Auf dem Weg zur Einhebel 3 von Scheunemann

  • Hallo,


    wie versprochen, einige Bemerkungen, wie ich zu meiner Scheunemann Einhebeltaste 3 gekommen bin.


    Ueber die meine Bewegruende und allgemeine Vorteile der Single Paddle Tasten wurde ja in anderen Artikeln genug geschrieben, (http://www.qrpforum.de/index.php?page=Thread&threadID=9926), sodass ich dies hier nicht mehr wiederholen muss.


    Die Auswahl fiel nicht leicht, obwohl das Angebot uebersichtlich ist.


    Tastenüberblick
    -------------------
    Palm Single http://www.palm-radio.de/deutsch/dspaddle.html
    Scheunemann Einhebel 3 scheunemann-morsetasten.de
    K8RA P-6 Single Lever http://www.k8ra.com/product-p/p-6.htm
    Begali Sculpture Mono http://www.i2rtf.com/html/sculpture_mono.html
    Begali Simplex Mono http://www.i2rtf.com/html/simplex_mono.html
    Begali Leonessa http://www.i2rtf.com/html/leonessa.html
    Begali Adventure Mono http://www.i2rtf.com/html/adventure_mono.html
    Begali HST Single Leverhttp://www.i2rtf.com/html/hst.html
    Kent Single Levver paddle http://kent-engineers.com/SINGLEpaddleINFO.htm
    N3ZN ZN-SL Single-Leverhttp://n3znkeys.com/p/13/zn-sl
    GF501A "Speed Key" http://www.mtechnologies.com/ghd/gf501a.jpg
    CT 755 B Single Magnet Tension Brass Lever Paddlehttp://www.ur5cdx.com/product_…857a3e309af54913c3459546a
    9A5N Solid State CW Paddle http://web.hamradio.hr/9a5n/index.php/solid-state-cw-paddle
    Bencher ST-1 Single Lever Paddle http://www.morsex.com/bencher/
    Bushwhacker Sideswiper/Single lever Paddle http://americanmorse.com/bushwhacker.htm
    Hi-Mound MK-704 Single Paddle http://www.mtechnologies.com/himound/index.htm#mk704
    Bergsiek Profi M als Einhebel-Wabbler http://www.bergsiek-morsetasten.de/



    Mein Hauptproblem
    -----------------------
    Eine Taste sollte man ausprobieren können, bevor man sich entscheidet. Die Tasten kosten alle nicht wenig und in die Mechanik kann man durch die Bilder leider nicht hineinsehen. Die Texte enthalten meist keine Konstruktionsdetails oder Beschreibungen der Mechanik. Eine Probephase half.


    Entscheidungspunkte
    --------------------------
    Ich hatte zuerst nach dem Ausschlussverfahren gearbeitet. Obwohl man sich auf die subjektiven Beurteilungen von Oms nicht immer verlassen kann, fielen einige Tasten aufgrund der Beurteilungen im benachbarten Forum bei "eHam" aus. Dort wurde u.a. von mechanischen Problemen berichtet. Das kann ich nicht gebrauchen.


    Zentrale Mechanik
    ----------------------
    Ein zweiter Punkt war das System der mechanischen Rueckführung / Zentrierung des Hebels. Hier gibt es einige grundlegende Unterschiede. Einfache Systeme, wie eine lange Feder kamen nicht in Frage. Der Hebel muss schnell und sicher in die Mittelstellung zurückgeholt werden. Dies ist eine Herausforderung, die von einigen Herstellern durch die Übernahme des Zweihebelsystems gelöst wurde. Diese Lösungswege sind nicht immer offensichtlich.
    Am sichersten erschien mir eine Lösung mit einem zentralen, ausreichend starken Federsystem, dass fest in die Konstruktion integriert ist.


    Lagerung
    -----------
    Bei den meisten Systemen soweit vermerkt, werden Kugellager eingesetzt. Ich habe zwar nicht verstanden, warum man Kugellager einsetzt wenn sich nichts dreht. Aber sei es drum. Es scheint zu funktionieren. Über die Qualität der Kugellager kann man nur spekulieren.
    Es gibt eine weitere Methode der Lagerung: peak-bearing Spitzenlagerung.


    Kontakte
    ----------
    Die Kontakte sollten aus sehr hartem Material bestehen, dass auch einen guten Kontakt elektrischen Kontakt auf Dauer garantiert. Die hier verwendeten Materialien sind bei hochwertigen Tasten aus Silber, Hartsilber oder Gold. Die Kontaktform sollte nicht eben sein, da "Kontaktschwierigkeit" vorprogrammiert sind. So ist eine konvexe Form zu bevorzugen.


    Magnet / Feder für Anpressdruck
    ----------------------------------------
    Magnete sind für viele Anwendungen interessant, aber die Zugkraft ändert sich mit dem Abstand der Entfernung. Hier sind Einstellungen sehr schwer. Eine Feder baut einen mehr oder minder linearen Druck auf. Hier ist die Einstellung z.B. über eine Rändelschraube sehr viel einfacher vorzunehmen.


    Akkustisches Feedback
    -----------------------------
    Dies ist wieder eine Frage der Einstellung: des Abstandes der Kontakte UND der Materialien, die aufeinandertreffen. Ich mag das akkustische Feedback - besonders wenn seltsame Materialien aufeinandertreffen (Alutopf und Alulöffel) nicht besonders. Ich will Ruhe in der Bude.


    Taktiles Feedback
    ---------------------
    Das sollte bemerkbar sein. Dafür ist es notwendig, dass das System hart ist und einen definierten Anschlag ohne Bouncing hat.


    Basismaterial
    ----------------
    Hier gibt es zwei Lager. Die meisten Hersteller verwenden für den mechanischen Aufbau ein Material (Stahl, Messing, ...). Nach meinem laienhaften Verstaendnis entspricht dies auch dem Vorgehen der mechanischen Uhrenindustrie, die für ihre Uhrwerke ein Material verwenden, um so z.B. den durch verschiedene Ausdehnungskoeffizienten bei verschiedenen Materialien und den damit vorprogrammierten Reibungsschwierigkeiten vorzubeugen. Einige Hersteller verwenden ein Materialmix. Ich gehe mal davon aus, dass sie die entstehenden Probleme bedacht haben.
    Da ich schon zwei Messingtasten habe, passte eigentlich eine weitere Messingtaste in die Sammlung.


    Material des Hebels
    ------------------------
    Eigentlich wollte ich gerne Holz, aber das hatte nur ein Anbieter im Programm. Auch das glatte Plexieglas ist mir ein Greul, aber wenn das Plexisglas aufgeraut wird, hat es das richtige Feeling und sieht noch edel aus.


    Schutz des Materials
    -------------------------
    Auch wenn das Metall "nicht-Kaputtbar" ist, wird es doch der Luft und der Feuchtigkeit ausgesetzt. Sollten die Materialien auf die in der Luft aufgelösten Stoffe Verbindungen eingehen, ist es notwendig, dass auch das Metal mit einer weiteren Schutzschicht versehen ist.


    Gewicht
    ----------
    Auch wenn ich nur wie eine Feder gebe, ist Gewicht von Vorteil. Und wenn dann noch rutschfeste Fuesse angebracht sind, läuft die Taste auf einem glatten Stationstisch nicht mehr weg.


    Funktionalität
    ---------------
    In der Computerumgebung wuerde man vom GUI sprechen. Wie kann ich die Taste bedienen, wie komme ich an die Bedienelemente heran. Entsprechen die Bedienelemente ihrer Aufgabe? Bei der Taste ist es aber keine graphische Oberfläche, sondern reale Raeder, Raendelschrauben,
    - die sich nicht selbst verstellen,
    - beim Verstellen leichtgaengig sind
    - und deren Ränder eine gute Haptik haben.
    Auch sollte ich an wichtige Einstellschrauben leicht herankommen, ohne die Taste auseinandernehmen zu muessen.


    Staubschutz
    ---------------
    Wer lebt schon in einem Vakuum? Ich nicht, also staubt es und ich habe mit der Taste eine zwar stabile, aber doch empfindliche Mechanik. Ein Staubschutz ist eigentlich selbstverstaendlich.


    Design
    --------
    Hier scheiden sich wie immer die Geister. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber ich zumindest folge in erster Linie dem Spruch "Form follows function". Oder andersherum: Alles was nicht zur Funktion beiträgt ist überflüssig. Kunst mit fließenden Formen kann man mögen, aber ich liebe Bach mit klaren Strukturen.


    Personalisierung
    --------------------
    Bei einer Taste für Leben, darf auch ruhig mein Call eingraviert sein. Soviel sei meiner Eitelkeit geschuldet.


    Industrielle oder handwerklich Fertigung
    ------------------------------------------------
    Großindustrielle Fertigung kann Vorteile bringen, auch in Bezug auf Präzision. Dort hat man entsprechende Maschinen und Fertigungsstraßen. Aber Tasten haben nicht so hohe Auflagen, dass sich teure Einrichtungen lohnen. So bevorzuge ich handwerkliche Taetigkeit, die natuerlich in der Meisterklasse liegen sollte.
    Ich nehme mal wieder mein Gitarrenbeispiel: Eine Sperrholzgitarre für 150 Euro ist im Winter im Ofen gut. Eine gute Massengitarre für 500 Euro kann man spielen. Eine handgemachte Meistergitarre für 5000 Euro dürfte für den richtigen Spieler ein Erlebnis sein. Eine Spitzengitarre für 20 000 Euro aufwaerts ... Da liegt das Wissen und die Fähigkeiten des Meisters drin und deren Herstellung incl. Verbesserung dauert halt ein Jahr.


    Import und/oder Garantie
    ------------------------------
    Import aus der Welt kostet Geld (Porto und Zoll). Import aus der EU kostet nur Porto. Bei der Frage der Garantie habe ich immer das Problem, wenn ich im Ausland kaufe. Auch Mechanik oder das Material kann defekt sein. Und hier ist es mir lieber, wenn ich den Hersteller direkt ansprechen kann.


    Zusammenfassend: Ich bin sehr zufrieden und habe die alten Schurrs (Portabel und die grosse kein M) beseite gestellt. Die Palm Single bleibt in Betrieb.


    73 de Hajo

  • Hallo Hajo,


    ich habe mal versucht, die Links zu öffnen.
    Viele funktionieren leider nicht.
    So bin ich u.a. bei der PALM hängengeblieben


    Frage: Kann jemand etwas zur Palm PKK sagen (straight Keyer, also Einhebel vertikal) ?



    vy 73 Gerd, dk4fp

  • Frage: Kann jemand etwas zur Palm PKK sagen (straight Keyer, also Einhebel vertikal) ?


    Hallo Gerd,


    möchte die PKK nicht mehr missen - sie hat einen eher weichen Anschlag -
    ursprünglich als Urlaubstaste erworben ist sie mittlerweile meine Standardtaste
    geworden.


    Ich habe mir daraufhin auch die Palm Single zugelegt - war mein letzter Versuch,
    mich an ein Paddle bzw. Sideswiper zu gewöhnen - geht nicht, kann wohl doch nur Hubtaste...

    ( wenn die jemand haben möchte, bitte PN - nur wenige Stunden benutzt, komplett mit Zubehör - verkauft! )


    73!


    Peter/DL3PB

  • Moin,


    wenn ich die Überschrift im Thread lese Auf dem Weg zur Einhebel 3 von Scheunemann, dann ist das die Haupttaste von HaJo geworden und die Palm wurde nicht in die Ecke gestellt, sondern wird mit betrieben.


    HaJo, ein schöner informativer und teils lustig geschrieber Artikel. Es ist eine Freunde, den zu lesen, danke dafür. Eine feine saubere Auswahlreihenfolge.


    Was mich nun aber brennend interssiert: Ausprobieren - haben Dir die Verkäufer die Tasten leihweise überlassen?


    Ein paar Worte zur Lagerung: OM Schurr hat nicht ohne Grund lebenslange mit Spezialöl dauergefettete und von ihm justierte (sogar mit Sicherungslack versehene) Spitzenlager genommen. Den Einsatz von Kugellagern halte ich ebenfalls für viel zu überzogen. Die Gesamtfläche aller Kugeln, die mit den Lagerschalen in Kontakt stehen, sind m.E. wesentlich grösser als bei Spitzenlagern. Ferner sind letztere bei meisterhafter Verarbeitung besser (oder überhaupt) zu justieren. Bedenkt bitte: hochpräzise mechanische Uhrwerke arbeiten mit in Edelsteinen gelagerten Spitzen.


    HaJo, ich wünsche Dir viele schöne Stunden mit der neuen Einhebel 3 von Scheunemann.

    73 Michael, DF2OK.

    ~ "Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern." (Konfuzius *551 v. Chr. †479 v. Chr.) ~


  • Hallo Peter,


    vielen Dank.
    Geht mir auch so, ich habe auch von Schurr ein Paddle. Aber für Urlaub suche ich auch eine leichte Taste (sonst wiegt die soviel wie die ganze qrp-Station).


    vy 73 Gerd, dk4fp

  • Hallo,


    ich bin bei der Lagerbeschreibung bewusst im Vagen geblieben, da ich den Begriff "peak-bearing" im Englischen nicht kenne. Aber Uli Scheunemann (DJ6JL) hat eben bestaetigt, dass dies ein Einfall vom "alten Schurr" war, der es noch nicht in die Lexika geschafft hat. Also Spitzenlager war richtig. Ich konnte es aber nicht verifizieren, da diese Lager gekapselt sind.


    Die Erläuterung von Michael ist demnach korrekt.


    Ein paar Worte zur Lagerung: OM Schurr hat nicht ohne Grund lebenslange mit Spezialöl dauergefettete und von ihm justierte (sogar mit Sicherungslack versehene) Spitzenlager genommen. Den Einsatz von Kugellagern halte ich ebenfalls für viel zu überzogen. Die Gesamtfläche aller Kugeln, die mit den Lagerschalen in Kontakt stehen, sind m.E. wesentlich grösser als bei Spitzenlagern. Ferner sind letztere bei meisterhafter Verarbeitung besser (oder überhaupt) zu justieren. Bedenkt bitte: hochpräzise mechanische Uhrwerke arbeiten mit in Edelsteinen gelagerten Spitzen.



    73 de Hajo

  • Zentrale Mechanik
    ----------------------
    Ein zweiter Punkt war das System der mechanischen Rueckführung / Zentrierung des Hebels. Hier gibt es einige grundlegende Unterschiede. Einfache Systeme, wie eine lange Feder kamen nicht in Frage. Der Hebel muss schnell und sicher in die Mittelstellung zurückgeholt werden. Dies ist eine Herausforderung, die von einigen Herstellern durch die Übernahme des Zweihebelsystems gelöst wurde. Diese Lösungswege sind nicht immer offensichtlich.
    Am sichersten erschien mir eine Lösung mit einem zentralen, ausreichend starken Federsystem, dass fest in die Konstruktion integriert ist.

    Lagerung
    -----------
    Bei den meisten Systemen soweit vermerkt, werden Kugellager eingesetzt. Ich habe zwar nicht verstanden, warum man Kugellager einsetzt wenn sich nichts dreht. Aber sei es drum. Es scheint zu funktionieren. Über die Qualität der Kugellager kann man nur spekulieren.
    Es gibt eine weitere Methode der Lagerung: peak-bearing Spitzenlagerung.

    Kontakte
    ----------
    Die Kontakte sollten aus sehr hartem Material bestehen, dass auch einen guten Kontakt elektrischen Kontakt auf Dauer garantiert. Die hier verwendeten Materialien sind bei hochwertigen Tasten aus Silber, Hartsilber oder Gold. Die Kontaktform sollte nicht eben sein, da "Kontaktschwierigkeit" vorprogrammiert sind. So ist eine konvexe Form zu bevorzugen.

    Magnet / Feder für Anpressdruck
    ----------------------------------------
    Magnete sind für viele Anwendungen interessant, aber die Zugkraft ändert sich mit dem Abstand der Entfernung. Hier sind Einstellungen sehr schwer. Eine Feder baut einen mehr oder minder linearen Druck auf. Hier ist die Einstellung z.B. über eine Rändelschraube sehr viel einfacher vorzunehmen.

    Akkustisches Feedback
    -----------------------------
    Dies ist wieder eine Frage der Einstellung: des Abstandes der Kontakte UND der Materialien, die aufeinandertreffen. Ich mag das akkustische Feedback - besonders wenn seltsame Materialien aufeinandertreffen (Alutopf und Alulöffel) nicht besonders. Ich will Ruhe in der Bude.

    Taktiles Feedback
    ---------------------
    Das sollte bemerkbar sein. Dafür ist es notwendig, dass das System hart ist und einen definierten Anschlag ohne Bouncing hat.

    Basismaterial
    ----------------
    Hier gibt es zwei Lager. Die meisten Hersteller verwenden für den mechanischen Aufbau ein Material (Stahl, Messing, ...). Nach meinem laienhaften Verstaendnis entspricht dies auch dem Vorgehen der mechanischen Uhrenindustrie, die für ihre Uhrwerke ein Material verwenden, um so z.B. den durch verschiedene Ausdehnungskoeffizienten bei verschiedenen Materialien und den damit vorprogrammierten Reibungsschwierigkeiten vorzubeugen. Einige Hersteller verwenden ein Materialmix. Ich gehe mal davon aus, dass sie die entstehenden Probleme bedacht haben.
    Da ich schon zwei Messingtasten habe, passte eigentlich eine weitere Messingtaste in die Sammlung.

    Material des Hebels
    ------------------------
    Eigentlich wollte ich gerne Holz, aber das hatte nur ein Anbieter im Programm. Auch das glatte Plexieglas ist mir ein Greul, aber wenn das Plexisglas aufgeraut wird, hat es das richtige Feeling und sieht noch edel aus.

    Schutz des Materials
    -------------------------
    Auch wenn das Metall "nicht-Kaputtbar" ist, wird es doch der Luft und der Feuchtigkeit ausgesetzt. Sollten die Materialien auf die in der Luft aufgelösten Stoffe Verbindungen eingehen, ist es notwendig, dass auch das Metal mit einer weiteren Schutzschicht versehen ist.

    Gewicht
    ----------
    Auch wenn ich nur wie eine Feder gebe, ist Gewicht von Vorteil. Und wenn dann noch rutschfeste Fuesse angebracht sind, läuft die Taste auf einem glatten Stationstisch nicht mehr weg.

    Staubschutz
    ---------------
    Wer lebt schon in einem Vakuum? Ich nicht, also staubt es und ich habe mit der Taste eine zwar stabile, aber doch empfindliche Mechanik. Ein Staubschutz ist eigentlich selbstverstaendlich.

    Design
    --------
    Hier scheiden sich wie immer die Geister. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber ich zumindest folge in erster Linie dem Spruch "Form follows function". Oder andersherum: Alles was nicht zur Funktion beiträgt ist überflüssig. Kunst mit fließenden Formen kann man mögen, aber ich liebe Bach mit klaren Strukturen.

    Personalisierung
    --------------------
    Bei einer Taste für Leben, darf auch ruhig mein Call eingraviert sein. Soviel sei meiner Eitelkeit geschuldet.

    Industrielle oder handwerklich Fertigung
    ------------------------------------------------
    Großindustrielle Fertigung kann Vorteile bringen, auch in Bezug auf Präzision. Dort hat man entsprechende Maschinen und Fertigungsstraßen. Aber Tasten haben nicht so hohe Auflagen, dass sich teure Einrichtungen lohnen. So bevorzuge ich handwerkliche Taetigkeit, die natuerlich in der Meisterklasse liegen sollte.
    Ich nehme mal wieder mein Gitarrenbeispiel: Eine Sperrholzgitarre für 150 Euro ist im Winter im Ofen gut. Eine gute Massengitarre für 500 Euro kann man spielen. Eine handgemachte Meistergitarre für 5000 Euro dürfte für den richtigen Spieler ein Erlebnis sein. Eine Spitzengitarre für 20 000 Euro aufwaerts ... Da liegt das Wissen und die Fähigkeiten des Meisters drin und deren Herstellung incl. Verbesserung dauert halt ein Jahr.

    Import und/oder Garantie
    ------------------------------
    Import aus der Welt kostet Geld (Porto und Zoll). Import aus der EU kostet nur Porto. Bei der Frage der Garantie habe ich immer das Problem, wenn ich im Ausland kaufe. Auch Mechanik oder das Material kann defekt sein. Und hier ist es mir lieber, wenn ich den Hersteller direkt ansprechen kann.


    Danke Hajo, Dein Auswahlbericht hat mich begeistert.
    Ich habe mir schon oft Gedanken gemacht über Tastenbau im Allgemeinen.


    In folgendem Link nachzulesen:
    http://www.qrpforum.de/index.p…eNo=1&highlight=tastenbau


    Jetzt muß ich mal meine "Forderungen" mit Deinen abgleichen - wenn auch nur bedingt möglich, weil ich mich (nicht nur) an Selbstbautasten orintiere.
    Mich interessiert aber hauptsächlich das Funktions-Prinzip, also ist der Vergleich vielleicht doch möglich?


    Schau Dir mal die alte Liste meiner Anforderungen an - wie angehängt.



    Vorerst mal soweit...
    hzl Gerd

  • Material des Hebels
    ------------------------
    Eigentlich wollte ich gerne Holz,



    Hallo Hajo,


    wenn du willst, besorge dir ein Holz deiner Wahl und teile mir mit, wie groß die Abstände der Bohrungen sein sollen und was für einen Durchmesser die Bohrungen haben sollen. Ich zeichne dir in CAD die Paddle und lege dir das dann auf die Fräse. Dann sieht es auch nicht gefrickelt aus.

  • Hallo Thomas,


    danke fuer Dein grosszuegiges Angebot.


    Im Moment bin ich mit der Tastenoberflaeche der Schuenemann ganz zufrieden. Wenn ich doch noch einen Holz-Fingerhebel einsetzen will, wird dies gut unterstuetzt. Der Fingerhebel ist mittig in den Tasthebel in eine Gabel eingefuegt. So muss ich noch nicht mal ein Gewinde in das Holz schneiden, dass auch nicht lange halten wuerde. Und eine haessliche Loesung wie bei K8RA mit aussenstehenden Muttern kommt auch nicht infrage.


    Und bei Holz kann ich mir selbst helfen, wenn ich will (Siehe selbstgebautes Clavichord).


    73 de Hajo

  • Hallo Gerd,


    dank fuer Deine lobenden Worte.


    Ich habe den Thread gelesen und einige Ideen aufgenommen, aber denke bitte bei meinen Antworten daran, dass ich weder Feinmechaniker noch Konstrukteur bin. So habe ich mit Deiner Liste vielleicht Interpretationsprobleme, aber dafuer darfst Du mich korrigieren:


    1. Tasthebel kurz: Ist wohl relativ. Bei der Scheunemann ist er ca. 62 mm . Ich finde das ok. Wenn ich einige Begali betrachte mit sehr viel kuerzeren Hebeln, kann ich mir vorstellen, dass z.B. die Einstellung des Kontaktabstandes sehr viel kritischer ist. Wenn ich einen Abstand von 0,2 mm habe, macht es schon einen Unterschied, ob der Hebel ab Lagerung 10 oder 30 oder 60 mm lang ist.


    2. Tasthebel leicht: Das verstehe ich nicht ganz: Wenn der Hebel eine Steifigkeit haben soll, dann kommt das von der Masse und dem Material. Wenn die Steife bei einem bestimmten Material erreicht ist, hat er ein definiertes Gewicht, dass auch von der Laenge abhaengig ist. Wenn der Hebel oben und unten in einem Spitzenlager aufgehaengt ist, spielt die Masse eigentlich keine Rolle mehr, da er fast schwebt. Sicher wird das Lager entsprechend belastet.


    3. Tasthebelaufteilung 1:1 Scheint sich so bewaehrt zu haben, aber durch die Fingerhebelverlaengerung wird dies doch wieder ausgehebelt?


    4 Griffe austauschbar. Dass sollte eigentlich Pflicht sein. Zu jeder Taste sollten 2-3 verschiedene Hebel beigelegt werden. Die kosten eh' nicht viel.


    5. Griffe Struktur "erhaben"? Wenn Du damit eine "rutschfeste" Oberflaechenstruktur meinst: selbstverstaendlich.


    5a. Ich bin bei der Diskussion um die Hebelform sogar (ohne Erfolg) noch ein Stueck weitergegangen, indem ich die Form des Hebels veaendert habe.


    - So bekommt eine größere Fingerfläche Rückmeldung der Berührung
    - Der Finger wird an die optimale Stelle (Mitte des Hebels) geführt
    - Der Finger sitzt durch die größere Fläche und Rauheit fester
    - Der Fingerdruck kann besser kontrolliert werden


    6. ?


    7. sicherer Stand . Aber sicher und dies ohne zweite Hand ;)


    8. Feine Einstellung der Ruheposition Das ist eine Selbverstaendlichkeit. Allerdings scheint es auch andere Loesungen ausser ovaler Mittenpfosten zu geben. Ich hab die Taste noch nicht ausseinander genommen.


    9 Tastdruck regulierbar ; Seit ich dies habe, stehen die alten Schurrs in der Ecke und schmollen. Essentiell. Wobei: Bei zunehmender Geschwindigkeit erhoeht sich mein Fingerdruck. Da bin ich noch in der Findungsphase.


    10. Jedem Tirchen sein ...


    11. Kosten sehr preiswert Mmmh, Ich bleibe mal bei "Preiswert" = Es sollte seinen Preis wert sein. Wenn ich Material und Zeit (Planung, Konstruktion und Bau) zusammenzaehle kommt da immer ein nettes Suemmchen raus, ausser meine Zeit wird von der Rente finanziert.


    Ich hoffe, ich lag nicht so oft daneben.


    73 de Hajo

  • Lbr Hajo, danke!
    Ich antworte zwischen den Zeilen.


    1. Tasthebel kurz: Ist wohl relativ. Bei der Scheunemann ist er ca. 62
    mm . Ich finde das ok. Wenn ich einige Begali betrachte mit sehr viel
    kuerzeren Hebeln, kann ich mir vorstellen, dass z.B. die Einstellung des
    Kontaktabstandes sehr viel kritischer ist. Wenn ich einen Abstand von
    0,2 mm habe, macht es schon einen Unterschied, ob der Hebel ab Lagerung
    10 oder 30 oder 60 mm lang ist.


    Seit ich von Schnelltelegrafisten weiß, daß sie die Tasthebel komplett abschrauben, damit die Wege kürzer werden, schau ich auf diesen Punkt, hi.



    2. Tasthebel leicht: Das verstehe ich nicht ganz: Wenn der Hebel eine
    Steifigkeit haben soll, dann kommt das von der Masse und dem Material.
    Wenn die Steife bei einem bestimmten Material erreicht ist, hat er ein
    definiertes Gewicht, dass auch von der Laenge abhaengig ist. Wenn der
    Hebel oben und unten in einem Spitzenlager aufgehaengt ist, spielt die
    Masse eigentlich keine Rolle mehr, da er fast schwebt. Sicher wird das
    Lager entsprechend belastet.
    Meine Überlegung war: Es wird immer Masse bewegt. Deine Argumente (Schwebe usw.) sprechen für entsprechenden Ausgleich!



    3. Tasthebelaufteilung 1:1 Scheint sich so bewaehrt zu haben, aber durch
    die Fingerhebelverlaengerung wird dies doch wieder ausgehebelt?
    Es ging mir dabei um die Übersetzung, die sich immer verändert bei ungleicher Hebelaufteilung. Je nach Gewohnheit, wirkt sich das bei Tastenwechsel aus.



    4 Griffe austauschbar. Dass sollte eigentlich Pflicht sein. Zu jeder
    Taste sollten 2-3 verschiedene Hebel beigelegt werden. Die kosten eh'
    nicht viel.
    Ich hatte mal eine Sammlung von Griffen (Fotos) - muß mal schauen, ob ich die im PC wiederfinde.



    5. Griffe Struktur "erhaben"? Wenn Du damit eine "rutschfeste" Oberflaechenstruktur meinst: selbstverstaendlich.
    Ja, vielleicht so ein "Zwischending" von Belag?Die Finger dürfen nicht rutschen, sollen aber auch nicht gebremst werden.




    5a. Ich bin bei der Diskussion um die Hebelform sogar (ohne Erfolg) noch
    ein Stueck weitergegangen, indem ich die Form des Hebels veaendert
    habe.




    - So bekommt eine größere Fingerfläche Rückmeldung der Berührung


    - Der Finger wird an die optimale Stelle (Mitte des Hebels) geführt


    - Der Finger sitzt durch die größere Fläche und Rauheit fester


    - Der Fingerdruck kann besser kontrolliert werden
    JA, die Hebelform spielt eine Rolle.



    6. ?
    Oh, da hab ich geschlampt - muß später nachsehen.



    7. sicherer Stand . Aber sicher und dies ohne zweite Hand ;)
    Ich hatte früher einige Handtasten durch die Tischplatte hindurch verschraubt - da kam natürlich Protest, hi.
    Bei meinen Selbstbautasten, hatte ich dann einheitlich feste Magnete in die Unterseite eingebaut und als Gewicht einen Feinmechaniker-Amboß verwendet.
    Ein einziger Amboß genügte dann für alle Tasten.



    8. Feine Einstellung der Ruheposition Das ist eine
    Selbverstaendlichkeit. Allerdings scheint es auch andere Loesungen
    ausser ovaler Mittenpfosten zu geben. Ich hab die Taste noch nicht
    ausseinander genommen.
    Ich hatte von Schurr erfahren, wie es im Innern seiner Spitzentaste aussah und dabei erstmals vom ovalen Pfosten gehört.



    9 Tastdruck regulierbar ; Seit ich dies habe, stehen die alten Schurrs
    in der Ecke und schmollen. Essentiell. Wobei: Bei zunehmender
    Geschwindigkeit erhoeht sich mein Fingerdruck. Da bin ich noch in der
    Findungsphase.
    Ich kontrolliere mit einer Briefwaage meinen Tastendruck, seit ich weiß, wie unterschiedlich z.B. die beiden Tastendrücke sind, wenn der Ausgleich über eine um einen Pfosten gespannte Spiralfeder sind. Eigentlich genügen mir 5 bis 10 Pond, oder Gramm, oder wie man das nennen kann.(bezieht sich auf 2-Hebel für Squeeze)




    10. Jedem Tirchen sein ...
    muß ich nachschauen, was dieser Punkt beinhaltete...



    11. Kosten sehr preiswert Mmmh, Ich bleibe mal bei "Preiswert" = Es
    sollte seinen Preis wert sein. Wenn ich Material und Zeit (Planung,
    Konstruktion und Bau) zusammenzaehle kommt da immer ein nettes Suemmchen
    raus, ausser meine Zeit wird von der Rente finanziert.

    Stimme Dir zu, habe auch Tasten, die ihren Preis wert sind - neben den vielen selbstgebauten Versuchstasten.


    hzl Gerd

  • Lbr Hajo,


    hier mal ein Bild, um die Hebelverhältnisse zu zeigen.


    Das Verhältnis der sehr kurzen Hebel ist ca. 1:1


    Das Tasthebel-Fingerblättchen ist in die Einteilung 1:1 mit eingerechnet.


    Die Finger oder Tasthebel sind verstellbar (nach oben, nach unten).


    Meine eigene Hebelzeichnung dient nur der Aufteilung 1:1 - die Länge mal bitte nicht beachten.


    hzl Gerd

  • Hallo Gerd,


    zu den Hebelverhaeltnissen: Dann hatte ich das falsch verstanden, da ich die Lange des Fingerhebels nicht mitgerechnet habe. Muesste das Verhältnis vom Zentrum des Aufsetzpunktes des Fingers auf dem Hebel gemessen werden? Und der ist in Grenzen variabel? Oder hat Scheunemann diebMiite der Balance ( Gewicht) genommen? Aber im Prinzip hast Du recht: So laesst sich die Kraft am Einfachsten dosieren. Meine Messung bezog sich wirklich nur auf den Metallhebel.


    Die Idee mit den vertikal verstellbaren Fingerhebeln ist gut, da es verschiedene Haende gibt und der Abstand zwischen der Ballenauflageflaeche und der Hoehe der Finger variiert.


    So langsam wurde mich die Konstruktion der verborgenen mechanische Zentrierung meiner Taste doch interessieren. Irgendwann wird sie auseinander genommen ...


    73 de Hajo

  • Lbr Hajo,


    da ich meistens den Fingerhebel nur an der Kante bediene, bin ich vom Kantenrand ausgegangen.
    -je nach Fingerauflage - da hast Du recht!


    P.S.: siehe mein verschmutzter Fingerhebel, hi (muß mal putzen, schäm!)


    "Die Idee mit den vertikal verstellbaren Fingerhebeln ist gut, da es
    verschiedene Haende gibt und der Abstand zwischen der
    Ballenauflageflaeche und der Hoehe der Finger variiert."


    Genau so sehe ich das auch, zumal, wenn ich den "dicken" Amboß benutze, hi.!


    hzl Gerd

  • Hallo Gerd,


    jetzt muss ich Dich doch noch mal nerven:


    Hebelverhaeltnis: Die Palm Single mit der Endaufhaengung funktioniert super. Es ist aber auch ein anderes Funktionsprinzip. Ich finde es Klasse, dass Leute versuchen mit unkonventionellen Ideen alte Probleme anzugehen und dabei auf Loesungen stossen, die neue Wege zeigen und sogar Verbesserungen produzieren.


    73 de Hajo

  • Lbr Hajo,


    ich hänge dir nochmal zwei Scans an die Mail, um einen weiteren Einblick in eine Taste zu ermöglichen.
    (von der Taste, die die verstellbaren Fingerblättchen hat.)


    Dann spreche ich dich nochmal auf den Tastendruck an - siehe weiteres Foto.
    Wie gesagt, ich prüfe das mit einer stinknormalen Briefwaage. Man kann das nicht genau messen, weil ja noch das Gewicht des Hebels teilweise miteinfließt. Zumindest kann man den linken Druck mit dem rechten Druck vergleichen.


    Ich bin auch nicht vom Fach und nicht mehr im QRL. In der Schule hatten wir einfache Pondmeter (Feder im geeichten Röhrchen), damit hätte man direkt und genau den Tastendruck messen können (Tasthebel mal nach links und dann nach rechts ziehen).


    hzl Gerd

  • Lbr Hajo,


    mir war zwischenzeitlich der Amboss auch zu dick!
    Zwischenlösung wie besprochen: Tasthebel nach "unten" kippen.


    Eine "flachere" aber schwere Bodenplatte habe ich so gemacht - siehe Foto.
    Blei vom Dachdecker (kostenloser Abfall?) ......
    Das mit Blei gefüllteTEKO-Gehäuse an den Ecken verlötet.


    Diverse Paddles aus dem Internet - hoffentlich ist der Konstrukteur wegen der Bildveröffentlichung nicht böse?
    Weiß aber den Autor nicht mehr - vielleicht findet Ihr ihn. Dann will ich sofort um nachträgliche Erlaubnis bitten.
    Seine Sammlung ist gut!


    hzl Gerd

  • Hallo Gerd,


    abgesehen davon, dass ich mit der alten Schurrplatte incl. Personalisierung eine perfekte stabile Plattform habe, würde mich doch interessieren, wie man mechanisch den Bleiklumpen in das Teko-Gehaeuse bekommt.


    Abgesehen davon ist mit gestern eingefallen, wie ich Paddle fuer die Sensortaste bekomme:
    Man nehme die grosse Schurr und wechsle die Plexiglashebel gegen wohlgeformte PCB Platinen und isoliere die Kontakte ... Wird irgendwann gemacht.


    PS: die Entwickler der Autokorrektur von Android sollte man einsperren und sie zwingen "A la Recherche du Temps Perdue" abzutippen.


    73 de Hajo

  • Lbr Hajo,


    die Platten verarbeitet der Dachdecker in dieser Form - weiß nicht mehr 2-3mm dick.
    Einfach zuschneiden mit der Blechschere und eine Platte auf die andere bis das Gehäuse randvoll ist....
    Hab dann noch auf den Boden in die Ecken die winzigen durchsichtigen Gummifüßchen geklebt.
    Und wenn das immer noch rutscht, das Ganze auf feines Schmirgelpapier (PAPIER-Größe gut bemessen), das (Unterseite) auf dem Tisch mit Doppelklebeband befestigt ist.
    Der Stand der Taste mit TEKO-Sockel bleibt so noch veränderbar, je nach Morse-Gewohnheit.


    hzl Gerd