FG-01 vs. MFJ-259B und all die anderen Geräte - Entscheidungshilfe nötig

  • Hallo an alle,


    ich habe jetzt so viel über Antenna Analyzers/Netzwerk-Analyzer gelesen, dass ich den Durchblick total verloren habe.


    Worum geht es:


    Ich habe einen neuen HB1B, dessen Endstufe nach Berichten in diesem Forum sehr sensibel auf Fehlanpassungen reagiert.
    Ich habe ebenfalls neu eine HFP-1 Antenne (Nachfolger MP1).


    Das Abstimmen der Antenne dauert mit einem einfachen SWR Gerät etwas länger (allein schon bis sich der Zeiger eingeschwungen hat ca. 1 s). Mein 30 Jahre altes Dip-Meter ist nicht genau genug (Dip varriert bis zu 2 MHZ). Ich befürchte, die Endstufe des HB1B zu schädigen, wenn ich beim Abstimmen zu lange brauche. Bevor ich Geld in ein neues Dip-Meter investiere (z. B. Dipit mit Antennenmess-Zusatz zum Abstimmen), hielt ich es für eine gute Idee, mir den neuen FG-01 zuzulegen.


    Natürlich habe ich gelesen, was ich gefunden habe, viel Zeit investiert, viel gelernt und habe jetzt Entscheidungsprobleme.


    Was will ich:


    Ich will auf jeden Fall ein portables Gerät.
    Ich will keinen Notebook etc. verwenden.


    Was will ich nicht:


    Ich brauche keine Universalgerät (hier in München würde man so was eine eierlegende Woll-Milch-Sau nennen), mit Features, die ich nicht verwenden werde, weil ich sie nicht interpretieren kann (unter uns: was nützt es mich z. B. zu wissen, welche Reaktanz ich habe, wenn ich nicht weiß, welche Handlungskonsequenz ich daraus ableiten kann - und ich schätze, dass ich nicht der einzige bin, dem es so geht).


    Bei meinem Wissenstand werde ich all die fancy gimmicks sicher nicht verwenden, sondern ich stelle mir die Anwendung so vor, dass ich die Antennenspule grob vor justiere, dann die SWR Kurve bestimme, nachjustieren, neu bestimme, bis ich zufrieden bin... und fertig.


    Wie ich das sehe, muss man diese Justierung im Prinzip einmal genau machen, dann kann man vermutlich auch mit Markierungen, Längenmessungen... rasch ans Ziel kommen.


    Weitere Hardware zum Messen steht mir leider nicht zur Verfügung.


    Eigentlich benötige ich den Antenna Analyzer nur für 1 - 2 Tage. Dafür muss man sich die Investition gut überlegen.


    Für die Alternative MFJ-259B würde sprechen, dass ich dann zumindest noch andere Messungen durchführen kann. Dagegen spricht, dass es sehr viele - vermutlich nicht immer sachliche Bemerkungen - zur "Qualität" der MFJ Geräte gibt, die mich stark verunsichern.


    Ich könnte also gut ein bisschen Entscheidungshilfe gebrauchen.
    Evtl. hilft ja auch ein Tipp zur Abstimmung der HFP-1/MP1. Was ich allerdings dazu gelesen habe, hat mir bisher keine weiteren neuen Erkenntnisse verschafft (ja, auch dazu habe schon im Forum gesucht und gegoogled).


    Vielen Dank für jede Unterstützung.


    viele Grüße


    Karl-Heinz

  • Hallo Karl-Heinz,
    in dem Fall wo es dir ums Abstimmen und Anpassen der Antenne geht, hätte ich keinen Analyser gekauft, sondern


    Automatiktuner Elecraft T1 fertig aufgebaut


    http://www.qrp-shop.de/200/cgi…833664774895&AnbieterID=1



    Wegen der wechselnden Betriebsbedingungen der HFP-1 Antenne wäre das für mich die bessere Wahl. Da hätte ich ein besseres Gefühl. Über diese Lösung hätte ich vorher noch mit dem Peter gesprochen. Der kann sagen ob das eine gute Idee ist oder eher nicht so gut geeignet ist.

  • Hallo Jürgen,
    danke für die rasche Antwort.
    Den T1 hatte ich auch in Erwägung gezogen. Dieser ist aber bei der HFP-1 nicht der richtige Ansatz. Die Antenne muss erst so abgestimmt sein, dass die Resonanzfrequenz im richtigen Bereich liegt. Dann kann man evtl. noch fine-tunen. Primär muss aber erst die Antenne passen.
    viele Grüße
    Karl-Heinz

  • Hallo Karl-Heinz,
    die HFP-1 braucht auf 40m einen Betamatch, um von den 30 Ohm auf 50 Ohm Anschlußimpedanz zu kommen (Bausatz bei QRPProjekt). Als Abstimmhilfe, wenn die Antenne dann 50 Ohm im Resonanzpunkt hat, kann man für kleines Geld eine Antennenrauschmessbrücke selbst bauen:
    http://www.mydarc.de/dh3wl/dk9nl/ATUB-29-Dateien/ATUB-29.htm


    Da stellt man die gewünschte Frequenz am TRX ein, schaltet die Rauschmessbrücke ein und stimmt die Antenne auf Rauschminimum ein (S-Meter Minimum Dip). Dann braucht man nicht zu senden. Zum FG-01 ist zu sagen, das damit zum Messen mit 32mW über den Bereich gewobbelt wird, um die Resonanzfrequenz zu ermitteln.

  • Hallo Gerhard,
    die Antennenrauschbrücke ist ein sehr guter Tipp. Vielen Dank. Ich werde mir die Schaltung gleich genauer ansehen.
    (Das Beta-Match hatte ich übrigens gleich in Kombination mit der Antenne gekauft.)
    Karl-Heinz

  • Für die MP1 / HFP1 brauche ich weder den einen noch den anderen, ich halt die Einstellung mit einem Antennenanalyzer in diesem Fall sogar für wahrscheinlich irreführend.


    Grund:
    Mehr noch als andere Antennen sind solche kurzen Antennen letztlich immer ein System bestehend aus dem Erreger (MP1/HFP1) und allem, was sonst noch dran hängt: Netzteil und kabel zum netzteil, Koaxkabel zum Gerät, Umgebung usw. Wenn man nun temporär das Funkgerät gegen einen Antennenanalyzer tauscht, dann wirkt sich das bei diesen kurzen Antennen meist ziemlich krass aus. Die Resonanz verschiebt sich weil an dem Analyzer andere Drähte hängen, als am Transceiver.


    Ich betreibe ja die MP1 und jetzt die HFP1 schon seit mehr als 12 Jahren, meine erste habe ich lange vor der QRPproject zeit aus Dayton mitgebracht. Meine Erfahrung hat zu folgendem Vorgehen geführt:


    Ich benutze ein SWR Meter.
    ist ein ATU vorhanden, MUSS der jetzt auf ByPass gestellt werden.
    Ich stelle den Slider (das verschiebbare Rohr) auf die Markierung, die ich unter Benutzung der mitgelieferten Zeichnung mit Edding auf die Spule gemalt habe.
    Ich stelle einen Träger und schau mir das SWR an.
    Ich schiebe den Slider Windung für Windung rauf und runter (man spürt jede Windung in den Fingern, es "klackt") bis ich das niedrigste SWR habe, das unter den gegebenen Bedingungen einstellbar ist.
    Ist es höher als 1,5 schalte ich jetzt den Tuner aktiv.


    Fertig. So habe ich unzählige QSO mit einem Dutzend verschiedener Geräte von Mosquita über K2 und IC706 (100W) bis zum KX3 gefahren, die Antenne war dabei auf einem Balkon, auf meinem Fahrradgepäckträger, an meinem Faltboot, an Park-Teich-Geländern oder auf dem Autodach montiert.


    Immer wieder haben wir bei QRP treffen die jeweilige Konstruktion mit einem Antennenanalyzer geprüft. Meist kam dabei heraus, dass die Antenne völlig neben der Resonanz sein sollte. Haben wir sie mit dem Analyzer justiert, dann hat der gute Ergebnisse gezeigt, die QSO wollten aber nicht gelingen.


    Ein schöner Test, der zeigt, wie stark das System Erreger plus Umgebung wirkt: Nimm ein portabel Gerät mit Akku. Stelle alles ein (im Prinzip reicht meist schon, wenn man rein empfangsmäßig einstellt). Such dir ein kräftiges Signal. Nun wechsel von der internen Batterie des Funkgerätes auf die Zigarettenanzünderbuchse...... du wirst dich wundern, wie dünn plötzlich die Signale werden, die Antenne muss komplett neu eingestellt werden.

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Hallo Gerhard,
    die Antennenrauschbrücke ist ein sehr guter Tipp. Vielen Dank. Ich werde mir die Schaltung gleich genauer ansehen.
    (Das Beta-Match hatte ich übrigens gleich in Kombination mit der Antenne gekauft.)
    Karl-Heinz

    Hallo Gerhard,
    ich habe mir gerade die von Dir zitierte Quelle und die Original-Publikation angesehen. Wenn ich das ganze recht sehe, kann man einfach den Power-Rauschgenerator von Peter (QRP Shop) verwenden. Man muss den Übertrager Tr2 so modifizieren, wie bei http://www.mydarc.de/dh3wl/dk9nl/ATUB-29-Dateien/ATUB-29.htm im Schema Tr (FT 37-43, 3x 2 Wdgn.) beschalten.
    Das wäre die einfachste Lösung.
    Den Tr2 BN43-2404 6:3 kenne ich nicht.
    Ob die Spule die jetzt zwischen Pin 1 und des Tr2 des Power-Rauschgenerators mit 6 Windungen angegeben ist, bei einer Modifikation nach ATUB-29 auch doppelt so viele Windungen haben muss, müssen die Spezialisten beurteilen.
    viele Grüsse
    Karl-Heinz

  • Hallo Uwe und HB-1B-Freunde,
    ich glaube, du meinst den ZM-4, der einen Umschalter drin hat, mit dem das Tunen wie in deiner gezeigten Schaltung so erledigt werden kann, dass maximal ein VSWR von 2 auftreten kann. Der "Trick" ist beim ZM-4 allerdings, dass man nach dem Tunen per Kippschalter das Dämpfungsglied wieder herausschaltet.
    Ich habe meinen HB-1B bisher nur an (mehr oder weniger genau) angepassten Antennen wie W3DZZ für 80m und 40m, Groundplane MV5+3 sowie der auf 40m resonanten Marconi-Antenne im Garten betrieben. Für die Portable-Saison bin ich aber am Überlegen, mir einen schaltbaren HF-Abschwächer zu bauen, den ich zwischen TCVR und dem ebenfalls vorhandenen Automatiktuner T-1 schalte. Ohne dieses Hilfsmittel würde ich den HB-1B (zumindest in Originalausführung, ohne Mods) mit dem T-1 keinesfalls betreiben: Während des Abstimmvorgangs geht das VSWR kurzzeitig gegen unendlich und gefährdet die PA.
    Vom Aufwand und von der Bedienung her ist dieser Abschwächer gleich, aber für mich die sauberere Lösung gegenüber der empfohlenen Herabsetzen der Betriebsspannung beim Tunen.


  • Hallo Peter,


    super... diese Info hat mir gerade 200 +++ Euro gespart.


    Jetzt wäre nur noch ein Tipp für ein effektives, leichtes SWR Gerät hilfreich. Meines ist ein 30 Jahre altes Zeigerinstrument. Der Zeiger ist etwas träge. Alternativ kann ich natürlich auch endlich die Leistungsregelung mit Poti in den HB1B einbauen (nur bin ich mir mit der Verschaltung nicht ganz sicher - habe ich hier gepostet http://www.qrpforum.de/index.php?page=Thread&threadID=7286 - aber noch keine Antwort. Vermutlich kann ich auch einfach mit einer geringen Batteriespannung abgleichen.


    Ich will einfach nichts riskieren, sondern endlich online gehen können.


    Vielen Dank Peter


    Viele Grüße


    Karl-Heinz