Endgespeiste Monobandantenne Lambda 1/2 Anpassung über LC-Tuner , Fuchskreis oder Balun ?

  • Hallo Andy,


    Du meinst mit" Mit einem genau für dieses Band dimensionierten Fuchskreis " viel Spule wenig Kondensator , also große Induktivität geringe Kapazität ?

    Und eine LC Koppler kann da auch nicht mithalten ?



    tschüss und 73

    Peter

  • Ich will mir eine Mobilantenne für 20 und auch 40 Meter fürs Auto bauen.

    Da ich das nur über einen Magnetfuß realisieren kann, bin ich halt auf die Idee gekommen eine Hochohmige Mobil-Antenne zu verwenden oder zu Bauen natürlich stark verkürzt, wie eine Wendelantenne oder ähnlich.

    Hochohmige Antenne deshalb, wegen der einfacheren Anforderung an die Erdung ( Magnetfuß ), dass ist mein Plan.

    Ist das eine gute Idee oder eher nicht ?

    Schlecht ist die Idee nicht, aber vielleicht vom Aufwand / Ergebnis her zu aufwändig? Ich habe einige Jahre lang eine MP1 / HFP1 mitten auf dem Dach eines VW T4 Bus für 40m benutzt und natürlich immer wieder nach Verbesserungen gesucht. Die optimale Version war ein 3-fach Magnetfuß mit der MP1.


    So ein Autodach ist eine nahezu ideale Groundplane. Dort, wo die größte Stromdichte herrscht ist eine echte Groundplane = durchgehende Massefläche vorhanden. Gleichzeitig stellt das gesamte Auto einen guten Kondensator gegen Ground dar. Die kapazitive Kopplung des 3-fach Fußes gegen das Autodach ist fast ideal, alle Versuche mit zusätzlichen galvanischen Verbindungen zum Autodach haben das Ergebnis nicht verbessern können. Allerdings hatte ich mit einem Magnetfuß der nur einen Teller hatte ein um etwa 6dB schlechteres Ergebnis. Das gilt alles für 40m auch wenn gefühlsmäßig die Groundplane im Verhältnis zur Wellenlänge klein erscheint. Ich habe vieler SSB QSO mit 100W gefahren, bei denen mich QSO Partner auf langen Touren über Stunden und hunderte km begleiteten. (Gerät IC706) Manchmal, wenn mich der Teufel geritten hat, habe ich nur den FT817 eingeschaltet und auch damit viele /m QSO auf 40m in SSB gefahren.

    Hinweis1:
    Auf dem T4 hat das einige Jahre lang super geklappt. Nachdem der Bus geklaut wurde habe ich die gleiche Konfiguration auf einen Van gepackt und bin damit nur ganz knapp einem Horror Szenario entkommen. Auf der Autobahn flog die MP1 samt dem schweren Magnetfuß in einer leichten Rechtskurve mit lautem Knall (als das Koaxkabel riss) plötzlich davon. Zu meinem Glück landete das Gebilde auf dem Mittelstreifen und nicht in der Frontscheibe eines hinter mir fahrenden Autos. Wahrscheinliche Ursache: Das Dach des Van war erheblich weicher als das des T4. Nikolai hat mir daraufhin die nächste MP1 mit 3mm Stahlseilen als Fangleine an der Dachreling gesichert. HF-technisch waren die beiden Autos gleichwertig. ^^

    Hinweis 2:
    Die Tesleskop Rute die normalerweise zur MP1/HFP1 gehört kann man natürlich für Benutzung während der Faht vergessen. Die hatte ich gegen eine gleich lange 3mm Stahlrute ersetzt, wie wir sie früher bei den beliebten 5/8 Antennen für 2m hatten.

    73/2 de Peter, DL2FI
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  • Hallo Peter,


    Wenn ein dreifach Magnetfuß für eine vernünftige kapazitive Kopplung ans Autodach für 40 Meter noch reicht, ist Wahrscheinlich der Aufwand für eine hochohmige Antenne mit Anpassung wirklich zu aufwendig.

    Wie kriegt man denn diesen Magnetfuß wieder vom Dach ohne Beulen zu ziehen ?


    Zitat von DL2FI

    Auf der Autobahn flog die MP1 samt dem schweren Magnetfuß in einer leichten Rechtskurve mit lautem Knall (als das Koaxkabel riss) plötzlich davon.


    Dann kann ich ja meine Idee von einer Selbstgebauten Lambda 5/8 Antenne für 80 Meter ( schlappe 50 Meter ) für den Fahrbetrieb mit dem PKW vergessen. :-)


    tschüss und 73

    Peter DL5PSP

  • Wie kriegt man denn diesen Magnetfuß wieder vom Dach ohne Beulen zu ziehen

    Durch ankippen. Senkrecht hoch ist unmöglich, aber kippen kann man sie gut. Das war wohl auch die Ursache, dass sie auf dem dünneren Dach weg flog. Das Dach hat sich eingedellt, damit konnte der Winddruck sie kippen.

    Auf dem VW Bus hat sie problemlos auch 180km/h überstanden, die 3mm Stahlrute stand dann waagerecht (konnte man als Schatten gut sehen :-) )
    Bei der hochohmigen Kopplung auf dem Autodach kommen mit Sicherheit noch massive Verluste dazu, weil ja die kapazitive Kopplung zu Dach auf jeden Fall vorhanden ist und hochohmig kapazitiv gegen das Dach dann eben massiv Leitung frisst.

    Wie kriegt man denn diesen Magnetfuß wieder vom Dach ohne Beulen zu ziehen

    Na ja, kommt auf die Fahrweise an :-) Als junger Mann bin ich oft mit Arno, DL9AH unterwegs gewesen. VW Käfer mit Gelsenkirchener >Mobilantenne. Aber Arno ist damit wohl nie schnell gefahren :-)


    Nachtrag: Fällt mir gerade zum Thema Lambda/2 /Auto ein: In der DDR waren Lambda/2 für 2Meter extrem verbreitet. Hat auch wunderbar funktioniert, aber man muss berücksichtigen: Der Trabbi hatte kein Blechdach, man nannte ihn nicht aus Spaß "Rennpappe" :-)

    73/2 de Peter, DL2FI
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  • Hallo Peter,


    Zitat von DL2FI

    "aber man muss berücksichtigen: Der Trabbi hatte kein Blechdach, man nannte ihn nicht aus Spaß "Rennpappe"

    ich benutze immer das Glasschiebedach, von meinem Auto, für den Magnetfuß :-)

    ich musste nur, den Magnetfuß mit einer Art Saugfuß erweitern.

    Gelsenkirchener Antenne ist mir ein Begriff

    da sieht man wie eine vernünftige Verlängerungsspule ausschaut


    tschüss und 73

    DL5PSP

    Funken über Grenzen um Menschen zu verstehen

    Edited once, last by DL5PSP ().

  • ich benutze immer das Glasschiebedach, von meinem Auto, für den Magnetfuß :-)

    Gut für die Gesichtsfarbe, funktechnisch eine Katastrophe :-)

    73/2 de Peter, DL2FI
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  • Hallo Peter,


    Du hast es erfasst! Nur darf man auch nicht übertreiben. Eine "eigenresonante" Spule, also eine Spule mit genau so viel Streukapazität, dass sie allein schon auf der Wunschfrequenz resonant ist, ganzn und gar ohne einen Drehko parallelzuschalten, wäre über das Ziel hinausgeschossen. Solch ein Kreis wäre viel zu instabil!


    Viel L und wenig C, aber immer noch soviel C, dass die Antenne, wenn sie sich im Wind bewegt (oder sich Äste von Bäumen in der Nähe der Antenne bewegen) der Kreis nicht so weit verstimmt wird, dass dessen Wirkung als "Resonanz-Transformator" beeinflusst wird. Für 20m würde ich das L der Spule für eine nominale Kapazität von 20pF berechnen. Mit diesem Sollwert würde ich eine Luftspule aufbauen, mit dickem Draht (3mm Durchmesser wäre schon anzustreben) und in ihrer Dimension würde ich das Verhältnis der Spule von Länge:Durchmesser nicht über 2:1 gehen lassen.


    Die Anzapfung kann man gut mit einer kleinen stark gekürzten Krokodilklemme machen. Wenn man dieser (mit einem Handfräser oder einer winzigen Rundfeile) in den "Ober- und Unterkiefer" jeweils ein Halbrund hineinschleift (das nicht zu groß sein darf!), sitzt diese optimal fest auf dem runden Draht.


    Der Drehko soll für 20m den nominalen Wert von 20pF überstreichen. Ein Drehko mit 6-30pF wäre gut, oder auch von 8-40pF. Ideal wäre ein Doppeldrehko, bei dem man die beiden Plattenpakete in Reihe schaltet, weil dann der Strom durch den Drehko nicht über dessen Schleifkontakte fließt und die so keine Verluste verursachen. Bei einem Drehko mit 2x12-60pF erreicht man dann einen effektiven Stellbereich von 6-30pF.


    Solche Bauformen von Drehkos wären also Splitdrehkos oder gar Schmetterlingsdrehkos, aber auch ein ganz normaler Doppeldrehko (oder Mehrfachdrehko) geht. ist der Drehko in seinen Werten viel zu groß, z.B. 2x50-500pF, aber es ist eben nur dieser in der Bastelkiste, so kann man versuchen, ihm vorsichtig mit einer Flachzange auf beiden Seiten ein paar Platten zu "ziehen" (wie beim Zahnarzt!) - allerdings sollte man dabei immer wieder messen, welchen Wert man erreicht hat, denn: Was weg ist - das ist weg! Dieses Ziehen der Platten geht relativ einfach, wenn die Platten auf der Achse nicht festgelötet sind, sondern nur festgequetscht. Bei Mehrfachdrehkos kann man auch den umgekehrten Weg gehen und mehrere Plattenpakete zusammenschalten. Ich habe das bei einem 6-fach-Drehko (6 x 3-30pF) so getan: 2 x 3 Plattenpakete parallel und diese dann in Reihe geschaltet (war für 30m).


    73 de Andy DH5AK

  • Hallo Peter, ich habe aus diesbezüglichen eigenen Versuchen den Schluß gezogen, dass der UnUn in dem Fall, wenn eine rein reelle Last ohne Blindanteile anliegt, dem LC Netzwerk gleichwertig ist. Sobald aber Blindanteile dazukommen, d.h. der Strahler nicht genau elektrisch n*lambda/2, ist das LC deutlich überlegen.


    Für die Praxis, wo ein endgespeister Strahler für 10 und 7 Mhz Zweibandbetrieb bemessen werden sollte, habe ich 17m Länge gewählt, da bin ich bei beiden Bändern in einem hohen Impedanzbereich, abgestimmt mit LC.


    Als Nachteil des LC-Gliedes könnte man höchstens anführen, dass für einen universellen Einsatz teilweise absurde Kapazitäts- bzw. Induktivitätsbereiche (z.B. Dreko 10 pf - 1 nF) nötig wären, da kommt man mit mehreren LC-Netzwerken, einem T-Glied oder auch Z-Match einfacher hin.


    DJ1ZB hat auf den Nachteil der hohen Betriebsgüte bei Z-Match verwiesen.


    73 Wolfgang