HF und Lebensgefahr?

  • Es gibt schon lange Bestrebungen diverser Gruppen, Normen mit Gesetzesbezug kostenfrei zugänglich zu machen.


    "According to these developments, Harmonised Standards are indeed part of the European legislative body. If that were the case, the immediate consequence would be the obligation to provide them to the public free of charge, such as the other laws.":


    IF THE STANDARDS ARE PART OF EUROPEAN LAW, SHOULD THEY BE ACCESSIBLE FREE OF CHARGE?


    Derzeit steht das Geschäftsinteresse der nationalen Normungsmonopolisten und ihrer Verlage dem entgegen. Es gibt aber auch löbliche Ausnahmen. ITU Standards zum Beispiel sind schon immer kostenlos.


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Wobei man wird das Problem wohl nie aus der Welt schaffen können.


    Normen entstehen nicht durch Gesetze aber Gesetze und Rechtsprechung beziehen sich auf Normen. Ein Beispiel ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dieses verweist auf die ISO/IEC DIN EN 17025. Das stand in Ur-Version des Gesetzes auch schon so drin.


    Nun ist die 17025 eine ISO/IEC-Norm, die dann EN und dann DIN wird und somit Teil unseres Rechtssystems. Dennoch gibt es die Norm nicht kostenfrei, da wohl ISO/IEC damit einen Teil der Kosten decken müssen.


    Im Falle des EEG wird aber nur die nationale Norm zugelassen. Gleich mit dem Hinweis, wo man sie kaufen kann. Offensichlich Top-Lobby-Arbeit.


    73, Holger DL9HDA

  • Nochmal zurück zum eigentlichen Thema:


    DG0JAZ hat das schon ganz korrekt beschrieben: Wegen des Skineffektes ergeben sich überwiegend (!, siehe unten) oberflächliche Verbrennungen. Wenn sich früher Schausteller auf die "Antenne" eines Teslagenerators gesetzt haben, traten aus ihren Fingerspitzen Entladungsfunken aus. Damit sie keine Verbrennungen erlitten, haben sie sich Fingerhüte (aus Metall) auf die Finger gesteckt.


    Durch den mehr oder weniger guten Übergang des HF-Stromes auf den Körper, je nach Berührungsfläche auch durch den wirksamen Übergangswiderstand geht durch diese effektiv winzigen Teilflächen, welche die Leitung übernehmen, doch immens viel Strom pro Fläche hindurch. Das führt zu Verbrennungen, zu einer Überlastung des menschlichen Gewebes. Das ist so wie mit hochwertigen Isolierstoffen und der Überlastung durch HF: Wenn erst mal ein winziges Fleckchen verkohlt ist, greift das massiv um sich, egal wie verlustarm das Material auch sein soll.


    DG0JAZ hat auch ganz richtig erwähnt, dass HF-Geräte auch in der Chirurgie zum Einsatz kommen, teilweise als HF-Skalpelle z.B. mit einemganz dünnen Edelstahldraht statt einer Klinge, und auch zur Koagulation, zum Verschließen von Gefäßen oder blutendem Gewebe. Für unterschiedliche Wirkungen, wie oben beschrieben, werden an solchen chirurgischen HF-Geräten unterschiedliche Wellenformen und Spektren benutzt, weil der HF-Strom, so kann man annehmen, dann unterschiedlich (tief) wirkt. Als Student habe ich mal ein solches Gerät "abgestaubt" und zerlegt. Man konnte es zwischen einem Röhrensender mit Variometer-Leistungsauskopplung und einem breitbandigen unabgestimmten (!) Löschfunkensender umschalten, um es für unterschiedliche Zwecke einzusetzen. Das Gerät stammte aus dem 1970er Jahren, nicht vom Anfang des Jahrhnderts, war also gar nicht mal SO alt.


    Da kommen wir auch schon zu eigentlichen Frage: Bei großer HF-Leistung mit hoher Frequenz wird man sich Körperteile verbrennen, regelrecht verkohlen, was sekundär durch die Abbauprodukte zum Tode führen wird, wenn nicht schnell eine Amputation durchgeführt wird, je nach Grad der Schädigung. Sicherlich wird auch das Gewebe in Richtung Körper mitgeschädigt, was diesen Effekt noch steigern wird. Je mehr ein Körperteil seine Flüssigkeit verliert, desto tiefer dringt der hochfrequente Strom ein und sorgt auch dort für Verbrennungen. Und er sorgt an dem verkohlten Gewebe, das ja quasi als HF-Massewiderstand (als Dummy-Load) wirkt, für eine zusätzliche Erwärmung, die zu weiterem Flüssigkeitsverlust führt - so wird es daher zunehmend auch im tieferen Gewebe zu Schäden kommen, aber eben nicht an tief liegenden Organen - oder erst nach sehr langer Zeit.

    Würde man sich auf dem gesamten Körper Alu-Folie auf die Haut kleben, wird es nicht zu solchen Verletzungen kommen. Wenn aber die Feldstärke an bestimmten Stellen zu hoch wird, entsteht ein Plasma und die Alu-Folie wird flüssig. Bei dem Christlichen Sender HCJB in den Anden ist früher mal von den Enden der Antennen das flüssige Aluminium heruntergetropft...

    Bei relativ niedrigen Frequenzen wird mehr und mehr Strom auch durch den Körper fließen und zu den für Netzwechselspannung typischen Ausfällen und Schäden an Organen im Körper führen. Würde man sich bei relativ niedrigen Frequenzen auf dem gesamten Körper Alu-Folie auf die Haut kleben, würde trotzdem ein bedeutender und wahrscheinlich tödlicher Anteil des Stromes durch den Körper und seine Organe fließen. Schließlich reichen einige zig mA...


    Trotzdem, wer mal einen Langwellensender oder gar einen Längstwellensender besuchen durfte, wird erkannt haben, dass der Skineffekt auch bei 20 oder 30kHz schon wirksam ist. Dort werden so einige HF-typische Maßnahmen ergriffen, um die Verluste gering zu halten.