Einsteigerantenne für 40m CW

  • Hallo,


    ich habe mir ein QCX+ für 40m zusammen gebaut und die Prüfung steht bald bevor. Nun suche ich noch nach einer Antenne. Erste Empfangsversuche im Zimmer mit einer Wäscheleine ohne jegliche Anpassung aus Finnland und Norwegen waren schon erfolgreich - das Gerät scheint offenbar zu funkionieren. Da ich im Zimmer außer einer Loop vermutlich nichts vernünftiges für 40m zusammenbekomme, will ich mir für den portable Betrieb etwas bauen. DX Wire fand ich ganz ansprechend. Hat damit jemand schon einmal etwas gebaut? Vermutlich ist da ja eine Endfed am praktikabelsten, wenn man die mal an einem Baum oder Mast hochziehen will?

  • DX Wire hat den guten Draht aber auch gleich GFK Masten wobei ich bei den Masten eher Fan von Spiderbeam bin. Aber Geschmackssache. Ansonsten würde ich beim QRP Shop mal nach dem Fuchskreis schauen denn wenn Du mit Endfed ohne Radialnetz arbeiten willst bei TX dann halt eben Lambda 1/2 Draht und Fuchskreis. Wäre für mich die einfachste Möglichkeit um mit guten Ergebnissen arbeiten zu können.

  • Moin,

    bei den QCX ist zu beachten, dass die alles andere als "idiotensicher" sind - bin selber so ein Idiot ;)

    Ich hatte mal versehentlich im WSPR-Mode, wo einem das nicht unbedingt auffällt, ein paar Durchgänge ohne Antenne gesendet.

    Die BS170 werden recht nahe an ihren Grenzwerten betrieben, bei meinem QCX waren nicht nur die 3 PA-Transistoren abgeraucht, sondern auch der Schalttransistor zum Empfangszweig. Und der hat den FST3253 mitgerissen. Andere haben hier von abgerauchten Si5351 berichtet.

    Die FETs kann man leicht auswechseln und sie kosten fast nichts - aber ausgerechnet die beiden SMD-ICs sind besonders gefährdet, schwer erhältlich und der Austausch ist schwierig.

    Will die Kiste nicht schlecht reden, aber man muss vorsichtig mit der kleinen "Diva" umgehen und sie ggf. mit ein paar "Angst-Bauteilen" härten.


    In dem beschriebenen Einsatz-Szenario wäre eine EndFed wohl der beste Kompromiss; auch an einem Teleskopmast kann man die als Inverted Vee einsetzen.

    Neben der Fuchskreis-Speisung käme auch ein Breitbandübertrager in Frage; ich habe allerdings keine Erfahrungen, wie gut oder schlecht das SWR unter wechselnden Einsatzbedingungen ausfällt.


    In Verbindung mit einem Fuchskreis (oder einem anderen Anpassgerät) sollte man wegen des sensiblen TRX eine (echte) SWR-Brücke einsetzen (also eine mit drei 50 Ohm-Widerständen). Die muss man zwar ein- und ausschalten, aber die sorgt dafür, dass beim Abstimmen das SWR nicht schlechter als 2 werden kann.


    Als Draht kann man irgend eine dünne Schaltlitze nehmen; die Drähte von DX-Wire finde ich aber ebenfalls besser - weniger wegen der Reißfestigkeit, sondern weil die eine glatte Oberfläche und eine gewisse Steifigkeit haben - das macht das Handling angenehmer.


    73,
    Ralf

  • Hallo,

    mir ging es so: auch der Antennenbau ist ein Lernprozeß, und man bewegt sich so langsam in die Richtung, die man mag. Ich habe selbst einen QCX-30 und nutze ihn oder einen BCR portabel.

    Folgendes ist zu beachten:

    Magnetloop im Haus - zusätzliche Dämpfung durch Größenbegrenzung der Loop und Gebäude schwächen die 5W nochmals merklich ab. Es geht, wird aber schwierig, vor allem für die Gegenstation. Kann mitunter frustrierend wirken. Für alle Antennen im Haus gilt: die häufig recht hohen Störpegel begrenzen die Empfangsmöglichkeiten.

    Portabel: Die indoor-Probleme fallen weg. Es ist zu unterscheiden zwischen Kurzzeitbetrieb (mal mit dem Fahrrad raus) oder einem festen Standort wie dem Garten. Man will ja funken und nicht stundenlang Auf- und Abbauen, und das sollte bei der Antenne beachtet werden.

    Funktechnisch günstig wäre ein Dipol in >=10m Höhe, aber der braucht Platz und erreichbare Befestigungspunkte und meist viel Zeit zum Aufbau. Da ist eine InvertedV eher zu realisieren, da es mit einem Mast geht. Wenn man den Platz zum Aufbau hat, sicher nicht schlecht. Ob als Endfeed oder Mittelspeisung aufgebaut, ist letztlich unwesentlich für das Ergebnis. Natürlich wird man mit weniger Höhe auch noch jemand erreichen, sollte aber nicht vergessen, daß dann die Speisepunktwiderstände sich ändern (und auch die Drahtlängen). Deswegen würde ich auch hier einen Tuner einsetzen.

    Ich persönlich bevorzuge Vertikal-Antennen, damit ich unabhängig von der (Aufbau-) Umgebung bin. Für 40m würde ich 10m Draht an einem einen 10m-Glasfibermast (8m Stipprute sollte ohne größere Einbußen auch noch gehen, kein Carbon verwenden) mit einem 10m-Radial (0,5-1m über den Boden gespannt) verwenden (als up-and-outer bekannt), das geht recht brauchbar. Möglichst am Speisepunkt würde ich einen einfachen Tuner einsetzen, z.B: das ZM-4 von QRP-Projekt oder einen einfachen Bausatz aus China. Selbst wenn man die Antenne auf einigermaßen 50 Ohm hinbekommt, einen Tuner kann man immer gebrauchen.
    Als Hinweis speziell zum QCX: Er mag keinen Kurzschluß/zu niedrigen Anpasswiderstand auf der Antennenleitung (Überlastung Endstufen-FETs). Deshalb die Empfehlung für ein Z-Match, es bringt zusätzliche Selektion für einfache Geräte und die in der Regel verwendete SWR-Anzeigeschaltung lässt auch beim Abstimmen kein SWR über 1:3 zu. Analog gilt das auch bei Betrieb mit Spannungen über 14V, da dann im antennenseitigen Leerlauf die Spannung an den FETs die Grenzwerte erreichen kann.
    Hat man mit seiner ersten Antenne ein paar Erfahrungen gesammelt, sucht man dann selbst nach Verbesserungen, meist geht es um einfacheren Aufbau. Superantennen gibt es nur, wenn auch Superaufwand getrieben wird, und einfache Drahtantennen kann man sich alle für wenig Geld schnell selbst bauen und bei Bedarf abändern.

    vy 73 Reiner

  • und die Prüfung steht bald bevor.

    Moin,


    dann wünsche ich Dir viel Erfolg beim Bestehen der Klasse A. :thumbup:

    73 Michael
    Wir müssen uns vor der Klimaerwärmung nicht fürchten. Uns rottet die soziale Kälte viel früher aus.
    ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

  • Hallo,


    vielen Dank für eure Antworten. Da ist schon sehr viel interessantes für mich dabei. Werde mich mal nach euren Empfehlungen umsehen.

    Interessant auch zu hören wie der QCX+ in der Praxis ist.Antennentuner oä habe ich (noch)nicht. Früher hatte ich mal ein SWR Meter am CB Funkgerät, bin aber nicht mehr sicher, ob der noch da ist.

    Da habe ich ja schon etwas Bedenken, dass mir das Teil gleich abraucht. Gerade am Anfang, wenn man nicht an alles denkt. Habe mal kurz bei mouser nachgeschaut und da gäbe es wenigstens das Si5351 für unter nem Euro. Das zu löten ist für mich kein Problem, hatte mit der Hand schon kleinere pitch verarbeitet und der QCX war das erste größere Teil seit langem wo ich mal wieder THT Widerstände in den Hände hatte. Man braucht etwas Übung, aber mittlerweile finde ich das viel entspannter und schneller als THT.


    >und sie ggf. mit ein paar "Angst-Bauteilen" härten


    Wie könnte man dies realisieren?


    Bei DX Wire gibts ja verschiedene Ausführungen. Ich fand ja die UL Version interessant, oder ist das zu fummlig und man hat schnell einen Kneul unterwegs?

  • dann wünsche ich Dir viel Erfolg beim Bestehen der Klasse A. :thumbup:

    Dankeschön! Nach Uelzen könnte ich es ja vielleicht mal schaffen aus H wenn das mit dem CW klappt. (War der Hauptgrund die Prüfung zu machen)

  • Hallo maxkes,


    Ebenfalls viele Glück und Erfolg von mir zu Deiner Prüfung und Deinem neuen Leben als Amateurfunker :thumbup:.


    Würde Dir auch wärmstens die ZM-4 von QRPProject empfehlen. Keine andere Matchbox kann so viel anpassen, die Schutzschaltung, von der DK5BU oben gesprochen hat, ist da schon gleich integriert, die "Vorselektion" ist oft hilfreich. So ausgerüstet kannst Du alle möglichen Antennen ausprobieren, mit allen möglichen Abspannpunkten. Nimm für die Antennen erst einmal irgend einen billige Draht. Hauptsache Kupferlitze, bitte kein Stahlseil, Blumendraht o.ä. Zum Abspannen nimm am besten Maurerschnur aus dem Baumarkt o.ä. die 2mm reicht erst mal, damit kann man zur Not sogar Masten portabel abspannen. Antennentypen zum Testen siehe oben. Alle kann man ausprobieren.


    Soll es superbillig werden, dann nimm 2x 10,2m Litze oder Laufsprecherkabel(aufgetrennt) oder Draht von DXWire o.ä. mach 13m RG58 Koaxialkabel dran (Lüsterklemme), an das andere einen passenden Stecker für Dein QCX, fertig. Schau Dir bei Kabel-Kusch.de an wie man den Koax-Stecker an das Kabel lötet. Hab da schon schaurige Sachen gesehen. Mach an die Enden Maurerschnur und such die portabel 2 Bäume. Bringe die Enden der Antenne mit der Schnur(!) an den Bäumen an. Z.B. zum Werfen mit einer Kartoffel, damit niemand verletzt wird. Leg los und mache Erfahrungen. Antennen müssen auch nicht toll aussehen, können durchhängen usw. Es funktioniert viel mehr als man denkt, aber manches funktioniert eben auch nicht. So ist das mit Hobbies. Mit lernt aus der Erfahrung. Habe schon QSOs mit 10W SSB 10m Draht aus dem Paterrefenster über die Hecke und Heizung als Gegengewicht gemacht.


    Ein Tipp noch zum Schluss: Amateurfunk ist ein kommunikatives Hobby. Es lebt von der Begegnung auf dem Band, aber auch von der Begegnung Mensch zu Mensch. Am Anfang hat man viele Fragen, versteht vieles nicht, fehlt einem Werkzeug, Messequipment, Erfahrung, Fertigkeiten. Es gibt viele ältere Amateurfunker, die jüngere oder Anfänger gern unterstützen, sich freuen, wenn ihr alte TRX jemanden findet, der ihn wieder benutzt und ehrt. Hier ist eine Suche für Deine Umgebung möglich: https://www.dlqrpag.de/qrp4qrp/hilfe.html. Du kannst auch gezielt hier im Forum fragen, z.B. "Wohne in Bielefeld, suche Bastel- und/oder Amateurfunkpaten". Sicher gibt es auch bei Dir vor Ort ein DARC-Ortsverband. Manchmal sind das nur noch Alte-Männer-Eisbein-Bier-Früher-Alles-Besser-Clubs, oft aber auch sehr aktiv. Dann lohnt es sich vielleicht in einen anderen OV (Ortsverband) zu gehen. Es gibt auch überregionale/virtuelle OVs, z.B OV-Selbstbau, oder Freunde des CCC. Die treffen sich online über Skype o.ä. und sind sehr aktiv. Von allen diesen Clubs gibt es hier im Forum Leute, also einfach fragen.
    Ich habe eine Menge davon profitiert, mein erstes 100Watt-funkgerät bekam ich von so einem OM. Einige Tasten , mein Elbug und maches Messgerät, etliche schwer erhältliche Bauteile habe so den Weg zu mir gefunden. Nach 27 Jahren Amateurfunk geht es jetzt den umgekehrten Weg, was meine xyl freut.

    72 de Jan


    DL-QRP-AG #GM / AGCW #3669 / NAQCC #6404 / SKCC #10113 / DARC D15


    :thumbsup: War's kein Erfolg, war's eine Erfahrung :thumbsup:

  • Hallo,

    da werfe ich erneut die C-Pole ins Rennen, paßt in der 40m-Version problemlos auf einen portable GFK-Schiebemast. Eine "Vollwertantenne." Möglichst alles ohne tuner, damit kein Milliwatt ins Gras purzelt.

    QCX 40 hab ich auch, allerdings sind bei dem gerade die "Punkte" defekt. (bei swap keys die "Striche"). Irgendwas ist ja immer...

    Für den BS170 hab ich übrigens bessere Ersatztypen (im SMD-Gehäuse) gefunden, wird zwar ne Frickelei aber wir arbeiten ja in der Versuchsanstalt, hi.


    73! dh6tf

  • Hallo "maxkes" ?????

    was ist das ??? wir nennen uns hier mit Namen und / oder Rufzeichen , also eine eindeutige Zuordnung , nix verstecktes oder getarntes.


    Schön dass du dich für die Funkerei und besonders noch für cw interessierst . Drücke dir ebenfalls die Daumen zur Prüfung.

    Zum qcx und den beim Aufbau und Betrieb entstandenen Problemen wurde hier im Forum schon so einiges diskutiert.

    Ich selber hatte das Vergnügen schon einige Geräte reparieren zu dürfen. Suche hier mal nach :

    " QCX 20m-Transceiver: Fehler nach Überspannung " . Ich hatte auch zur Spannungsversorgung des SIxxx etwas hier eingestellt .

    Es dürfte besser sein vorweg den SIxxx zu schützen als hinterher zu reparieren.

    Das muss aber jeder selber wissen...


    73 de