Wie koennte man die CW-Bereiche beleben?

  • Zitat: "man muss sich bei der Fragestellung ersteinmal im klaren sein, dass unter dem Sammelbegriff CW ganz verschiedene, nicht kompatible Telegrafie verstanden wird".


    Hallo zusammen,


    der Satz hat mich noch einmal zum Nachdenken gebracht. Mir (persönlich) fällt ein CW-QSO mit einem Tempo von 12 wpm viel schwerer als ein QSO mit 25 wpm.

    Daher ist das mit dem "Tempo drosseln", was ich natürlich für QSO-Partner auch mache, so eine Sache und nicht für jedermann.


    Die erste Aussage klingt vielleicht auf den ersten Blick paradox, aber es scheint daran zu liegen, dass es unterschiedliche Arten der eigenen Decodierung zu geben scheint.


    Wenn die Geschwindigkeit unter ca. 18 wpm geht, habe ich Probleme, das Klangmuster direkt zu erkennen. Die Folge ist, dass ich dann dazu tendiere, Punkte und Striche zu zählen,

    da ich das Muster der Zeichen nicht immer automatisiert erkennen. Dann wird die erkannte Kombination in einer im Kopf angelegten "Look-Up-Tabelle" nachgesehen, in einen Buchstaben

    übersetzt usw.


    Das heißt, dass langsame Telegrafie nicht nur mehr Zeit aufgrund der geringeren Geschwindigkeit benötigt, sondern eigentlich einem anderen Decodierprozess unterliegt.

    Vielleicht ist das auch ein Grund für so manche Geschwindigkeitsbarriere - die Extra-Schritte mit Zählen und Übersetzen belasten den Prozess im Gehirn deutlich mehr.


    Ich habe mal ursprünglich Telegrafie auf Klasse A und etwas später Klasse B gelernt (erst 6, dann 12 wpm), wobei ich tatsächlich auch mit Schlüsselwörtern etc. gearbeitet habe.

    Später habe ich Telegrafie mit höherer Geschwindigkeit unabhängig davon "neu" gelernt.


    Somit falle ich bei langsamen Tempi in das "alte" Verhaltensmuster zurück, was dann sehr umständlich ist. Wenn ich nur schnelle Telegraphie gelernt hätte, könnte ich ggf. langsame Zeichen kaum oder gar nicht lesen ...


    Meine Empfehlung für alle, die sich in dem langsamen Bereich unter 15 wpm "quälen" und dann an ihre Grenzen kommen: Schaut mal nach, ob ihr auch doppelt decodiert.

    Damit belastet Ihr Euch mehr und der Sprung zu höheren Geschwindigkeiten ist dann ungeheuer schwierig.

    Es wäre dann besser, mit entsprechenden Trainingsmethoden/Software die Telegrafie noch einmal neu zu erlernen, mit einer Buchstabengeschwindigkeit von 20-25 wpm starten.

    Zumindest hat mir das geholfen, da einen guten Sprung voranzukommen.

    Wenn man dann die Buchstaben als "Muster" erkennt und diese "hardcodiert" im Gehirn sind, ergeben sich bei genügend Betrieb oder Übung (auch Hörbücher/Übungsfiles) spätere Geschwindigkeitssteigerungen mehr oder weniger automatisch. Später wird dann man dann auch automatisch Wörter statt Buchstaben erkennen, dann ist man noch einen Schritt weiter.


    Allen viel Spaß - den kann man nämlich bei jedem Tempo haben - und vy 73, Ralph, DL1HR

  • Meine Empfehlung für alle, die sich in dem langsamen Bereich unter 15 wpm "quälen" und dann an ihre Grenzen kommen: Schaut mal nach, ob ihr auch doppelt decodiert.

    Damit belastet Ihr Euch mehr und der Sprung zu höheren Geschwindigkeiten ist dann ungeheuer schwierig.

    Es wäre dann besser, mit entsprechenden Trainingsmethoden/Software die Telegrafie noch einmal neu zu erlernen, mit einer Buchstabengeschwindigkeit von 20-25 wpm starten.

    Zumindest hat mir das geholfen, da einen guten Sprung voranzukommen.

    Full ACK!!!!


    Es ist aber ein Unterschied wie schnell das Zeichen selbst läuft und wie schnell die Wörter sind. Ich kann ohne Probleme >30WPM einzelne Zeichen hören brauche dann aber ein paar Millisekunden um das zu schreiben. Dann das nächste. Mit HeadCopy habe ich nach 3 Zeichen die ersten vergessen. Auf diesem Nieveau sind viele - wollen aber nicht drüber reden. Dann gehts um 8 oder 10 WPM, das bräuchte der Funkpartner gar nicht. Ich komm' locker mit 15-18 mit auch wenn das Zeichen selbst auf >30er Speed gegeben wird.

    -AH-

  • Moin allseits,


    die Frage ist einfach und schnell beantwortet, wenn man sich auf RBN die Aktivitäten einiger Telegrafisten ansieht wie z.B.:


    DJ6ZM, DK8IT, DJ5CW, DJ6IH, DK4AN, DL8NBM, DL4CF, DJ8CZ, DL3AZ, DM2DZM um nur wenige zu nennen.


    Vergleicht deren Aktivität mal mit eurer eigenen und ihr habt die Lösung!


    Es liegt an jedem einzelnen von euch ob sich was ändert oder so bleibt.


    Mit besten Empfehlungen


    Dieter DL2LE


    (Nun ist das Sommerloch zugeschüttet)

  • Vor längerer Zeit habe ich mal einen kleinen Bericht geschrieben, den ich für eine Vereinsfeier vorbereitet hatte. Ich denke, der passt hier ganz gut in übertragenem Sinne.


    Der Tod des Amateurfunks

    Wie oft wurde der Tod des Amateurfunks schon prophezeit? 3 Mal? 5 Mal? Ich weiß es nicht genau, aber es scheint so, als dass der Amateurfunk wie eine Katze über mehrere Leben verfügen muss. Erinnern wir uns: Als in den 50-er Jahren das SSB erfunden wurde, riefen die alten Herren der AM-Funkerei, SSB, das wird der Tod des Amateurfunks sein!Hartnäckig hielten ein paar wenige Om an der AM-Technik fest, schielten aber schon ein wenig über die Schulter der SSB-Funker, was für schöne Verbindungen auf einmal möglich sind. Und ist er gestorben, der Amateurfunk? Nein, er wurde durch SSB bereichert!


    Siebziger Jahre. Der Zugang zum CB-Funk wurde geschaffen, der Jedermannfunk, für den man nicht einmal eine Lizenz machen musste. Ja, es gab in den Hochzeiten weit über 1 Mio CB-Funker, die Anfangs noch in AM, später dann im FM ihren Betrieb aufnahmen. Dank fehlendem Handynetz hatte bald jeder Brummi ein CB-Gerät an Bord und das Netz der Fernfahrer war unglaublich gut organisiert, bei Unfällen, Staumeldungen, aber auch bei Kontrollen durch die Polizei. Also, wenn nicht jetzt, das muss der Tod des Amateurfunks sein! Und der Amateurfunk ist nicht daran gestorben. Nein, es gab sogar einige Anhänger, die über den CB-Funk zum Amateurfunk gekommen sind.


    Dann die Einführung der damaligen C-Lizenz, scherzhaft oft als „Vorläufige Betriebserlaubnis“ bezeichnet, die den Betrieb auf den Bändern oberhalb der Kurzwelle gestattete. Und welch Frefel, für die C-Lizenz musste man ja nicht einmal eine Morseprüfung ablegen. Das jetzt aber wird der Tod des Amateurfunks werden! Ganz sicher! Aber auch das trieb den Amateurfunk nicht ins Verderben.


    A pro Pos Einsteigerlizenz. Ein Thema, das immer wieder für Furore sorgte und jedes Mal die Einheit der Funkamateure spaltete. In den 80-er Jahren bis in die 90-er Jahre hinein war Packet Radio auf dem Vormarsch. Welch eine Verwahrlosung des Funks! Wie kann man sowas überhaupt noch als Funk bezeichnen, wird doch dabei gar nicht mal mehr der persönliche Kontakt benötigt! Und Morsen muss man auch nicht dazu können! Das wird der Tod des Amateurfunks sein! Ganz sicher! Schlimmer geht nimmer!


    Doch, es geht schlimmer! Haben sich doch der DARC und die regelnde Behörde dazu entschlossen, ab sofort die Morsetelegraphie als Zugangsvoraussetzung zur Kurzwelle abzuschaffen! Also wirklich, wenn das jetzt nicht endlich der Tod des Amateurfunks darstellt! Wirklich! Will man jetzt jeden Hansel, der ein paar Kreuze machen kann, auf die Kurzwelle lassen? Ohne die Fleißübung cw zu lernen? Und vor allem, die reduzierten Anforderungen in der Prüfung, wirklich, das muss der Untergang sein…


    Entgegen aller Erwartungen ist der Amateurfunk immer noch am Leben. Gut, der erhoffte Aufschwung an Funkamateuren und den daraus abzuleitenden Mitgliederzahlen im DARC hat es jetzt nicht gebracht, aber er ist deswegen nicht in den Abgrund gegangen.



    => Genauso wird es sich mit der Telegrafie verhalten. Es wird vielleicht weniger werden, aber sterben wird sie nie!


    Gruß Stefan

  • Vor längerer Zeit habe ich mal einen kleinen Bericht geschrieben, den ich für eine Vereinsfeier vorbereitet hatte. Ich denke, der passt hier ganz gut in übertragenem Sinne.


    Der Tod des Amateurfunks

    ...Als in den 50-er Jahren das SSB erfunden wurde, riefen die alten Herren der AM-Funkerei, SSB, das wird der Tod des Amateurfunks sein!Hartnäckig hielten ein paar wenige Om an der AM-Technik fest, schielten aber schon ein wenig über die Schulter der SSB-Funker, was für schöne Verbindungen auf einmal möglich sind.

    Rein technisch gesehen ist das für mich unverständlich.

    Damals hatte man doch noch etwas mehr Technisches Verständnis (denk ich mal), da hätte doch klar sein sollen, daß SSB besser ist.

    Besseres SNR und nur ein Bruchteil der Leistung wird benötigt.

  • Was aber hat das alles mit der Eingangsfrage zu tun, wo ich die Lösung gerade gab.

    Ahja. Mal wieder die OT Keule.

    Was soll man auch in einem Forum erwarten, wenn im Offtopicteil nicht Offtopic geschrieben werden darf, weil es Offtopic ist, d.H. nichts mit QRP zu tun hat.


    Aber ist der Kommentar nicht auch selbst Offtopic?

    Jaja, ich kenne den Link mit der Diskussionskultur im Forum.

  • ....in dem man zum Beispiel die Frequenzbereiche anderen Betriebsarten zuschlägt, die höhere Aktivität und mehr Bedarf aufweisen.

    Da haette ich nichts gegen einzuwenden, solange alle aufeinander Ruecksicht nehmen. Das sage ich jetzt als (inzwischen) eingefleischter CW-Betreiber. Es ist ja bereits heute so, dass man durchaus in den "SSB-Bereichen" CW betreiben darf, nur umgekehrt nicht.


    Bevor ich eine Antenne fuer 30m hatte, bin ich bei Contests immer auf 7.115MHz plus minus ein paar kHz geflohen und das taten auch andere. Das ist in vielen Laendern im SSB-Bereich, doch wir hatten dort etliche lange und meist ungestoerte Ragchews. Da man in CW mit modernen TRX auf 150Hz zuziehen kann und wenig Leistung braucht, ist solcher Mischbetrieb ok.


    FT8 und andere Digimodes sind dabei ein leidiges Thema. Ich habe es oft erlebt, dass Leute in diesen Modes ohne grosses Reinhoeren einfach druebergebraten haben und vermutlich mit hohen Leistungen. Mal kurz in CW "qrl?" zu fragen, kann doch auch fuer Ungeuebte kein Problem sein. Kann man ja einprogrammieren und wenn als Antwort "c" kommt, weicht man aus. Das meine ich mit Ruecksicht. Sicher liessen sich manche Digimodes auch dahingehend automatisieren, damit die Leute den TRX am DXCC Award arbeiten lassen koennen, waehrend sie auf dem Klosett ... :)

    Und "die Kommerziellen" haben immer noch sehr starkes Interesse an "unseren" Frequenzen.

    Die weniger, aber Regierungsbehoerden und Militaer haben wieder erhebliches Interesse gefunden. Jetzt wo es oestlich von Euch knallt, haben die sich endlich wieder besonnen, dass auf Infrastruktur basierende Kommunikationsmethoden nicht immer das Gelbe vom Ei sind ...

    Die QRQ Leut' sterben aus, ist einfach so und dann?

    Die sterben nicht aus. Guny KK7DEU ist 17 und meist oberhalb von 30wpm unterwegs. Fuer einen Kloen mit mir geht er dann auf 25wpm herunter. Maria VE3OMV muesste jetzt 13 sein und ist deutlich oberhalb von 30wpm:


    https://cwops.org/member-bio/maria-polyanska-ve3omv/


    Man muss sich aber darauf einstellen, dass junge Leute unabhaengig von der Betriebsart einen anderen Kommunikationsstil haben. Weit weniger foermlich als wir alten Knacker. Die meisten dieser Nachfolger sind fast zwei Generationen juenger als ich. Ich finde das erfrischend.

    Mir (persönlich) fällt ein CW-QSO mit einem Tempo von 12 wpm viel schwerer als ein QSO mit 25 wpm.

    Mir ebenfalls, doch auch das sollte geuebt werden. Mit Paddle, wenn man auch sonst eines benutzt, denn das erzeugt bei fast allen saubereren Code als eine Handtaste. Es ist allerdings zumindest in Nordamerika nicht einfach, CQ-rufende mit 10-15wpm zu finden, die nicht auf SKCC bestehen. Wenn laenger niemand auf deren "cq skcc" antwortet, frage ich schonmal "non skcc ok?". Gelegentlich nehme ich die Handtaste dazu, bin eben nur kein SKCC-Mitglied und das waere eh nicht der richtige Club fuer mich.

    A pro Pos Einsteigerlizenz.

    Ich weiss nicht, wie es bei Euch geregelt ist, aber mit unserer Einsteigerlizenz (Technician Class) darf man auf einige der KW-Baender. Unterhalb von 10m allerdings nur in CW und das tun dann etliche auch. KK7DEU ist einer davon. Im Gegensatz zur alten Novice Class hat Technician keine zeitliche Begrenzung bis Upgrade mehr.


    73, Joerg

  • Moin!


    Ich habe mit der A-Lizenz angefangen und habe in dieser Zeit fast ausschließlich CW gemacht, um auf Prüfungsgeschwindigkei zu kommen. Danach war es meiner Sendeleistung, ca. 30 Watt aus einer S2001 mit 400V Anodenspannung, geschuldet DX fast ausschließlich in CW zu machen. Reines Gehörlesen stellte sich bald ein.


    Durch berufliche Umstände trat Amateurfunk immer mehr in den Hintergrund, so daß ich die wenige Zeit mit Sprechfunk und auch mit den verschiedenen digitalen Spielarten verbrachte.


    Inzwischen als Rentner ist meine CW Geschwindigkeit deutlich schlechter geworden. Ich nutze gerne FT8, einfach weil ich den Systemgewinn faszinierend finde, um das gleiche in CW zu erreichen müsste ich mehr Leistung als erlaubt aufwenden, dennoch wenn ich dank Wasserfall Diagramm Aktivitäten im CW Bereich sehe schalte ich gleich um. Ich rufe dort auch cq.

    Problem für das Wiedereinsteigen finde ich 1. die qrq Stationen und die 2. die mit der Stolpertelegrafie. Ich habe noch nie an einem CW Kontest teilgenommen, weil ich für die meinerseits notwendigen Rückfragen niemanden nerven will. Das das auch anders gehen kann, beweist mein Freund Uli, der in Contesten immer gute Plätze einnahm, manche auch gewann, weil er langsamer als andere rief und deshalb mehr Anrufer "interessieren" konnte.

    73 Karsten

  • die Frage ist einfach und schnell beantwortet, wenn man sich auf RBN die Aktivitäten einiger Telegrafisten ansieht wie z.B.:


    DJ6ZM, DK8IT, DJ5CW, DJ6IH, DK4AN, DL8NBM, DL4CF, DJ8CZ, DL3AZ, DM2DZM um nur wenige zu nennen.


    Vergleicht deren Aktivität mal mit eurer eigenen und ihr habt die Lösung!

    Hi Dieter,

    sorry, aber für mich ist da ein Call völlig zu Unrecht genannt, weil ein Bakenbetrieb nichts mit einer Aktivitätssteigerung zu tun hat!

    73!

    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW


    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • Es ist keine "angemeldete" Bake dabei, aber wenn jemand im Jahresschnitt 23,7 Stunden am Tag in CW QRV ist und - wie mehrfach hier im Forum erwähnt - auch auf Anrufe nicht reagiert, drängt sich für mich der Verdacht auf, dass da nicht der OM vor der Kiste sitzt...


    73!

    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW


    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • Diesen Teil seiner "Aktivität" hatte ich dabei nicht bedacht Peter.

    Aber auch ohne dieser Seltsamkeit verdient er genannt zu sein.

    Verstehen kann ich seine Praxis auch nicht und erkläre mir das als Drang zum ersten Platz im Ranking

  • Ich habe mit der A-Lizenz angefangen und habe in dieser Zeit fast ausschließlich CW gemacht, um auf Prüfungsgeschwindigkei zu kommen.

    Hmm, nach Erreichen der A-Lizenz in Deutschland brauchten wir doch nie mehr eine CW-Pruefung abzulegen. Oder war das mal kurzzeitig anders? Die B-Lizenz fuer mehr Leistung gab es damals formlos auf Antrag nach einem Jahr "unbescholtenen" Betriebes. In den USA war es anders, dort musste fuer Extra Class frueher ein hoeheres Tempo von 20wpm hingelegt werden, was fuer mich schon fast Headcopy-Bereich ist. Ich musste 2020 dafuer gar keine CW-Pruefung mehr machen, war abgeschafft.

    Problem für das Wiedereinsteigen finde ich 1. die qrq Stationen und die 2. die mit der Stolpertelegrafie.

    Wenn Du jemanden zu schnell rufen hoerst und sonst niemand antwortet, versuche es mal mit "qrs 15 ?" oder so. Da reagiere ich immer drauf und frage "qrz? de aj6ql" im Wunschtempo. Dito wenn jemand auf meine 22wpm CQ Rufe mit weniger Tempo zurueckkommt. Das tun auch die hiesigen Platzhirsche wie Alan AC2K oder John WB6UBK, die ihre Kojen auf KW stehen zu haben scheinen. Alan brennt vermutlich auch Richtung Europa ein Loch in die Ionosphaere. Wenn Du ihn hoerst, kannst Du einfach in Deinem ueblichen Tempo zurueckkommen, er stellt sich darauf ein.


    Etwas herbe kann das bei Bug-Benutzern werden, Vibroplex und so. Die koennen zwar auch drosseln, aber um das danach extreme dah-dit Verhaeltnis wieder auf etwa 3:1 zu bringen, muessen sie schrauben und ein Gewicht verschieben. Manchmal muss dazu der Inbusschluessel rausgeholt werden.


    Leider scheinen Bugs wieder gross in Mode zu kommen. Ich mag die Dinger nicht.


    73, Joerg

  • Hmm, nach Erreichen der A-Lizenz in Deutschland brauchten wir doch nie mehr eine CW-Pruefung abzulegen. Oder war das mal kurzzeitig anders?

    73, Joerg

    Moin Jörg!

    Ich musste mich für die B-Lizenz am 13. Nov. 1984 noch einmal in CW Tempo 60 prüfen lassen. A-Lizenz am 07. Sept. 1984.


    73 Karsten

  • Moin Karsten,


    Erstaunlich! Dann haben die wohl tatsaechlich fuer einige Zeit das Verfahren geaendert. Ich bekam 1977 die B-Lizenz einfach so, ich musste nur hinschreiben und die Lizenzurkunde fuer den neuen Klasse-B Stempel mit nach Koeln einschicken. So kurz hintereinander wie bei Dir durften wir die Klasse B allerdings nicht beantragen, ein Jahr Wartezeit war das Minimum.


    Meine PA mit fuenfmal PL509 hatte ich fertig und an einer Dummy Load getestet. Als die umgeschriebene Lizenzurkunde in der Post lag und ich aus der Schule kam, habe ich sofort den Hebel auf "Fernlicht" umgelegt :)


    Heute mit Fast-nur-CW habe ich den Drang nach QRO nicht mehr so, auch wenn beide meiner Endstufen noch in der Garage stehen. Eine mit zweimal QB5/1750, nach der Gesetzaenderung. Sollte ich mal loswerden.


    73, Joerg

  • Hmm, nach Erreichen der A-Lizenz in Deutschland brauchten wir doch nie mehr eine CW-Pruefung abzulegen. Oder war das mal kurzzeitig anders? Die B-Lizenz fuer mehr Leistung gab es damals formlos auf Antrag nach einem Jahr "unbescholtenen" Betriebes.

    Hi Karsten und Jörg,


    ihr habt beide Recht, weil die Begriffe A- und B-Lizenz unterschiedlich benutzt wurden.

    Hier ist es gut erklärt:

    https://www.dl4no.de/thema/rufzeich.htm (Die Lizenzklassen ab 1949)


    73!

    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW


    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • aber Regierungsbehoerden und Militaer haben wieder erhebliches Interesse gefunden

    Jörg, die habe ich bei "kommerziell" mit einbezogen.


    2. die mit der Stolpertelegrafie

    Karsten, DER Begriff gefällt mir gut! Trifft den Nagel auf den Kopf.

    Mir (persönlich) fällt ein CW-QSO mit einem Tempo von 12 wpm viel schwerer als ein QSO mit 25 wpm.

    Ralph, da kommt mir der (später leidliche) Umstand zugute, dass unser damaliger Ausbilder mit Tempo 10 BpM! (oder weniger) angefangen hat zu geben. Daher kann ich "unten" sehr gut mitlesen. Ab Tempo 40 BpM abwärts wirds mit dem Gehörlesen schwierig, weil die Pausen zwischen den Buchstaben zu lang werden, um das virtuelle Laufband der Zeichen im Kopf vorm inneren Auge auf Trab zu halten. Sieht so aus wie in diesem Film auf der T100. So bilde ich mir meinen Text aus dem, was ich höre, vor dem inneren Auge. Bei sehr bekannten Begrifen (Q-Codes bspw.) kommt das schon ohne die Vorstellung.

    Leider scheinen Bugs wieder gross in Mode zu kommen. Ich mag die Dinger nicht.

    Jörg, auch hier kann man so geben lernen, dass sie wie eine EL-Bug klingen. Auch bei höherem Tempo. Hartmut Weber, DJ7ST (+) hat damit so sauber gegeben, dass er bei fast jedem Bug-Wettbewerb die Preis für den besten / saubersten Klang gegeben hat. Wenn ich mich recht erinnere, mit einer Skillman Bug. Und die Logeinsender haben den Tipp abgeben müssen, also ohne Absprachen. Es geht also. Richtig einstellen und richtig damit geben üben und können ist alles. Sie wird halt nicht so bedient wie eine EL-Bug. Eine Vorstellung vom richtigen Klangbild haben und erkennen können, wenns nicht stimmt. Plus dann PCW-Fistcheck. Schon im Forum tausendmal zur Überprüfung der Gebetechnik empfohlen...


    Schaut Euch die professionelle Denice Stoops an. Nein, nicht eine Professionelle wie mancher nun denken mag, hi. Nein, DA, wie sie auch genannt wird, war m.W. die erste Frau im Dienste der traditionellen US Küstenfunkstelle KPH. Es gibt -zig Filme dazu und von ihr im WWW.


    Macht die Augen zu und man wird kaum erkennen, dass sie eine BUG benutzt. Bestenfalls am mech. Klang. Hier ebenso. Die Fingerbewegungen sind schon fast lasziv, hi. Aber das Klangbild zählt. Und immer locker bleiben, nicht verkrampfen. Leider hat sie später eine schwere Krankheit überwinden müssen, aber das nur am Rande.


    Wie gesagt, Übung macht den Meister. Use it or loose it. Stand schon weiter oben. :)

    73 Michael, DF2OK.

    ~ Das größte Elend gibt es doch nur, weil die Leute, denen es eigentlich gut geht, nicht mit dem zufrieden sein können, was sie haben. ~


  • ihr habt beide Recht, weil die Begriffe A- und B-Lizenz unterschiedlich benutzt wurden.

    Danke, Peter, da haben sich die Lizenzklassen tatsaechlich nach meiner Pruefung geaendert.

    So bilde ich mir meinen Text aus dem, was ich höre, vor dem inneren Auge.

    Michael, versuche bei hohen Geschwindigkeiten mal, das Boersenticker-Band vor dem inneren Auge abzuschalten und stattdessen stumm in der Mundhoehle die Silben auszusprechen, bei geschlossenen Lippen. Das bringt bei mir einen satten Schub nach oben, aber bisher faellt mein Gehirn nach einigen Minuten zurueck auf das innere Auge, was mehr Denkprozesse erfordert, langsamer ist und wo ich dann oberhalb von 25wpm immer wieder den Faden verliere.

    Macht die Augen zu und man wird kaum erkennen, dass sie eine BUG benutzt. Bestenfalls am mech. Klang.

    Klar koennen das einige. Z.B. hatte ich mit John WB6UBK mal einen Zweistunden-Kloen bei gut 20wpm und er benutzte einen Vibroplex Bug. Nur ist es nach meiner Erfahrung so, dass die Mehrzahl der Bug-Benutzer eine "Sauklaue" hat.


    Nebenbei: Es kam bei diesem QSO mit John das Thema auf, dass 6m und darueber in CW tot sei, und man sollte doch mal ... warum nicht jetzt? QSY auf 50.099MHz und es kam tatsaechlich ein Dritter hinzu, dem fast die Kaffeetasse runtergefallen ist, als er auf dem Bandscope statt dem ueblichen Rauschen Peaks sah.


    73, Joerg