Kabelwahl(Zuleitung) für temporäre Drahtantenne

  • Hallo,


    ich würde gerne Kabel bestellen welches ich vom Haus in den Garten/Wiese legen kann. Sind ca 30-40m. Daran möchte ich eine Drahtantenne hängen, KW Multiband, die ich aber immer wieder abbauen muss. Welches Kabel könnt ihr mir dafür empfehlen was vom Preis/Dämpfung noch akzeptabel funktioniert.

    Erstmal nur QRP, aber vielleicht möchte ich auch irgendwann mal einen TRX bis 100W anschließen

  • Meinst Du jetzt das Koax Kabel nach draußen? Hier könnte das Belden H155 eine günstige Lösung sein.


    Wenn Du den Antennendraht meinst, solltest Du mal bei DX Wire schauen. Ich habe kürzlich das FL genommen und bin sehr zufrieden damit.

  • Hallo, ja nach draußen. Habe mir das H155 bei Kabel Kusch angesehen und das sieht ja gut aus. Da gibt es verschiedene Varianten, ist da eine zu bevorzugen?

  • Die Anforderungen sind recht allgemein gehalten, also meine Antwort auch:

    - vom Haus in den Garten legen: Oberirdisch, eingegraben bzw. gut geschützt oder äußeren Einwirkungen ausgesetzt?

    Einfache Kabel haben da mäßige Eigenschaften und sind preisgünstig, Erdkabel oder Kabel mit stabiler Ummantelung oder/und niedrigen Verlusten haben auch entsprechende Preise. Man muß sich entscheiden, ob Standardausführung und reicht oder ob man was spezielles wünscht. Ist wie beim Auto - BMW oder DACCIA, für den einen ist Ersterer ein diskussionsloses muß, der andere empfindet den Zweiten als gerade noch machbar.

    - 30-40m: Die Länge bestimmt die Verluste, Tabellen mit den Verlusten der gebräuchlichen Koaxkabel gibt es im Netz in großer Zahl, und die Händler geben auch diese Werte an. Bei RG58 würde (abhängig vom Band) z.B. rund die Hälfte der Energie im Kabel bleiben, bei Aircell wäre es nur noch 1/4. (Beispiel: 100m RG58 bei 28MHz ca 8,4dB, ergibt bei 40m 8,4dBx0,4= 3,36dB, also knapp die Hälfte kommt an, bei 10MHz wären es 4,8dB/100m entsprechend 1,92dB Verlust, also etwas unterhalb der Hälfte. Mit Aircell (5/7) würden sich die Verlust halbieren, aber der Preis deutlich steigen. Voraussetzung: SWR ist immer 1:1, über das Kabel wird nicht abgestimmt, ansonsten kann es deutlich mehr werden)

    Worauf noch achten? Sonneneinstrahlung läßt Kabel altern, deshalb UV-stabile Ummantelung verwenden (schwarze PVC-Umhüllungen sollten für den Amateurgebrauch reichen). Wühlmäuse, falls welche vorkommen, zerfressen Kabel.

    Zulässige Biegeradien sind bei der Verlegung manchmal wichtig. Außerdem schauen, ob es für den Kabeltyp auch Stecker gibt, die man selbst einfach montieren kann. Wetterschutz am äußeren Kabelende einplanen, eindringendes Wasser macht das Kabel unbrauchbar, insbesondere, da die Antenne häufig an/abgeschlossen werden soll. 100W vertragen eigentlich alle Antennenkabel.

    Hat man alles (halbwegs) bestimmt, die XYL oder die Portokasse den Preis genehmigt, kann man hier sein Vorhaben nochmals vorstellen und es werden sicher hier einige Hinweise kommen, was daran gut oder schlecht ist. Denn einige haben sicher etwas ähnliches gebaut und Erfahrungen gewonnen.

    Das konkrete Kabel (natürlich gibt es Preis-Leistungs-Beziehungen) ist meist garnicht so wichtig, bei einer Verlegung kommt es viel mehr auf die Ausführung an.

    Viel Erfolg

    vy 73 Reiner


    ps.: Das hier empfohlene H155 sieht akzeptabel aus und ist vom Preis her im ersten Überblick relativ günstig.

    Natürlich kann man auch mit den weiter unten empfohlenen Hühnerleitern arbeiten (wenn man sie technisch gesehen verlegen kann), aber dann die Ausführung mit Spreitzern (falls es mal regnet, ist sonst die Abstimmung weg), passender Antenne und vor allem symmetrischen Tuner im Shak. (z.B.ZM4 bei QRP). Frage 3 Funkamateure, und Du bekommst 6 Empfehlungen, besonders, wenn man wie hier, nicht die genaue Antennenart kennt, die zu Einsatz kommen soll und ob nur die Antenne, oder auch die Antennenzuleitung jedesmal weggeräumt werden muß.

  • Welches Kabel könnt ihr mir dafür empfehlen was vom Preis/Dämpfung noch akzeptabel funktioniert.

    Moin Max,


    das, was unser Vorfahren und die kommerziellen Funkdienste getan haben, um jahrzehntelang erfolgreich und verlustarm viel HF-Leistung auf großen Längen zu transportieren - Zweidrahtleitung. Für mich käme nix anderes in Frage. Preiswert und effizient.

    73 Michael, DF2OK
    "Mein Thread, Dein Thread - ein Thread ist für uns alle da."
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  • Zweidrahtleitung. Für mich käme nix anderes in Frage.

    Er will sein Kabel doch legen - und das auch nur temporär. Da käme Zweidrathleitung weniger in Frage.


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Er spricht doch von temporär und günstig. Also bin ich von relativ kurzen Kabel und einer oberirdischen Verlegung ausgegangen.

    Klar könnte man jetzt auch noch ein Highflexx 7 empfehlen. Die Dämpfung ist deutlich geringer als beim H155 aber im KW Bereich und bei angenommenen Kabellängen von 10-15m finde ich den Mehrpreis zu hoch.

  • HAllo Max


    Kannst du das Kabel fest installlieren? oder musst du das auch immer wieder abbauen. Bei 30 - 40m kommt doch schon einiges an Dämpfung zusammen. Bei fester Installation kommt es wiederum darauf an, wie das Kabel belastet wird. Willst du es vergraben (im Leerrohr?) oder liegt es locker an der Seite? RG213 (mit seinen verschiedenen Ausführungen) ist für mich immer noch der Klassiker.

    Falls du es immer wieder entfernen musst, dann überlege dir doch mal, ob du nicht eine leere Kabeltrommel (wie für 230V) verwenden magst. Da könntest du ein Kabel mit kleinerem Biegeradius gut versorgen.

    Viel Spaß beim Antennenbau


    Armin

  • Er will sein Kabel doch legen - und das auch nur temporär. Da käme Zweidrathleitung weniger in Frage.

    Moin Günter,


    genau. Legen, nicht eingraben. So habe ich es verstanden. Wie QRPeter oft bewiesen hat, kann man Zweidrahtleitung (besonders CAT-Kabel) auch auf dem Erdboden legen, ohne dass Verluste oder Probleme auftreten. Geht sogar in Schnee, hier im Forum nachzulesen. Eben gerade weil es temporär ist, hielt ich die Methode für "auf die Schnelle" eher machbar, ohne groß Geld für Koaxkabel plus Armaturen anzufassen. Zumal es um Draht-Multibandantenne(n) geht.

    Er spricht doch von temporär und günstig. Also bin ich von relativ kurzen Kabel und einer oberirdischen Verlegung ausgegangen.

    Genau teilweise meine Gedanken, wobei 30-40m Länge (siehe Anfrage) schon eine "Nummer" sind. Besonderes bei Koaxkabel. Ansonsten kaufe ich alles bei Kusch, da gibts Qualität und die Armaturen passen.


    Wobei er auch meinen könnte: Anschlussleitung fest installieren und der Abbau der Antennen erfolgt immer dann, wenn er nicht funkt. Das ist noch unklar.


    Was ich in anderen Foren auch erlebe - unklare Problemstellung. Dem Verfasser schwebt was vor, aber wir können nicht Gedankenlesen. :whistling:


    Wenn das "für länger" ist, dann auch den Wetterschutz vorsehen. Für den Fall - sowie immer bei meinen QRP-Sachen - bin ich bei guten BNC-Verbindern. Die abgeschirmten Bananenstecker (PL-Kram) sind ja eh noch mal Stoßstelle und Verlustquelle.

    73 Michael, DF2OK
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