil von den Alliierten erledigt wurde, hat die deutsche Besatzung das Kriegsende in Norwegen kampflos erlebt. Die Geräte haben bis zum 8.5.45 ihren Dienst getan und wurden unbeschädigt übergeben.

73
Heinz DH2FA, KM5VT


Von: DJ1ZB

Die norwegische Webseite ist heute wirklich eine enorm gute Quelle über die alten deutschen Wehrmachtsgeräte, einschließlich ihrer Schaltungstechnik.

Bei solchen Umbrüchen wie Kriegs- und Regime-Enden meinen sicher viele, durch Zerstörung des Vorhandenen den Umbruch beschleunigen zu können, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, daß die gleichen Einrichtungen auch in einer neu geordneten Welt benötigt werden. Aber es gibt ja gerade bei technischem Gerät gottseidank auch viele, die den Wert dieser Einrichtungen kennen und nach ihren Möglichkeiten der Zerstörung gegensteuern können.

In diesem Zusammenhang möchte ich daher darauf aufmerksam machen, daß nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland Wehrmachtsfunkgeräte, Sender wie Empfänger, in nicht unerheblichem Ausmaß auch z. B. von den Küstenfunkstellen in West- und auch Ostdeutschland verwendet wurden, bis Anfang der 60iger Jahre hinein, sicher auch bei anderen Funkdiensten. Sehr verbreitet war der E52b "Köln" für Kurzwelle und der Langwellen-Anton und der ihm ähnliche T8PL39 für Lang- und Mittelwelle. Auf den Bildern in www.seefunknetz.de >Seefunk-Fotos >Küstenfunkstellen kann man die Geräte noch in Betrieb sehen, zeitlich teilweise parallel mit den ersten ausgelieferten EK07 von Rohde & Schwarz, die den "Köln" ablösten.

Unter anderem arbeitete bis 1959 auf 125 kHz neben anderen Sendern der ehemaligen Kriegsmarine in Norddeich der sogenannte "Dönitzsender", über den Großadmiral Dönitz die deutsche Kapitulation verkündet haben soll. Es wurde also durchaus nicht alles vernichtet, es wurde bis lange nach dem Krieg bis zum geht-nicht-mehr aufgebraucht.

Es gab ja nach dem Krieg zunächst nichts Neues. Etwa ab Mitte der fünfziger Jahre wurde der Restbestand langsam kritisch; ein nicht mehr voll reparierbares Gerät wurde zerlegt und als Ersatzquelle für leichtere Reparaturfälle benutzt. Neue kommerzielle Sender gab es ab den frühen fünfziger Jahren wieder, aber neue und wirklich brauchbare kommerzielle All- und Kurzwellen-Empfänger wurden als Versuchsmuster erst ab Mitte der fünfziger Jahre von den Firmen angeboten und auf den Funkstellen erprobt.

Auch die zugehörigen Röhren, vor allem die RV12P2000, wurden für Nachbestückungen bis ca 1960 gefertigt.

Ich erinnere mich auch an eine Zuschrift an Pat Hawkers "Technical Topics" in RadCom, daß auch in Norwegen die kommerziellen Funkstellen lange Funkgeräte der deutschen Wehrmacht benutzt haben. Darin hieß es hieß sogar, sie seien bei den in diesem Land öfter auftretenden magnetischen Stürmen besser gewesen als die Nachfolgegeräte.

Auch wenn Vertretern der jüngeren Generation solche "boatanchors" nicht gefallen, über ihre Qualität braucht man nicht zu streiten, bis auf Dinge natürlich, die die damalige Technik einfach noch nicht konnte.

In QST war auch mal ein Artikel über die Geschichte des RCA-Empfängers AR88, den ich mir abgeheftet habe. Der AR88 wurde auch nach dem Krieg noch viel von US-Küstenfunkstellen verwendet. Sehr begrüßt wurde daher die Auflösung eines US-Militärdepots in Tanger, das für diese Geräte noch Reserveteile gelagert hatte.

73 Ha-Jo, DJ1ZB
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9

Samstag, 9. September 2006, 23:48

Zitat

Original von DH2FADer zweite Empfänger kann so nie gelaufen sein, hier war ein "Bastler" am Werk. Zwei Betriebsspannungen hatten einen satten Kurzschluß.


Hei, da war wohl eher ein Azubi am Werk, da Neckarzimmern auch Funkelektroniker
ausbildete und ich dort im Labor auch einige Empfaenger sah. :D

73de Kai-Erik _._|_._
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10

Sonntag, 10. September 2006, 11:42

@Gela

Dein beschriebenes Problem kennen wir in Schweiz bis heute.
Da verschwinden Empfanger der Funkaufklärung die wir ende 70'er Jahre neu erhalten haben ins Nimmerleinsland. Offiziell weiss kein Mensch wo die sind, wie man die erwerben könnte oder wer diese kauft. Irgendwann tauchen diese dann bei Surplushändlier im Ausland auf???


vy 73 de Mark, HB9DRN

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11

Donnerstag, 19. Juli 2007, 09:56

Es kann noch schlimmer kommen. So tauchten hier nämlich bei uns auf dem Freitagsflohmarkt intakte Botschaftsfunkgerätausstattungen auf mit kompletter Kryptoeinrichtung. Da ist so manches Schnäppchen möglich.

72 de Gisel, SU9GD, DJ2AVB

12

Donnerstag, 19. Juli 2007, 19:50

RE: Fotos einer Sammlung von deutschen WWII Funkgeräten eines norw. Funkamateurs

Geschichte der Funktechnik ist hier nie OT!
Ich verweise in diesem Zusammenhang auf ein Buch, in dem die Geschichte
der GEMA von einem ehemaligen Mitarbeiter beschrieben wird.
(GEMA war eine Gesellschaft zur Herstellung von Funkgeräten in den 30er Jahren)
Später entstand auf dem Betriebsgelände der GEMA das Funkwerk Köpenick.
Wenn man dort liest, mit welcher Geschwindigkeit neue Serien von Funkgeräten
entwickelt und produziert wurden, kann einem schwindlig werden. Es herrschte
ja durch die Kriegsereignisse ein harter Konkurrenzkampf zwischen den Beteiligten
Ländern. Demzufolge standen die Entwickler unter starkem Zeitdruck.
73 Olaf, DL7VHF