Transport eines (Stahlgitter-) Masten - Lösungen für die Logistik gesucht

  • Liebe Funkfreunde,


    da ja dem QRP-ler eine effiziente Antenne ganz besonders am Herzen liegen muss, habe ich mich zum Aufbau einer Hy-Quad auf einem Stahlgittermasten von Versatower, dem BP-60 SX, entschieden. Im April will ich den Mast von seinem jetzigen Standort abholen.
    Nun stehe ich vor der Frage, wie genau soll ich ihn transportieren?
    Mein Plan ist folgender: ich miete mir einen langen Anhänger, fahre mit einem Freund zum Mast, dort treffen noch zwei weitere Helfer ein. Wir zerlegen den Mast in seine drei Schüsse, stellen diese, verbunden durch Spanngurte, wie ein Dreibein über den Mastfuß, befestigen einen Flaschenzug in der Mitte und ziehen den Mastfuß von seinen Schrauben. Er wird dann auf Rollen zum Fahrzeug transportiert, die Mast-Schüsse sollte man tragen können.
    Die Teile stehen auf dem Anhänger mit einer Länge von ca. 7 Metern sicher hinten über, aber wenn man eine vorschriftsmäßige Fahne dranhängt, sollte das gehen.
    Ich habe bei Recherchen im Netz gesehen, daß so ein Mast mal mit einem LKW mit integriertem kleinen Kran tranportiert wurde. Andere OMs schrieben, ein Anhänger und vier kräftige Männer würden genügen.


    Noch ein paar Angaben zu dem konkreten Mast:
    eingefahren 8,60 m lang, Durchmesser ca. 45cm, Gewicht gesamt ca. 380 kg,
    Fussteil dazu 1,80x 0,8 x 0,8 m, Gewicht ca. 190kg
    Zerlegt sind es fünf Teile: 1 Kopfteil ca. 124x30x30 cm, 30 Kg; 3 Mastschüsse a ca. 700x40x40 cm, 120 Kg; Fussteil ca. 1,80x 0,8 x 0,8 m, Gewicht ca. 190kg
    Ein Foto hängt an.


    Hier meine Fragen: wer hat einen solchen Transport selbst schon gemacht und kann mir etwas Besseres/ Praktischeres/ Billigeres vorschlagen? Worauf muss ich sonst noch achten?


    Vielen Dank für Eure Antworten, 72 Andreas

  • Hallo Andreas,
    ich habe selber leider keinen solchen Masten, aber für den Transport musst Du beachten, was Dein Fahrzeug (gebremst und ungebremst) für eine Anhängerlast ziehen darf (ist vom Fahrzeugtyp abhängig):
    https://www.bussgeldkatalog.org/anhaengelast/
    Knapp könnte es auch werden, dass die Gesamtlänge (also PKW und Anhänger) maximal 12 Meter betragen darf:
    https://www.bussgeldkatalog.ne…lassungsordnung/32-stvzo/
    Am besten, vorher mal bei der Behörde anfragen...
    73 und guten Transport!
    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW


    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • Hi Andreas,


    ich habe schon mehrere solche Masten transportiert. Wenn Du die Mastsegmente auseinander schiebst, kann man sie mit 4 Leuten tragen.
    Die Mastschüsse sind etwas über 6m Lang und passen mit Spanngurten gesichert auf einen Autotrailer. Die gibts überall zum ausleihen, rote Fahne nicht vergessen.


    Das schwierige ist der schwere Mastfuss. Das Ding geht mit 4 Leuten nicht ohne Transportrampe auf den Hänger.


    Nimm Carampa als Rostlöser sowie einen 36er Ringschlüssel mit laaanger Verlängerung (Rohr) mit.Vielleicht noch einen Maulschlüssel, falls Schrauben gekontert. Dann noch einen Kuhfuss zum ersten Anheben von dem Ding.


    Die beste Seite über Gittermasten : http://www.qsl.net/gm3woj/latticetower.htm


    Viel Spass


    72, Olaf-dl4hg

  • Hallo Andreas,


    ich habe den Mast mit 2 Elementen, aber der Transport sollte sich nicht unterscheiden. Habe ihn genau wie mein "Vorschreiber" auch auf einem Autotrailer von Rosenheim nach Landshut transportiert (ca. 120km). Die beiden "Schüsse" lassen sich jeweils von 2 Personen leicht tragen, das schwerste ist der Mastfuß.


    Ich würde aber davon abraten, erst ein Dreibein zu bauen und damit den Mastfuß hochzuheben. Meiner Meinung nach bekommst Du das nicht so standsicher hin und es ist eigentlich auch unnötig. Sollte auf dem alten Fundament kein neuer Mast aufgebaut werden, dann einfach die (VA ?) Gewindestangen nach dem entfernen der Muttern knapp über der Grundplatte abflexen. Somit braucht der Fuß nicht allzuweit angehoben zu werden (Kuhfuß ist immer gut). Dann entweder mit 4 Mann, 4 Ecken tragen oder runde Holzbalken unterlegen und langsam darauf bis zum Wagen verschieben. Wenn das beigefügte Bild ein Original vom jetzigen Standort ist, dann muss wohl getragen werden :whistling:


    Nicht vergessen alles auf dem Trailer festzuzurren und dann viel Spaß auf dem Weg in die neue Heimat. Transport vom Hänger und Aufbau genau anders rum.

  • Knapp könnte es auch werden, dass die Gesamtlänge (also PKW und Anhänger) maximal 12 Meter betragen darf:


    Kraftfahrzeuge außer Zugmaschinen mit Anhängern 18,00m



    Ich denke, das bezieht sich auch auf PKW-Anhänger-Kombis....


    ich arbeite im Zaunbau und wir haben seit Jahren einen 10m-Anhänger (3 Achsen / Drehschemel) zum Transport von Schiebetoren, den wir mit einem VW Touareg ziehen.... Länge deutlich über 12m ^^ wir düsen damit durch ganz Deutschland, es gab noch nie Probleme...


    vielleicht läßt sich so ein Anhänger in der Nähe mieten??


    vy 72s de Udo

  • Liebe Funkfreunde,
    wie immer, wenn ich hier eine Frage in die Runde stelle, erhalte ich ad hoc einige sehr nützliche Hinweise! Herzlichen Dank dafür.


    Was ich jetzt erst mal noch machen werde: ich frage Profis (Speditionen), was der Transport bei ihnen kosten würde. Vielleicht ist das unterm Strich die bessere Lösung. Denn mit einem geliehenen Auto plus Anhänger 500 km fahren, einladen und zurück gurken, verursacht auch enorme Kosten und stresst bestimmt ungeheuer.
    Aber ich halte auch nach einem Anhängerverleih Ausschau, werde da sicher in Dresden fündig. Dann muss ich mal durchrechnen und abwägen, welche Lösung die bessere ist.
    Wenn es Euch interessiert kann ich die Kosten ja mal auflisten.

  • Hallo Andreas,
    auf jeden Fall interessiert uns das. Ich hatte vor Jahren meinen BP60SX auch mit einer Spedition transportieren lassen. Das war nicht so teuer. Die hatten sogar einen Kran mit an Bord. Da war das mit dem Mastfuß eine leichte Angelegenheit.

  • Liebe OMs,


    ich hatte ja versprochen, Euch für etwaige Nachahmer meine Beschreibung des Transportes zu liefern.
    Ich habe mehrere Angebote von Speditionen angefordert, das Billigste lag bei 670€, das teuerste bei ca. 1000€. Alle hatten Probleme mit dem Beladen und forderten, ich sollte selbst für Be- und Entladung sorgen. Da sagte ich mir, dann kann ich auch gleich mit einem Fahrzeug kommen und den Transport selbst durchführen.


    Also habe ich einen zweiachsigen Anhänger von 6,20 M geliehen und an einen PKW mit Kupplung für den Wohnwagen gehängt. Ein Freund fuhr mich, da es sein Auto war und ich nicht so versiert fahre wie er.
    Am Standort des Masten hatten mir von den einheimischen Funkamateuren drei OMs ihre Mithilfe angeboten, die mich bei unserer Ankunft bereits erwarteten. Außerdem hatte ich zwei Funkfreunde, die zumindest in der Nähe des Abholortes wohnten, für ihre Mithilfe gewinnen können, so daß wir insgesamt 9 Leute waren.


    Er wurde zunächst von den internen Stahlseilen befreit und dann ganz einfach Segment für Segment auseinander gezogen. (Für den späteren Zusammenbau gibt es eine sehr ausführliche Beschreibung von Fritzel, die ich vom Vorbesitzer übernehmen konnte. Der Mast wurde nämlich ursprünglich auch in Einzelteilen ausgeliefert.)
    Den Fuß haben wir mit zwei großen Brechstangen über seine Schrauben gehebelt (man hätte die zuvor auch abflexen können) und immer größere Hölzer untergelegt, bis er frei war. Von dort auf ein Transportbrett mit Rollen gehoben und ein Stück Wegs geschoben, bis vom Brett ein Rad abbrach. Das sollte bei ganz glatten Boden oder stark überdimensioniertem Transportbrett eigentlich funktionieren.
    Dann sind wir auf Plan B umgestiegen und haben nach Art der alten Ägypter Rundhölzer (Spalierhölzer vom Gartenmarkt) unter gelegt und den Fuß (180 Kg) darauf vorwärts gerollt, was sehr gut funktionierte. Das könnten 2 Mann erledigen, so leicht ging das!
    Am Hänger den Fuß einfach zu viert auf die Ladefläche gekippt und oben auf die Achsmitte geschoben. Die Mastschüsse kann man zu viert noch gerade eben tragen. Dann wurde alles SEHR gut verzurrt! Man benötigt wirklich gute Gurte. Wir hatten welche, mit denen tonnenschwere Baumaschinen auf Tiefladern festgezurrt werden.
    Der Mast stand, wie ich anhand der technischen Zeichnung vom Hersteller (kein Teil länger als 640 cm) erwartet hatte, auf der Ladefläche hinten nur minimal über, so daß keine rote Fahne nötig gewesen wäre. Auf den Fotos (sie sind in meiner Galerie eingestellt) sieht man einen langen Antennenboom am weitesten überstehen.
    Nach nur 1h war alles zerlegt und aufgeladen.
    Das Abladen dauerte zu Hause mit Hilfe meiner Nachbarn zu viert wieder nur 1h.


    Kosten:
    285 € Sprit für 1200 Km Weg
    80 € Anhänger Ausleihe für ein WE
    20€ Verpflegung
    30€ Spezialwerkzeuge, wiederverwendbar bis auf das gebrochene Transportbrett
    Kosten zusammen immerhin 415€.


    Mein Tip:
    - die Originalunterlagen zum Mast besorgen - da steht der Zusammenbau detailliert beschrieben und ergo auch der Abbau.
    - der ganze Abbau geht tatsächlich mit 4 kräftigen Männern - ein Kran wird nicht benötigt


    Mein Dank geht an:
    DL2DVE, DL2ND, DH6SBN, DL6SAQ, DF2CD
    sowie die (noch) nicht lizensierten Helfer Robert, Thomas, Yannick und Wolfgang


    Hier noch meine Werkzeugliste:


    Brechstange
    rotes Schild f. Ladung hinten
    große und belastbare Spanngurte
    Flex+ Verlängerungsschnur, Schutzbrille
    Rundhölzer
    Flaschenzug
    Bolzenschneider
    Rostlöser
    Fotoapparat (zur Dokumentation wie er im Detail zusammengebaut war)
    Techn. Zeichnung
    Laptop (zum Nachforschen bei Problemen)
    Edding (Teile nummerieren und beschriften)
    Tasche f. Kleinteile
    Kabelbinder
    Franzosen
    Schraubenschlüssel
    Eisensäge
    Kanthlölzer zum ablegen
    Bauholz, Keile
    gr. Brett vom Baugerüst/ Bohle o.Ä.
    Vorschlaghammer


    72 von Andreas

  • Danke für den spannenden Bericht. Für mich das Wichtigste: HAM Spirit lebt doch noch. :thumbsup:

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Ja - tatsächlich - HAM-Spirit gibt es noch. - Auch ich hab hier mit großem Interesse mitgelesen.


    Das bringt mich auf die Idee mal hier zu melden, das es bei mir im Raum Pforzheim für QRP - Geld eigentlich auch einen schönen Mast abzuholen gibt.


    Wer mehr dazu wissen will, der kann mich ja anschreiben und sein Angebot für kurze Zeit per E-Mail als QRP-er an meine E-Mail-Adresse richten.


    Beschreibung ist immer noch unter Anzeigen mit Hertz zu finden.

    Freude am Selbstbau von Antennen und Stationszubehör
    wünscht.


    DK5IQ


    Michael A. W.