Erster Erfahrungsbericht KX3

  • Das Wochenende habe ich genutzt, mich intensiv mit meinem KX3, Seriennummer 00016 zu beschäftigen. Die Situation war durchaus testgerecht: UBA Contest mit fürchterlich lauten Signalen, 10m Band soweit offen, dass man QSO fahren konnte, ziemliche Ruhe im SOLF Forum, so dass ich auch die nötige Zeit hatte.


    Vorab das wichtigste Ergebnis: ich war in den Monaten des Wartens viel zu zurückhaltend. Meine Klassifizierung des KX3 im Vorfeld: "verbesserter FT-817 mit tollem Bedienteil" greift um Größenordnungen zu kurz.


    Der RX:
    sehr rauscharm, super saubere Signale, in CW klingelfrei bis runter zum 50 Hz Filter. Kein Übersprechen von fetten nahebei Stationen. ich konnte S4 Signale einwandfrei 2 kHz neben 40 über 9 Signalen lesen, im schlimmsten Fall waren leise tastklicks zu hören. Bei SSB Dank High CUT und LOW CUT- Möglichkeit konnte selbst ich mit meinen SSB Problemen noch leise Stationen mitten im Gewusel prima lesen.


    Latenz (Verzögerung der Signale) ist absolut kein Thema: K2/K3/und KX3 gleichzeitig über Splitter an der Antenne, und alle drei laufen absolut synchron.


    Intermodulationen: keine zu hören, ob mit oder ohne Vorverstärker. Der VV läßt sich in drei Stufe schalten: +10dB, +20dB, +30dB. ich habe, aller Erfahrung zum Trotz spasseshalber Abends auf 40m +30dB zugeschaltet. Der RX hörte sich dann ziemlich nervös an, ich konnte aber weder IM2 noch IM3 finden. Allerdings hat der KX3 mir zwischendurch ein paarmal den Vorverstärker zurück geschaltet, im Display war eine High Signal Meldung zu sehen. Das ist eine Schutzschaltung, die automatisch zuschlägt, wenn die Summenspannung (die Summer aller Signale) einen erlaubten level übersteigt. Wayne, N6KR schrieb auf meine Rückfrage, dass im Moment nur die Summenspannung innerhalb des Bandes ausgewertet würde, in der Serie später dann würden auch Außerband-Signale berücksichtigt.


    Empfindlichkeit: ein 1µV Signal erzeugt einen fast rauschfreien Ton


    Unterdrückung des anderen Seitenbandes: nach der sehr einfachen Einstellung von Phase und Gain war das andere Seitenband eines S8+20 Signals im S-Meter nicht mehr zu sehen, gehörmässig gerade eben noch wahrnehmbar. Das ist besser, als die meistenQuerzfilter es können.


    AGC: eine recht kritische Stelle, bei SDR basierten Geräten. Im schlimmen Kontestgewühl zeigte sich, dass die AGC in Stellung FAST (schnell) noch nicht optimal arbeitet. Auf Empfehlung des DSP designers Lyle habe ich dann mit AGC Slow weiter gearbeitet, und ich muss sagen excellent. Lyle hat aber betont, dass an der AGC noch gearbeitet wird.


    Stromaufnahme bei Lautsprecherbetrieb, Display Beleuchtung hell: 200mA


    Der TX:
    Von den Gegenstationen wurde sowohl in SSB als in CW der Klang als hervorragend bezeichnet (Den Equalizer für SSB habe ich noch nicht eingesetzt, Kompression zwischen 10dB und 25 dB ergab immer Lob für die Modulation. Auch bei Rapporten weit über S9 konnte niemand Tastklicks beobachten. Ich selbst mag ja Voll QSK nicht so besnders, mir reicht es, zwischen den Buchstaben zu hören, aber der KX3 kann QSK. Die eingebaute Temperaturanzeige zeigt auch nach mehreren, langen Klartext QSO Temperaturen von < 35 Grad für die PA und 38 Grad für die DSP Unit ( da sieht man, wer der Stromfresser ist).
    Die Interne ATU arbeitet wie von Elecraft erwartet spitzenmäßig, das 40m Element meines Fritzel Trap beams konnte ich locker auf 30m anpassen. Mit dem angeflanschten Paddle hatte ich erst Probleme. Eine kurze Diskussion mit Wayne ergab: meinem KX3 fehlten die vorderen Füße, dadurch hatte das paddle zu wenig Bodenfreiheit.


    Da es ja warm genug war, haben ich auch etwas Zeit im Garten verbracht. Zusammen mit der HFP-1 (MP-1 Nachfolger) ergibt der KX3 ein tolles Gespann.


    QSO:
    Ja, ich glaube, der alte K2 Mojo ist irgendwie in den KX3 ausgewandert. W2MM im Pile Up auf 10m, im 2. Anruf durchgekommen und dann 20 Minuten QSO mit Carol, die selbst einen K3 benutzte und begeistert war, ihren ersten KX3 zu hören. Elecraft family halt :-)


    Fazit: An der Firmware wird noch gestrickt, unterm Strich hat der KX3 aber schon jetzt einer der besten RX die ich kenne. Auf Grund seiner Größe und weil mein Wohnmobil ja so klein ist, steht jetzt schon fest, womit ich ab sofort zu sein werde, wenn ich mal die Zeit finden werde, wieder unterwegs zu sein. Mein Gelächter auf der HAM, als ein DX Peditionär überlegte, ob er seine 2012er DXPeditionen dann mit dem KX3 unternehmen könne nehme ich meit Bedauern zurück. Ich glaube, die Kiste ist sogar dafür gut.

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Liest sich gut, mal sehen was der KX3 in einigen Wochen nach Auslieferung von sich gibt.
    Vielleicht ein neuer " Dauerbrenner " ? Der FT817 als Standardgerät kann ruhig mal abgelöst werden.


    73 de Holger

  • Vielen Dank für den ersten Bericht Peter. Klingt sehr vielversprechend.


    Gibt es denn schon was Konkretes zu den Lieferterminen für das "Fussvolk" :-)


    Gruss
    Mathias

  • Besten Dank Peter für den interessanten Bericht. Darf ich Dir ein paar Fragen stellen? Wie fühlt sich der VFO-Knopf an? Wieviele Schritte macht er pro Umdrehung? Welche VFO-Frequenzstufen stehen zur Verfügung? hast Du bei Deinem gerät schon ein Roofingfilter drin?


    73, Peter - HB9PJT

  • Besten Dank Peter für den interessanten Bericht. Darf ich Dir ein paar Fragen stellen? Wie fühlt sich der VFO-Knopf an?

    Sicher die am schwierigsten zu beantwortende Frage. Es ist ein großer Vollmetall Knopf mit geriffeltem Gummiüberzug. Für mich fühlt er sich gut an. Ich habe ihn einigermaßen fest (gebremst) eingestellt, da mein KX3 in erster Linie portabel benutzt werden wird und ich nicht mag, dass sich auf holprigen wegen die Frequenz allein verstellt :)

    Quote


    Wieviele Schritte macht er pro Umdrehung?

    Wählbar 128 / 256

    Quote


    Welche VFO-Frequenzstufen stehen zur Verfügung?


    1 Hz, 10 Hz, 100Hz, 1kHz. Zusätzlich läßt sich der VFO B Knopf durch kurzen Druck zum Grobabstimmknopf unfunktionieren, die Schrittweite kann im Menu vorab pro Betriebsart festgelegt werden. z.B. SSB 1kHz Schritte, AM 6 kHz Schritte usw. Darüberhinaus kann man noch festlegen, ob die tatsächliche Frequenz gerundet wird oder nicht.

    Quote


    hast Du bei Deinem gerät schon ein Roofingfilter drin?
    73, Peter - HB9PJT


    Ja natürlich, das ist ja wieder einmal ein der super Ideen aus der Elecraft Denkfabrik. Es gibt aktuell das Doppelfilter (Dual Passband Roofing Filter). Ich benutze ja nicht nur die MP1/HFP-1 auf dem Fahrrad, auch portabel habe ich häufig sehr große Antennen in Betrieb (z.B. Four Square auf 40m) Da macht sich dann die höhere Dynamik bemerkbar. Das Filter wird entsprechend der DSP Einstellung automatisch umgeschaltet.

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • dass sich auf holprigen wegen die Frequenz allein verstellt

    Da liegt die Funktion in der Art von "Dial Lock" nahe. Oder zumindest das schnelle Abspeichern in einen Speicher. Gibt es das eine oder andere?


    Hallo Peter, ebenfalls vielen Dank für den Bericht, sehr interessant.

    73 Michael, DF2OK
    Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004)
    ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

  • Hallo Peter, besten Dank für Deine Info. Alles scheint da recht gut gelöst. Bin froh, dass der VFO Knopf nun wenigstens 256 Steps macht. Wird wohl ein optischer Encoder sein jetzt. Anfäglich war da ein mechanischer Encoder vorgesehen mit 100 oder 128 Pulse, was mich gar nicht begeistert hat.


    73, Peter - HB9PJT

  • Da liegt die Funktion in der Art von "Dial Lock" nahe. Oder zumindest das schnelle Abspeichern in einen Speicher. Gibt es das eine oder andere?


    Hallo Peter, ebenfalls vielen Dank für den Bericht, sehr interessant.


    Beides, Michael, 100 Speicher und natürlich ein Dial Lock, das wird sogar durch ein Schloss Icon angezeigt :-)


    Im Augenblick gibt es übrigens aktuell einen "Streit" unter den Feldtestern. Der Einsteller für NF Gain und RF Gain ist ein umschaltbarer Drehgeber, er hat also keinen Anschlag und keine Markierung, man sieh nicht, wie er eingestellt ist. Dreht man daran, wird der Wert im Display angezeigt. Der KX3 stellt beim Winschalten die NF Gain auf 0 und RF Gain auf "voll aufgedreht". Überlegung von N6KR: Damit ist sicher gestellt, dass beim Einschalten niemand einen Schock bekommt, weil die Kiste zuletzt auf sehr laut gedreht war und niemand glaubt der RX sei taub, weil er am Abend vorher die RF Gain total zugedreht hatte.


    Die Gegner dieser Grundeinstellung lamentieren nun, dass sie nach dem Einschalten erst einmal die Grundlautstärke einstellen müssen.


    ich bin für die jetzige Lösung, kann aber noch nicht einschätzen, wer gewinnen wird ?(

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Hallo Peter


    Was Du da ansprichst bereitet mir Bauchschmerzen. Ist wieder mal so etwas verkorkstes... Wer kommt nur auf solche Ideen. Meiner Meinung nach muss das Gerätin exakt dem Zustand einschalten, wie man es ausgeschaltet hat.Oder hast Du Lust, jedesmal nach dem Einschalten diverse Einstellungen wieder zu machen? Den RF Gain habe ich meist entsprechend der Antenne und dem QTH/QRM-Situation auf einen Wert eingestellt. Und dass die AF bei 0 ist das hat es ja noch nie gegeben. Jeder 5 EUR China Taschenradio macht das besser.


    Ich hoffe, da wird es noch eine vernünftige Lösung geben.


    73, Peter - HB9PJT



    Im Augenblick gibt es übrigens aktuell einen "Streit" unter den Feldtestern. Der Einsteller für NF Gain und RF Gain ist ein umschaltbarer Drehgeber, er hat also keinen Anschlag und keine Markierung, man sieh nicht, wie er eingestellt ist. Dreht man daran, wird der Wert im Display angezeigt. Der KX3 stellt beim Winschalten die NF Gain auf 0 und RF Gain auf "voll aufgedreht". Überlegung von N6KR: Damit ist sicher gestellt, dass beim Einschalten niemand einen Schock bekommt, weil die Kiste zuletzt auf sehr laut gedreht war und niemand glaubt der RX sei taub, weil er am Abend vorher die RF Gain total zugedreht hatte.


    Die Gegner dieser Grundeinstellung lamentieren nun, dass sie nach dem Einschalten erst einmal die Grundlautstärke einstellen müssen.


    ich bin für die jetzige Lösung, kann aber noch nicht einschätzen, wer gewinnen wird ?(


  • Genau darum geht es bei dem Streit. Es gibt einige Leute, die argumentieren. Ich z.B. sage: Der X3 ist in erster Linie für portabel Einsatz gedacht. Nachmittags habe ich auf 10m mit stark aufgedrehter Lautstärke draußen vor dem Wohnmobil gefunkt. Nachts kann ich nicht schlafen, schalte das Funkgerät ein und........ die YL steht senkrecht im Bett, weil die Lautstärke zu weit aufgedreht war. Der Aufwand, bei Null zu starten und dann auf die LS einzustellen, die ich möchte ist ja nun wirklich gering.


    dein Argument bezüglich RF Gain überzeugt mich überhaupt nicht. Wenn man entsprechend Antenne und QTH/QRM einstellt, dann muss man sowieso bei jedem Einschalten neu einstellen, weil die QRM / Static / Magnetic usw. Situation zu jeder Tageszeit anders ist.


    Das es irgendetwas noch nie gegeben hat, ist nun schon gar kein Argument. Gute Ideen sind immer irgendwann neu gewesen und einen KX3 hat es auch noch nie gegeben :thumbsup:

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)