QRO-Transceiver für 7MHz

  • Hallo OMs,


    ein kleines, wie man neuerdings sagt, "Preview" von meinem aktuellen Projekt. Im Sommer geht es nach KL7 um 2 Wochen mit einem Wohnmobil den Süden und die Mitte Alaskas zu erkunden. Da das Stromversorgungsproblem dank Bordnetz beim WoMo keines ist, habe ich mir für diesen Trip einen 40m-Meter TRX überlegt, der deutlich mehr Leistung als das übliche QRP-Niveau haben wird. Ich projektiere daher einen Output von ca. 100W PEP. Dafür habe ich in der Bastelkiste noch einige MRF455 liegen, wovon 2 als Gegentaktstufe dienen werden.


    Hier in aller Kürze die Eckdaten vom TRX:


    Dual-DDS-VFO (AD9835 als LO, AD9834 als VFO), der AD9835 ist mit 50MHz getaktet, der AD9834 wird mit 100MHz betrieben. Controller ist ein ATMega644P. LCD ist ein 4x20 Zeichen Textdisplay. Abgestimmt wird über einen optischen Encoder von Bourns.


    RX: HF-Vorstufe, Mischer, ZF-Verstärker und Produktdetektor sind jeweils mit einem Dual-Gate MOSFET bestückt (3N205). NF-Vorverstärker (BC547) und -Endstufe (LM 386) schließen den Empfänger ab. AGC ist wie immer bei mir vom Audiosignal abgeleitet.


    TX: SSB-Generator mit AN612 als Modulator und 2N2219 als Verstärker nach dem SSB-Filter. Als TX-Mischer kommt ein antiker SO42P zum Einsatz gefolgt vom ersten HF-Verstärker der diesmal ein IC ist, der TL592 von TI. Den restlichen Sender muss ich noch durchdenken. Im MOment liegen folgende Werte vor: Trägerunterdrückung 45dB, Seitenbandunterdrückung 50dB.


    TX und RX teilen sich das 9MHz-Filter, umgeschaltet wird mit einem HF-Relais von Teledyne. Die Verbindungen sind (noch) mit RG174 gemacht, in der Endversion kommt RG178 zum Einsatz.


    Gehäuseaufbau: Wie üblich gibt es ein Sandwich auf einer Alukonstruktion. Auf der Oberseite sind DDS-System (links), Empfänger (rechts) und SSB-Generator (links hinten) enthalten. Rechts werden der TX-Mischer und der erste HF-Verstärker Platz finden. Die restliche Verstärkung findet dann auf der anderen Seite des Aufbaus statt.


    So, das erstmal als "Preview", werde weiter berichten.


    vy 73 de Peter

  • Hallo Freunde des Selbstbaus,


    es geht weiter mit meinem QRO-Transceiver für 7 MHz. Der Sender ist mittlerweile fertiggestellt. Als Treiber habe ich dann doch keinen OP benutzt sondern eine bipolar bestückte Verstärkerstufe (1x2N2219). Der Platz war zu knapp. Deren "Leistung", wenn man das dann so nennen möchte, liegt bei knapp 3mW. Es folgen eine Gegentaktstufe als Vortreiber (2x2SC2690A). Die Ausgangsleistung hier ca. 250mW. Anschließend die Treiberstufe (Gegentakt 2x2SC2078) Pout = 4W und der Endverstärker mit 2xMRF455. Die Ausgangsleistung der gesamten Schaltung habe ich auf Pout=50Watt begrenzt.


    Für die Trägerunterdrückung erziele ich derzeit knapp 60dB, das andere Seitenband kommt mit knapp 50dB Abschwächung zur Antenne. Die erste Harmonische liegt 45dB unter dem 7MHz-Signal. IMD3 des gesamten Senders muss ich noch bestimmen. Aber eigentlich bin ich bis jetzt ganz zufrieden.


    Auf dem Foto sieht man rechts hinten die TX/RX-Umschaltung (mit 2 PNP-Transistoren bestückt), darunter die Platine für Vortreiber und Treiber. Links dann die Endstufe und danach das das Board mit dem Ausgangsfilter. Auf dieses werden dann später noch die Messschaltung für die Sendeleistung und das Antennenrelais gesetzt.


    Schönen Sonntag noch!


    73 de Peter

  • Hallo Forum!


    Die letzten Tage war Mechanik angesagt. Die Frontplatte wurde gesägt, gebohrt, gefeilt und geschliffen. Aus einigen superhellen blauen SMD-LEDs wurde eine Hintergrundbeleuchtung (aka "Nightdesign" ;-) ) angefertigt. Als Lichtverteiler habe ich halbtransparenten Kunststoff aus dem Architekturbedarf passend zurecht geschnitten und um die Achsen von Drehgeber und Potentiometern angeordnet. Etwas mechanische Feinarbeit ist noch vonnöten, aber ich finde der erste Entwurf sieht ganz nett aus.


    73 de Peter

  • So, und hier nun die ersten Schaltpläne. Ich beginne mit dem Dual-DDS mit dem AD9834 als VFO und dem AD9835 als LO.


    Ein paar Details:


    Im Empfänger nutze ich einen Dual-Gate MOSFET als Mischstufe, daher muss der VFO eine Ausgangsspannung im Bereich von 2 bis 3 Vss liefern können. Dazu erhält er einen zweistufigen Verstärker. Gleiches gilt für den LO, da als Produktdetektor ebenfalls ein Dual-Gate MOSFET zum Einsatz kommt. Hier ist der Verstärker indes einstufig.


    Beim AD9834 benutze ich die symmetrische Auskopplung über einen HF-Transformator. Ich hatte mehrfach festgestellt, dass das Ausgangssignal sich spektral deutlich verbessert verglichen mit der unsymmetrischen Variante. Ein LPF wird nicht verwendet, da das Signal u. a. aufgrund der hohen Taktfrequenz frei von Anteilen des XO ist und eine sehr saubere Sinsuform aufweist und im Analyzer erkennbar ohne relevante Oberwellen ist.Der VFO wird auf 16MHz betrieben (bei 9 MHz ZF). Dadurch werden bereits durch den Verstärkungsabfall des BC547 (eigentlich ein NF-Transistor) die höheren Frequenzen gut gedämpft.


    Andere relevante Dinge sollten aus dem Schaltplan hervorgehen. Und Fragen beantworte ich natürlich sehr gerne.


    vy 73 de Peter

  • Wie wird denn dein 9834 mit dem 110 MHz Clock fertig, Peter? Die älteren waren doch mit 50MHz Clock spezifiziert und die aktuell produzierten mit 75 MHz.

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Hallo Wolfgang, hallo Peter,


    >Eine Frage: warum zwei verschiedene DDS- Schaltkreise??


    Ich habe gute Erfahrungen mit dem AD9835 im Bereich unter 15MHz gemacht und habe noch eine ganze Kiste hier herumliegen, die müssen weg. ;-) Als LO war das dann die Wahl. Für den VFO hatte ich zuerst mit dem AD9951 gearbeitet, aber der war mir schaltungstechnisch zu aufwändig, der Platzbedarf ist erheblich. Zumal der TRX nicht in SMD-Technik entsteht sondern mit bedrahteten Bauelementen. Der AD9834 liegt hier auch noch herum, also war der auch mal fällg.


    >Wie wird denn dein 9834 mit dem 110 MHz Clock fertig, Peter?


    die 110MHz Taktrate wird anstandslos verdaut. Mit 100MHz übertaktet habe ich verschiedene Schaltungsentwürfe im Netz gefunden. Da ich aber keinen 100MHz-Oszillator hier hatte, der klein genug war, um unter das Breakout-Board zu passen, habe ich einen Oszillator im DIP-4-Gehäuse mit110MHz eingesetzt. Was als Versuch gedacht war, wurde zur Dauerlösung. Wenn ich aber mal wieder bei dem bekannten Internetauktionshaus einen 5V-100MHz-Oszillator mit entsprechenden Außenmaßen finde, werde ich den einsetzen und die Ausgangssignale vergleichen.


    Der AD9835 reagiert übrigens nicht so gut auf Übertaktung, Bereits bei einem 75MHz-Oszillator wird das Signal unsauber und damit unbrauchbar.


    73 de Peter

  • Ach ja, eine Alternative wäre noch, einen 3,3V-SMD-Oszillator auf eine Leiterplatte zu setzen (das passt unter das Breakout-Board) und den AD9834 mit 3,3V zu betreiben. Oder den AD9834 mit 5V zu betreiben und den Oszillator mit 3,3V was meiner Erfahrung nach auf noch geht. Habe ich Moment aber keine Lust zu da das ja gut arbeitet. :)


    vy 73 de Peter