SWR Brücke 1 bis 1000MHz

  • Hallo Eric.
    ich nehme an, die ferrite sollen das Ding so breitbandig machen, dasz es im gesamten Frequzenbereich funktioniert und eine moegl. frequnezunabhaengige Spannung erzeugt. Ansonsten erinnert mich der Aufbau einfach an jenen, bei dem die beiden Messleitungen in Form vom bspw. Cu-Lackdraht in ein Stueck Koaxkabel zw. Innenisolierung und Abschirmung geschoben werden....
    Ein paar ferrit-roellchen habe ich noch rumfliegen, koennte ich in einen Umschlag tun...

  • Hallo, Eric,


    für eine gute untere Grenzfrquenz brauchen die beiden Drosseln*) in den Brückenzweigen halt etwas Ferrit, da die reine Leitungsinduktivität ja nur ca 100 nH beträgt. Ich habe meine Brücke damals mit DJ7VY zusammen gebaut und auf beiden Kabeln je 12 Ferritperlen Ferroxcube 4C6 verwendet. Der dicke Kern des OZ-Bildes fehlte damals. Die erreichte Richtdämpfung war rund 40 dB bei 1 GHz, erstaunlich gut für einen Eigenbau, man kann sie durchaus als nachbausicher bezeichnen. Wichtig ist, dass die Perlen so eng wie möglich am Kabelmantel anliegen, um Streuung zu vermeiden, sie sollten nicht 'klappern'. Der dicke zusätzliche Kern dürfte nicht falsch sein, wenn er an die anderen Ferrite dicht anschließt. Ich werde das mal an meiner gelegentlich ausprobieren.


    HTH es 73
    Günter


    edit: *) wobei die eine (die untere im Schaltbild) Drossel bezüglich ihres Kabelmantels eine Gleichtaktdrossel ist (s. a. Kabelinverter), die andere ist nur zur Symmetrie der Brücke da, deswegen ist der Innenleiter kurzgeschlossen.

  • Hallo, Eric,


    die 40 dB sind etwas schwer zu erreichen, dass es gelegentlich mal 3 dB besser oder schlechter wird, liegt am Selbstbauer, der nur ein Stück baut. Ich habe mal auf einem Flohmarkt eine Wiltron-Brücke, die das gleiche macht, mit 46 dB geschossen (Neupreis 2000 $). Alles über 30 dB ist sowieso kaum auf 1 dB zu reproduzieren. Leider ist die AN vermutlich schon längst in den Instituts-Papiermüll entsorgt, fürchte ich.


    Ihr erreichtet damals ca. >36dB zwichen 10MHz und 1.4GHz !!
    1) Warum habt Ihr damals die Striplineplatinen verwendet ? (Material: Glasfaser Epoxy G10, würde FR4 heute gehen ?), wg der 1 GHz ?


    Es sollte nachbausicher sein, FR4 wird nicht viel verändern. Ich habe Luft verwendet, also einfach breitere Blechstreifen freitragend


    2) Gehäuseabmasse 35x 110 mm, die Länge bestimmt wahrscheinlich die untere Grenzfrequenz ?


    Richtig


    3) Was entspräche heute dem SM 50 Teflonkabel (in der Stückliste steht auch Semirigidkabel ohne nähere Angabe), geht RG 316, oder schon zu dick ?
    Länge war damals 90mm


    Kabel ist relativ egal, solange die Kerne dicht am Mantel anliegen und der Mantel eine gute Schirmdämpfung hat. Semirigid ist ideal, wenn das passende Ferrit existiert.


    4) Der Balun soll am Brückensymmetrierpunkt möglichst waagerecht verlaufen...was wird da beeinflusst ?


    Einfach nur Symmetrie gegenüber den unvermeidlichen Strömen im Gehäuseinneren. 40 dB ist eben etwas grenzwertig.


    - Mit je 2 parallenen 100 Ohm SMD müsste es heute noch besser gehen ?
    Völlig richtig, 2 x 100 Ohm / 0805 geht bis in den 5-GHz-Bereich mit > 20 dB Rückflussdämpfung.


    - die OZ Autoren beschreiben CyanAcrylat (Sekundenkleber) das müsste heute auch leichter sein als UHU normal damals.


    Ich weiß es nicht, halte das für egal, würde heute UHU-minus nehmen


    5) Dasz Du die Brücke als nachbausicher bezeichnest ist sehr beruhigend.


    >30 dB auf jeden Fall, bei 40 dB mit Feintuning sollte man Messgeräte haben, die besser sind. Wenn Du willst, kann ich Dir Deine 'ausmessen' (bis 46 dB eben und bis 1,8 GHz), allerdings ist Ablesen nicht Messen ;-)


    6) könntst Du die Funktion noch etwas näher erläutern, damit ich die Funktion noch besser verstehe (lerne noch HF) ? mir sagen die Begriffe Gleichtaktdrossel und Kabelinverter nichts (Wikipedia kennt nur Kabelkonverter ???)


    Abgelichfall: Der Generator speist über die beidne 50-Ohm-Widerstände je die Hälfte in die Referenz und das Messobjekt ein. Dabei sieht er auch 50 Ohm, nämlich 2 x 100 Ohm parallel ( die Reiehnschaltung der Vorwiderstände mit je Referenz/Messobjekt). Die Leitungen von Referenz und Messobjekt sind Drosseln, weil dicht mit Ferrit belegt, und je induktiver, desto niedriger die Grenze, wo ihr wL nicht mehr reicht (liegen ja paralle zu Referenz bzw. Messobjekt).


    Die eine der Drosselsn hat aber den Innenleiter, der in der Diagonale der Brücke liegt, herausgeführt. Daduch wird die Symmetrie der Brücke nicht gestört. Es wird die Diagonalspannung übertragen, weil die Ferrite nur auf den Außenleiter wirken, die Differenzströme innen zwischen Mantel und Seele kommen zum Detektor ungeschwächt. Gleichtaktströme werden also außen gedrosselt, innen hat das Ferrit keine Wirkung.


    Der Kabelinverter ist ein Kabel, dessen Mantel verdrosselt ist und an dessen Ausgang Seele und Mantel vertauscht werden. Für kurze Impulse (hängt von der Drosselinduktivität ab) invertiert er den Puls am Ausgang, obwohl für DC Kurzschluss herscht. Fand in der Impulsmesstechnik früher breite Anwendung, z.B.als HP15116A.


    Sorry an alle, wohl etwas lang geworden. Gelobe Besserung...


    73
    Günter


    edit: Sorry auch für die vielen Vertipper, es ist etwas spät schon. Die Ferrite sind nicht ganz egal, der Trick ist der Übergangsbereich des u' und des u", siehe meine Webseite.

  • Hallo, Eric,


    ich glaube auch, dass dieser Thread hier langsam zu speziell wird, allein weil meine Bilder und Texte inzwischen überhand nehmen würden. Ich pack das lieber ergänzend auf meine Web-Seite (Button [www]) mit ein paar Messungen usw. für Interessierte.


    etwas qrx fürs Zeichnen es 73
    Günter


    edit 1-2-07 so, jetzt ist die Erklärung drauf. Wird noch mit Messungen ergänzt, muss noch Photos machen.

  • Hallo eric1 und Günter,


    vielen Dank für die gute Beschreibung hier im Forum und auf Deiner Webseite.
    Mich begesitert diese Messbrücke genauso wie eric1 und ich möchet deshlab sowas geren mal aufbauen
    Ich habe noch eine Frage zur praktischen Ausführung. Wenn ich mir die Ferritperlen die mir bisher auf dem Markt so begegnet sind (wie z.B. bei Reichelt) haben diese alle einen inneren Durchmesser der so bei 1,3 liegt, also doch kleiner ist als das man eine dünnes Koaxialkabel durch bekommt.
    Ein dünnes RG316 Koaxialkabel hat ja so ca 2,5mm Durchmesser.
    Könnt Ihr mir eine Quelle für Ferritperlen nennn die darüber passen, also eine größeren Durchmesser haben.


    Man könnte ja sicher auch Ringkerne nehmen aber das wird dann bei der Länge doch etwas teuer.


    Oder gibt es ein so dünnes Koaxkabel welches durch die 1,3mm einer Ferritperle passt?
    UT141 Fetsmantelkabel hat 3,58mm sehe ich gerade
    RG316 2,5mm mit Mantel und 2,05 wenn man den Kunststoffmantel weg machen würde.
    vy 73 de Michael DB2GM