störarmes Schaltnetzteil

  • Endlich mal wieder fern unterwegs mit etwas Mini-Funkaktivität: aus einer vorherigen Reise ergab sich bereits der Wunsch nach einer galvanisch getrennten USB-Kopplung zum Gerät, jetzt habe ich die Stromversorgungen unter die Lupe genommen.

    Empfindliche Geräte kann man leider prima übers Netz oder gekoppelte Geräte stören. Vor dem Urlaub flog schon ein Netzteil in den Müll, das aktuelle ist einiges besser - aber eigentlich immer noch Grütze. Habe den ganzen Spaß mal mit dem Spion und dem Analyzer "abgeleuchtet."

    Jetzt baue ich einfach mal wieder ein hochwertiges lineares rauscharmes verblocktes Netzteil selbst.

    Was möchte ich anmerken?

    Manchmal macht man ein gutes Funkgerät duch den Störumfang der Peripherie schlechter, das gute Funkgerät kann eigentlich nix dafür.

  • Jochen, oft lassen sich die entstoeren. Da mein Linearnetzteil bei langen CW Kloens zu heiss wurde, habe ich mir ein gebrauchtes Samlex SEC-1223 Schaltnetzteil gekauft. Klassische Schaltung mit TL494. Das ist von 80m bis 70cm mucksmaeuschenstill. Bei 160m erscheint etwa alle 20kHz ein leiser Pfuff, doch das laesst sich mit zwei 0.1uF Keramikkondensatoren direkt von den Ausgangsbuchsen aufs Chassis beseitigen. Zur Probe kurz drangehalten ... weg. Habe ich noch nicht eingebaut, da ich 160m (noch) nicht benutze und bei Zuhoeren auf Mittelwelle macht der Noise Blanker das weg. Daraufhin habe ich mir kurz danach noch ein zweites baugleiches Netzteil gebraucht besorgt. Jetzt ist auch ein einstuendiges Ragchew kein Problem mehr.


    73, Joerg

  • Ja, das Entstören kann klappen, einen weitern Kandidaten von Mascot konnte ich weitgehend zum Schweigen bringen. Manchmal ist der direkte Wechsel auf Akkubetrieb sehr erhellend, vor allem bei Geräten mit Spektrum-Anzeige. Die Frage bleibt, ob man gerade selbst merkt, daß man die eigenen Empfangsergebnisse verschlechtert. Das muß kein "Ratterblock" auf dem Band sein, ein angehobener Rauschteppich oder "nicht existente" Träger können ja bereits verschlechternd wirken.

  • Jochen,


    vor Jahren hat QRPeter schon einige Netzteile auf das Störverhalten getestet. Dabei hat bewusst dieses Teil in seinen Shop aufgenommen: https://www.qrp-shop.biz/Schaltnetzteil-23A

    Ich habe seinerzeit das baugleiche von MAAS gekauft. https://www.maas-elektronik.co…netzteil-23-Ampere.2.html Mitlerweile ist das Teil dort zur Zeit nicht lieferbar und jetzt teuerer als im ORP-Shop.


    Ich habe das NT viele Jahre im Einsatz. Es ist absolut ruhig! Und selbst die Gebläsesteuerung ist so dezent - einfach klasse! Wie würde man bei ebay schreiben: Gerne wieder.

    73 Michael, DF2OK.

    ~ Das größte Elend gibt es doch nur, weil die Leute, denen es eigentlich gut geht, nicht mit dem zufrieden sein können, was sie haben. ~


  • Kann ich so bestätigen. Ich habe das gleiche Netzteil auch schon einige Jährchen in Betrieb. Hat mir damals

    QRPeter empfohlen. Mein altes hatte gerade auf 40 m immer einen wandernden Rauschteppich hinterlassen.

    Mit dem gehört das alles der Vergangenheit an.

    73´s Jürgen , ALT-512 SDR 10 Wtts, mittlerweile 50m endgespeist an der Luft + TS-790E für VHF/UHF mit Indoor X-30 und

    4-Ele LPDA. Moxon für 6m/4m ebenfalls Indoor .... Xiegu G90 mit Eremit 18 AH LiFePO4 und 12m Spidermast für outdoor.

    Member Log4OM Alpha- & Betatest Team

  • ich behaupte mal, jedes Schaltnetzteil erzeugt prinzipbedingt Störungen, die Frage ist nur, wie gut sie nach außen unterdrückt werden.

    Das SEC1223 z.B. ist auch nicht störfrei. Ich habe es intern (Netz + 13,6V) zusätzlich mit Filtern entstört, das Ergebnis war an meinem DX70 deutlich sichtbar. Später am IC7300 war auf 50MHz das Grundrauschen erst dann richtig niedrig, als ich es nicht auf dem Funkgerät, sondern ca 40cm höher hingestellt habe. Ähnlich sah es mit Meanwell 320W aus. Trotzdem stimme ich zu, daß diese SNT relativ störarm sind.

    Auch die kleinen Schaltwandler, die ich beim Basteln in QRP-Geräten gern verwende, muß man meist zusätzlich entstören.

    Auch die Magnetfelder können stören (trotz teilweise solider Eisengehäuse), zum Beispiel in trafogekoppelten Potentialtrennern für Digitalbetrieb (50Hz + Oberwellen aus der PFR-Drossel erzeugen NF-Lattenzaun) oder in Preselektoren/Antennentunern (hochfrequent aus dem Wandlertrafo im SNT), wenn sie zu nahe beieinander sind.

    Ob man die Störungen überhaupt wahrnimmt, hängt von der Stärke und Störbeaufschlagung des Antennensignals ab und der Anfälligkeit der Empfangsanlage für diese Störungen. Es ist nie verkehrt, den TRX mal im Empfangsbetrieb an einer Batterie zu betreiben und das Ergebnis mit Netzbetrieb zu vergleichen. Störungen zeigen sich nicht nur in Lattenzäunen, sondern oft auch ganz unverdächtig in einem gleichmäßig erhöhten Rauschpegel ohne jegliches Kratzen.

    Der von DG0SA vorgeschlagene Weg ist sicher die erste Maßnahme, sehr wirksam und trifft den Haupt-Ausbreitungsweg, hat aber z.B. keinen Einfluß auf Magnetfelder.

    Und nicht vergessen, daß mit Computer und Zubehör häufig noch mehr Schaltnetzteile (besonders auf Laptop-Netzteile achten) mit dem TRX verkoppelt sein können. Soweit meine Erfahrungen.

    73 Reiner

  • Hallo Michael,


    was hörst Du vom Netzteil, wenn Du es in einer ruhigen Umgebung impulsartig (schnelles CW, Mithörton am TRX aus, AF-Gaun am TRX ebenfalls aus.) belastest?


    73, Wolfgang

    DL2KI

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970

  • was hörst Du vom Netzteil, wenn Du es in einer ruhigen Umgebung impulsartig (schnelles CW, Mithörton am TRX aus, AF-Gaun am TRX ebenfalls aus.) belastest?

    Moin Wolfgang,


    habe es gerade mal ausprobiert. Bei CW wird ein getastetes sanftes / leises Brummgeräusch hörbar. Mit zunehmender Leistung mehr. Kann ich nur bis 100W HF-Out testen.

    73 Michael, DF2OK.

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  • Hallo Michael,


    ja, ich wollte hier nur mal einen weiteren Aspekt hinsichtlich "Störungen" hinzufügen.


    Das Brummen hört sich (verstärkt) so an.


    spa8230-1.mp3.txt


    Ursache ist diese Drossel, vorne links im Netzteil.



    Bei meiner Geräteaufstellung hier, hat mich das Brummen doch so sehr gestört, das ich wieder auf mein GSV3000 umgestiegen bin. Das Schaltnetzteil ist ansonsten gut, und brummt bei QRP-Geräten auch nicht so. Man müsste das ggf. beim Aufstellort des Schaltnetzteiles im Shack berücksichtigen.


    Ich habe die Drossel auf Dämpfer gesetzt und auch in einer Ankerwicklerei neu tränken lassen. Ohne Erfolg. Das Brummen kommt aus den Blechen der Drossel und dringt auch aus den seitlichen Lüftungsschlitzen


    73, Wolfgang

    DL2KI

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970

  • Wolfgang,


    oha, soo laut ist bei mir nicht. Klingt hier eher wie ein klassischer Netztrafo, dem etwas mehr Leistung abverlangt wird. Das NT steht hier auf dem Holztisch des Shacks, also guter Resonanzboden.

    73 Michael, DF2OK.

    ~ Das größte Elend gibt es doch nur, weil die Leute, denen es eigentlich gut geht, nicht mit dem zufrieden sein können, was sie haben. ~


  • Hallo Michael,


    die Lautstärke des Brummens ist real natürlich geringer. Ich hatte ja extra "verstärkt" geschrieben, da man bei dem Beispiel ja etwas hören soll. Dennoch ist die reelle Lautstärke so, das es gut hörbar und damit für mich bei CW auf Dauer störend ist. Bei anderen Betriebsarten, die ich jedoch nicht betreibe, wird das vermutlich weniger ein Problem sein.


    Wer sich ein Netzteil zulegt, sollte daher für sich persönlich den Begriff "störarmes Schaltnetzteil" ggf. etwas weiter fassen.

    Der Sachverhalt bei diesem speziellen Netzteil ist bei CW-Freunden auch nicht ganz unbekannt.


    73, Wolfgang

    DL2KI

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970

  • Moin Wolfgang,

    Wer sich ein Netzteil zulegt, sollte daher für sich persönlich den Begriff "störarmes Schaltnetzteil" ggf. etwas weiter fassen.

    ein Aspekt mehr. Dein Versuch machte mich neugierig und so habe ich mein Netzteil ebenfalls aufgezeichnet.


    Das Mikrofon am Boden des Smartphones war 2 cm von der offenen Zigarettenanzünderbuchse des NT unten rechts entfernt. Nach dem 2. CQ-Ruf setzt das Gebläse des betagten FT-757GXII ein, dessen Lagergeräusch mächtig lauter ist. Und immerhin schon einen Meter vom Mikrofon entfernt ist!

    Netzteik 001_sd.mp3.txt

    Verstärkung des O-Tones um 10db mit Audacity. Senderleistung 100W Normal bin ich - wenn kein QRP-Betrieb anliegt - mit rund 30 Watt HF unterwegs. Da höre ich das nicht, das geht unter. Mit 100W wie hier ist es in der Tat wahrnehmbar.


    Aber (für mich, was nix heisst) nicht störend. Vielleicht habe ich diesmal kein Montagsgerät erwischt. Oder einfach Zufall, dass das an dem Standort gut aufgestellt ist. Auf dem NT steht zudem ein fetter Akku.


    Das Gebläselager des TRX (müsste ich mal überholen) stört dann eher. Oder das Klicken der Relais, wenn ich ganz empfindliche Tage habe. Aber gut zu wissen, dass es mit bspw. mit dem GSV3000 Alternativen gibt.


    BTW: Mein Schniefen beim Einatmen dank Schnupfens ist am Anfang auch zu hören. :rolleyes:

    73 Michael, DF2OK.

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  • Hallo zusammen,

    ich habe ein Servernetzteil entsprechend umgebaut und selber eine Entstörung nach Michael Wippermann durchgeführt und habe überwiegend Ruhe auf der Ausgangsseite. Das Netzteil kann 50 Ampere. Aber selbst bei 35 Ampere Belastung (Mehr kann ich nicht) brummt da nichts. Mir würde diese Brummschachtel auf den Geist gehen...

    Gruß

    Stefan

  • Moin!
    Bei meinen Experimenten mit dem 12VDC - 115VAC 60Hz Wandler habe ich festgestellt (anderer Thread), dass der verwendete Trafo stark brummt - mechanisch. Das scheint sehr stark von der Kurvenform des Stromes in der Primärwicklung abzuhängen denn im normalen 50Hz Betrieb als Netztrafo brummt er nicht.
    Jedenfalls verändert sich der Brumm wenn ein Zobelglied (Boucherot-Glied) eingesetzt wird. Schwingelemente helfen auch.
    Im Falle der Drossel im Schaltnetzteil wird es sich ja wohl auch nicht um sinusförmige Ströme handeln.
    Evtl. hilft ein Zobelglied und zusätzlich Gummipuffer. Wenn keine Schwingelemente erreichbar sind hilft auch eine längere Schraube, 2 Gummidurchführungstüllen und ein paar Unterlegscheiben.


    Das Zobelglied muss man berechnen nach Induktivität und ohmschen Widerstand der Drosselwicklung [1]. Aber wenn man einen Wert errechnet hat muss man immer noch probieren bis es passt hab ich festgestellt. Induktivitäten können sich je nach Stromdurchfluss auch ändern, besonders wenn auch noch Gleichstrom fließt.

    [1] z.B.: https://www.wavecor.com/html/zobel_networks.html

  • wenn mich nicht alles täuscht, ist das eine PFC Drossel, was ich dann sehr merkwürdig fände, wenn die Geräusche von sich gibt.

  • wenn mich nicht alles täuscht, ist das eine PFC Drossel, was ich dann sehr merkwürdig fände, wenn die Geräusche von sich gibt.

    Wenn es sich um eine Drossel zur Leistungsfaktorkorrektur handelt, dann ist ein Zobel-Glied natürlich die falsche Wahl.

  • Mir würde diese Brummschachtel auf den Geist gehen...

    Moin Stefan,


    das ist nicht laut, bitte. Meine Aufnahme wurde 2 (in Worten: ZWEI) cm (nicht Meter) Abstand des NT an der offenen Buchse aufgenommen. Dann um 10 dB verstärkt. Wieviel das ausmacht, wisst Ihr.


    Das Teil ist rund 1m von mir weg und in keinster Weise störend. Und ja, mein Gehör ist nachweislich (Hörtest HNO) so richtig in Ordnung. Eben nicht Disco- und sonstwie verdorben. Dafür aber jahrzehntelang KW-trainiert. ;) Das bei QRO leicht auf und abschwellende Hinsummen hat zudem was Romantisches. Bin im Röhrenzeitalter groß geworden und kenne noch einige selbstgebaute KW-PA von mir und meinem damaligen Umfeld, wo es das Knacken des Gehäuses im Umfeldes beim Erwärmen der 3-400Z oder 3-1000Z bis zur hellen Rotglut der Anode (in Gitterbasisschaltung nach ARRL-Handbuch) anzeigte, dass hier Leistung für "echte Kerle" am Werk war. Beim Abkühlen nach einem Durchgang knackte es halt wieder, nur andersherum. ;) Oder der Sound von Modulationstrafos in kommerziellen MW- bzw. KW-Sendern, denen ich bei Besuchen des OV lauschen durfte.


    Solange es nicht klappert (wie kleine Relais für CW etx.), schnarrt, pfeifft oder quietscht - gehts.

    Hier mal die Datei im unverstärkten Zustand:

    Sprache 001_sd.m4a.txt

    Und wie laut eigene Sprache bei anschliessender Wiedergabe klingt, wenn man deutlich in 2cm Abstand in ein Funktelefon schnackt, werdet Ihr kennen. Laut halt...

    73 Michael, DF2OK.

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