K2: RX nach TX setzt mit hohem Ausschlag ein

  • Hallo in die Runde,


    nach einem kurzen Austausch zu einem anderen Thema und einigen Tests ist mir klar geworden, daß mit meinem K2 etwas nicht stimmt. Folgendes Problem (CW-Betrieb):

    • Wenn der K2 von TX auf RX umschaltet, beginnt das Signal mit einem kurzen aber starken Amplitudenausschlag. Das Signal steilt ganz kurz auf und verläuft dann normal bis zum nächsten TX/RX-Wechsel. Für QSK ist das scheußlich. (Etwas übertrieben könnte man es so beschreiben: Das Signal setzt jedesmal mit einem kurzen Krachen ein.)

    Irgendeine Idee, was das sein könnte?


    73 de andre dm1aa

  • Hallo Andre, DM1AA,


    eine Lösung ist, die Umschaltzeit per Menü T-R etwas zu vergrößern. Dort lassen sich der Werte zwischen 0.0 bis 2.55 einstellen. Selbst bei einem Wert knapp über 0 kann man, abhängig von der Tastgeschwindigkeit, immer noch zwischen den Zeichen hören, doch das Umschaltgeräusch wird unterdrückt.


    72/73 de Ingo, DK3RED - Don't forget: the fun is the power!

  • Hallo Ingo,


    ich gehe davon aus, dass der beschriebene Effekt bei jedem einzelnen Umschalten auftritt. Eine Verlängerung der Delay die du vermutlich meinst, würde daran nichts ändern.


    Bei Verlängerung der Delay würde nur die Anzahl der Geräusch behafteten Umschaltungen reduziert, nicht unterdrückt, womit es für den Hörenden angenehmer wird. Dann sind wir aber wieder beim Thema QSK- oder VOX-Betrieb.


    Der von Andre empfundene Effekt würde mich eher auf eine Überforderung der AGC schließen lassen.


    Dieter DL2LE

  • Danke, Ingo, für die Anregung. Leider ist es so, wie Dieter es sagt. Wenn ich das Delay vergrößere, verringere ich die Häufigkeit, mit der das Problem auftritt. Das ist zwar schon mal besser, behebt das Problem aber nicht. Hier ist das Problem im Bild:


  • Hallo Andre,

    wenn ich mich richtig erinnere, habe ich den K2, den du gekaufst hast, zuvor 1 Tag hier testen können und ich erinnere mich, ja, den Effekt hatte ich auch. Ingos Tipp hatte ich auch probiert und es ging einigermaßen. Jetzt erst, wo du das schreibst, erinnere ich mich. Ich hatte ihn fdamals zurück gegeben und der OM hat ihn anstandslos auch angenommen, dann habe ich dir, glaub ich die Adresse gegeben.

    Ach noch etwas zu dem anderen Tread "QSK". Ich hatte damals großes Interesse an deinem Argonaut V, aber hab dann einen anderen auf Ebay gesehen und gekauft (leider; denn er machte und macht nach Reparatur in SSB, wenn man etwas zu viel Mike Gain gibt, unangenehme Splatter). Sei es wie es sei. Ich bin ja zu 99% in CW qrv. Jetzt zu dem zu starken ZF Rauschen und QSK. Ich hab den Argonaut V geöffnet und die RX GAIN soweit zurückgedreht, kurz bevor das Signal leiser wurde, so kann man mit dem Argonaut V sehr verträglich funken. Zwar stimmt die S-Meter Anzeige nicht mehr (ca. minus 15dB), aber der RX ist jetzt schön ruhig, bei 200Hz Bandbreite sowieso.

    Andre, dir alles gute, vielleicht muss ein Profi sich deinen K2 mal näher ansehen, es gibt hier ja immer wieder nette OM`s, die gegen eine kleine Aufwandsentschädigung die Ursache des Fehlers suchen und reparieren, frag doch einfach mal in die Runde,

    73

    Winni

  • Danke, Winni und Joerg. Ich bin mit Don Wilhelm W3FPR, ex Elecraft, in Kontakt. Er hat mich schon auf den Mosfet Q23 hingewiesen. Das Teil tausche ich jetzt aus und dann sehe ich mal weiter.


    Tut mir leid, Winni, daß Du mit Deinem Exemplar des Argo V nicht so ganz zufrieden bist. Aber SSB tut man ja eh nicht ;) . Ja, ich habe mich auch immer sehr gewundert, daß der Argo V keine RF-Gain Einstellung auf der Bedienungsplatte hat. Umso erstaunlicher fand ich es, daß ich dennoch ganz gut mit ihm arbeiten konnte. Aber jetzt, wo Du es sagst, erinnere ich mich, daß ich den RX oft als zu empfindlich empfand. Ten Tec hat wohl auf ATT und Filtern vertraut und das funktioniert ja auch meist. Gut, daß Du einen Weg für Dich gefunden hast. Das S-Meter kann man doch sicher separat einstellen, oder? (Na ja, letztlich ist es eh nur ein Schätzeisen.)


    Statt meiner Zeichnung oben kann ich jetzt etwas genaueres anbieten. So sieht es aus "Rauschen-"test"-Rauschen-"test" ..." :



    Ich habe es im Beispiel kräftig rauschen lassen, damit man den Effekt deutlicher sieht. Nehme ich durch gedrosselte RF/AF das Rauschen zurück, dann ist der Effekt weniger ausgeprägt (und erträglicher). Dennoch ist er da, und das scheint mir einfach nicht richtig zu sein.


    73 de andre

  • Hallo Andre,


    eine Vorstellung habe ich , nur heute schaue ich nicht mehr in die Schaltung. Es hat mit der Regelspannungsaufbereitung zu tuhen.

    Bei Empfang baut sich eine Regelspannung auf , diese wird in einem Kondensator gespeichert . Dieser Kondensator wird mehr

    oder minder durch die nachfolgende Regelschaltung belastet . Technisch ist oder sollte dieses so ausgelegt sein , dass diese Haltezeit

    der Regelspannung irgend wie einstellbar ist. Ich kenne bei SSB so eine Zeit von 1 bis 3 Sekunden und danach geht die Regelspannung

    auch nicht gleich , sondern sehr langsam zurück. Bei cw ist diese Zeit auch so um die 1 bis 3 Sekunden und dann langsame Erholung.

    Wird diese Regelspannung aus der NF gewonnen, dann ist die Anfangsregelung bei starkem Signalanstieg nicht so gut, es entstehen

    starke Knack-Geräusche . Ein Gewinnen der Regelspannung aus der ZF arbeitet schneller und bedeutend besser. Man benötigt von der

    auszuwertenden Spannung mindestens 3 Sinuskurven , bei NF vergeht viel Zeit , dagegen bei 4,915MHz wie beim K2 , geht so etwas

    schneller. Musst dir mal den Schaltplan ansehen und nach dem Beschriebenen suchen , du wirst das schon finden.....hi...


    Nachtrag: ich war mit dem Schreiben nicht so schnell , Andre hat schon schöne Bildchen eingestellt , die mein Beschriebenes gut darstellen.

    Ich suche mal nach dem Q23 ob dieser dazu passt...



    73 de

  • Habe nun doch noch in die Schaltung gesehen....


    der Q23 ist nur dazu da , dass die 8V Empfangsspannung im Sendefall sehr stark belastet wird , damit sich diese schneller abbaut....

    Regelspannungserzeugung:

    4,915 MHz ZF werden mittels U1 (NE602) und eines 5,068MHz Quarzes auf etwa 150KHz umgesetzt , dies ist dann also gute 100mal schneller

    als mit der NF. Diese 150KHz werden in U2B verstärkt , mittels D1 gleichgerichtet, in C2 gespeichert , damit den Q12 angesteuert damit dieser

    als Regelteil den C4 und C1 auflädt. Das ist die Regel-Rohspannung. Der U2A macht aus dieser hochohmigen Quelle eine niederohmige ,

    die Zwischenspeicherung erfolgt an C4 als V-AGC.

    Ist der Punkt /slow-AGC an Masse ergibt sich eine große Regelzeit für das entladen von C1 und C4.

    Prüfe mal die Umgebung von D1 , Q12 , C4 , R2 .... wechsele mal den Q12 , wenn dieser nicht richtig sperrt , wird C4 sofort entladen . Der Schaltkreis U2

    könnte auch defekt sein und den C4 zu stark belasten.

    Versuch dein Glück....


    73 de

  • Hallo Manfred,


    ja, an eine fehlerhafte Kondensatorentladung habe ich auch beim Hören und besonders beim Bild gedacht. Aber da AGC Ein der Aus keinen Unterschied beim Reproduzieren des Fehlers macht, dachte ich, ich könne das AGC-Modul erst einmal ausschließen. Vermutlich begehe ich da einen Denkfehler. Was Du schreibst, klingt sehr plausibel und ich werde mich jetzt mal hinsetzen und versuchen, es anhand des Schaltplans zu verstehen. Solche Sachen sind leider nicht Brot und Butter für mich :wacko: .


    Du meinst also Q23 sorgt nur dafür, daß die Diodenumschaltung T/R richtig funktioniert? Dann wäre das ja kein so naheliegender Fehlerkandidat.


    73 de andre