QCX 20m-Transceiver: Fehlersuche nach Überspannung

  • Hallo die Runde


    habe mal als ein zusammenhängendes Dokument meine Erfahrungen und Ableitungen zur Frage Stromversorgung und Fehlermeldung

    beim Starten des QCX erstellt und gleich als PDF hier angehängt. Es sind Kleinigkeiten an zusätzlichen materiellen Aufwand die ein wenig

    die Funktionssicherheit erhöhen. Es gab hier schon einige Vorschläge wie das Verbinden der Betriebspannungspins 7 und 20 des Atmega

    mittels Diode. Besser ist, wenn die Spannung " gleichmäßig " und schnell ihren Nennwert erreicht und keine Differenzen der Spannung

    zwischen den Pins 7 und 20 auftreten. Falls Fragen auftreten, bin zu jeder " Schandtat " bereit.....hi... , wünsche schönes WE.


    73 de

  • Hallo,


    nachdem ich zunächst nicht weiter gekommen bin, und andere Themen im Vordergrund standen, habe ich mich erneut mit der Reparatur des QCX befasst.


    Der Spannungsregler 7805 war defekt. Die beiden Dioden D1 und D2 waren ebenfalls defekt, beide vom Typ 1N4148. Die Bauteile habe ich ausgetauscht.


    Nach dem Einschalten des QCX heute Abend ist auf dem Display die Startmeldung des TRX zu sehen, wenige Sekunden später qualmte die Diode D1.


    Ich habe die Spannungsversorgung sofort getrennt, beide Dioden sind erneut defekt . Der Spannungsregler ist intakt.


    Nach dem Austausch und Wiedereinschalten des TRX wird der bekannte Startbildschirm gezeigt, gefolgt von der Meldung "SI 5351 Error". Die Stromaufnahme beträgt 90 mA bei eingestecktem Display, ohne Display sind es 60 - 70 mA.


    Was nun? Mein erster Gedanke: Bevor ich mir alle Halbleiter neu bestelle und einen Heißluft-Lötkolben kaufe, den ich wahrscheinlich nie wieder brauchen werde, bestelle ich besser einen neuen Bausatz.

    Schade um das Geld, aber alles Andere wäre ein "Stochern im Nebel", wenn wie in meinem Fall die Erfahrung fehlt. Dann ist der neue Bausatz billiger.


    Oder hat jemand von euch einen gezielten Ansatz für die Identifizierung und Beseitigung des Fehlers?


    73,

    Klaus-Peter

    DJ4DI

  • Moin,


    ich habe gerade mal einen Blick in den Schaltplan gewagt. D1 und D2 sind die Dioden, ueber die der SI5351 seine Spannung bekommt. 2 Stueck in Reihe versorgen den Si5351 dann mit 5V-0.7V-0.7V ca. 3.6V. Das Problem ist damit schon ganz eng eingegrenzt. Als erstes solltest Du schauen, am besten mit einer grossen Lupe, ob da nicht eine feine Loetbruecke an dem Chip besteht, vor allem im Bereich von Pin 8,7 und 1. Dann die Widerstaende R4 und R3 kontrollieren. Es duerfte sich um eine Verbindung zwischen GND und einem Pin des Si5351 handeln, was fuer den erhoehten Strom durch D1 und D2 fuehrt. Das kann auch noch im Bereich von Pin 10,9 sein, die zum FST3253 gehen. Ist das alles ok, dann wird mit grosser Wahrscheinlichkeit der SI5351 defekt sein.


    Um den zu tauschen braucht man keinen Heissluft-Loetkolben, nur einen Fluxmittelstift, Entloetlitze, eine feine Edelstahl- oder Titanpinzette (eine andere tut es auch, aber bei den Materialien klebt das Loetzinn nicht an der Pinzette) und etwas Geduld. Mit der Entloetlitze nimmt man erst mal an den Pins Loetzinn ab, dass kann man auch quer ueber alle Pins machen. Dann vorsichtig mit der Pinzette Pin fuer Pin hochbiegen, natuerlich mit Loetkolben am Pin und dann faellt der von alleine runter.


    Dann die Loetpads mit Entloetlitze und Isopropanol reinigen. Fuer das Aufloeten von dem neuen Chip ordentlich Fluxmittel auf die Loetpads und dann einfach beherzt alle Pins mit einem Schlag anloeten.

    Dann mit der Lupe nochmals kontrollieren. Wichtig ist der Fluxmittelstift, nie sparsam mit sein. Kann auch beim Ausloeten helfen.


    https://www.reichelt.de/index.…=446&nbc=1&q=entloetlitze

    https://www.reichelt.de/flussm….html?&trstct=pos_0&nbc=1


    73, Tom




    73, Tom

  • Hallo Klaus-Peter,

    den Gedanken kann ich nachvollziehen, neukaufen oder reparieren, ist bei diesem Gerät eigentlich keine Frage des Geldes. Soweit ich mich an das Schaltbild erinnere, liegen 5 Schaltkreise an den 5V.
    Display und Prozessor: Scheinen ja noch zu arbeiten, aber richtig sicher ist man erst, wenn alle Funktionen gehen, manchmal stirbt auch nur ein einzelnes PIN. Letztlich sind die einfach auszutauschen.
    Der SI5351 und der FST3253 sind da ewas kniffliger. Wenn ich an meine Möglichkeiten denke, mit der Heißluftpistole ablöten, neuen drauf, naja. Mit etwas Glück sollte es klappen, aber es ist eng und ich habe gerade 2x solche Dinger aufgelötet - ich würde hier sehr genau überlegen, speziell beim offensichtlich defekten SI5351. Und nicht zu vergessen - im Sendeteil steckt auch noch ein Maikäfer im DIL-Format, der theoretisch auch was abbekommen haben kann. Wenn man dann noch mehrere Händler zu Beschaffung kontaktieren muß, ärgern mich zusätzlich die oft über dem Bauteilpreis liegenden Versandkosten.

    Es hängt wohl davon ab, was wichtiger ist: Sich seine Reparaturfähigkeiten unter Beweis stellen oder ein funktionierendes QRP-Gerät zu haben.

    73 Reiner

  • Hallo Klaus-Peter,

    hattest Du den si5351a schon gewechselt ? Ich hatte wohl auch geschrieben, dass es gar nicht so einfach sei, den defekten IC auszulöten. Die Leiterplatte ist sehr, sehr , sehr empfindlich .

    Wenn das Lötzinn nicht schön flüssig ist, hebt man die kleinen Leiterzüge. Lötkolben mit sehr breiter Spitze, viel Lötzinn , wenn noch vorhanden 40er oder 60er , auf die Pins rund herum

    und wenn der Klumpen dann flüssig ist , das IC mit der Pinzette abheben, ganz vorsichtig . Reines Lötzinn ist ungeeignet , es schmiert nicht , ist nicht zähflüssig , entweder flüssig oder gleich fest,

    so dass man die Pins abreissen kann. Vorher mal auf einer alten anderen Platine üben. Deine angegeben Stromaufnahme vom Gerät ist soweit in Ordnung , hatte ähnliche Werte.

    Ich drücke die Daumen.


    73 de

  • anno dazumal, bevor ich mich für SMD entsprechend ausgerüstet hab, hab ich solchen defekten Chips die Beine vom Gehäuse abgedremelt - so kriegt man den Chip weg und kann dann die abgefrästen Beine eins nach dem anderen ablöten. Ob das vom Platz her möglich ist, kann ich nicht abschätzen; wenn keine Gefahr für umstehende Bauteile durch die Trennscheibe besteht, kann man sich so einen gewissen Ärger ersparen.


    mit einem Heissluftfön ist in der Tat Vorsicht geboten; weder lässt sich der Luftstrom noch die Temperatur richtig regeln, geschweige denn der Wirkort eingrenzen. Wenn der Rest der Platine ebenfalls in SMD aufgebaut ist, hat man am Schluss eine Grabeslandschaft (tombstoning)

  • Hallo Pascal,


    das mit dem Dremel ist so eine Sache, bei guten Qualitätsleiterplatten hält der Pin auf der Leiterplatte, aber ich habe schon böse Überraschungen

    damit erlebt bei sehr dünnen Leiterzügen . Auch wenn man mit einem geeignet sehr spitzen Seitenschneider jeden Anschluss einzeln am IC trennt,

    haben sich schon diverse Leiterzüge von der Leiterplatte gehoben . Da sollte jeder für sich entscheiden und vorher an alten ähnlichen Leiterplatten

    üben IC auszulöten , säubern und wieder einzulöten .

    Bei Heißluft gibt es Aufsätze die genau so groß sind wie das IC , aber eben vorher auch üben.


    73 de

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure prompte Rückmeldung. Dieses Forum ist einfach klasse wegen der Sachkenntnis und Hilfsbereitschaft seiner Mitglieder..


    @Tom: Ich habe die Platine nochmal überprüft, Lötbrücken habe ich keine gefunden.


    Ich bin noch nicht allen Hinweisen nachgegangen, ich werde weiter berichten.


    73,

    Klaus-Peter

    DJ4DI

  • Hallo die Runde,


    ich habe zum QCX 2 neue Dokumente erstellt , als Bericht mit Bilder und zur Anleitung . Einmal eine Änderung der Stromversorgung des si5351a und einmal

    ein Dokument das sich nur mit dem Wechseln des si5351a befasst. Beide Dokumente sind leider über 1MB , kann sie also hier nicht einstellen.

    Bei Interesse : " manfred.weinberg@arcor.de " .

    Nachtrag: Habe die Dokumente etwas zusammengequetscht, jetzt konnte ich sie hochladen, wer eine bessere Bildqualität benötigt , einfach melden..

    73 de

  • Hallo die Rund,


    weiter oben hatte ich die Dokumentation zu meinem Vorschlag zum Umbau des QCX eingestellt. Heute nun

    eine kurze Ergänzung zu diesen Vorschlägen . Ein Kurzschluss beim Messen auf der +5V Schiene bewirkt, dass

    die umliegenden Kondensatoren entladen werden, sowie in der Zuleitung der Strom sehr stark ansteigt.

    Aber was passiert bei einem " Wischer " , wo man nur ganz ganz kurz mal die +5V kurzschließt ....

    Ich meine mal , es gibt wie bei der alten herkömmliche KFZ-Zündung oder wie beim Weidezaungerät einen

    Spannungsimpuls ... oder warum sollten die si5351a sterben , nicht immer , aber irgendwann doch einmal.


    73 de