Koaxkabel statt 50 Ohm hat es 60 Ohm Auswirkungen

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    Hallo

    Nach langer Auszeit fange ich wieder das funken an.

    Da ich mir einen neuen Transceiver gönnen möchte überarbeite

    ich auch die Antennenanlage.

    Dabei ist mir aufgefallen das ich damals wohl beim Einkauf des Koaxkabels nicht auf

    die Bezeichnung geachtet habe (Flohmarkt)

    Ich habe damals statt RG213 ein ähnliches Kabel gekauft F&G 1,5/6,6 60 Ohm

    Müsste man das austauschen oder ist der Unterschied nicht so gravierend

    Ich benutze das für Kurzwelle und auch für 2m/70cm mit Diplexer

    Leistung max 100W eher weniger in der Regel 10Watt.


    73 Bernd DL3BLA

  • Die 60Ohm sind nicht das wichtigste. Im Netz finde ich mit F&G 1,5/6,6 nichts. 1,5 mm als Innenleiter ist etwas dick, evtl. typo und 1,05 ?? Ohne weiter Kabeldaten ist das eine Kaffeesatz Leserei. Ich habe lange Zeit für UKW 60Ohm TV Kabel genutzt, aber .... waren weiße und die sind nicht UV-fest, nach ein paar Jahren draußen hinüber. Bei Kurzwelle ist bei dem einen oder anderen TV-Kabel die Dämpfung schlechter. Wie schaut es mit dem Schirmgeflecht aus - einfach / zweifach, Seele massiv oder Litze, Dielektrikum Schaum, massiv, oder ??


    Bitte noch mal suchen, ob auf dem Kabel noch mehr zu finden ist.

    73 Peter

  • Hallo Peter


    Das Kabel ist ähnlich RG213 aussen schwarz Durchmesser 9mm

    Das Dielektrikum ist aussen 6,6mm und das selbe Material wie RG213

    Geflecht massiv Kupfer eng gewebt einfach ohne Folie.

    Innenleiter ist 1,5mm massiv Kupfer


    73 DL3BLA Bernd

  • F&G ist ausgeschrieben der (in Sachen Koaxkabel wohl ehemalige) Hersteller Felten und Guilleaume. Ich habe für das 1,5/6,6 folgende Abhandlung aus dem Jahr 1967(!) gefunden: Daten von polyäthylenisolierten Hochspannungs-Koaxialkabeln von J.G.Bäumler am Institut für Plasmaphysik Garchin bei München. Allein die Quelle ist schon erstaunlich...


    Das Kabel scheint im Übrigen früher gerne in militärischen Anlagen Anwendung gefunden zu haben, hundertprozentig sicher bin ich mir da aber nicht

    72! de Uli


    Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...

  • Ups, fast schon museeumsreif. Ich würde den Verkürzungsfaktor eines Stückes messen, d.h. mechanische Länge vs elektrische Länge. Nach den Daten (1,5/6,6) müßte Zo um ~89 Ohm liegen (Luftisolation), und wenn Z mit 60 Ohm angegeben ist, müßte der Verkürzungsfaktor bei 0,675 liegen. Das wäre eine Prüfung, ob das Dielektrikum noch taugt. Vk 0.66 ist der klassische Wert heutiger Kabel mit Polydingsbumms. Mache ich bei alten Kabel als Test per Wobbler, an einem Ende kurzgeschlossen = Lambda/4 Resonanz.


    Wenn diese Prüfung ok ist (Vk wie vor gemessen bei 0,6 bis 0,7), würde ich es nehmen. Wenn es möglich (Meßmittel) ist, vorher auch noch Isolation und Leit-Widerstände messen. Es gibt etwas Verluste durch die Anpassung bzw. keinen optimalen "Transport", aber da würde ich mir keinen Kopf machen im angegebenen Leistungsbereich.


    73 Peter


    Nachtrag: Ende der 70er habe ich im TV-Bereich (eigenes Haus) selber noch 60 Ohm verlegt und auch Reste der Rolle für UKW benutzt.

  • Hallo Peter


    Das Kabel ist ja in Betrieb nur habe ich damals blind beim Surplushändler gekauft.

    Dämpfungswerte habe ich auch nicht.


    Habe erst kurz den VA 5 vom Funkamateur könnte ich damit auch etwas messen?

    Wobbler habe ich leider nicht. Bin noch am probier was alles mit dem VA 5 geht.

    Antennen (Halbwellen Koaxdipol) ging sehr gut mit dem Teil.


    Ich denke für Kurzwelle geht das Kabel nur wie sieht es bei 70cm aus?


    73 Bernd

  • Hallo Bernd,


    von "früher" kenne ich diese 60Ohm Kabel noch. Du solltest Dein Kabel sehr genau auf mechanische Beschädigungen untersuchen. Wenn der Außenmantel einen Defekt aufweist weil

    etwas gequetscht oder zu stark gebogen.... es kommt dann Feuchtigkeit an das Kupfergeflecht und die Dämpfung geht dann hoch.

    Zur Anpassung dieser 60 Ohm an 50 Ohm funktioniert ein einfacher Tiefpass , C-L-C , es gibt da Rechenprogramme wo Du die Eingangs - und Ausgangswerte einträgst. Habe so etwas

    schon mehrfach eingesetzt . Zum Berechnen der Spulen gibt es ebenfalls Programme und wenn es genau ausrechnet und auch danach baut funktioniert das wunderbar . Eingesetzt

    so etwas bei 70cm , 2m Duplexern mit unterschiedlichen Eingangs - und Ausgangsdaten . Meine Kabelwerte waren 50 Ohm und 75 Ohm. Habe damit Leistungen von 35 - 45W problemlos

    übertragen. Alles in ein Kästchen und fertig . Du kannst für Kurzwelle an der Übergangsstelle von 60 Ohm zu 50 Ohm das Prinzip eines Spaartrafos einsetzen. Man nimmt einen genügend großen

    Ringkern , wickelt Draht Windung an Windung drauf , beginnend an Masse ... kurz vor dem Ende muss eine Anzapfung gemacht werden , diese ist für die nierohmige Seite , also 50 Ohm..

    weiter wickeln .. das Ende ist der Anschluss für 60 Ohm . Beispiel : gesamt 10 Windungen mit Zapf bei 9 ......ergibt 10/9 zum Quadrat ist 1,234... also 50 Ohm x 1,234 etwa 61,7 Ohm , also in etwa

    der Inpedanz welches Dein Kabel hat. Der Kern muss nur für einen Bruchteil der Durchgangsleistung ausgelegt sein . Habe ich schon mehrmals gebaut zur Anpassung von 50 Ohm an 75 Ohm

    Sattelittenkabel und da gingen dann alle Frequenzbereiche über 12 bis 15m Kabel an die Antennenanschlussbox.

    So mal aus der Praxis geplaudert...

    73 de

  • Hallo Bernd,

    zur Messung mit Analyzern muß ich passen. Da gab es entweder hier oder bei https://www.der-amateurfunk.de/ bereits einen Thread, wo jemand anders per Analyzer die Messung eingebracht hat. Es geht auch ohne Wobbler mit Griddip-Meter, falls das aus alten Zeiten noch rumliegt. Du brauchst lediglich die Resonanzfrequenz (L/4) und rechnest dann auf Wellenlänge um. Müßte mit VA + Meßsender auch gehen - siehe Nachtrag.


    Ansonsten: ich stelle es mal zu Diskussion, aber ich selbst würde bei 60 Ohm auf 50 Ohm nicht per Balun anpassen. Selbst bei 75 Ohm dürften die Verluste noch tragbar sein. Ich muß mal den Formelkram raus baggern, aber bei 60 auf 50 und umgekehrt (jeweil RX und Antenne, also zwei Baluns ??) dürften deren Verluste "gefühlt" größer sein, als der "Kabelfehler". Ich habe hier inzwischen 75 Ohm TV-Kabel für 1-5-10 Watt anstelle 50 Ohm und das geht auch. Auf 70cm nutze ich RG213, welches aber von KW mit 2-4dB/100m auf 2m bereits 8.5dB/100 hat, auf 70cm dann bei 15,8dB/100m liegt. Also auf 70cm gerade noch für kurze Leitungsstücke gut. Bei Standard TV-Kabel liegen die Werte bei 2m/70cm etwa im gleichen Bereich, bei den höherwertigen etwas besser (~6/12db/100m).


    Die Anpassung 50 auf 60 Ohm und retour ........... SWR wäre 1.2, und dafür mache ich keinen Finger krumm. Inwieweit die Leistungsanpassung selbst leidet, da bin ich bei den geregelten PAs etwas skeptisch. Das wäre einfach mal durch zu rechnen und dazu mag ich meinen Bauch nicht mehr hernehmen.Die Leitung ist ja nicht der Endverbraucher, sondern "nur" das Transportmittel. Als Schätzwert wäre bei der Leistungsanpassung von 50 Ohm Ri am 60 Ohm Ra der Wirkungsgrad 45% anstelle 50% (maximal möglich) , aber ...... es ist nur die Leitung als Transformations-/Übertragungs-Glied zwischen beiden --- und da wird es bei Impedanzen "kitzlig". Hatten wir schon per threads mit 50+ Seiten ......


    Vorschlag: probieren und messen, 50 Ohm dummy load an ein Ende, kaputt geht ziemlich sicher nichts.


    73 Peter


    Nachtrag: zum Messen lade ich mal zwei gif hoch, Prinzipaufbau und Scope (Wobbler) von einen Stück NYM, an einem Ende kurzgeschlossen. Bei vergleichbarer Analyzer-/Messender-Messung wäre die erste Nullstelle des Bildes (Notch) als L/4 Resonanz der Punkt mit minimalstem imaginären Anteil.

  • Hier ein einfacher weg zum Messen von Verkürzungsfaktor und Impedanz eines Antennenkabels mit dem Antennenanalyzer

    • Aus Kabellänge Lambda/8 die ungefähre Frequenz berechnen: F = 300 / (Kabellänge * 8 / Verkürzungsfaktor. Beispiel RG58: 8337.5 kHz = 300 /(3 m * 8 /0.667)
    • Kabel einstecken und die Frequenz so einstellen, dass die komplexe Impedanz Z identisch ist, wenn das Kabel kurzgeschlossen oder offen ist.
    • Die angezeigte Frequenz entspricht der elektrischen Länge von Lambda/8. Zusammen mit der gemessenen Kabellänge kann man damit den Verkürzungsfaktor berechnen.
    • Die angezeigte komplexe Impedanz entspricht dem Wellenwiderstand.

    73, Peter - HB9PJT

  • Hallo


    Danke für eure Beiträge


    Peter ich hatte ja die Koaxleitungen in Betrieb ohne das es Probleme gab.

    SWR passte auch ich denke ich werde das einfach mit der neuen Messtechnik

    mal prüfen. Bei vier Längen von der Funkbude bis zum Dach ist es ja auch ein Kostenfaktor.

    Die SEG 100 hat die Leitung auch einfach angepaßt ich hatte jetzt nur gedacht das es mit den neueren

    Transceivern (FT991A) Probleme gibt. Die alten Heathkit hatten auch keine Probleme.


    Peter aus HB danke für die Info zum Analayzer werde ich auch mal testen.


    73 Bernd DL3BLA