IC-7100 VFO Encoder versagt [geloest, vorlaeufig ...]

  • Sowas passiert laut Murphy's Law natuerlich wenige Monate nach Garantieablauf und selbst Einschicken hilft vielleicht nicht, weil der Fehler sporadisch auftritt: Manchmal laesst sich die Frequenz nicht mehr verstellen oder hoechstens "zittrig" um nur eine Stelle. Zu anderen Zeiten aendert sich bei der 900Uhr Stellung des VFO Knopfes die Frequenz fuer etwa 20 Grad gar nicht, bei anderen Stellungen wieder normal. Manchmal aber eben nirgends, Frequenz haengt fest.


    Weiss jemand, was man machen kann? Oder gibt es ein besseres und passendes Fabrikat Drehgeber, was ich kaufen und statt dem Original einbauen koennte?


    73, Joerg

  • Ich glaube da ist am Encoder ein PCB mit 2 Potis. Da könntest du mal versuchen etwas Bewegung reinzubringen bzw. darüber die Funktion wieder zu verbessern. Vergleichbares gibt es hier zu lesen:


    End of an Era: The Yaesu FT-818ND is being discontinued…
    Many thanks to Gavin (GM0WDD), followed by a number of other readers, who shared breaking news that both the Yaesu FT-818ND and the Yaesu FTM-400XDR are being…
    qrper.com


    Ich glaube der Encoder ist der gleiche.


    73, Sebastian

  • hatte dasselbe Problem bei meinem TS-2000, allerdings erst nach mehreren Jahren Betrieb. Dort gibt es ebenfalls diese beiden Pots, aber die zu verstellen, hat rein gar nichts geholfen, und so wie du das Problem beschreibst, war es auch bei meiner Kiste.

    Ich musste dann den Encoder austauschen, was kein Hexenwerk ist. Soweit es im PDF ersichtlich ist, könnte das im Icom ebenfalls ein magnetischer Encoder, vielleicht auch ein Bourns sein. Die kriegt man bei Mouser für ~40€ . Ich würde nicht zuviel Zeit mit Rumbasteln verschwenden, der Austausch ist schnell gemacht und kostet kein Vermögen.

    vy 73 de Pascal in JN37ml

  • lt. Schaltplan hat der IC-7100 keine Potis am Encoder.


    Quelle

    External Content www.youtube.com
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  • Moin, so wie ich das sehe, ist mit EX-2832 ein ganze Baugruppe gemeint. Da müsste man also ansetzen.


    73, Holger DL9HDA

  • Leute, vielen Dank. Es scheinen tatsaechlich Potis drin zu sein und wie Sebastian schrieb, ist laut Youtube und laut Bildern im Web dergleiche Geber drin wie im IC-7000. Tom, im Schaltbild hatte ich das ebenfalls nicht gefunden und daher gehofft, dass sie dieses etwas ... ahem ... korksige Design aufgegeben haetten. Haben sie aber wohl nicht. Also ist nun die Zerlege angesagt und wenn es nicht die Potis sind, einen neuen Geber finden. Das sollen magnetische mit Hall-Sonden sein. Aehnliche oder sogar die gleichen Geber sollen auch in Kenwood und Yaesu TRX enthalten sein.


    Dieses Mini-Platinchen ist wohl deshalb nicht im Schaltbild, weil das am Geber montiert als Baugruppe von Copal zugeliefert wird, die Platine ist nicht von Icom.


    Man muss etwas aufpassen. Fuer einige Icom TRX hat Copal Versionen mit laengerem Schaft gebaut und die sollen die gleiche Teilenummer wie die normalen haben (was ich etwas grueselig faende). Mal sehen.


    Mein alter NRD-515 braucht auch irgendwann eine Ueberarbeitung des Drehwinkelgebers. Der funktioniert noch, doch die Lager sind ausgegallert. Doch der RX hat noch mehr Probleme (Relais).


    Wo ich schonmal aufmachen muss: Womit koennte man die Welle schmieren, ohne den Koerper des Gebers aufzubrechen? Man hoert es immer ganz leise mahlen beim Drehen, ein hauchduennes Rauschen, wenn es ganz still im Raum ist und ich ein Ohr nahe dranhalte. Ballistol Waffenoel wie in der alten Zeit? Das soll ja auch gegen Durchreiten und Frostbeulen helfen :)


    73, Joerg

  • Ob Nidec Copal das ganze Modul liefert, weiss ich nicht, aber der Encoder selbst ist jedenfalls aus deren Haus; in der Tat hab ich im TS-2000 auch einen Copal austauschen müssen, kein Bourns; und zwar ist das dieser hier gewesen:


    Eine kleine Weihnachtsgeschichte


    und beim TS-2000 ist nur der Encoder verbaut, kein ganzes Modul; auch keine Trimmer, wie ich zuerst dachte, die A/B-Ausgänge gehen direkt auf die CPU


    p.s. ich erinnere mich, dass ich den alten Encoder geöffnet hab, und dort drin hat es zwei Trimmer, mit denen sich die Pulsweite der A/B-Signale in einem gewissen Bereich verstellen lassen. Ein Nachjustieren über die beiden Trimmer hat das Problem aber in jedem Fall nicht beseitigt.

    vy 73 de Pascal in JN37ml

  • Hallo Pascal,


    ich erinnere mich, dass ich den alten Encoder geöffnet hab, und dort drin hat es zwei Trimmer


    Zu deiner Aussage passt dieses Bild hier


    Allerdings ist die Bauform im IC-7100 eine andere, hier rechteckig. Im direkten Vergleich zwischen den beiden Encodern scheint der Encoder im IC-7100 in der Tat eine äußere Zusatzplatine zu haben und findet sich daher nicht unmittelbar im Service-Manual wieder.

    vy 73 de Dirk, DH4YM

  • Wenn das Justieren der Trimmer nichts bringt, bliebe noch der Verdacht, dass der Hall Sensor vielleicht zu weit weg vom Magnetrad ist. Ob man das intern nachstellen kann, weiss ich nicht.


    Derzeit kann ich die Kiste nicht zerlegen. Haufenweise andere dringendere Projekte und ich koennte dann nicht mehr auf die Kurzwelle. Im Moment laeuft der Encoder aus unerfindlichen Gruenden wieder, allerdings mit einigen zig Grad totem Winkel an einer Stelle. Damit kann ich erstmal leben, aber wenn ich mit Steuern und allem durch bin, wird zerlegt. Eine Neubeschaffung duerfte beim derzeitigen Weltbild in Sachen Lieferzeiten schwierig werden. Oder eben einen satten Hunderter hinlegen und von Icom besorgen. Falls sie ueberhaupt Encoder mit Lieferzeiten unter zwei Jahren haben :)


    Pascal, koennte es sein, dass bei Deinem Encoder der Comparator defekt war? Manchmal sind diese Encoder nicht gescheit auf Masse aufgelegt und dann kann ein ESD Schuss ueber die Hand reichen. Oder zuviel HF geraet hinein und versenkt den Comparator. Hand bei CW auf dem VFO Knopf gelassen, oder so.


    73, Joerg

  • bliebe noch der Verdacht, dass der Hall Sensor vielleicht zu weit weg vom Magnetrad ist

    Oh ja, das kann stressen. Ich hatte in meiner Lehre bei Ford in den 90ern einige Male das Vergnügen den Flansch des Hall-OT-Gebers bei diversen Fiestas mit einer Schlüsselfeile um 0,1-0,2mm abzufeilen. Schuld waren Ungenauigkeiten am Schwungradhehäuse, die zu einem grenzwertigen Signal führten und so manchen Fiestas liegenbleiben liessen. Weil diese Macke meist erst nach ein paar Jahren auftrat liegt für mich auch die Vermutung nahe, dass auch bei dem Encoder durch Alterung der Hallsensor unempfindlich geworden sein könnte und näher andas Encoderrad müsste.

    72! de Uli


    Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...

  • Pascal, koennte es sein, dass bei Deinem Encoder der Comparator defekt war? Manchmal sind diese Encoder nicht gescheit auf Masse aufgelegt und dann kann ein ESD Schuss ueber die Hand reichen. Oder zuviel HF geraet hinein und versenkt den Comparator. Hand bei CW auf dem VFO Knopf gelassen, oder so.

    Moin Jörg


    hab gerade auf qrz.com gesehen, dass der Komparator offenbar empfindlich auf ESD ist, also gut möglich; ich hab den alten asserviert, könnte den nochmals auseinandernehmen und ggf. reparieren.

    Komisch ist aber, dass man im Web kaum was zum VFO im IC-7100 findet; geht der so selten kaputt? Massenhaft andere Icom, auch solche mit den Copal wie im Kenny, aber nicht der 7100

    vy 73 de Pascal in JN37ml

  • Uli, 0.1-0.1mm hoert sich ja nach arg kritisch an. Danke, gut zu wissen.


    Pascal, beim IC-7000 habe ich einiges ueber Encoder-Probleme gelesen. Beim IC-7100 seltsamerweise nicht. Vielleicht wurden die Encoder von Nidec/Copal verbessert und ich hatte Pech, einen TRX mit "Montags-Encoder" zu bekommen :)


    Wie auch immer, da derzeit mal wieder ein ellenlanger CW-Contest stattfindet (grmpf), das 30m Band schon schlafengegangen ist und fuer uns Ragchewer kein Platz gelassen wird, habe ich den Encoder ausgebaut und neben der Control Unit in einen Parallelschraubstock geklemmt. Dann ein Stueck Netzkabelmantel auf den Schaft, damit ich ihn bequemer drehen kann. Da Wochenende ist, noch ein Glas selbstgebrautes Imperial Stout daneben. Long story short, der Encoder tut es (erstmal) wieder, aber ... die herauskommenden Pulse sehen nicht wie erwartet aus. Normalerweise sollten es zeitversetzte Rechtecke mit etwa 50% Tastverhaeltnis sein. Bei mir sind es aber nur kurze Pulse, auf einem Ausgang nach High, auf dem anderen nach GND. Egal wie ich die Potis drehe. Weiterhin beunruhigend ist, dass das Tastverhaeltnis je nach Winkelstellung des Encoders stark unterschiedlich ausfaellt. Das deutet auf ein nicht ganz knuspriges Magnetrad hin. Ich hoffe mal, dass es sich stabilisiert und nicht die Magnetisierungen verliert.


    Ich habe es jetzt soweit, dass die tote Zone weg ist, alles spielt wieder. Hoffentlich haelt das. Wenn nicht, bliebe wohl nur, bei Icom einen Batzen Geld auf den Tisch zu legen. Denn auf dem Encoder fand ich keine Teilenummer und er hat an der Seite als Verlaengerung des Rastmechanismus eine Zunge, die am Ende umgebogen in ein gabelfoermiges Bauteil auf der Platine ragt. Es ist mir ein Raetsel, wozu das gut sein soll, aber das macht bei endgueltigem Defekt dann wohl ein Icom-Spezialteil noetig. Oder was selbstkloeppeln, denn Rasterung und zuschaltbare Bremse brauche ich nicht, weil der TRX nicht mobil betrieben wird.


    Nochmal vielen Dank fuer Eure Tipps.


    73, Joerg

  • Ein Nachtrag, falls jemand ein aehnliches Problem hat und diesen Thread findet: Die VFO-Encoder des IC-7000 und des IC-7100 sind nicht baugleich. Der am IC-7100 hat eine Federzunge fuer die Rastung, deren Ende in einen kleinen Metalldetektor-Baustein ragt. Dieser sitzt auf der an einem Ende verbreiterten Platine. Mit eingeschalteter Rasterung hat man pro Umdrehung etwa 36 Schritte statt der etwa 146, welche man ohne Rastung erhaelt. Der uC bekommt diese Rastpulse ueber eine zusatzliche Verbindung mitgeteilt.


    Es sollte moeglich sein, einen anderen Encoder ohne diese Eigenschaft einzusetzen, wenn man die Verbindung fuer die Rastpulse stillegt und terminiert. Wenn man keinen Mobilbetrieb macht, ist eine Rastung ja i.d.R. nicht noetig.


    Sollte das Dingen nochmal versagen, werde ich wohl beherzt den Koerper des Encoders aufmachen und sehen, ob man den Hall-Sensor darin ein wenig versetzen und die Tastverhaeltnisse verbessern kann.


    73, Joerg

  • Zweiter Nachtrag: Das Dingen fiel ganz langsam wieder aus, bis nichts mehr ging. Also Komplettzerlegung des Encoders. Es scheint ein optischer zu sein und die Rastung (fuer Mobilbetrieb) haben sie ueber dieselbe Scheibe gemacht, die durch die Doppellichtschranke laeuft. Damit mussten die Nocken natuerlich gefettet werden, keine gute Kombination. Die Scheibe war total ueberfettet und ueber die Zeit setzte sich die Lichtschranke zu. Es sieht nach Vaseline aus. Das erklaert auch, warum es langsam immer schlechter wurde.


    Bei Saubermachen muss man aufpassen, weil die Lichtschranken sehr filigran sind. Keine Fenster und hinter den Schlitzen schimmert etwas, das so aussieht wie Bonddraehte. Es sass aber alles voll Fett, also hat das Putzen fast eine Stunde gedauert. Ich habe mir aus nichtfusselndem Kleenex dutzende pfeilfoermige Schnipsel geschnitten und damit das Fett vorsichtig durch die Schlitze der Lichtschranke rausgetupft.


    Ein besonders gelungenes Design ist dieser Encoder nicht. Er hat auch keine Kugellager und das ist wohl der Grund, warum er nach nur gut einem Jahr Betrieb (allerdings intensiv) schon spuerbares Spiel in der Achse hat und bei Einfingerbedienung auch nicht mehr ruckelfrei laeuft.


    Eines muss man den Entwicklern aber lassen. Es sind 36 Schlitze in der Scheibe, aber im nichtrastenden Betrieb haben sie 144 Stufen pro Umdrehung da rausgeholt.


    Wie auch immer, wenn jemand so eine Art Encoder hat und der ausgefallen ist, kann es sich lohnen, ihn komplett zu zerlegen. Denn die sind teuer und haben derzeit teilweise viele Monate Lieferzeit, wenn sie ueberhaupt lieferbar sind. Beim Icom Service ging Freitag gar keiner ans Telefon ...


    73, Joerg

  • Es sind 36 Schlitze in der Scheibe, aber im nichtrastenden Betrieb haben sie 144 Stufen pro Umdrehung da rausgeholt.

    Das ist ganz normal. Es werden pro Schlitz die steigende und fallende Flanke ausgewertet. Das jeweils für jeden der beiden Kanäle, welche ja etwas phasenverschoben sind. Also 36 x 4 = 144

  • Die Scheibe war total ueberfettet und ueber die Zeit setzte sich die Lichtschranke zu.

    Auch so eine Sache, die ich aus meinem aktuellen QRL kenne (Maschinenbau). Da tritt ein ähnliches Problem auf, wenn man es beim Montieren eines Dichtringes mit dem Einfetten zu gut meint. Optische Winkelencoder von Heidenhain, die der Dichtring schützen soll mögen Verschmutzungen aller Art auf den Teilungstrommeln gar nicht. Und in diesem Fall führt dann die Fliehkraft bei hohen Drehzahlen dazu, dass der Winkelencoder irgendwann einen Fehler produziert...

    72! de Uli


    Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...

  • Danke, Sebastian, das erklaert auch, warum ich immer nur kurze Pulse sehe statt der ueblichen 50/50 IQ-Signale. Mit dem vielen Fett drin wurde es immer schlechter, die Frequenz stieg manchmal in der falschen Drehrichtung, ganze Winkelsegmente produzierten gar keine Signale mehr, bis dann nichts mehr ging. Wenn jemand anders dieses Verhalten eines Encoders findet, koennte dieser Thread bei der Reparatur helfen. M.W. werden die nicht nur bei Icom eingesetzt. Wobei die am Encoder befestigte Platine mit den Trimpotis innen (zum Encoder-Innenraum hin) den Firmennamen Icom traegt, aber nicht im Schaltbild erfasst ist.


    Uli, in diesem Fall haetten sie zumindest die Lichtschranke nicht unten montieren sollen, sondern oben oder an einer Seite. Also z.B. den ganzen Encoder um 90 oder 180 Grad gedreht montieren.Stichwort selektive Schwerkraft :)


    Platz ist genug vorhanden, aber dazu muss die Rast/Brems/Frei-Hebelmechanik geaendert werden. Wer weder Rastung noch Bremse braucht, koennte das selbst erledigen und den Hebel eliminieren. Doch dann kann man das Fett auch komplett rausputzen, es wird ja nur im Rastmodus benoetigt.


    Nach der Reparatur konnte ich die Trimpotis drehen, wie ich wollte. Der Encoder lief immer und die Pulsbreiten aenderten sich kaum. So habe ich sie zu deren Ursprungsstellungen zurueckgedreht. Ueber die CW-Teile der Baender kurbeln geht jetzt auch schneller als im Neuzustand des TRX. Ich vermute, da sass schon so viel Fett drin, dass der Encoder manche Flanken nicht erkannte und ausliess.


    Langfristig waere mir ein richtiger Encoder mit Kugellagern lieber und mache ich vielleicht auch. Enweder das Konsolengehaeuse mit einem Anbau erweitern oder eine Ham-Software besorgen, die das ueber einen USB-Encoder kann. Letzteres waere besser, weil man dann auch andere Bedienvorgaenge sinnvoller gestalten kann als Icom das tat. Filter, Passbandverstellung, CW-Tempo und so weiter.


    73, Joerg

  • Uli, in diesem Fall haetten sie zumindest die Lichtschranke nicht unten montieren sollen, sondern oben oder an einer Seite. Also z.B. den ganzen Encoder um 90 oder 180 Grad gedreht montieren.Stichwort selektive Schwerkraft :)

    Wenn es denn eine Lichtschranke wäre. Hier ist es noch schlimmer: Der Winkelencoder funktioniert ähnlich wie ein CD-Spieler, nur wird hier der Trommelmantel mit drei Spuren simultan abgetastet. Im Endeffekt kann damit eine Auflösung im Bogensekundenbereich erreicht werden, also weit mehr als die 144 Steps. Ist im Falle von Präzisions-Werkzeugschleifzentren auch unbedingt nötig.

    72! de Uli


    Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...