Angelrutenantenne und Balun 4:1

  • Hallo zusammen

    nach längerer Abstinenz möchte ich nun wieder aktiv werden. Leider im Mietshaus mit Balkon. Nun habe ich gedacht eine GFK Angelrute mit 6,5m Draht leicht umwickeln, auf einen Balun 4:1 führen und als Gegengewicht entweder das Balkon Vollmetallgitter 2,5m x 1 m , oder ein vorhandenes Regenfallrohr aus Zink mit ca. 6m Länge, zu nutzen und nätürlich mit MW Sperre auf einen LDG AT-7000 zu führen. Macht dies Sinn oder welche Alternative?


    73 Güntetr

  • Hallo Günter,

    wenn man nichts besseres hat, ist das eine Möglichkeit, und ich habe auch mal mit ähnlichen Konstruktionen meine ersten Schritte gemacht.

    Was sich mir nicht erschließt, ist der Sinn des 4:1 Baluns, wenn die Antenne über Mantelwellensperre am ATu hängt, ich betrachte ihn aus der Distanz als unnötig.

    Ob Regenrohr oder Balkongitter oder beides zusammen besser sind, wird sich aus den Ergebnissen bezüglich Abstrahlung und Empfangsstörungen ergeben.

    73 Reiner

  • Hallo OM Günter,


    so wie Reiner schon sagt - 4:1 BALUN unnötig. Du benutzt einen Tuner. Optimal wird das, wenn Du nur eine kurze Drahtleitung bis zum Tunerausgang hättest und ein Koaxkabel ganz weg fällt- Ich hab so eine Anordnung hier bei schlechtem Wetter auch mal im Wohnzimmer am Fenster meines Wohnzimmers stehen und führe ohne wenn und aber 2 Drähte durch den Fensterrahmen eingeklemmt im Abstand von z.B. 15 cm. Also einen Draht direkt vom Strahler und einen vom Gegengewicht. So etwas ist unkritisch. Bei irgendeiner Drahtgesamtlänge und Balkongegengewicht ist dann einfach zu akzeptieren was dort bei Dir der Autotuner daraus macht. Mehr Diskussion darüber ist quatsch und hält einen Funker nur vom QSO fahren ab. Es gibt sicher mehrere Bänder auf denen damit sogar DX-Kontakte zustande kommen können. Und das ist in erster Linie abhängig von den Conds auf Kurzwelle. Wer Sonnenfleckenmaxima erlebt hat wie ich und auch im Minimum schwankende Bedingungen wird bestätigen, das bei guten Conds es mit sehr wenig Leistung geht. Akzeptiere das, was Dir so eine Antennenmöglichkeit letztendlich im Test bietet. Eine Anpassung solcher Anordnung mit einem selbstgebauten vielseitigen handabgestimmten Tuner - naja - der geht nach meiner Erfahrung u.U. besser und lässt die Anpassung manchmal auch noch auf Bändern zu, auf denen der Automatiktuner versagt. - Hier ist von mir übrigens nicht das Koaxkabel gemeint, dass möglicherweise vom Transceiver zum abgesetzten Automatiktuner führt. Der Draht von der Wendel auf der Angelrute sollte direkt zum Ausgang des Antennentuners führen. Als Gegengewicht alles verwenden was Du angeführt hast. Nur bitte keine mit elektronikzündung betriebene Gas oder Ölheizungsrohranschlüsse. Also möglichst nicht an die Heizungsrohre gehen. Da gibt es u.U. großen Ärger oder auch Schäden.

    Freude am Selbstbau von Antennen und Stationszubehör
    wünscht.


    DK5IQ


    Michael A. W.

    Edited 2 times, last by DK5IQ ().

  • Der LG ATU sieht mir nicht wirklich Aussentauglich aus und das ist der grösste Kasus Knacktus

    m. E. nach. Du machst gutes SWR zwischen ATU und TRX und der Rest bleibt Fehlanpassung wobei

    noch die Blindanteile hinzukommen die dadurch entstehen. Also zumindest mal das Koax zwischen

    ATU und Antenne so kurz wie möglich halten.


    Beste Lösung bei Deinem Vorhaben wäre es den ATU direkt am Speisepunkt der Antenne zu haben.

    Als MWS reichen einige Wicklungen Koax direkt beim TRX-Eingang des ATU.


    Ansonsten kann man auch mit Antennen dieser Art durchaus gute Erfahrungen machen wobei die

    Ergebnisse oft besser sind als bei Verwendung von Magloops.

  • es gäbe noch die Möglichkeit, mit zwei Koax eine geschirmte Paralleldrahtleitung zu formen, die Seelen wären dabei die Paralleldrahtleitung, während der Schirm auf Masse liegt oder auch floating bleibt (da weiss ich jetzt nicht, welches das bessere Szenario wäre); das macht beim LDG Tuner aber nur dann Sinn, wenn man ihn 'hochlegt', also Strombalun vor dem Tuner mit 50Ohm Koax, ebenso die Stromversorgung HF-geblockt

  • Wie alle anderen auch empfehle ich den Tuner wetterfest einzupacken und am Antennenfuß zu haben. Den 1:4 Balun kannst du dir schenken. Fallrohr und Geländer und ... als Gegengewicht.


    Ich habe bei solchen Konfigurationen auch schon die Erfahrung gemacht, dass es ganz hilfreich sein kann, wenn man die Spannungszuführung am Tuner auch über einen Ringkern wickelt.

  • Wenn zwischen Tuner und Antenne ein Koaxkabel ist, macht der 1:4 BALUN Sinn. Dadurch werden die Verluste im Koaxkabel kleiner. So lange der Strahler mindestens etwa Lambda/6 oder länger ist, halten sich die Verluste im Rahmen. Wenn der Tuner direkt bei der Antenne ist, würde ich einen 1:1 BALUN verwenden, damit Du keine Mantelwellen hast, was auch zu zusätzlichem Empfangs-QRM führen kann. Strom-BALUN sehe ich als die bessere Lösung als Spannungs-BALUN.


    73, Peter - HB9PJT

  • Ich würde auch die Variante von DL6GCA unterstützen. Auf alle Fälle den letzten Halbsatz beachten, nicht nur das Koaxkabel zum TRX, sondern auch die Stromversorgung mit einer gleichartigen Mantelwellensperre auszurüsten, sonst ist sie wirkungslos. Ohne Mantelwellensperre besteht ein deutliches Risiko des Einfangens vermehrter Störungen sowie der verstärkten Einstrahlung von HF ins Haus/in den Shak. Aber grundsätzlich geht es auch, zumindest für erste Versuche, ohne.

    Hier eine Zusammenfassung zur Thematik, falls Du Dich etwas einarbeiten möchtest https://www.dg0sa.de/stoerungen.pdf