Ausgänge von Transceiver mit Analyzer messen

  • guten Tag QRP Gemeinde


    Jetzt habe ich mal eine Frage, die mich beschäftigt.
    Ich habe mal Spasseshalber nur meinen FA-VA am Antennenausgang meines K2's sowie des SDR1000's angehängt. Nach meiner kurzen Ueberlegung müsste ich doch dort ebenfalls die 50 Ohm Impedanz messen können? Klar nur bei der entsprechenden Frequenz.
    Das ist aber offensichtlich nicht so wirklich genau möglich, obschon eingeschaltet ist, also die Filterrelais auf der richtigen Stellung sein sollten.
    Habe ich da einen Knopf im Hirn oder messe ich etwas falsch?


    Danke für die Antworten.


    vy73 de Mark, HB9DRN

  • Lbr Mark,


    daß ein Senderausgang auch einen Innen- oder Quellwiderstand von 50 Ohm haben muß, ist unter Funkamateuren ein weit verbreiteter Irrglaube. Sender werden so ausgelegt, daß sie bei einer definierten Belastung, also in der Regel 50 Ohm, ihre Daten einhalten bezüglich Ausgangsleistung, Intermodulation bei SSB, Ober- und Nebenwellenabstand etc.


    Gerade SSB-Sender müssen so belastet werden, daß sie nicht in die Begrenzung kommen. Versucht man trotzdem mit einem Anpaßgerät, das nicht auf bestes SWR, sondern auf maximale Leistungsausbeute abgestimmt wird, dann kann man Sendern bei Dauerstrich und für CW in der Regel eine höhere Ausgangsleistung entnehmen und auch einen besseren PA-Wirkungsgrad erzielen, aber die gute Unterdrückung von Intermodulationsverzerrungen ist dann hin! An alten Röhrensendern mit Pi-Filter-Ausgang kann man das sehr gut demonstrieren.


    Es gibt allerdings in der Kabeltechnik tatsächlich Verstärker, die auf einen Innenwiderstand am Eingang UND Ausgang entsprechend der Kabelimpedanz getrimmt sind, um Reflexionen im Kabel sehr gering zu halten. Das wird mit starken Gegenkopplungen der Endstufe erreicht. Den Verstärkereingang kann man ebenfalls mit einer passenden Gegenkopplung an die Kabelimpedanz anpassen. Es gibt auch Schaltungen, z. B. einen dreistufigen Verstärker in Emitterschaltung, dem man eine Gegenkopplung vom Ausgang zum Eingang verpasst, so wie es auch bei Operationsverstärkern gemacht wird, zum negativen Eingang hin. Dann werden Ein- und Ausgangswiderstand sehr niedrig, um nicht zu sagen viel zu niedrig, und den gewünschten Ein- und Ausgangswiderstand erreicht man dann auf einfache Weise mit Vorwiderständen am Eingang und am Ausgang! An denen geht natürlich ebenfalls Leistung verloren. Außerdem laufen diese Verstärker im A-Betrieb und haben schon deshalb einen geringeren Wirkungsgrad als in Sendern.


    Bei Kabelverstärkern nimmt man das aber in Kauf, weil die Intermodulationsarmut das entscheidende Entwicklungsziel ist.Außerdem ist die Ausgangsleistungen so niedrig, daß man nicht zu einem hohen Wirkungsgrad gezwungen ist.


    So einen schlechten Wirkungsgrad kann bzw möchte man sich aber in der Sendertechnik nicht leisten.


    OK?


    73

  • Hallo Mark,


    Ha-Jo hat schon recht mit seinen Ausführungen, aber das ist nur die halbe Wahrheit, nämlich die für den Sendefall!


    Im Empfangsfall ist ja die Endstufe vom TRX weggeschaltet und der Empfängerzug an die Antennenbuchse geschaltet! Meistens kommen ja dort erstmal >> heutzutage leider viel zu breitbandige << Eingangsfilter. Ein guter Empfänger mit abgestimmten Eingangsfiltern hat auch in die Antennenbuchse reingemessene 50 Ohm. Das ist nämlich u.a. für die Rauschleistung optimal, wenn der Antennenwiderstand mit dem Eingangswiderstand übereinstimmt!


    Nun zu Deiner Frage, warum Du nicht exakt 50 Ohm siehst ... Es ist wohl kaum möglich Eingangskreise frequenzunabhängig über eine große Bandbreite exakt auf eine 50 Ohm Anpassung abzustimmen. Du wirst also immer etwas Suboptimales sehen. Soweit ich mich an meine aufgebauten K2s erinnere (schon ein paar Jährchen her), sind die geschalteten Eingangskreise auch immer für 2 Bänder z.B. 30/20m usw. Also irgendwo sollte ein optimales Returnloss auch zu finden sein innerhalb dieser Frequenzbereiche, wenn die Eingangsfilter gut abgestimmt sind. Wie gut die Anpassung dort dann wirklich ist, hängt dann noch vom Design ab. Das habe ich beim K2 noch nicht gemessen.


    Da sind wir schon bei meinem nächsten Punkt:
    Solche Messungen sind immer mit gößter Vorsicht zu betreiben! Ich kenne den Netzwerktester jetzt nicht genau, aber man sollte aufpassen, wieviel Leistung ein Messgerät abgeben kann bzw. verträgt. Ein paar 100mW Messsignal reichen bei einigen Empfängern schon aus, um sie zu zerstören! (Nicht der K2, der kann das glaube ich ab...) Vom Messen des Antennenausgangs bei Sendebetrieb möchte ich erst gar nicht reden.... ;)


    Gruß Karl, DK4ARL

  • Hallo Mark,


    habe mit dem Netzwerktester NWT01 des "Funkamateur" mal die Durchlasskurven und die Impedanz des Antennenausgang vom K2 Durchgemessen.
    Einspeisung über 10 dB Dämpfungsglied am Antenneneingang, und Abgriff direkt vor dem Mischer (Mischer abgeklemmt).


    Das Ganze steht auf meiner Website: http://www.dg3obk.de


    Vieleicht hilft es Dir.

  • Hallo zusammen


    Vielen Dank für die Ausführungen. Ich habe mal die Kurven verglichen mit denen, die ich "schätzen" kann. Ich habe ja nicht einen richtigen NWA angeschlossen. (meiner startet erst bei 10MHz, geht dann dafür rel hoch).
    Die Kurven ähneln sich aber doch rel. gut mit denen vom FA Antennenalayzer.
    Ich habe mich einfach nur gewundert, wieso die Filter fast immer etwas neben dem besten Return loss sind. Die Filter werden aber ja auch im Sendefall abgestimmt. So kann ich mir das erklären. Wir sprechen aber auch nicht von Welten sondern nur von Details.
    Ich denke aber, dass der Unterschied auch von der Sende-Empfangsumschaltung herkommt, da ja die Entkoppelung nur gering ist.
    Ausserdem ist meine Messung natürlich laienhaft.
    Ist aber für mich sehr interessant und lehrreich. Besten Dank für eure Bemühungen.


    vy 73 de Mark, HB9DRN