Wie koennte man die CW-Bereiche beleben?

  • In einem anderen Thread brachte Rolf folgendes ein, und da eine Diskussion darueber dort zu weit Off-Topic fuehren wuerde, mache ich mal einen neuen Thread auf.

    So die auffallende Abwanderung von DX-Stationen in den FT-8 Bereich und die damit verbundene Leere der CW Bereiche , in diesem Sommer ganz besonders auffallend im 6m Band. Unsere VHF / UHF Frequenzbereiche liegen teilweise vollkommen brach ...

    Auf unserer Teichseite ist dieser Effekt auf KW zwar geringer, aber auch spuerbar. Und auf VHF/UHF? Nix, nueschte, in den CW- wie auch den SSB-Bereichen gaehnende Leere, alles nur FM. Meine Loesung ist, CQ zu rufen, bis jemand antwortet. Das funktioniert auf KW und ganz selten auf 6m, aber bisher nie auf 2m oder 70cm. Andererseits sind die Nicht-WARC Baender zu Zeiten von CW Academy Kurz-Contests proppevoll. Z.B. bekomme ich im Moment auf 20m kein Bein an die Erde, das ist wie die Autobahn A3 im Berufsverkehr. Die Bedingungen sind also gut genug und es gibt genuegend Stationen. Warum diese Diskrepanz?


    Den Trend zu FT8 werden wir nicht aufhalten koennen. Doch ich denke, es steckt mehr dahinter.


    Einigen scheint nach kurzer Zeit schlicht der Gespraechsstoff auszugehen. Das aeussert sich in wiederholtem <bk ... <bk>. Das scheint mir jedoch die kleinere Gruppe zu sein.


    Einen Effekt, den ich oft beobachte, ist dass sich Funkamateure bei "599 tu" sicher zu fuehlen scheinen. Das bekommen sie auch noch bei 35wpm hin. Wenn man patzt, faellt es nicht gross auf. Fange ich ausserhalb eines Contests einen Ragchew an, kommt oft schnell "tnx fr qso es hpe cuagn", wobei sie letzteres vielleicht gar nicht hoffen. Ist das eine Art Lampenfieber?


    Es gibt nach meiner Erfahrung eine grosse Menge, die sich als nicht sicher genug in Headcopy empfinden und Mitschreiben geht oberhalb von 18-20wpm nicht mehr wirklich. Oder man kommt dabei voll raus aus dem Kontext.


    Fragt sich, was kann man tun? Ich versuche derzeit, einige CWA-Absolventen von ihren Zoom Meetings auf KW zu holen. Nur so kommen sie wirklich rein in die Matiere. Nicht einfach, aber manchmal erfolgreich. Auf meiner QRZ-Seite biete ich an, dass mich Leute ansprechen koennen fuer einen Sked, egal welche Faehigkeiten sie derzeit haben. Auch das hat schon Resonanz gebracht. Doch es nutzt dem Amateurfunk nur, wenn sehr viele OMs und YLs so etwas oder aehnliches anbieten. Es geht ja auch in beide Richtungen. Z.B. haben mir mehrere OMs angeboten, mit mir laengere QSO deutlich oeberhalb meiner Hoechstgeschwindigkeit zu fuehren, damit ich meine 22-23wpm Barriere endlich knacken kann. Dazu war es natuerlich vorher noetig, diese Barriere offen einzugestehen. In QSOs sowie auf qrz.com.


    Nur mal als Anregung.


    73, Joerg

  • Hallo Jörg,

    ich mache wenig cw, weil ich es nicht gut kann. Ich hänge bei ca. 12 bis 14 Wpm fest, bin nicht sicher in den Ankürzungen, kann kaum Gehörlesen, muss also noch viel mitschreiben und aus dem Kopf geben, geht schon, aber nicht mit mit vollem Tempo.

    Meine Erfahrung auf den Bändern: Ja, es gibt sehr viele geduldige OM, die mir die Zeit geben, mein Ding durchzuziehen. Dafür danke. Es gibt aber auch OM, die halten an ihrem Tempo fest und nach 599 machen sie Schluß, weil ich ja nicht der Sparringspartner bin, den sie suchen. Es würde helfen, wenn es mehr Anfänger in einem Segment geben würde, die ganz bewusst schön langsam geben und sich zurückhalten mit Abkürzungen, oder ganz bewusst mit vielen Abkürzungen arbeiten, um darin Übung zu bekommen. Alles auf einmal fördert nur die Nervosität und eventuell auch die Hemmung, dran zu bleiben.


    Ich habe gerade viele Veränderung im Berufsleben und kann bald mehr Zeit auch untertags investieren, besser zu werden. Ich würde mich freuen, wenn wir uns mal auf irgendeiner QRG treffen würden!


    Gruß Stefan, der nach dem Text in cw eine Dusche bräuchte... :)

  • Moin allseits,


    man muss sich bei der Fragestellung ersteinmal im klaren sein, dass unter dem Sammelbegriff CW ganz verschiedene, nicht kompatible Telegrafie verstanden wird.


    Mit Telegrafie kann Klartext (Ragchewing) oder der Contest gemeint sein und beide Arten sind nicht kompatibl.


    Der Contest hat eine deutliche Aktivitätszunahme erfahren und ist belebt genug, meine ich. Aber der Contest ist nicht jeder Manns Sache und beide Arten laufen getrennt nebeneinander her.


    Also bleibt die Beleuchtung und Belebung des Klartextes übrig, im Sinne des Beitrags.


    Auch hierbei hat man es mit unterschiedlichen Facetten zu tun. Das fängt mit dem immer häufiger anzutreffendem 5nn an, was mit dem üblichen QSO nichts meher zu tun hat.


    Dann sind Anfänger und Wiedereinsteiger zu nennen, die mit mäßigem Tempo froh und stolz sind, gerde ein Standard-QSOs in Klartext abwickeln zu können.


    Vergessen will ich nicht die Bastler von QRP-Geräten, für die CW mehr oder weniger nur Beiwerk ist.


    Dann gibt es die Oberliga und Freunde von QRQ, die sich stundenlang ermüdungsfrei unterhalten können und das Suchtpotential von CW besonders verdeutlichen.


    All die genannten Facetten der Telegrafie verbindet untereinander recht wenig und man trifft sich demzufolge auch nicht oder selten. Allein der große Tempobereich zwischen 100 und 180 BpM macht das deutlich. Natürlich kann sich ein QRQler auch mal mit einem QRSler unterhalten, doch seine Vorlieben liegen "meist" wo anders.


    Die verschiedenen Bänder und unterschiedliche Aktivitätszeiten zerstreuen die wenigen "noch" aktiven OP zusätzlich, sodass die Eingangsfrage zu Recht gestellt wird.


    Dabei sollte man sich die Frage stellen, warum schaffen es einige wenige OP innerhalb eines Jahres in den HSC zu kommen und andere bleiben irgendwo auf der Strecke hängen.


    Da ist zu allererst die nötige Zeit, der starke Wille, die Ausdauer und das Talent für diese Betriebsart zu nennen.


    Wer jahrelang auf der Stelle tritt und nicht weiter kommt, der hat meiner Ansicht nach nicht den nötigen Biss (es gibt Ausnahmen) und vielleicht reicht ihm der erreichte Stand auch aus.


    Aber um die faszinierende Sucht der Telegrafie erleben zu können, die eine Steigerung der Aktivität automatisch zur Folge hat, muss man in der Lage sein, ab etwa Tempo 130 WpM einen Dialog mit interessantem oder amüsantem Inhalt zu führen. Dabei ist eine gewisse Themenkreativität notwendig, sonst hört man bereits kurz nach der Vorstellung leider schon das QRU. Wer nichts oder wenig zu sagen hat, der ist im Klartext-QSO weniger gut aufgehoben.


    Die Belebung der Bänder würde "auch" stark zunehmen, wenn man mehr CQ rufende OP hören würde, die sich zum QSO anbieten. Leider aber sind es immer die selben wenigen OP.


    Die einen rufen sich einen Wolf und eine zunehmende Anzahl sind zu reinen Zuhörern geworden, die für die Situation mitverantwortlich sind.


    Meine Sicht auf die Telegrafie der Zukunft ist eher ernüchternd. Die Attraktivität und Belebung der Bänder mit Klartext-Telegrafie geht weiter zurück, wie über Jahre zu beobachten war. Die große Zahl der Älteren verschwindet spürbar und junge Nachfolger verfolgen andere Interssen.


    Zunehmen werden weitere neue, technisch interessante Spielereien, die schneller zum Ziel führen, als mühevolle und zeitraubende Anforderung an die eigene Fähigkeit.


    In der Hoffnung mich gewaltig zu irren verbleibe ich


    mit Gruß (denn 73 bleibt der Telegrafie vorbehalten)


    Dieter DL2LE

  • Im Sinne des Themas 'CW-Bereiche beleben' ist das Feld ein weites und schließt Conteste, die sonstige 5nn-tu-Hatz mit und ohne Sonderrufzeichen, das Standard-QSO und den stundenlangen Schnack von QRS bis QRQ gleichermaßen ein. Ich finde das gut, weil auch im Sinne des 'Belebens' jeder nach seiner facon glücklich werden kann.


    Ich habe in langen Jahren eigener, qrl- & konkurrierender Hobbies bedingt durchaus sehr unregelmäßiger, eigener Aktivität nun schon etliche Initiativen beobachtet, CW in verschiedenster Form wieder anzukurbeln. Aktuell sind häufig CW-Kurzcontests zu beobachten, die QRS-Runde ist ein weiteres schönes Beispiel. Jeden Montagabend treffen sich seit Jahren deutschsprachige Mitglieder des GQRP auf 80m, andere Clubs haben vergleichbare Angebote. Vor Jahren haben wir mal eine QRP-foxhunt aufgelegt, von Anfang an waren Freunde aus ON dabei und führen das bis heute als UBA-foxhunt in sehr entspannter Form fort mit Aktivitäten sonntags (vormittags 30m) und montags (abends 80/ 40/ 30). Vergleichsweise jüngstes Beispiel ist der eher langfristig angelegte Marathon des TBDXC.

    All diesen Aktivitäten ist eines gemeinsam: sie leben vom Mitmachen, spezielle, regelmäßige Runden/ Treffen zusätzlich vom bemerkenswerten Engagement und Durchhaltevermögen Einzelner.


    Ich bin deswegen ziemlich überzeugt, dass es für eine nachhaltige (Wieder)Belebung keine zusätzlichen Angebote in dieser Art braucht, sondern nur mehr aktive Inanspruchnahme. Ausschlaggebend dafür ist das Interesse jedes einzelnen und vermutlich liegt da der Hase im Pfeffer. Unser Hobby verändert sich, wir als das Hobby ausübende Gruppe verändern uns, CW ist weder Hürde noch wirksames Zugpferd für den Zugang zur Frequenznutzung - wenn die Leute, die heute CW können und mögen, nicht von sich aus einfach mehr CW machen, wird es in den CW-Segmenten weiter ruhig bleiben und irgendwann still sein.


    So what? Öfter einschalten, Bänder absuchen, CQs im Tempo der rufenden Station beantworten, auch wenn es der 300. IN3 ist oder man nur einem alten Bekannten kurz Hallo sagt (so treffe ich zB regelmäßig OY1CT oder LY2PX) oder eben einfach selber im genehmen Tempo rufen!

    xOTA hilft manchmal, Aufmerksamkeit auch im Cluster zu erzeugen, auch wer auf die Karte der WFF-Gebiete schaut, entdeckt vielleicht, dass er quasi aus dem Vorgarten Aktivierer sein kann.

    Ich selbst habe erst unlängst erfahren, dass ich von zuhause aus Punktespender für's Otto-Lilienthal-Diplom bin...

    Nicht gleich die Geduld verlieren. Gestern abend lag hier der FT8-Kanal auf 15m mit S8..9 an, der CW-Bereich war wie leergefegt. Nach drei Runden CQ war ein QSO mit GB22GE im Log.
    Zumindest dafür ist FT8 immer brauchbar - hört man das Gedudel, ist das Band auch auf, denn wenn das Band auf ist, FT8-dudelt heutzutage auch immer irgendwer :wacko:


    Also ran an die Kiste. Erfolg ist eine Treppe, keine Tür. Oder: Good things come to those who wait work for it.

    72/73, Tom 4 . .-


    Das schöne an einheitlichen Standards ist, dass man so viele verschiedene zur Auswahl hat.

  • mit Gruß (denn 73 bleibt der Telegrafie vorbehalten)

    Womit Du Dir einen der Haupursachen für das "Aussterben" der verschiedenen Betriebsformen in Telegraphie schon selbst gegeben hast. Alles was "überheblich" beim Gegenüber ankommt, auch wenn's nicht so gemeint ist, schadet der Sache. Bei mir ist es so angekommen!


    Wenn man Abkürzungen die aus der Telegraphie kommen korrekt benutzt sehe ich keinen Grund solang man es nicht übertreibt diese auch in Sprache oder Schriftform zu benutzen. Alleine der Name dieses Forums spricht Bände zu dem Thema. Es würde wohl niemandem einfallen QRP irgendwie in Langform als Forumsname zu benutzen.


    Ich habe nach 40 Jahren vor etwas mehr als 18 Monaten wieder von 0 an zu lernen begonnen - es war alles weg. Ich kann Buchstaben mit 30WPM mit etwas Pausen dazwischen gut aufnehmen. QSOs schreibe ich auf, mit HeadCopy kann ich noch nicht viel. Ich habe hier im Großraum Wien einige OMs die mir Gegenstation sind. Sie berichten mir von Fortschritten, mir geht es zu langsam. Ich gebe dzt. mit 12-15WPM an der Straight-Key, unter 18-20WPM kann ich ohne Farnsworth mitlesen mir fehlen aber regelmäßig Buchstaben. Im Freitext meist kein Problem das am Papier beim drüberlesen zu ergänzen. Der zu erwartende "Hacker" ist das Aufnehmen von Rufzeichen, das muß sicher sein, also nachfragen.


    Abseits meiner Sparringpartner finde ich kaum jemanden der auf CQ Rufe mitz 12-15WPM antwortet. Aus dem Papagei mit 30WPM kommt rasch wer zurück. Ich mache viel SOTA da kommen Chaser geradezu verlässlich zurück auf den HF Bändern aber auch nur mit 5NN TU ... Von denen will keiner ein QSO führen. Die wollen möglichst viele Punkte sammeln daher schnell und kurz. Ich bin froh daß es die gibt hat mir schon manch eine Aktivierung gerettet.


    Alle die drüber jammern, daß keiner CW macht müssen nachdenken ob ihr eigenes Verhalten diese Betriebsart fördert. Zu Zeiten von Contest wird rücksichtslos alles mit QROOOOO und QRQQQ niedergemacht ganz besonders beliebt die Bandbereiche die eher QRP oder QRS Bereiche sind. Anfänger sind verschreckt. Wenn jemand versucht QRS PSE zu geben wird einfach mit QRQ geantwortet, wenn man Glück hat ein ? oder einfach drüberbügeln. Das stellt sicher, daß dann CW zur Seite gelegt wird. Übrigens in Phonie ist es um nix besser... Manche OM sagen: "Contest ist Krieg da gibts keine Regeln" ja das kann ich bestätigen

    -AH-

  • Quote

    Ich bin deswegen ziemlich überzeugt, dass es für eine nachhaltige (Wieder)Belebung keine zusätzlichen Angebote in dieser Art braucht, sondern nur mehr aktive Inanspruchnahme. Ausschlaggebend dafür ist das Interesse jedes einzelnen und vermutlich liegt da der Hase im Pfeffer.

    Hier ist mir extremst positiv der https://longislandcwclub.org/ aufgefallen. Dort gibt es ein riesen Angebot an Infos zu Historischem wie auch zu praktischen Tipps wie Antennen, die Gebeweise und natürlich dem Lernen von CW. Angefacht durch Joshs YT-Kanal "Ham Radio Crash Course" ist der Mitgliederzuwachs aktuell enorm für so ein Nischenthema. Es bedarf eben einer Gruppe, die sich zusammen tut und was zusammen macht und nicht nur meckert und aufzeigt was alles schlecht ist. Das soll nicht heißen, dass konstruktiv nicht diskutiert werden darf. Das wiederum wäre genauso kontraproduktiv.

  • "Ich bin deswegen ziemlich überzeugt, dass es für eine nachhaltige (Wieder)Belebung keine zusätzlichen Angebote in dieser Art braucht, sondern nur mehr aktive Inanspruchnahme. Ausschlaggebend dafür ist das Interesse jedes einzelnen und vermutlich liegt da der Hase im Pfeffer."


    Diese Worte hätten auch von mir sein können!


    Dieter DL2LE

  • ich mache wenig cw, weil ich es nicht gut kann.

    Der klassische Teufelskreis.

    73 Michael, DF2OK
    Der im Gegensatz zu einigen anderen Menschen alle Beiträge eines Threads liest bevor er antwortet...
    ~ Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004) ~

  • Genau. Und wenn dich dann noch jemand einfach links liegen lässt, weil du wegen dem nicht angepassten Tempo nachfragst, steigert das nicht unbedingt das Selbstbewusstsein.

    Gruß Stefan

  • Es muss aber auch das Interesse da sein CW zu erlernen und durchzuziehen.

    Man kann nur anderen zeigen wie geil das ist, und hoffen es zieht. Und natürlich klarmachen, daß es etliche cq 599 73 Leute gibt, und sich davon nicht abschrecken lassen.


    Ohne Interesse von den Newbies wird es nichts, auch nicht mit 10k Angeboten.


    PS: Und schon wieder lasse ich mich vom CW üben ablenken (Ist auch einfacher)

  • Wenn nach 60 Jahren Liz nicht mehr zu Amateurfunk geblieben ist, ...............................


    Ich hatte zwei Mentoren in den 50ern, einer war Bastel- und UKW-Freak (Wehrmachtsgeräte, Eigenbau und reiner "Sprechfunker"), der zweite übte mit mir "remote" (bei mir ein 2stufigen Eigenbau-Griddipper .....) und sein Haupt-Hobby war 80m USA per CW ab 150Bpm per Handtaste (Eigenbau im kW-Bereich). Sein Lieblingsspruch war: "Der Mensch fängt erst bei 150BpM an". Angepfiffen hat er nur meine Bastelarbeit, mein Brumm und Chirp - "hörst Dich an wie ein Russe" - bis ich das auch in den Griff bekommen hatte. Ansonsten nett und freundlich, kein Freund vieler Worte ........


    Zitat: "..... mit Gruß (denn 73 bleibt der Telegrafie vorbehalten) ", ..... könnte auch von DL9MH stammen. Damit wird CW sicher nicht beliebter.


    Peter

  • Ich habe gerade viele Veränderung im Berufsleben und kann bald mehr Zeit auch untertags investieren, besser zu werden. Ich würde mich freuen, wenn wir uns mal auf irgendeiner QRG treffen würden!

    Wenn "untertags" auch morgens heisst, gern auf 20m. Ich bin oft von 0500 bis 0600 UTC in der Naehe von 14.035MHz. CW in Deutsch hakelt bei mir noch etwas, kommt aber, und wird ja nur durch Uebung besser. Ich schicke Dir mal per Chat meine Signal Info, denn das Smart Phone liegt hier immer daneben. Manchmal ist das Doppelwege-Echo aus Nordeuropa allerdings aetzend und macht CW unlesbar (habe keinen Beam).

    Gruß Stefan, der nach dem Text in cw eine Dusche bräuchte... :)

    Das war bei mir am Wiederanfang letztes Jahr auch so. Nach einem laengeren QSO war das T-Shirt voll durchgeschwitzt. So wie bei Arnold war bei mir nach 35 Jahren QRT fast alles an CW weg. Ich musste teilweise das Morse-Alphabet neu lernen.

    Dabei sollte man sich die Frage stellen, warum schaffen es einige wenige OP innerhalb eines Jahres in den HSC zu kommen und andere bleiben irgendwo auf der Strecke hängen.

    Ich sehe das derzeit deutlich bei einer CW Academy Gruppe, wo ich als Nichtmitglied mitmache. Diejenigen, die viel auf den Baendern sind, kommen flott voran. Die anderen irgendwie nicht so recht. Auf Zoom zu unterhalten ist was ganz anderes, als ein echtes CW QSO, wo man sich mehr konzentrieren muss.


    Der andere Faktor ist Musikalitaet. Leute, die ein Musikinstrument gut beherrschen, haben es mit CW oft leichter als Leute wie ich, die unmusikalisch sind.

    Dabei ist eine gewisse Themenkreativität notwendig, sonst hört man bereits kurz nach der Vorstellung leider schon das QRU.

    Spickzettel mit Stichpunkten an die Station legen. Es bieten sich z.B. andere Hobbies zwecks Erwaehnung an. Ich hatte lange Ragchews, wo sich jemand fand, der ebenfalls Bier braut oder Mountain Bike faehrt. Oder mal rumfragen, ob alles technische ok ist. War es manchmal nicht, und so haben wir per CW diskutiert, wie man das Nicht-Funktionieren eines 50W Verstaerkers von QRP-Labs angeht. Jetzt loeppt dat Dingen. Am Rande: Der prozentuale Anteil Hobbybrauer ist unter den CW-isten mit Abstand hoeher als in allen anderen Gruppen, die mir begegnen.


    Kommt auch darauf an, wie man es angeht. Z.B. gebe ich mein Alter an und dann "semiretired e e med tech es aerospace" und das gibt Gespraechsstoff. Viele sagen hingegen "age 71 yrs es been ham 48 yrs", worauf man zwar mit seinen eigenen Daten antworten kann, aber das war's dann auch und es wird selten ein laengeres Thema draus, weil nicht so interessant.

    Also ran an die Kiste. Erfolg ist eine Treppe, keine Tür. Oder: Good things come to those who wait work for it.

    Bingo, so isses! So ziemlich als erstes nach meiner ersten Lizenz habe ich mir einen Accu-Keyer gebaut, weil der einen Speicher-Chip hat, mit dem man das Dingen CQ rufen lassen kann.


    73, Joerg

  • Use it or loose it!


    Gilt für alle Bereiche. Nicht nur die in CW...

    73 Michael, DF2OK
    Der im Gegensatz zu einigen anderen Menschen alle Beiträge eines Threads liest bevor er antwortet...
    ~ Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004) ~

  • "Wie koennte man die CW-Bereiche beleben?" ....


    ....in dem man zum Beispiel die Frequenzbereiche anderen Betriebsarten zuschlägt, die höhere Aktivität und mehr Bedarf aufweisen.


    Ich weiß, das ist nicht die Antwort, die überzeugte Telegrafisten gerne lesen. Zumal das Amateurfunkgesetz und die VO-Funk keine Unterscheidung zwischen CW-Bereichen und Bereichen für andere Betriebsarten kennt, es unterscheidet nur nach Bandbreiten der Aussendung. Jeder Funkamateur kann in diesem rechtlichen Rahmen machen was er für richtig hält. Aber DL2LE hat zu dem unscharfen Begriff "CW" einen sinnvollen Denkanstoß gegeben, der zeigt, dass es auf die Ausgangs-Frage keine einfache Antwort gibt:


    Zitat: "man muss sich bei der Fragestellung ersteinmal im klaren sein, dass unter dem Sammelbegriff CW ganz verschiedene, nicht kompatible Telegrafie verstanden wird".


    Angebot und Nachfrage werden das regeln. Die CW-Schutzgebiete werden irgendwann obsolet, wenn sie niemand mehr in der Breite nutzt. Amateurfunk ist ein lebendiger Fundienst, der mit der Zeit geht, und das zeigt sich auch in der Bandbelegung und der Wahl der bevorzugten Betriebsarten.


    Tempus fugit.


    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Die CW-Schutzgebiete werden irgendwann obsolet, wenn sie niemand mehr in der Breite nutzt.

    Nicht nur die. Wenn man sich die Anzahl der Intruder im Ganzen anschaut ist der Rest der Bänder auch schon lange bedroht.

    Und gerade die intensive Nutzung von FT8 lässt alles andere drumherum immer mehr verwaisen. Ich bezweifle, dass das im Sinne des Erfinders war...

    72! de Uli


    Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...

  • Fundienst

    Günter, ein schönes Wortspiel, was Dir vermutlich unbeabsichtigt aus den Tasten geflutscht ist...

    Ich bezweifle, dass das im Sinne des Erfinders war...

    Uli, das war es nicht. Irgendwo hatte er sich mal in einem Interview dazu geäussert. Und "die Kommerziellen" haben immer noch sehr starkes Interesse an "unseren" Frequenzen.

    Angebot und Nachfrage werden das regeln.

    Genau.

    73 Michael, DF2OK
    Der im Gegensatz zu einigen anderen Menschen alle Beiträge eines Threads liest bevor er antwortet...
    ~ Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004) ~

  • Eigentlich geht es doch nur darum den vielfach gedankenlosen FT-8 Usern mal vor Augen zu führen was sie da eigentlich treiben.

    Zwei mal Mausklick, einmal Bildschirmflackern und das QSO ist fertig.

    Soll so Amateurfunk aussehen ?


    Um die Betriebsart CW mache ich mir eigentlich keine Sorgen. Es gibt immer noch viele Amateure die CW beherrschen und weiter pflegen werden, wie auch immer.

    Die Aktivität bei Contesten zeigt das ja in aller Deutlichkeit. Das eigentliche Problem scheint mir die Abwanderung vieler für uns interessanter DX-Stationen in die FT-8 Bereiche. Statt anstrengende und teilweise nervtötende Pile-Ups zu bewältigen wählen sie den Weg ihre Station gemütlich im FT-8 Modus laufen zu lassen.


    72/3 Rolf, DL1EA.

  • Eigentlich geht es doch nur darum den vielfach gedankenlosen FT-8 Usern mal vor Augen zu führen was sie da eigentlich treiben.

    Zwei mal Mausklick, einmal Bildschirmflackern und das QSO ist fertig.

    Wo bitte ist der Unterschied zu einem gedankenlosen 5nn-0815-CW-QSO oder Contest QSO?

    Soll Amateurfunk so aussehen?


    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Und gerade die intensive Nutzung von FT8 lässt alles andere drumherum immer mehr verwaisen. Ich bezweifle, dass das im Sinne des Erfinders war...

    Definitiv war das nicht die Absicht, es sollten Signale unterhalb der Rauschgrenze herausgerechnet werden. Ich kenne OMs die ihre >1KW von der Clubstation aus in FT8 wortreich argumentieren....


    Ein Grund weshalb FT8 beliebt ist, ist der Umstand, daß man das QSO so einfach einsacken kann. Versuch einmal mit 12WPM CQ zu rufen und beobachte wie lange es dauert bis Du eine Antwort bekommst und wie viele solche QRS QSOs Du machen kannst. Die QRQ Leut' sterben aus, ist einfach so und dann?


    Ich halt die Frage für sehr wichtig. Es wird sich nix ändern wenn niemand bereit ist Nachwuchs Arbeit zu leisten.

    -AH-

  • Wo bitte ist der Unterschied zu einem gedankenlosen 5nn-0815-CW-QSO oder Contest QSO?

    Soll Amateurfunk so aussehen?

    in CW gibst du das noch selber oder drückst das entsprechende Makro am Wunsch-TRX (siehe separaten Thread dazu...) Das gibt es ja nicht nur beim früher als Makrofunk so verschrieenen PSK.... FT8 nimmt dir das auch noch ab.


    Aber Spass beiseite, ich weiss, du damit meinst: Dass kaum mehr als der Rapport heutzutage ausgetauscht wird - übrigens ebenfalls nicht nur in CW.

    72! de Uli


    Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...