DualGate MOS ausmessen

  • Hallo Raimund,


    die Steilheit ausmessen , alles ganz schön und gut. Du baust einen Oszillator auf.
    Den 3819 betreibst Du in dieser Schaltung mit 1 bis 3mA an Strom. Bei mehr Strom
    bekommst Du Erwärmung der Bauteile und die Frequenz driftet. Mache den Source
    Widerstand so groß dass sich dieser Strom einstellt. Du legst zur Einstellung / Ausmessung
    des Stromes den Widerstand noch nicht an die Anzapfung, erst einmal nur gegen Masse.
    Wenn der Strom stimmt dann wird an die Anzapfung geschaltet. Wenn Deine Anzapfung
    den richtigen Wehrt hat schwingt der Oszillator mit einem sauberen Sinus. Schwingt er nicht
    oder ist kein Sinus, stimmt die Anzapfung nicht.
    Nach dieser Methode habe ich mit dem 3819 schon so einige Oszillatoren aufgebaut
    und die funktionieren bis jetzt bestens. Von Gate nach Masse fehlt noch eine Diode.
    Katode gegen Masse und Anode gegen das Gate. Es muss eine negative Richtspannung erzeugt
    werden so dass Du immer ein gleichbleibendes sauberes Signal erhälst. Diode = 1N4148.
    Verwende mal einen 3819 mit einem mittleren bis hohen Strom nach Deinem Ausmessen, jedenfalls
    keinen mit zu niedrigen Strom, dann liegtst Du schön weit oben im liniaren Bereich der Kennlinie.
    Hoffe , ich habe Dir den Spaß jetzt nicht verdorben...


    Schönen Advent..


    73 de

  • Von Gate nach Masse fehlt noch eine Diode.
    Katode gegen Masse und Anode gegen das Gate. Es muss eine negative Richtspannung erzeugt
    werden so dass Du immer ein gleichbleibendes sauberes Signal erhälst. Diode = 1N4148


    Hallo Manfred,
    vielleicht verstehe ich Dich ja falsch, aber eine gleichgerichtete negative Spannung über einer Diode von Gate nach Masse würde doch durch das L kurzgeschlossen ?!
    73!
    Peter/DL3PB

  • Hallo Peter,


    werde noch mal in meinen Unterlagen nachsehen (Schaltplänen) , auch bei dem, was ich gebaut habe,
    melde das Ergebnis hier dazu . Kann sein,dass das Gate mit 100k gegen Masse gelegt wird, dazu die
    Diode, die Einkopplung vom Schwingkreis dann über ein Trenn-C , so 100pf.
    Wie gesagt, ich sehe nach. Jedenfalls mit der Diode bekommt man die genannten Efekte wie sauberen
    Sinus bei etwa konstantem Pegel und minimaler Frequenzdrift.Aber es kann auch sein, dass auf der
    Platine dafür kein Platz vorhanden ist.


    Peter, entschuldige, der Trennkondensator vom Gate zum Schwingkreis fehlt wirklich. Passierte
    in der Eile des " Gefechts " . Nähere Einzelheiten zur Schaltung bitte bei der Moskita nachschauen.
    In meiner Moskita hat das Source einen Lägswiderstand von 750 Ohm erhalten, parallel 470pf.
    Spannung an der Source mit einem BF246 +1,6V. das sind dann so 2mA.
    Wichtig, den Ring der Diode gegen Masse, dann wird die positive Halbwelle abgeschnitten, die
    negative ergibt die Regelspannung. Ich habe schon Oszillatoren gebaut dort waren am Schwingkreis
    am Hochpunkt etwa 5 bis 6 V an HF vorhanden.
    Und wenn ich schon dabei bin.....
    Die Spannung am Hochpunkt ist die sauberste Stelle für eine Sinusspannung. Wie gesagt 6V und sogut wie
    kein Rauschen. Dort mit einem kapazitiven Spannungsteiler ( Widerstände rauschen ) von 100 zu 1 bis
    auf 300 zu 1 teilen , 1pf zu 330pf oder 1,5pf zu 220pf ..danach einen Trennverstärker , BF199 , und man
    hat ein super sauberes Signal. ( genug geschwärmt )
    Wünsche eine schöne Woche. Und wie man das realisieren kann, schaue ich mir auf meiner Leiterplatte an.
    Diese liegt angefangen in einer Schachtel..... Asche auf mein Haupt..


    73 de

  • Hallo Manfred,
    hatte mir schon gedacht, dass Du eine andere Beschaltung im Kopf hast - die von Raimund gepostete Schaltung kann man ganz bestimmt noch weiter aufbohren, aber da er nicht verraten hat, was sie leisten soll bzw. welche Eigenschaften im System wichtig sind, macht das nur bedingt Sinn. Über die Bedeutung der Steilheit in einer Oszillatorschaltung kann man ebenfalls trefflich streiten, dennoch macht es Sinn, sich den Ruhestrom und die Steilheit ganz grob anzuschauen. Ich habe erst kürzlich ein dutzend angeblicher "BF245" entsorgt, deren Ruhestrom deutlich über 100mA lag. Leider merkt man das oft erst, wenn die Schaltung nicht wie gewünscht funktioniert und man alle anderen Fehler ausgeschlossen hat...
    73
    Peter/DL3PB

  • Hallo Raimund,


    wie schon vorher angeführt , hatte ich mit dem 3819 eigendlich gute Erfahrungen gemacht.
    Welchen Typ hast Du denn jetzt eingesetzt ?
    Will ja noch vor Weihnachten den meinigen aufgebaut haben, Material muss bestimmt auch noch
    bestellt werden, da könnte ich doch gleich den "richtigen" mit einkaufen...


    73 de

  • wie schon vorher angeführt , hatte ich mit dem 3819 eigendlich gute Erfahrungen gemacht.


    FET weisen große Exemplarstreuungen auf. So darf zum Beispiel ein FET Chip, der als 2N3819 vermarktet wird, eine Steilheit zwischen 2 und 6,5 mS haben, oder einen Abschnürstrom Idss zwischen 2 und 20mA. Das ist Faktor 10 Varianz! Da ist es nicht unbedingt sicher, dass ein solcher FET in einer bestimmten Schaltung immer gleich gut funktioniert. Grundsätzlich werden FET Wafers nach der Herstellung selektiert und davon abhängig von den Stichproben mit verschiedenen Typenbezeichungen gestempelt. So kommen aus der gleichen Chipgeometrie zum Beisiel ein 2N3819, ein 2N4416, ein MPF102, ein BF256 oder ein BF245 oder Andere . Der gleiche Chip wird dann noch mal als Verstärker oder als Schalter wiederum in verschiedenen Gehäusen unter verschiedenen Typenbezeichnungen vertickert. Daher diese Unzahl von JFET Typen, obwohl viele aus dem gleichen Prozess gewonnen werden.


    Fairchild ist übrigens der einzige namhafte Hersteller, der die Prozessnummer (Chipgeometrie) auf seinen Datenblättern ausweist: "Selecting the best JFET for your Application"
    In der AN kann werden detailliert die Eigenschaften der verschiedenen Prozessnummern erläutert und man sieht die Unzahl von FET Typenbezeichnungen, die aus dem gleichen Prozess stammen und mehr oder weniger ähnliche Eigenschaften aufweisen.


    FET Familien wie die BF245/BF246Gruppe gibt es in A-B-C Abstufungen etwas enger selektiert. Dem 2N3819 vergleichbar ist ein BF245C, ein steilerer FET ist z.B. der J310 oder BF246A. Aber wie vorher schon erwähnt, ist im Oszillatorbetrieb die Steilheit nicht unbedingt der bestimmende Faktor, da spielt auch das Schaltungsdesign eine sehr große Rolle.

    Ganz allgemein kann man davon ausgehen, dass FET mit hohem IDSS auch eine große Steilheit aufweisen. Nützliche Informationen und Liste zum FET Vergleich hier: http://www.guitar-letter.de/Kn…DieFETVergleichsliste.htm



    73
    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

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  • Hallo die Runde,


    danke für die Infos, habe daten und Tabellen mir gleich mal abgespeichert.
    Hoffendlich finde ich sie beim nächsten Suchen auch wieder... hi..


    73 de