QRP portable Phonie?

  • Guten Morgen zusammen,


    Ich bereite mich auf meine Prüfung Klasse A vor im Mai und gucke nebenher schon nach meiner Erstausstattung.


    Da ich vorerst keine großen Antennen Zuhaus aufstellen möchte, schiele ich Richtung FT818 und einer kompakten Portable Antenne, womit ich in die Natur ziehen kann und welche ich auch mit in den Urlaub (Dänemark, Niederlande...) mitnehmen kann, ohne gross aufzufallen. SOTA fällt vorerst flach, da ich aktuell meine Familie dafür nicht gewinnen kann.


    Meine Frage: wird mich QRP in SSB im flachen Norden mit einer kompakten Antenne (zb MP 1) eher frustrieren, oder lässt sich damit etwas anstellen, was freude bereitet? Bis ich in CW fit bin, wird noch einige Zeit ins Land gehen.


    Vielleicht könnt Ihr mir ja eure Erfahrung mitteilen oder eventuell ein paar Tipps geben.

    Eventuell ist mein Gedankengang auch völlig für die Tonne :-)


    73 de Dennis

  • Hallo Dennis


    Toll, dass du demnächst auch zu der sendenden Zunft gehörst!


    Obwohl SOTA für dich flach fällt, kannst du trotzdem einiges von den SOTA Leuten abschauen; denn SOTA ist nichts anderes als portabel unterwegs zu sein, wenn auch auf Bergen. Grundsätzlich gelten hier die gleichen Kriterien.


    Keine Ahnung warum du unbedingt auf eine kompakte Antenne Wert legst. Die Antennenleistung wäre natürlich deutlich besser, wenn du einen GFK Schiebemast und eine Drahtantenne nehmen würdest. Preislich ist dies auch interessanter. Ansonsten funktioniert die von dir gewählte Einheit grundsätzlich.


    Wenn du dich nicht für einen Antennentuner entscheidest, wäre hier vielleicht eine GP oder ein Linked Dipol die leistungsfähigere Variante. Mit AT wird die Bandbreite größer.


    Grundsätzlich kann man auch mit kleiner Leistung in SSB unterwegs sein, wie massenhaft SOTA Aktivitäten zeigen. Während Contestphasen ist dies natürlich mühsam. Da hat man es mit den digitalen Spielarten deutlich einfacher.


    Als ich vor einem knappen Jahr bei meinem Wiedereinstieg nach über 20 Jahren von der ähnlichen Entscheidungsfrage stand wie du, habe ich mich für das Wiedererlernen von CW entschieden und als Gerät wurde es ein KX2 mit AT, dass natürlich die VHF / UHF Optionen nicht hat. Seit dem spiele ich mit den unterschiedlichsten selbstgebauten Drahtantennen und habe mir den Portabelmasten von DX Wire gegönnt.


    Viele Grüße - Armin

  • Moin Armin,


    Hätte ich vielleicht dazu sagen sollen mit der Antenne. Ich möchte möglichst nicht so viel aufsehen erregen, wenn ich zb mit meinen kleinen Sohn im Centerparc urlaube. Dort fällt ein Großer Mast schnell auf. Auch der Aufbau zb auf nen Feld, wo ich nicht weiss ob ich dort überhaupt sein darf, fällt dieser eben so auf.

    Und ich stelle mir es weitaus arbeitsintensiver vor, einen Mast kurzfristig aufzustellen (Abspannung) und denke mir, dass ich evt andere damit störe, die dort auch unterwegs sind. Eventuell mache ich mir aber auch zu viele Gesanken darüber :-)


    Ein K2 mit AT steht bei mir auf einen anderen Wunschzettel, aber bis dahin wollt ich in CW erst einmal sicher werden und meine YL für die Freigabe der finanziellen Mittel überredet.


    Der FT818 erschien mir mit VHF/UHF erst einmal die günstigere Variante und wird auch von meiner YL genehmigt.


    73 de Dennis

  • Hallo Dennis,


    zunächst mal beglückwünsche ich Dich zu deinem Entschluss, die Prüfung Klasse A abzulegen. Das Vorhaben, aus der Natur zu funken, ist eine gute Entscheidung und es bieten sich da viele Möglichkeiten.

    Allerdings grenzt die Kombination-QRP,SSB und kompakte Antenne- schon etwas an Fetischismus. Natürlich geht immer etwas, aber du solltest da nicht zu viel erwarten. Gerade als Anfänger verliert man u.U. schnell die Lust, wenn es schwer wird, QSO-Partner zu finden.

    Meine Empfehlungen: Bleibe dran und lerne cw, da wird vieles leichter. Und warum willst du unbedingt mit einer kompakten Antenne arbeiten? Sicher willst du nicht auffallen und scheust einen größeren Aufwand. Aber beides muss ja nicht sein. Eine MP1 ist sicher eine gute Wahl, wenn z.B. auf nem felsigen Berg Abspannpunkte fehlen, oder man aus dem Hotelzimmer (Fenster) funken will. Ansonsten zeigen meine Erfahrungen, dass ein wie auch immer ausgespannter Draht fast immer bessere Ergebnisse bringt, besonders auf den unteren Bändern. Der Draht sollte dabei so lang, wie möglich (ca. in der Nähe Lambda halbe) sein. Natürlich muss man hier der Anpassung etwas Aufmerksamkeit schenken. Ein Fuchskreis ist dabei z.B. eine gute Lösung. Ich habe im Urlaub schon manchmal Drähte ausgespannt, von denen ich dachte, dass das wohl nicht gehen wird, z.B durchhängend in 2m Höhe, und es funktionierte doch überraschend gut. Und heute sind ja bei vielen Anbietern Glasfaser-Teleskopstäbe zu erhalten, die sich für die Reise auf kurze Länge zusammenschieben lassen. Diese sind im nu an eine Zaunsäule oder an einen Baumstumpf gebunden.

    Natürlich erfordert das Funken in der Natur immer auch etwas "Sensibilität". So sollte man beim Antennenaufbau auf Privatgrund vorsichtig sein. Aber man kann ja auch mal fragen. Und vor neugierigen Blicken anderer Leute sollte man keine Angst haben, im Gegenteil. Oft sind sie wirklich nur neugierig und wollen wissen, was man denn da tut. Und das ist dann eine Gelegenheit, für unser Hobby auch etwas Werbung zu machen. In anderen Sparten, wie Modellbau, tut man das auch. Also nur Mut, es gibt keinen Grund, dass wir uns verstecken!! Und Wichtigtuer, selbsternannte Polizisten und Besserwisser gibt es überall. Nicht entmutigen lassen, falls dir so ein Typ begegnet. Immer schön cool bleiben.

    In diesem Sinne viel Erfolg und vielleicht awdh auf den Bändern.


    Frank

    -DL1JET-

  • Hallo Dennis,

    Viel Glück, schon mal von mir, zu Deiner bevorstehenden Prüfung.


    Ich habe meine Lizenz auch noch nicht solange, und mache die ersten Gehversuche auf Kurzwelle mit meinem FT818.

    Ich dachte, FT818 und Sonnenfleckenminimum das geht nie, aber es geht :-)

    Aber, " viel Draht in der Luft " ist nie verkehrt.

    Du brauchst ja keinen Mast, ein Baum reicht auch, erst recht bei einer endgespeisten Antenne.


    So sieht meine provisorische Drahtantenne aus , eine Sache von paar Minuten.



    tschüss und 73

    Peter

  • Hallo zusammen,


    Vielen Dank für die Antworten. Das Forum scheint wirklich sehr aktiv zu sein :-)

    Ihr habt sicher recht, ich werde mich dann doch eher Richtung portable Mast und Draht Antennen umsehen.


    DL5PSP verwendest du einen AT und wenn ja, welchen?

    Eventuell sollte ich mir bei Draht Antennen für draussen auch so etwas gleich mit anschaffen (ein Analyzer sicher auch). Ich dachte ich kann mir diese zwei Geräte vorerst sparen, um nicht so viel mitschleppen zu müssen.


    73

    Dennis

  • Hallo Dennis,

    Ich habe als AT einen manuellen LC Tuner von der Fa. MFJ 16010 .

    Das " Ding " ist gut, soweit ich das beurteilen kann, und kostet kleines Geld.


    Ansonsten, experimentiere ich gerade mit selbstgebauten Fuchsantennen.


    tschüss und 73


    Peter

  • Hallo Dennis,

    bevor ich meinen K2-QRP aufgebaut hatte, war ich viele Jahre mit einem FT-817 aktiv. Auch in SSB und in Contesten.

    Ich hatte keinerlei Probleme mit dem "Kistchen" auch wenn es damals noch keine ND-Variante war.

    Eins ist aber bei SSB sehr von Vorteil, wenn du den Bausatz "Dynamikkompressor für FT-817/818" (https://www.box73.de/product_info.php?products_id=945) verwendest. Das war wirklich ein gravierender Unterschied in der "Durchschlagskraft" des SSB-Signals.


    Ansonsten nur Mut mit QRP!

  • Das du CW lernst finde ich als 99% CW OP natürlich gut, möchte dir aber (wahrscheinlich zur Verwunderung einiger good old friends) auch bezüglich SSB-QRP Mut machen.

    Frank hat völlig recht, wenn er auf einen modernen Sprachprozessor hinweist.

    Eins ist aber bei SSB sehr von Vorteil, wenn du den Bausatz "Dynamikkompressor für FT-817/818" (https://www.box73.de/product_info.php?products_id=945) verwendest. Das war wirklich ein gravierender Unterschied in der "Durchschlagskraft" des SSB-Signals.

    Dieses moderne Hilfsmittel wird zwar immer noch von vielen OM verdammt (erwähne NIEMALS im QSO, dass du einen Sprachprozessor benutzt :-) ) arbeiten heute aber so verzerrungsarm, dass man ihren Vorteil unbedingt ausnutzen sollte (kann, muss)
    Mal ein Vergleich:
    Das S/N bei CW gegenüber SSB ist um etwa 10dB besser zu Gunsten CW. Richtig
    International haben wir QRPer definiert: CW-QRP = 5W, SSB-QRP = 10W . das entspricht 3dB
    So ein Sprachprozessor bringt bei der Gegenstation etwa 6dB
    Als Nutzeffekt bleibt 6+3=9 vs 10db als mal gerade 1dB Unterschied
    Daraus folgert, dass man mit modernem Gerät, ob selbst gebaut oder gekauft pri ma SSB-QRP machen kann.
    Zur Antenne: Wie von mir schon oft geschrieben / gesagt: Die beste Antenne ist die Antenne, die man am gegebenen Ort in der gegebenen Zeit unter den gegebenen Umständen aufbauen kann. Die Diskussion, ob ein Dipol am GFK Mast besser ist als z.B. eine MP1 ist in dem Augenblick müssig, wenn z.B. die äußeren Umstände den GFK-Mast verbieten. Ich bin bei meinen portabel Ausflügen immer mit beiden Möglichkeiten ausgerüstet, lasse aber inzwischen den portablen YP3 3-Element beam zu Hause, weil ich denn eigentlich immer umsonst mitgeschleppt habe. Aufbauen konnte ich ihn in all den Jahren wohl 2 oder 3 mal :-)
    Was die Gerätewahl angeht, so würde ich eher nach einem gebrauchten gebrauchten KX2 / KX3 Ausschau halten weil deren RX dann doch um Klassen besser ist, als der bei starken Signalen im Nachbarkanal doch eher schwächelnde FT818. 2m / 70cm im Gerät eingebaut klingt erst mal gut, ist aber in der Praxis in meinen Augen eher hinderlich. UKW SSB ist außerhalb von Contesten so gut wie tot und für FM lasse ich dann lieber eine billige, kleine Handfunke mitlaufen, ehe ich mir die KW blockiere weil die eierlegende Wollmilchsau auf 2m geparkt dem Bandrauschen lauscht ;(

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Hallo Dennis


    Ichkann mir vorstellen, dass du momentan ein bisschen am Grübeln bist, wohin die Reise gehen soll.


    Ich kann mir vorstellen, dass du dir ein bestimmtes Budget gesetzt hast. Darin ist der Posten der MP 1 enthalten. Ich muss gestehen, ich kenne diese Antenne nicht und habe soeben mal nachgesehen... und muss sagen: Bevor ich mir diese Antenne zulegen würde, wäre ich eher bereit die sehr ähnliche Summe in einen kleinen Tuner z.B. Elecraft T1 zu investieren. Damit könntest du sicher deutlich leistungsfähigere Antennen individuell auf die räumlichen Gegebenheiten anpassen.

    Übrigens kann man einen GFK Mast in sehr kurzer Zeit aufbauen und wieder abbauen... man muss auch nicht immer die ganz Länge nutzen.

    Ich mache das mit einem elastischen Klettband, dass als Paket in unterschiedlichen Baumärkten oder Discountern immer wieder für kleines Geld angeboten wird. Als Ständer / Halter nutze ich was da ist: Wegweiser, Balkongeländer, Park- oder Grillplatzbänke (ganz klasse weil bequem und oft noch mit Tisch), kleine Tannen, Weidezaunpfähle,... Mit dem Mast schiebe ich einen an der Spitze befestigten dünnen Draht hoch. Am Fußpunkte des Mastens wäre dann der Tuner, von dem dann noch ein Radial abgeht.


    Wenn es Möglichkeiten für horizotale Antennen (z.B. Twisted Hille) gibt, hast du den Tuner am Fußpunkt der Feederleitung. Das hat man oft, dass man zumindest ein Ende irgendwo (z.B. über einem Ast) hochziehen kann. Dann kann der Mast auch wegbleiben.


    Wenn du einen Tuner hast, passt die benötigte Menge Draht (ich nehme 0,14mm) in die Hosentasche...


    Die von 2FI Peter empfohlene Kombi aus gebrauchtem KX2 (gibt es mit < dann entfiele der T1 > und ohne Tuner) und 2m Handgerät hat für mich den größten Charme und würde dann wohl auch in diesem Budgetbereich liegen. Ich habe für mein Ensemble (KX2, Mikro, Kopfhöre, Taste, Antenne, Schnurr mit Wurfblei, Kabel, Zusatzstromversorgung, Müsliriegel, Schreibzeug,...) alles (bis auf den Mast) in einer Lowepro Viewpoint CS 80. Das passt bequem in jedes Daypack. Ok - Ich mache manchmal auch Höhenmeter und kann mir keinen Sherpa leisten.;)


    Viele Grüße - Armin