• Hallo,


    was mache ich falsch, oder ist das so.

    Ich habe einen kleinen Ringkern aus einer ESL bifilar mit etwa 50Wdg 0,15 CuL bewickelt. Beide Teilwicklungen in Reihe geschaltet, aso zu einer Spule von 100Wdg. Die Windungen liegen dicht nebeneinander. Der Kern ist rundherum bewickelt. Die 100Wdg ergeben nun etwa 10mH .

    Bei einem Temperaturanstieg um ca 10°K (10°C auf 20°C) steigt die Induktivität um mehr als 1mH. Auch ein festlegen der Wicklung mit Lack bringt keine Besserung.

    Sind die Ferritkerne wirklich so temperaturabhängig - Kerndaten habe ich ja keine dazu.


    Das ist nun mein erster Einsatz, von den bisher gescheuten Ringkernen, für ein Spulenfilter 77,5kHz und auch gleich in die Schei;(;( gegriffen. Jedenfalls läßt sich dieser Temperaturgang mit keiner Kondensatorkeramik kompensieren.


    Oder gibt es da Tricks beim Wicklungsaufbau ?


    Jedenfalls ist der Temperaturgang von Zylinder und H-Kernen viel geringer.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd, was ist eine ESL ?

    Mit ungeeignetem Kernmaterial wirst Du Dich totwickeln und dann totärgern....

    Die Kernform ist erst mal sekundär.

    73 de Jochen

  • Mit dem richtigen Kernmaterial und nicht zu kleinen Ringen ist einges an Güte machbar.

    Auch wenn kleinere Ringe reichen, wickeln sich etwas größere besser und das Ergebnis mündet in besserer Güte.

    Nach falscher Materialwahl mit der Bauform zu hadern, na ja....

    Mit 2 Ringkernen ist jedenfalls ein schönes DCF-Bandfilter machbar. Aber wozu?


    Noch so ein komische Frage: welche Antenne wirst Du verwenden? Ein abgestimmter Ferritstab oder Ring ist Filter selbst.


    73 de Jochen!

  • Die Induktivität von Ringkernspulen ist nicht per se temperaturabhaengig. Die Temperaturabhängigkeit kommt vom verwendeten Kernmaterial


    Ferrite sind nichtlineare Bauelemente. Ihre Permeabilität ist eine frequenzabhängige komplexe Größe. Insbesondere Mangan Zink Ferrite sind in hohem Masse temperaturabhaengig. Je höher ihre Anfangspermeabilitaet ist, desto höher ist meist auch die Temperaturabhängigkeit.


    Was ist ESL?


    Eine hohe Güte ist nur bei Schwingkreisen und Selektionskreisen anzustreben. Zur Entstörung sind die frequenzabhängigen Verluste einer Spule durchaus erwuenscht. Hohe Güte ist da weniger gefragt. Wenn es ein Ferritmaterial für EMV Anwendungen ist, ist es für Kreise meist wenig geeignet.


    Für einen 77 kHz Selektionskreis wählt man ein geeignetes Kernmaterial, dessen Temperaturabhaengig gering ist und dessen Verluste im gewünschten Frequenzbereich minimal ausfallen. Datenblätter mit Kurven der HF- Eigenschaften der verschiedenen Ferritmischungen gibt es z. B. von Fair Rite (Amidon).


    73


    Guenter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 3 times, last by DL4ZAO ().

  • Ich danke euch beiden.

    Ich bevorzuge Bauteile aus der Bastelkiste, wobei Kiste stark untertrieben ist. Ich bastle also mit dem Vorhandenen . Das hat also nichts mit hadern zu tuen, habe halt nur diese Ferritringe und habe das auch nur festgestellt , als ich die kalte Bude geheizt habe - zum Glück.

    Das schmalbandige DCF-Filter brauche ich vor Allem wegen der baulichen Nähe zur Uhrenplatine (Z80,TTL , Multiplexanzeige, Schaltnetzteil). Das Ganze kommt hinter Glas als flaches Bild an die Wand mit Einblick in die altertümliche Elektronik.

    Die Uhr funktioniert auch schon mit nur einem FET als Antennenverstärker , ist aber wegen der Nähe zur Uhrenplatine möglichst genau in Empfangsrichtung zu bringen. Ich hoffe da noch etwas herausholen zu können.


    ESL siehe Beitrag 3


    Viele Grüße

    Bernd

  • Aha, wenn der Ferrit also aus einer Energiesparlampe ist, aus einer Kompakt Leuchtstoffröhre, dann ist es ein EMV Ferrit für Entstoerzwecke oder ein Ueberträgerkern des Vorschaltgeraetes. Der ist für Resonanzkreise höher Güte schwerlich geeignet.


    73

    Guenter

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  • Gleichstromfunker

    Changed the title of the thread from “sehr starker Temperaturgang von Ringkernspulen” to “DCF-Filter”.
  • Ja Guenter, das habe ich gemerkt.


    Ich habe mal kurzer Hand die Überschrift geändert.


    Gebaut habe ich das Filter. Qurz in Serie mit 33pF and den Mittelanzapfungen der beiden 77,5kHz Schwingkreise - funktioniert , 3dB-Bandbreite 4Hz.



    Eine Frage, kann ich anstatt der Spulenanzapfung auch den Schwingkreiskondensator anzapfen ? Das sollte doch egal sein, oder? - dann bräuchte ich nicht neu wickeln.


    Hier eine Knipsung der Uhr



    Viele Grüße

    Bernd

  • Rein von der Theorie her sollte die kapazitive Transformation gleichwertig sein.


    73

    Guenter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • besteht hier nicht die Gefahr, dass man extrem hohe C-Werte braucht ?

    Es wäre ja dann eine Reihenschaltung aus 2 Cs die am Ende wieder die Gesamt-

    kapazität des Einzel-Cs erreichen muss. Und je ungünstiger die C-Verhältnisse

    werden (wegen der nötigen Transformation) umso grösser und unhandlicher

    werden die Cs dann.

    Oder hab ich hier einen Denkfehler?


    73

    Mark