Chameleon MPAS, hybrid micro

  • Ja, schon, nur dass man den 2 x 6,5m Dipol eben nicht so einfach aufstellen kann wie eine 5m-Vertikal.


    Das mit der kurzen Vertikal für alle Bänder soll ja angeblich das "schlagende Argument" sein, das

    das Chameleon-Konzept charakterisiert - und so attraktiv erscheinen lässt. Unser Wunschtraum

    nach einer kompakten Antenne verlockt uns immer wieder, auf solche Angebote hereinzufallen,

    speziell, wenn sie den Eindruck erwecken, industriell hergestellt zu werden! Einige Hersteller

    ähnlich kurzer Antennensysteme für Kurzwelle werben damit, dass professionelle Anwender diese

    Systeme auch gekauft hätten - und das ist tatsächlich auch wahr. Wie ich schon geschrieben hatte:

    Die arbeiten mit QRO - aber wir mit QRP!


    Den Draht, den Strahler einfach deutlich länger zu machen, selbst wenn er dünn ist, das bringt SEHR

    viel mehr. Auch das steht im "Janzen". Dann könnte man auch wieder mit diesem Hybrid arbeiten, wie

    Reiner weiter oben andeutet - wenn es denn sein soll. Aber dann fragt man sich wieder: Wozu bloß?

    Ein kleiner Drehko und eine kleine Spule mit einem Stufenschalter passen in ein Gehäuse von der Größe

    einer Zigarrettenschachtel und erfüllen ohne die erheblichen Verluste des Hybrids.


    73 Andy

  • @Uli: Der Hille hängt Luftlinie 3m über meinem Großhirn, und verbindet mich bis 20m brauchbar, mit 40 m leidlich, und bei 80m leidend mit der großen weiten Welt...

    Da meine Hütte normales EFH ist, hängt das Teil dummerweise zu niedrig... Penthouse wäre da cool....

    Ich muss gestehen, dass ich auch mal mit dieser Konfiguration bei 100w "QRP" gerufen habe. Hatte noch nie eine so große Resonanz [nicht weitersagen, war auch nur mal so, halt....]


    Hab`auch schon mal über die 27m Version nachgedacht. Läuft aber immer darauf hinaus, dass ich kein Penthouse habe.


    Die 7m waren Willkür. Die käuflichen Breitbänder haben andere Werte. Bei den höheren Bändern wird das funktionieren, bei den niedrigen wohl eher nicht.

    Ich weiß auch nicht wie das alles ohne Radials gehen soll. Wenn ich da lese, dass "...das Gegengewicht wird durch das Transceiverkabel erzeugt", frage ich mich, ob die Physik jetzt auch schon von alternativen Fakten verseucht wird...


    Wo gibts denn noch den "Janzen" ? Google meint ebay :-)


    enjoy

    Markus

  • 2014 mußte ich als Mieter mir ein anderes QTH suchen. Ich fand in 500m Entfernung in unserem kleinen Dorf eines. Aber die Antennenmöglichkeit wurde sehr restrickt gehandhabt. Ich habe einen GfK-Mast vertikal aufgestellt. An diesen habe ich 7,5m lange Litze befestigt mit ca. 3Windungen. Ein Radial waagerecht abgespannt ist ebenfalls 7,5m lang. In 4m Höhe wird diese Antenne eingespeist mit einem Balun 1:1 mit undefinierter Impedanz nach DG0SA. Daran schließt sich ein 240 Ohm Fernsehkabel, also symmetrisch an. Im Shack den gleichen Übertrager am Ausgang eines Koaxaialtuners angebracht. So kann ich dieses Gebilde, welches ich "simple leg" nenne, am Stationstisch von 10m bis 40m händisch abstimmen. Seit fast 7Jahren arbeite ich damit auf den Bändern für mich zufriedenstellend mit 4W bis 80W output. Das Strahlungs-diagramm sieht auf einzelnen Bändern gewöhnungsbedürftig aus. Aber im Einzugsjahr konnte ich damit über 700 Verbindungen beim CQWW in cw erreichen. Das ist besser als gar nicht zu funken.


    Im Anhang eine kleine Skizze.


    72/73 de

    Jürgen, DF3OL

  • Geht auch. Geht offensichtlich auch gut.

    Ich frag mich nur: Wie muss eine optimierte portabel Antenne aussehen, die man

    - in 10 min aufbauen kann

    - die klassischen Bänder 10....80 abdeckt

    - möglichst effizient ist

    - überall aufbaubar ist (also nix mit Flitzebogen über Baum schießen osä).

    - Wunsch: Im Rucksack tragbar ist


    Bei letzterem würde ich auch Kompromisse eingehen...

    Die Antwort ist sicher nicht einfach.


    best

    Markus


    P.S: Den Funkgöttern sei Dank, hat man die S-meter nichtlinear definiert. Performance monitoring ist damit Expertensache. Oder hat jemand schon mal über -3dB Motorleistung nachgedacht...

  • @ Markus:


    Den "Janzen" findet man ganz sicher, wenn man ihn antiquarisch kauft, eine Suchanzeige danach

    in den einschlägigen Tauschbörsen für AFu-Geräte aufgibt oder beim Autor selbst anfragt, der seine Bücher

    nur noch im Selbstverlag anbietet.
    Man muss auch nicht jedes interessante Buch besitzen! Öffentliche und wissenschaftliche Blibliotheken sind

    miteinander vernetzt und man kann quasi jedes nachweisbare Buch über die s.g. Fernleihe ausleihen. Das ist

    nicht teuer. Schließlich gibt es diese Einrichtungen, also mein Zuruf: Nutzt sie - bevor sie wegen zu geringer

    Nutzerzahlen von der öffentlichen Hand gestrichen werden. Man kann dort sogar Leserwünsche äußern,

    tatsächlich freuen sich die meisten für den entsprechenden Fachbereich zuständigen Bibliothekare über solche

    Eingaben, dann müssen sie sich nicht selbst ausdenken, was für die Leserschaft interessant sein könnte. Also:
    Ran an den Speck!


    Zu Deinen Antennenwünschen: Die HF-Pack-Gruppe in den USA favorisiert ihr MiniBac-Antennenset, das ist

    kompakt, leicht aber nicht in 10 Minuten aufzustellen und es ist zudem immer noch ein Baum oder Teleskopmast

    erforderlich. Die Drähte sind zudem recht ausladend, denn man denkt dort an Strahlungs-Effiziens! Ich habe mir

    einsolches modifiziertes Set zusammengestellt, das noch etwas flexibler ist als deren Version...


    Kurze Stäbe erfordern ein Gegengewicht und eine aufwändige Anpassungsschaltung (sehr VIEL von L und C, oft

    zusätzlich durch Trafos unterstützt. Am Strand, wo das Wasser nah ist, mag ein Stab im feuchten Sand als

    Gegengewicht ausreichen. Aber horizontal auf dem Boden liegende Drähte, wo kleine Kinder herumtollen,

    nervt alle Eltern. Vergleichbares gilt auf dem Campingplatz, dort kann man eher ein paar Drähte über die

    Bäume werfen.
    Allein mit dem Rucksack in der Natur unterwegs, wo keiner meckern kann? Der Weidezaun wäre ein akzeptables

    Gegengewicht (wenn er stromlos ist, hi). In den Bergen könnte man eine "upper-and-outer"-Version mit

    Teleskopstab und aufwändigerem Gegengewicht aus 3-6 Drähten verlegen. Aber man muss das alles mitschleppen,

    den Mast, Abspannungen, Gegengewicht, Koppler...
    Ohne das Gegengewicht wird es im Gebirge nichts, weil die Bodenleitfägigkeit da i.A. nicht so unterstützend

    wirkt. Da könnte man mit Halbwellenstrahlern und Fuchkreisen arbeiten, da solche Systeme kein Gegengewicht

    benötigen - wenn nur die Halbwellenstrahler nicht dermaßen lang wären!


    Als Kind sah ich mal einen Hund im Kreis laufen, er jagte seinen eigenen Schwanz - und hatte einen ganz irren Spaß

    dabei! Auch wir laufen mit dieser Suche nach einem solchen Antennensystem im Kreis. Die Ziele, die wir vor Augen

    haben, laufen mit jeder Annäherung immer wieder vor uns weg. Wir werden die Physik und ihre Gesetze nicht

    verbiegen können. Aber wir sollten, genau wie der Hund damals, den Spaß an der Bewegung im Auge behalten - am

    Experimentieren, am Nachdenken, am Suchen nach Lösungen. Wir müssen Kompromissbereitschaft an den Tag legen,

    aber so weit, wie das Chameleon-System sie von mir fordern würde, ginge sie bei mir dann doch nicht!


    Für Drahtantennen arbeite ich schon lange mit sehr dünner Edelstahllitze. Davon mag man halten, was man will.

    Das Zeug ist sehr leicht und sehr reißfest. Im Prinzip könnte man einen kleinen Ballon steigen lassen, der diese

    dünne Litze trägt, auch wenn sie 80m lang sein sollte. Sie wiegt fast nichts! Hier an der Küste (QTH Kiel) gibt es

    quasi immer Wind, da geht das mit dem Ballon nicht so gut, aber wenn es windstill ist, wäre das eine Idee. Nur muss

    man sich bei dieser Lösung mit der Luftfahrtsicherheitsbehörde des jeweiligen Landes auseinandersetzen!


    Fazit: Ein Set, das alle die von Dir genannten Forderungen erfüllt, das wünsche ich mir genauso wie Du. Aber das,

    was man realisieren kann, wird immer an der einen oder anderen Ecke ein Defizit aufweisen, das irgendo weh tut -

    und sei es nur das Gewicht, das ich auf dem Rücken tragen muss, so dass die Wanderung keinen Spaß mehr macht...


    73 Andy

  • Da könnte man mit Halbwellenstrahlern und Fuchkreisen arbeiten, da solche Systeme kein Gegengewicht

    benötigen - wenn nur die Halbwellenstrahler nicht dermaßen lang wären!


    Zumindest für 30 bis 15 Meter halte ich die Lösung von Oliver, DF6MS, für sehr spannend.


    http://www.g-qrp-dl.de/Projekt…Vertical_DF6MS-WS2016.pdf


    Zusammen mit dem Fuchskreis von QRP project (https://www.qrp-shop.biz/epage…s/qrp-shop/Products/Fuchs) und einem 11,50-m-GFK-Mast von DX-Wire (https://www.dx-wire.de/gfk-mas…n/115m-gfk-mast-midi.html), der zusammengeschoben gut auch ans Oberrohr eines Fahrrads passt, habe ich damit gute Erfahrungen gemacht. Klar, 80 und 40 Meter hat man damit nicht....


    73!


    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW


    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • GFK Mast oder günstige Fieberglas Stiprute (Angelgeschäft bspw. Askari). Letztere sind leichter als so ein

    Spider GFK Mast und meist auch kleiner im eingeschobenen Zustand. Dazu eine Hyendfed aus NL für

    80 - 10 m. Für 30m beaucht es dabei allerdings einen ATU (interner sollte reichen). Mast irgendwo dran

    befestigt, Antenne dran, ausschieben und einen Abspannpunkt suchen um die Antenne als Slooper zu

    betreiben. Kosten: Etwa 200.- € aber (bis auf 30m) ohne ATU betreibbar.

    73´s Jürgen , ALT-512 SDR 10 Wtts, mittlerweile 50m endgespeist an der Luft + TS-790E für VHF/UHF mit Indoor X-30 und

    4-Ele LPDA. Moxon für 6m/4m ebenfalls Indoor .... Xiegu G90 mit Eremit 18 AH LiFePO4 und 12m Spidermast für outdoor.

    Member Log4OM Alpha- & Betatest Team

  • Hallo,

    Marcus schrieb:

    Ich frag mich nur: Wie muss eine optimierte portabel Antenne aussehen, die man - in 10 min aufbauen kann

    - die klassischen Bänder 10....80 abdeckt - möglichst effizient ist

    - überall aufbaubar ist (also nix mit Flitzebogen über Baum schießen osä). - Wunsch: Im Rucksack tragbar ist

    Genau dieser Frage bin ich auch jahrelang nachgegangen. Jetzt gehe ich auf die 80 zu und möchte es lieber etwas leichter. Jeder muß sie für sich und seine speziellen Wünsche entscheiden, aber

    - in 10min aufbauen: erfordert etwas einfaches, sonst dauert es meist länger

    - 10-80m abdecken: 80m erfordert eine gewisse Mindestgröße, sonst ähnelt die Antenne ein wenig einem Dummy

    - möglichst effizient: unter der halben Fullsize-Ausdehnung der Antenne läßt das nun mal merklich nach. Oft unterschätzt: Ist die Konstruktion auch verlustarm? Da hilft nur Messen/Testen, gerade bei Eigenbau.

    - überall aufbaubar: schwierig, hat man Platz, kann man Häringe einschlagen, will man mit dem Draht "einen Baum tödlich umschlingen", irgendwas kann immer falsch sein.

    - im Rucksack tragbar: wie groß darf der GFK-Mast sein, Häringe und Hammer mit bedacht.

    Ich habe mich so entschieden:

    Die leichte tragbare Station wiegt 2,5kg und passt in einen Laufrucksack. Beschreibung im Link unten.
    Fürs Fahrrad habe ich einen 7m-GFK-Teleskopstab (1,2m), der auf dem Gepäckträger befestigt wird. Ein Foto befindet sich auf QRZ.COM

    Meine Basteleien dazu habe ich hier beschrieben, vielleicht kann jemand eine brauchbare Idee entnehmen:

    https://www.darc.de/der-club/d…etloop-und-mini-vertikal/

    73 Reiner

  • Moin zusammen, es weicht ja alles schon wieder vom Thema ab..


    Ich habe ähnliches, wie vom Jürgen, DF3OL beschrieben, über sehr lange Zeit am Wohnmobil betrieben. ein 12m GFK Mast mit 2X6,3m Dipol. Der Speisepunkt ist ähnlich wie auf der Zeichnung vom Jürgen dann in ca. 6m Höhe. Hier wird über ein Wireman eingespeist und das zweite Dipolbein mit ca. 70 Grad schräg abgespannt. Im Speisepunkt ist kein Übertrager. Am Ende des Wireman, man benötigte in meinem Fall ca. 7 m, gab es dann den bekannten 1:4 für unbekannte Impedanzen. Ein unsymmetrischer Autotuner hat in meinem Fall von 80m bis 10m alles angepasst.

    Auf 80m war die Effektivität sehr bescheiden.

    Es gab keine Einstrahlungen in die überall vorhandene Technik. Also Wohnmobilelektronik und Fernseher blieben bei 100 Watt unbeeindruckt.

    DK7ZB hat sich mit dieser Antenne, er nannte es einen vertikalen Dipol, intensiv befasst.


    Die Antenne strahlt wohl auf 30m und 40m flach ab. Ich kann sagen es ging immer gut. Wenn man abends noch ein QSÖchen fahren wollte, gabs immer problemlos Partner.


    Eine Platzsparende Lösung für schwierige Fälle..

    73, Bert DF7DJ




    Ein Leben ohne Telegraphie und QRP ist möglich, aber völlig Sinnlos...

  • Da die "Abweichung" ja prinzipiell vom TE selbst kam darf das wohl auch so sein. Wobei natürlich dessen "Anforderung"

    ist eine effiziente Antenne für 10 - 80 m zu betreiben die man in 10 min. aufbauen kann. Mit solch einer Hyendfed und

    einer langen Angelrute für unter 30.- € ginge das. Natürlich kostet die Hyendfed, so man eine kauft, auch ihre 150.- €

    aber man hat das ja bereits auch im Selbstbau mit 1:64 Übertragern u.ä. realisiert.


    Hier mal meine Suchergebnisse nach "Hyendfed Antenne Eigenbau":

    Hyendfed Eigenbau

    73´s Jürgen , ALT-512 SDR 10 Wtts, mittlerweile 50m endgespeist an der Luft + TS-790E für VHF/UHF mit Indoor X-30 und

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    Member Log4OM Alpha- & Betatest Team