Kopfhoererverstaerker mit Roehren

  • Ist der Beitrag kompetent oder ...?

    Ich würde sagen nein.


    1. weil einfach keine Messungen gemacht und gezeigt wurden.
    2. Bis auf die letzten 2 Absätze erfährt man nichts über den Klang des Gerätes. Das Gerät wird beschrieben in allen seinen Eigenschaften.
    3. Was man zum Klang erfährt sind rein subjektive Empfindungen, die schon wieder sehr an das "goldene Gehör" vieler Audiophiler erinnern Zitat"die drei Blechbläser des Ensembles lassen ihre Instrumente strahlen, der
    viel zu kompakte Sound der Aufnahme wirkt nun auf einmal spritzig und
    dynamisch".
    4. Viel Geschwurbel. Wie z.B. lässt sich das Potential von Röhrenschaltungen mittels Luftverdrahtung besser ausschöpfen als mit Platine?


    Diese Geräte gibt es nur, weil eine Käuferschaft existiert, die von sich glaubt das "goldene Gehör" zu haben und meint das guter Sound teuer sein muss.


    Röhrenverstärker sind toll ich mag sie auch, aber am liebsten hör ich Musik so wie sie aufgenommen wurde. Mit einem transistorierten HIFI Verstärker vom Schrott und Lautsprecherboxen die für mich klanglich keine Wünsche offen lassen (20 Euro gebraucht) :-)


    Das Thema ist ja leider ein Glaubenskrieg wie Linux vs. Windows, iOs vs. Android, BMW vs. Mercedes und Roster vs. Bratwurst (Roster gewinnt).


    73

  • Hallo Hajo,
    wie ich lese bist Du auch auf den Artikel gestoßen - ja, die dort testen sind kompetent und haben sicherlich auf die Ohren das zu würdigen.
    Im Gegensatz zu mir; auch der pekuniäre Teil ist defizitär.
    Ich beschränke mich daher auf die Billigausgaben.


    Gruß - Raimund

  • He he .. ;-)
    Also ganz richtig ist : Der Röhrenverstärker fügt Oberwellen hinzu.
    Und das ist auch meist so gewollt.
    Schuld daran sind : Röhre und Ausgagangsübertrager.


    Macintosh, hat damals(tm) versucht, mit spezieller Schaltungs und Wickeltechnik, das in den Griff zu kriegen..
    .. hingegen haben einige Jungs schnell gemerkt :
    Wenn man eine E-Gitarre an ein armes kleines Radio anschließt, und dann kräftig drauf haut, geht der AÜ in sättigung, der Lautsprecher schreit um Hilfe, und zusammen klingt das total geil !
    Daraus entstand dann der E-Gitarrenverstärker.


    Eigentlich.. sind Röhrenverstärker heuzutage alle eher "Musikinstrumente".
    Wenn man wirklich will.. man schafft es leicht, einen Verstärker zu bauen, bei dem es wirklich schwierig wird, einen Klirr zu messen.
    Erst recht Kopfhörervestärker.


    Aber viel Knete brauchst Du nicht, wenn basteln kannst :
    Je Nach Impedanz und Anodenspannung , kannst Du auf einen AÜ verzichten...
    ... dafür einen Netztrafo vergewaltigen.. oder aber selber wickeln :
    https://www.youtube.com/watch?v=ZQDHS2b4icM (ab Minute 1 wird interessant ! )


    Ne andere Möglichkeit : Olles Röhrenradio.. ich mag mein Röhrenradio. Dank Verzerrung, kann ich Stundenlang jeden Mist anhören ! ;-)

  • Hallo,


    aber am liebsten hör ich Musik so wie sie aufgenommen wurde.


    das ist auch meine Meinung, wenn da nicht Mikrofone, Positionierung, Mischer, Tontechniker, ... waeren. Keine echtes Instrumente klingt in der Aufnahme so wie es an meinem Standort in meinen Ohren klingt. Aber ein Freund (Anlage fuer 20.000 Euro) kann C von Cis nicht unterscheiden, aber Vinyl klingt besser.


    Und die Sprache um Klaenge zu beschreiben. Ich glaube ich muss darueber mal ein Buch schreiben :thumbsup:


    73 de Hajo


    PS: Das mit dem alten Radio: Gestern im Fernsehen wurde ein alter Roehrenempfaenger mit Skala (Hilversum) gezeigt incl. magischem Auge. Ich glaube so einen muss ich mir doch noch besorgen. (Hat jemand so einen, der funktioniert und den er loswerden will?) Hat sich wohl erledigt. Danke!

  • ich habe den Artikel nur überflogen, bilde mir aber ein, daß das mit K3 und K2 ( Röhre < > Transistor ) genau umgekehrt ist. Zumindest zweifele ich an dem Spruch: "1 Quinte über dem Oktav " ;(

  • Wie gut, dass ich auf Grund meines Alters aus solchen Diskussionen raushalten kann. Hohe Töne, Obertöne oder tiefe Töne sind für mich nichts. :thumbsup:
    Hajo ich kaufe dann gern dein Buch.

  • zu: , bilde mir aber ein, daß das mit K3 und K2 ( Röhre < > Transistor ) genau umgekehrt ist.


    Trioden erzeugen überwiegend K2, während Tetroden überwiegend K3 erzeugen


    zu: Habe ich noch vergessen: der wahre HiFi-Freak baut seine Röhren selber oder?


    Na ja, .....


    Wer einmal einen reinen Kopfhörerverstärker gehört hat, wo die Endstufe auch mal richtig die Auslenkung der Schwingspule kontrollieren darf und kann, der wird sich wundern, welches Klangpotential noch rausholbar ist.


    Normale NF-Endstufen haben einen Vorwiderstand von ca. 150 Ohm und mehr, damit der Kopfhörer nicht zu viel Energie abbekommt.


    Da freut sich jeder, der etwas von Anpassung versteht, wenn der Übertrager des angesprochenen Vorverstärkers extra Abgriffe für 4,8,16,32, 150 oder 600 Ohm hat und dann optimal mit dem Kopfhörer zusammen arbeitet.


    Ich habe jetzt Class D-Verstärker so weit optimiert, dass sie wirklich in der Oberliga mit spielen können.


    Wird natürlich irgendwann langweilig.


    Also wieder zurück zur modernsten NF-IC-Entwicklung mit allen erdenklichen Schutzschaltungen, die so ein IC unkaputtbar machen.


    ALs Impedanzwandler kommt (natürlich) eine Triode zum EInsatz, weil die K2- Verzerrungen deutlich angenehmer sind als K3-Verzerrungen.


    Das ganze bekommt man natürlich nicht im "ich bin doch dumm-Geschäft" , sondern im Selbstbau !!


    Mein neues Verstärkerkonzept:



    Alles mit 6 Kanal DSP mit Filtern mit 36dB Flankensteiheit und es ist gegenüber früher ganz easy, da schöne glatte Frequenzgänge dank Notchfilter mit variabler Mittenfrequenz, Q.Faktor und Verstärkung im DSP herzustellen.


    btw: einge Leser werden sich fragen, was der Lautsprecher oben freiliegend auf der Box für einen Sinn macht.
    Ein Klavier strahlt in alle Richtungen den Ton ab, ein Lautsprecher prinzipbedingt eher nur in eine Richtung, in der sich die Membran bewegt.


    Der obrige Lautsprecher strahlt die Mitten in die fehlenden Richtungen ab und der Klang wird damit prinzipbedingt viel viel räumiger.




    nun noch mal zu der obrigen Frage: der wahre HiFi-Freak baut seine Röhren selber oder?


    Natürlich!!


    Weil vieles überhaupt nur im Selbstbau herstellbar ist, weil es käuflich nicht (mehr) erwerbbar ist!!
    Für die industrielle Fertigung ist eine stabilisierte Röhrenheizspannung und ein geregeltes Netzteil für die Anodenspannung viel zu teuer oder man muss eben wegen Kleinserie sehr viel Geld wie bei dem angesprochenem Kopfhörerverstärker bezahlen.


    Zum Glück gibt es aber noch einige wenige Privatleute/Individualisten, die so etwas abseits des Mainstreams entwickeln und mit eigenem Risiko am Markt anbieten.


    .. oder will jemand wirklich auf qrp-project, Elecraft, etc. in der heutigen Zeit verzichten?

  • Was immer sehr gerne bei der ganzen Technik vergessen wird: Das Ende der Übertragungskette.... der Hörer selbst. Und damit meine ich nicht einmal die 'technischen' Daten des Kandidaten...


    High End auf die nackte Technik zu reduzieren wäre genau so zu kurz gegriffen wie CW Betrieb auf Rauschabstände und Bitfehlerraten bei der Übertragung.


    Musik hören muss einfach Spass machen... genau wie CW ... das breite Grinsen, was sich einstellt... das Gefühl, wieder etwas neues (für sich selbst!) entdeckt zu haben, das wiegt am Ende viel mehr als das ganze Gerede um was auch immer... kurz Technik genannt.


    Das ein Kopfhörer niemals nie nicht ein 1:1 Hörerlebnis z.B. eines Konzertes liefern kann, ist unbestritten .. aber er kann ein eigenes Hörerlebnis vermitteln... und spätestens wenn dieses als angenehm empfunden wird, entsteht wie so oft der Wunsch nach mehr.. und wie immer im Leben wird es am Ende des Skala immer schwerer, noch ein's drauf zu packen... und das diese gefühlte Steigerung oft genug nur eine sehr subjektive, vielleicht ausschließlich durch die unterbewusste Kopplung von besser == teurer erzielt wird, ändert nichts an dem gefühlten Spass an der Sache..


    Am Ende zaehlt aber nicht der Preis, sondern eben dieser Spass an einer Sache.. Ja, ich schüttel auch den Kopf, wenn da zich hunder Euro für 2 Meter NF Strippe ausgegeben werden.... oder sehr puristische Schaltungen im Desingergehäuse für den Gegenwert einer DX Expedition angeboten werden...


    Zum Glück setzt bei mir das breite Grinsen schon bei einer Kombo aus Kopfhörer und Kopfhörerverstärker << 1 Kilo Euro ein... da bleibt dann noch Luft fuer etwas Afu... wo es aber bestimmt nicht 'vernüftiger' als im High Ende Bereich zu geht... muss es aber auch gar nicht, weil... solange ein Hobby dem Betreiber Spass macht, ist jede Summe toten Geldes in was ganz wunderbares gewandelt worden.. Die Summe wird erst dann zu einem Problem, wenn sie als Wertmaßstab des Hobbytreibenenden selbst dienen soll...


    Am Ende geht es um Begeisterung und Spass... egal in welchem Hobby... und da sind technische Daten oft nur eine Krücke, um das angeblich so überlegene rationale ICH zu belügen ;) ...


    73 de Olaf / DL5YBZ