Filter (SAW) anpassen - wie ?

  • Hallo,


    muss ein SAW-Filter an 50 Ohm anpassen. Leider sind im Datenblatt keine Werte für L und C angegeben.
    Mit meinem NWT hab ich jetzt die Durchgangsdämpfung, die Reflektion und Z gemessen.
    Wie erhalte ich jetzt L und C ?


    Aus dem Datenblatt des SAW:
    f0 = 73 MHz
    3dB Bandbreite = 300kHz
    25dB bandbreite = 600kHz
    Insertion Loss = 8dB max
    Ripple = 1.1dB


    Ich hoffe, dass ich bei richtiger Anpassung in etwa auf diese Werte komme.


    Vielen Dank und alles Gute in 2012

  • Hallo Uli,


    leider ist es bei SAW-Filter nicht so einfach wenn gar keine Daten angegeben sind und ein VNA nicht zur Verfügung steht. Aufgrund der schmalen Bandbreite kann man recht hohe Ein- und Ausgangswiderstände annehmen. Der Ein- bzw. Ausgangswiderstand haben normalerweise nicht den gleichen Wert und um es noch zu erschweren liegen dazu noch relativ hohe Kapazitäten parallel. Als Orientierung kannst du das Datenblatt eines ähnlichen SAW-Filters vom gleichen Hersteller durchsehen.



    Aus dem Datenblatt, bzw. der dort angegebenen Anpaßschaltung, habe ich am Eingang ca. 640Ohm || 33pF und am Ausgang ca. 1kOhm || 26pF ermittelt. Dazu kann man z.B. in RFSim mit den Werten eines PI-Filters solange spielen bis die gewonnenen Bauteilewerte mit der Anpaßschaltung aus dem Datenblatt übereinstimmen. Die Durchgangsdämpfung des Filters von ca. 7dB habe ich hier mit einem Dämpfungsglied simuliert das gleichzeitig von 640Ohm auf 1kOhm transformiert.


    Für dein Filter müsstest du erst, mit einer passenden, einstellbaren VHF-Spule (100nH...200nH) parallel zum Ein- und Ausgang, die Filterkapazitäten für die Mittenfrequenz von 73MHz kompensieren. Zusätzlich, wie Eric vorgeschlagen hat, zwei Potis in Reihe zum 50Ohm Ein-/Ausgang vorsehen und mit einem Wert von z.B. 500 Ohm beginnen. Die 2 Spulen nun abwechselnd abstimmen bis minimale Durchgangsdämpfung erreicht wird. Danach mit den 2 Potis solange spielen bis auch minimale Welligkeit vorliegt. Als Spulen wären welche mit Anzapfung (z.B. für N=1:3) vorteilhafter, dann kannst du bequemer in der Nähe von 50Ohm arbeiten. Nach getaner Arbeit noch die Werte der Potis sowie der Kompensationsspulen messen um die echte Ein- und Ausgangsimpedanz (R || C) des Filters zu bekommen, womit dann die endgültige Anpaßschaltung bestimmt werden kann.

  • Hallo Reinhold,


    víelen Dank für die Tipps. Habe auch gemerkt, dass ich mit meinen Messmitteln nur sehr umständlich zum Ziel komme, wenn überhaupt ....
    Aber bei uns im OV gibt es einen OM mit VNA. Den werde ich mal besuchen ...

  • Hallo Eric,


    vielen Dank für dein Angebot. Wir hatten gestern OV-Abend. Der OM hat ähnliche Messungen und Anpassungen schon öfter gemacht.
    Nochmal vielen dank allen für die Hilfe.