50 zu 75 zu 50 Ohm ... und kurze Vorstellung

  • Hallo,


    ich bin Informatiker und seit 5 Tagen DD4TT - QTH ist in Regensburg und ich bin ziemlicher Anfänger.

    Ich hab einen X5105 mit 5W und werde wohl oft unterwegs funken. Aber man will halt auch zuhaue etwas Spielen und Testen.


    Vom Haus zur Garage liegen 4 SAT 75 Ohm Leitungen, nun wollte ich fragen ob da jemand Erfahrung hat.


    Prinzip:


    Vom Funkgerät RG58 zur SAT Dose

    Anschluss über einen 4:5 gewickelten Transformator

    Garagendach dann von der SAT Dose über einen 5:4 Transformator zur Antenne

    An Funkgerät und Antenne kommt dann jeweils noch eine Mantelwellensperre nach W1JR FT240-43 Es laufen 3 weitere SAT Kabel welche auch betrieben werden.


    Realität:

    Keine SAT Dosen sondern direkt Anschluss ans Kabel.

    Am Garagendach die Transformation dann direkt Transformation in eine End Fed.


    Transformator jeweils auf FT140-43


    Frage: Ist die Übertragung und Transformation in der Praxis effizient und effektiv?


    73

    73 Christian

  • Erstmal meinen Glueckwunsch zur Lizenz. Nun kann es ja voll losgehen :)


    Eine meiner Antennen ist weit weg, Kabellaenge mindestens 70m. Das habe ich mit RG6 gemacht, also auch 75ohm wie bei Dir, nur vermutlich dicker. 4:5 Uebertrager habe ich mir verkniffen, man kommt ohne aus. Dann ist das SWR "offiziell" bei etwa 1.5 und das macht nichts. Daran haengen bei mir 30m und 80m Dipole, mit denen ich aber auch auf hoehere Baender gehe.


    Wenn Du auf den oberen Baendern wie 10m ein unvorhergesehen hohes SWR feststellst, nimm mal die 4:5 Uebertraeger zum Test raus.


    Fuer die Endfed braucht man natuerlich einen Uebertrager, denn die sind ja meist sehr hochohmig.


    Bei Kurzwellenbetrieb kann man direkt ans Kabel gehen, die Steckersorte ist nicht so wichtig. Muss nur die Leistung aushalten. Frueher habe ich das sogar mal mit Luesterklemmen gemacht. Ich weiss nicht, wie Eure SAT-Stecker aussehen, aber wenn das F-Connectors sind, sollte man keine hohen Leistungen drueberjagen. Also kein Kilowatt oder so.


    Wenn die drei andere Sat-Kabel fuer Fernsehen benutzt werden, immer den Balun drinlassen. Denn wenn zuviele Mantelwellen "rueberwachsen", koennte es den Sat-Empfaenger schiessen. In umgekehrter Richtung koennen LNA-Steuersignale und aehnliches Deinen KW-Empfang stoeren. Mit gutem Balun aber meist nicht. So eine Mantelwellensperre mit FT240-43 habe ich an der Dipoleinspeisung ebenfalls. Sogar an meiner Ground Plane, dort habe ich allerdings FT240-31 Ringkern genommen.


    73, Joerg

  • Hallo DD4TT,


    Glückwunsch zur Lizenz. So wie du das vorhast, betreibe ich seit fast 20Jahren mein Antennensystem. Über ein 75 Ohm SAT-Kabel mit ca 12m Länge laufen die Kurzwelle und 2m/70cm .

    Für Kurzwelle ist ein dicker Ringkern auf jeder Seite des Kabels eingesetzt. Windungszahl 16 für die 75Ohm und Anzapfung bei 13 für die 50 Ohm Seite für die Kurzwelle . Dazu zur Anpassung und

    Signaltrennung noch einige Hoch und Tiefpässe . Stecker / Buchsen für 75 Ohm sind orginale SAT-Teile. Irgendwo habe ich dazu auch noch Unterlagen, mal suchen , falls Interesse stelle ich

    die gerne zur Verfügung. Verluste über alles kann man vernachlässigen, hatte alles ausgemessen und für unerheblich abgelegt.

    Das Ganze ist bei mir entstanden, weil ich nur 1 Kabel aus der Wohnung eines Mehrgeschossers auf den Dachboden führen konnte.


    73 de

    Manfred , dl3arw

  • nur um mal wieder darauf hinzuweisen:


    Satkabel ist nicht wirklich gut geeignet diesen Zweck. Der Innenleiter besteht meist nur aus Stahl/Eisen und hat eine dünne Cu-Beschichtung. Für den eigentlichen Zweck, die Sat-Signale, ist das aufgrund der höheren Frequenzen kein Problem und spart Cu ein, aber auf KW ist die Eindringtiefe in den Innenleiter grösser, weswegen dann das wesentlich schlechter leitende Fe ins Gewicht fällt.


    Wenn man denn unbedingt Satkabel verwenden will, dann nur das mit schwarzem Mantel; das weisse zerfällt aufgrund der UV-Strahlung zum Teil recht schnell.

    Auch würd ich mir jegliche Impedanztransformationen schenken; das SWR wird rein aufgrund des Kabels nicht über 1.5 sein.

    vy 73 de Pascal in JN37ml

  • Auch würd ich mir jegliche Impedanztransformationen schenken; das SWR wird rein aufgrund des Kabels nicht über 1.5 sein.

    Wenn ich bspw. einen Draht mit einer Impedanz von 2 kOhm am Speisepunkt an ein 75 Ohm Kabel hänge und dieses

    Kabel widerrum an einen 50 Ohm TRX inwiefern ist dann das SWR nie schlechter als 1,5 ?


    Würde im Umkehrschluss bedeuten bei 50 Ohm an 50 Ohm und Antennenimpedanz 2 kOhm wäre das SWR nie schlechter

    als 1 (grübel).


    Beim ZM4 ist eine Wheatstone Brücke drin die verhindert das ein SWR von nicht höher als 2 anliegt wenn ich auf die TX

    Taste drücke aber ein SAT-Kabel an 50 Ohm ist ja sicher keine Ersatzschaltung für eine solche Brücke.


    Meiner Meinung nach muss die Impedanz der Antenne auf die 75 Ohm herabgesetzt werden und dann hab ich am TRX

    halt eben SWR 1,5 durch die 25 Ohm Differenz. Aber man möge mich berichtigen.

    73´s Jürgen , ALT-512 SDR 10 Wtts, mittlerweile 50m endgespeist an der Luft + TS-790E für VHF/UHF mit Indoor X-30 und

    4-Ele LPDA. Moxon für 6m/4m ebenfalls Indoor .... Xiegu G90 mit Eremit 18 AH LiFePO4 und 12m Spidermast für outdoor.

    Member Log4OM Alpha- & Betatest Team

  • Ich halte zu HB9EVI: wenn an beiden Ende eines 75 Ohm Kables ein 50 Ohm Anschluß sind, geht das SWR (gemessen am TX-Ende) rein wegen der Fehlanpassung des Kabels nicht über 1,5. Und das kann man abhaken. Mein 2m Haustelefon hängt seit xx Jahren per Sat-Kabel an einer HB9CV und mehr als 10Watt kommen dort eh' nicht drauf.


    SAT-Kabel selbst (ich hatte sogar früher 60 Ohm Kabel verwendet, heute nicht mehr im Handel): die weißen nicht UV-fest, nach 5-10 Jahren auf den Dach hinüber. In schwarz etwas teurer (und steifer zum Verlegen), aber UV-fest. Außerdem: wegen der Stahlseele schlechter für KW.


    Wenn die Antenne angepaßt werden muß, steht das auf einem ganz anderen Blatt. Wenn die als Dipol nahe genug an 50-75 Ohm kommt, würde ich da nichts mehr anpassen (weder am TX auf 75 Ohm Kabel noch bei der Antenne, allenfalls 1:1 Balun symmetrisch/unsymmetrisch, habe ich bei der HB9CV nicht gemacht). Anpassen kostet auch ...


    73 Peter

  • Jürgen, du musst nicht wieder alles verdrehen - wir gehen hier von einem impedanzrichtig abgeschlossenen System aus; jenseits der kabel- und systen-spezifischen Impedanz findet auch immer eine Transformation derselben auf dem Kabel statt.

    Das sollte ja hinlänglich bekannt sein. Niemand will mit einer 10:1 Fehlanpassung arbeiten; deswegen vermeidet man ja auch Koaxkabel, wenn bei solchen Fehlanpassungen zwischen Transceiver/Tuner und Antenne erheblich Kabellängen verbaut sind und wechselt stattdessen auf open feed line

    vy 73 de Pascal in JN37ml

  • Die Frage ist ganz einfach: Was bringt weniger Verluste, 2x transformieren (50 auf 75 Ohm und zurück) oder diese Trafos weglassen.

    Der X5105 hat einen eingebauten Antennentuner, also übernimmt der die Anpassung an die Antennenleitung, Trafo unnötig. Auf der anderen Seite der Trafo für die EFHW, die ja von Haus aus je nach Aufbauhöhe und sonstigen Einflüsse irgendwo zwischen 2-4,5kOhm liegen könnte und somit irgendwo zwischen 40 und 90 Ohm am Trafoeingang (bei 1:49) liegt. Ich würde dort ebenfalls direkt anschließen, zumindest, solange die Impedanz am Trafoausgang nicht nachgemessen wurde.

    Und wenn dann noch auf anderen Bändern gearbeitet werden soll wie auf dem vorgesehenen, wird es interessant.

    Wäre interessant, auf welchen Bändern gearbeitet und wie lang und hoch der Antennendraht werden soll.

    vy 73 Reiner

  • Wollte noch nach-editieren, "verfummelt".

    Lt. ARRL Antenna Handbook kostet ein SWR von 2 bei einer perfekten Leitung <1/2db. Wir haben früher schon mal ~50 Seiten zu dem Thema diskutiert (Reflexion). In der Praxis blieb bei der Diskussion bei diversen Kabeln etwa 5-10% Verlust durch SWR von 1,5, selbst bei "schlechten" Kabeln. Dafür lohnt es einfach nicht.


    Vielleicht bei 100m, aber da kommt auch mit korrekter Anpassung bei 5 W vom TX hinten nix mehr raus .... :) .

    (Den Satz ziehe ich notfalls zurück)


    73 Peter

  • Erstmal meinen Glueckwunsch zur Lizenz. Nun kann es ja voll losgehen :)

    Moin DD4TT,


    den Wünschen aus dem Forum schliesse ich mich mal an. :thumbup:


    Bitte noch in die Signatur Deinen Namen eintragen, dann ist eine Ansprache persönlicher.

    73 Michael, DF2OK.

    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

    "Es wird immer Leute geben, die einen kritisieren, weil sie in Wahrheit unzufrieden mit ihrem eigenen Leben sind."

  • Hallo DD4TT,

    Auch von mir herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung.

    Das mit den Fernseh- oder Satkabeln klingt auch interessant und werde ich auch mal ausprobieren.

    Dann wünsche ich Dir noch viel Spaß auf den Bändern.

    Vy 73 de Dc4kjs (Stefan)

  • Hallo,


    herzlichen Dank für die Glückwünsche und die herzliche Begrüßung.

    Hab Namen usw im Profil hinterlegt, bin gerade noch am ankommen.


    Das ich nicht der erste oder einzige bin macht ja schon mal Mut. Die SAT Kabel sind halt verlegt und die einzige Möglichkeit an die Luft.

    Kabelbezeichnung "RL INKA 120 Klasse A/110 dB Y5" sind weiß und am Garagendach in einem flexiblem Rohr. Wenn ich unseren Bauherren richtig einschätze die billigsten Kabel die man findet. Kabellänge wird irgendwo zwischen 10 und 15m liegen.


    Ich werde es auf jeden Fall mal testen und dann berichten.

    73 Christian

  • Du sprichst im Plural. Wieviele sind da drin und welchem Zweck, abgesehen vom Afu, sollen sie dienen?

    wenn du beabsichtigst, nebst dem einen für Afu die anderen für Sat/TV zu benutzen, wirst du sowieso nochmals über die Bücher gehen müssen, denn bei der unmittelbaren Nähe können Störungen nur dann vermieden werden, wenn Kabel mit hohem Schirmmass eingelegt sind, sonst ist der Ärger vorprogrammiert.


    Die billigste Ware schreit geradezu nach Ärger

    vy 73 de Pascal in JN37ml

  • Christian, unter der Bezeichung finde ich nichts. Wenn Du noch ein Stueck davon hast, kannst Du die Seele mal ein wenig freilegen. Dann entweder anfeilen oder einen kleinen Magneten dranhalten, sehen ob es eine Stahlseele mit Kupferbeschichtung ist wie bei einigen chinesischen Billigkabeln. Selbst wenn, mit nur 5W Leistung auf 10-15m ist das weniger tragisch.


    Und wir haben alle mal angefangen, teilweise ziemlich blauaeugig und mit erheblich hoeheren Risiken. Wenig Ahnung, aber viel Power, und so. Es hat oft heftig geballert und theoretisch duerfte ich gar nicht mehr leben :)


    73, Joerg

  • Alle Satkabel, die ich in den letzten 20 Jahren in Händen hatte, waren Cu-beschichtetes Fe, selbst hochwertige Kabel; es macht ja auch kein Sinn, für Frequenzen zwischen 1-2GHz Voll-Cu Innenleiter zu nehmen. Der Preisunterschied schlägt sich meist im Schirmungsmass nieder, wobei da ebenso übertrieben wird wie beim Rauschmass in den LNBs


    wenn es günstig, 75 Ohm und möglichst HF-nah sein soll, ist man besser dran mit dem alten RG-59, das hat einen Voll-Cu Innenleiter, und die Dämpfungsunterschiede werden nicht ins Gewicht fallen

    vy 73 de Pascal in JN37ml

  • Pascal, man koennte auch den Widerstand des am Ende kurzgeschlossenen Kabels messen, um den Effekt auf niedrigen Frequenzen abzuschaetzen. Also ueber Innen- und Aussenleiter. Wenn der im Bereich einiger weniger Ohm liegt, sollte es in diesem Fall kein Problem geben. Bei meinem sehr langen 75 Ohm Kabel zur 80/30m Antenne waren es m.W. nur etwas ueber 5 Ohm. Es funktioniert jedenfalls mit gutem Signal bis in den hohen Norden von Kanada :)


    Wenn der Skin Effekt fuer die Dicke der Kupferlage nicht ausgepraegt genug waere, sollte sich das auch in einem auf den unteren Baendern leicht ansteigenden SWR zeigen.

    73, Joerg

  • ich denke eher im Gegenteil, denn da der Skineffekt mit zunehmender Frequenz an Einfluss gewinnt, steigt die Dämpfung auf der Leitung an, was in der Regel das SWR besser erscheinen lässt als es in Wirklichkeit ist. Der Skineffekt macht sich damit als rein realer Anteil bemerkbar, nicht als komplexer, und hat somit rein durch die höhere Dämpfung nur indirekten Einfluss aufs SWR.

    vy 73 de Pascal in JN37ml

  • Pascal, ich meinte es auf einem Kabel mit Stahlseele. Wenn deren Kupferbelag duenn ist, koennte es bei 80m or 160m nicht mehr reichen und ein grosser Teil der HF wuerde mangels genuegend Skin Effekt ueber den Stahl geleitet, der einen hoeheren Widerstand hat. Doch das ist vermutlich wie mit des Kaisers Bart, der Unterschied sollte bei Kabellaengen von wenigen zig Metern kaum der Rede wert sein.


    73, Joerg

  • klar, wir sind da jetzt schon im Klein-klein...

    auf KW geht recht viel, ohne dass es ins Gewicht fällt; wobei es schon Sinn macht, es von Anfang richtig zu machen, denn irgendwann wird sich eine halb ausgegorene Sache rächen.


    bei weissen Koaxkabeln im Outdoorbereich krieg ich allerdings schon fast Zustände, da ist Ärger bereits in überschaubarem Zeitraum vorprogrammiert.

    vy 73 de Pascal in JN37ml

  • Die SAT Kabel sind halt verlegt und die einzige Möglichkeit an die Luft.

    Kabelbezeichnung "RL INKA 120 Klasse A/110 dB Y5" sind weiß und am Garagendach in einem flexiblem Rohr


    Man muss bei den 75Ohm SAT Kabeln genau hinschauen, was da verlegt ist, denn nicht jedes Kabel ist für KW gleich gut geeignet. Im Baumärkten findet man nahezu ausschließlich CCS Billigkabel mit kupferbeschichtetem Stahlmantel (CCS = Copper-Clad-Steel). Die weisen auf Kurzwelle eine bemerkenswert hohe Dämpfung auf, weil die Kupferauflage so dünn ist, dass tieferfrequente Ströme noch großteils in den verlustbehafteten Stahl eindringen. CCS Kabel sind im Datenblatt erst ab 30MHz in ihren Dämpfungswerten spezifiziert, das hat seinen Grund. Sie sind außerdem nur für den Inneneinsatz geeignet, da der Innenleiter schon bei kleinen Beschädigungen der dünnen Kupferschicht korrodiert - sprich rostet. Kontakt - und Intermodulations-Probleme sind beim Außeneinsatz vorprogrammiert.


    Das von DD4TT genannte Kabel ist glücklicherweise kein CCS, es hat eine Vollkupferseele, scheint also geeignet. Nicht das Optimum, denn es hat nur einen Alu-Folienschirm. Aluminiumfolie als Außenmanatel sorgt zwar für das im CATV geforderte Schirmungsmaß, verursacht aber geringfügig höhere Verluste im Vergleich zu dichtem Kupfergeflecht. Wer 75Ohm Kabel für KW einsetzen möchte, sollte darauf achten, dass es eine Vollkupferseele und Kupfergeflecht zumindest als innerem Schirm hat. Derartige Kabel sind preislich zwar mehr als doppelt so teuer als billigeres CCS, aber dafür kann man sie guten Gewissens für den Sende- und Empfangsbetrieb verwenden.


    Als Beispiel: Datenblatt Axing SBK 395 CCS SAT-Kabel


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

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