Was ist von diesert Antenne zu halten?

  • Hallo zusammen

    ein OM in der Nähe bat mich heute mit meinen RigExpert 230 Stick vorbei zu kommen, er hat eine neue Antenne installiert. Es ist die Diamond BB-6WS, aufgehängt hat er sie als Slooper, ca. 35 Grad. Ein Regenfallrohr ca. 12m und eine Balkonbrüstung ca. 2,5 qm, haben wir als Gegengewicht getestet. Hie nun mal die Bilder.

  • Das Bild mit Mantelwellensperre würde mich irgendwie stutzig machen, so ganz ohne Höhen und Tiefen... könnt auch ein Dummy sein... ist aber auch typisch für irgendwelche Zauberbalunantennen...

    Gruß Stefan

    Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des Menschen: Intelligenz ohne Moral.


    John James Osborne, englischer Dramatiker, 1929–1994

  • Im Netz zu finden: im Anschlusskasten ist ein Übertrager- ich glaube 1:4, der mit einem Widerstand abgeschlossen ist An einem Anschlusspunkt des Widerstandes ist der Strahler angeschlossen. Nahezu perfekte Dummmy Loao.

    Vy 73 Klaus DD7GK

  • Also wir haben nachgeforscht, es ist ein Balun 1:6 mit 600 Ohm parallel Widerstand. Der OM wird die Antenne mal mit einer anderen, vorhandenen Antenne vergleichen.

  • Ein Draht von beliebiger Länge mit einem Tuner angepasst bringt im Grunde mehr und kostet nur einen Bruchteil.


    Hier eine Review über Aufbau und Verhalten dieser Art von Antennen, die mit einem Widerstand zwangsangepasst sind.

    https://g8jnj.webs.com/cometcha250b.htm


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • HAllo


    Dass eine Mantelwellensperre das Bild der Messung positiv beeinflussen kann, habe ich bei meinen Endfed (mit oder ohne 0,05 Lambda Gegengewicht) im NanoVNA auch schon gesehen - aber nicht so extrem.


    Wenn ich allerdings sehe, welchen Einfluss das Fallrohr hat, würde ich doch einfach mal versuchen nur das Fallrohr anzupassen. In aller Regel sind sie isoliert (Kunststoffrohr ins Erdreich). Für den Preis der Antenne hätte man vielleicht uach einen Tuner bekommen und dann den von Günter empfohlenen Draht oder eben etwas anderes ( Fallrohr mit Dachrinne) vermutlich effektiver arbeitend anpassen können......... Nur so ein Gedanke......


    Viele Grüße - Armin

  • Hallo,

    ich sehe es aufgrund der Recherche durch DC1BA so:

    Ein 1:6-Balun ergibt (ohne Berücksichtigung eventueller Verluste) 300 Ohm, mit dem angeschlossenen Widerstand von 600 Ohm ergibt sich ein SWR von 1:2 bereits ohne Anschluß irgendwelcher Antennendrähte, also Betrieb als Dummy. Vergleiche auch die aufwändigere T2FD, die das gleiche Prinzip, aber in verbesserter Form benutzt.

    Ergeben die angeschlossenen Drähte eine Impedanz von 600Ohm, dann ergibt die Parallelschaltung mit dem Widerstand SWR 1:1, die Leistung wird zu gleichen Teilen auf Widerstand und Antennendraht verteilt.

    Werden die Antennendrähte hochohmiger, steigt das SWR etwas an (maximal 1:2), aber die Leistung wird jetzt zunehmend auf dem Widerstand verbraten.

    Werden die Antennendrähte niederohmiger, übernehmen sie zwar prozentual mehr Leistung. Durch das dann erfolgende Absinken des Gesamtwiderstandes unter 300 Ohm kommt es aber zu einer zunehmenden Fehlanpassung, durch die die verfügbare Leistung an der Antenne absinkt, was letztlich ebenfalls zu reduzierter Abstrahlung führt. Beachten sollte man auch, daß infolge des relativ kurzen Strahlers die Abstrahlung (wie bei allen stark verkürzten Antennen) auf den unteren Bändern trotz gutem SWR stark zurückgeht.

    Insgesamt kann man sagen: Breitbandigkeit wird erreicht, indem ein frequenzunabhängiger Absorberwiderstand der Antenne parallelgeschaltet wird, wie beim normalen Schwingkreis, Bedämpfung. Als Gegenleistung wird ein beachtlicher Teil der Sendeenergie nicht abgestrahlt, sondern verheizt.

    Sicher kann man mit einer solchen Antenne senden, aber es kommen dann halt je nach Frequenz nur 50% oder deutlich weniger auf der eigentlichen Antenne an. Als Gegenleistung kann man mit dem internen Tuner über das Koaxkabel abstimmen, diese Zusatzverluste sollten bei moderaten Längen aufgrund des niedrigen SWR den Gesamtwirkungsgrad nicht mehr deutlich absenken.

    Wenn eine Mantelwellensperre die Anpassung ändert, bedeutet das im Prinzip, der Masseanschluß des Koaxkabels liegt HF-mäßig nicht auf Masse und somit wird die Antennenzuleitung ein strahlender Bestandteil der Antenne. Das bedeutet in der Praxis mehr Störungen bei Empfang und Senden (rx: Störnebel aus dem Haus. tx:Thema HF im Shak, USB hängt sich beim Senden auf, Nachbar wird gestört), da die Zuleitung in der Regel auch im Haus verläuft.

    73 Reiner

  • Man erkauft sich durch solche resistiv zwangsangepassten Antennen eine unkomplizierte Breitbandigkeit mit akzeptablem SWR auf Kosten des Wirkungsgrades. Seis drum, kann man meinen, die Hälfte der Sende Leistung im Widerstand zu verheizen verursacht - theoretisch - gerade mal eine halbe S-Stufe weniger bei der Gegenstation. Dennoch würde ich auf solche Konstrukte beim Senden verzichten.


    Bei professionellen Funkdiensten und beim Militär, dort wo Frequency Hopping verwendet wird, findet man derartige Antennen. Sie sind breitbandig, einfach und ohne Abstimmaufwand zu betreiben und erfordern keine tiefgehenden Kenntnisse beim Aufbau - grundlegendes Training reicht. Auf den Wirkungsgrad kommt es nicht an. Sendeleistung ist kein Thema und DX-Tauglichkeit ist nicht gefragt, der Schwerpunkt liegt auf Zuverlässigkeit für eine Punkt-zu-Punkt Kommunikation.


    Im Amateurfunk ist das anders. Hier will man an der Grasnarbe empfangen und seine Leistung optimal in die Luft bringen - aber bitte nicht in Form von Wärme.


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)