NanoVNA -ein vektorieller Netzwerk- Analysator

  • Hallo,


    eine kleine Randbemerkung zum Thema Kalibrierung. Mit dem VNA /zumindest mit meinem kam eine Set Kabel und eine Kalibrierungsset. (50 Ohm Abschluss, Abschuss offen und Abschluss - Kurzschluss). Man kann beim VNA leicht die Kalibrierung selbst durchführen und aus meiner Sicht ist es genau wie vorher von Joe und auch Wolfgang beschrieben vollkommen ausreichend für den "Hausgebrauch". Ich bin mit dieser handvoll Messgerät sehr zufrieden und es erfüllt auch seinen Zweck für den ich es gekauft habe. Wer einen mehr wissenschaftlichen Ansatz möchte sollte sich etwas höherwertiges zulegen aber nicht über dieses Gerät meckern.


    73, Uwe


    Edit: Wer einen 3D Drucker hat sollte sich ein zusätzliches Gehäuse zum Beispiel von Thingiverse runterladen und ausdrucken.

  • Mit dem VNA /zumindest mit meinem kam eine Set Kabel und eine Kalibrierungsset.

    Moin,


    nein, es ist kein Kalibrierset dabei sondern ein Haufen undefinierter Teile, die 50 Ohm, Open und Short suggerieren sollen. Kurzum Müll.


    Kalibriersets kosten richtig Schotter, die rückgeführte Kalibrierung selbiger noch einmal.


    Auch wenn es immer und immer wieder geschrieben wird. Es handelt sich um einen Abgleich und nicht um eine Kalibrierung!



    73, Holger DL9HDA

  • Hallo,

    1979 habe ich mit einem einfach(st)en SWR Meter als Indikator angefangen Antennen auch zum Senden zu benutzen. Auch das Gerät war kein Präzisionsmessgerät von Bird ;-). Weder die Röhrenendstufe des TR4C noch die Transistorenendstufe des HW8 sind daran verstorben und Verbindungen in Telegrafie habe ich auch zu Wege gebracht. Von daher bin ich beeindruckt was ich heute bekommen kann. Ich habe das schwarze Teil bekommen und werde damit spielen. Eine Anleitung in Englisch gibt es auch: hier. Einen professionellen VNA werde ich mir nie leisten wollen.

    Vy 73 de

    Rolf, DL8BAG

    P.S.: Gibt es in der Nähe von Bonn einen OM der mir hilft mit einem 3D Drucker ein Gehäuse zu erzeugen?

  • Hallo Holger,

    Auch wenn es immer und immer wieder geschrieben wird. Es handelt sich um einen Abgleich und nicht um eine Kalibrierung!

    sei nicht so streng ;). In den Handbüchern zu VNWA (z. B. von Rohde und Schwarz) wird dieser Vorgang als Kalibrieren bezeichnet. Vollzieht jemand diesen Vorgang, auch mit nicht kalibrierten Referenzelementen, so nennt sich dieser Vorgang laut Menü immer noch Kalibrieren.


    (Übrigens geht der hier behandelte Vorgang bei den VNWA über das eigentliche Kalibrieren hinaus. Es erfolgt ja auch noch eine Justage der Messwertanzeige. Hier könnte man wieder über die richtige Benennung diskutieren.)


    Wichtiger erscheint mir folgendes:

    Moin,


    nein, es ist kein Kalibrierset dabei sondern ein Haufen undefinierter Teile, die 50 Ohm, Open und Short suggerieren sollen. Kurzum Müll.

    Hast Du die konkreten Teile überprüft? Konkrete Daten aus einer Kalibrierung wären für mich interessanter als ein pauschaler Verriss.


    Vermutlich werden keine Kalibrierdaten mitgeliefert. Dann hast Du insoweit recht, dass die Werte der Teile nicht bekannt und schon gar nicht rückführbar sind. Vielleicht sind sie aber gar nicht so schlecht, man kann es nur erst einmal nicht wissen.


    Bei den fraglichen Teilen (Short, Open, Load) kann der Amateur auch ohne großen Aufwand weiterkommen.

    Abschlusswiderstände mit Koaxanschluss gibt es fertig zu kaufen. In der Regel werden die Toleranz und der Frequenzbereich dazu angegeben.

    Short und Open kann man selber herstellen. Hier kennt man ohne Kalibrierung natürlich die Abweichungen vom Ideal nicht (Bezugsebene und parasitäre Elemente). Wie weiter?

    Entweder

    - hat man selber oder ein Bekannter mal Zugang zu entsprechender Technik und kann die Brauchbarkeit der Elemente wenigstens einigermaßen prüfen oder

    - man hat eine zuverlässige Bauanleitung und reproduziert diese ordentlich oder

    - kombiniert beides, schafft sich also selber die taugliche Vorlage und reproduziert dann.

    Baut man den Abschlusswiderstand selber, gilt für diesen gleiches.

    Vielleicht sind die gelieferten Elemente so oder ähnlich entstanden?


    Könnten einige Besitzer hier Kalibrierdaten bereitstellen, könnten andere mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Rückschlüsse auf ihre eigenen Elemente ziehen.


    Übrigens kommt man nach meinen Erfahrungen mit etwas Nachdenken beim Bau allemal auf Elemente, die ohne Kalibrierung bis 50 oder 100 MHz brauchbar sind. Für viele Messungen des Amateurs reicht die Genauigkeit dann immer noch aus.


    73 von Ludwig, DH8WN

  • In den Handbüchern zu VNWA (z. B. von Rohde und Schwarz) wird dieser Vorgang als Kalibrieren bezeichnet.


    Moin, berechtigt, da R&S ja auch davon ausgeht, dass vernünftige und kalibrierte Standards einsetzt werden. Z.B. https://www.rohde-schwarz.com/…rtseite_63493-418432.html



    Wichtiger erscheint mir folgendes:

    Hast Du die konkreten Teile überprüft? Konkrete Daten aus einer Kalibrierung wären für mich interessanter als ein pauschaler Verriss.

    Na ja ich warte ja noch auf meine. Ich weiß aber schon, dass die Müll sind. 50 € für so ein Set inc. VNA ....?


    Aber ich habe natürlich andere geprüft. Ich habe Zugriff auf kalibrierte R&S Kits und da gehen dann schon die Augen auf, wenn man mit den mitgelieferten Stummeln einen Abgleich macht und dann ein professionellen 50 Ohm Abschluss aufschraubt und dann ein Z von 36 anstelle von 50 Ohm hat. Ich habe übrigens ein Set von Meca. Wenn ich damit einen Abgleich mache, dann sehe ich zumindest bis 500 MHz keinen signifikanten Unterschied zu den Profiteilen. Das Meca-Set hat etwas über 100 € bei ebay gekostet. Hat N-Stecker und wurden aus Israel geliefert. Natürlich unkalibriert.


    73, Holger DL9HDA

  • Holger,


    deine Art zu Argumentieren passt hier nicht hin. Wenn du einen VNA für unter EUR 50 mit R&S Equipment vergleichst frage ich mich warum? Kauf dir doch bitte R&S Geräte und Kalibrierungsset und versuch hier nicht alles schlecht zu reden. Was ist dein Ziel? Alle sind doof und ich bin der Beste?

    Akzeptiere bitte das anderen Menschen dieser VNA ausreicht und auch das "ungenügende" Kalibrierungsset oder auch gerne Abgleichset (welches bei mir zumindest einen Abschlusswiderstand mit 49,9 Ohm enthält).


    73, Uwe

  • Zitat aus wiki:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kalibrierung

    Vor allem die ersten 10 Zeilen.


    Ähnlich habe ich es auch in meinem Studium vor fast 40 Jahren gelernt. Ein "Abgleich" kann vor der Kalibrierung gemacht werden, wenn das Meßgerät dies ermöglicht und die tatsächliche Abweichung dies sinnvoll macht.


    In dem diskutierten Fall des 50-Euro-VNA ist "das Normal" die mitgelieferten 3 Abschlüße. Diese entsprechen natürlich nicht einem Normal gemäß einer Norm. Auf die "Qualität und Genauigkeit" dieser Teile wird aber das Meßergebnis bezogen. Von daher verstehe ich nicht, was daran nicht "kalibrieren" sein soll. Ich kenne keine Norm, die den Ausdruck "kalibrieren" als ausschlieslich auf sich bezogen definiert.


    Ich habe mir für die "Kalibration" von meinen Widerstandsmeßgeräten mal 3 Werte Meßwiderstände bestellt. Diese haben einen definierten Toleranzbereich von 0,1% (bei 20°C).

    Mein Meßgerät ist mit einer Meßgenauigkeit von 1% angegeben. Trotzdem kann ich über den Bezug auf meinen "Kalibrier-Widerstand" einen deutlich engeren Toleranzbereich zu Meßwerten angeben. Die Definition des "Normal" - eben der Meßwiderstände - läuft dann über Hersteller und Distributor. Dies ist natürlich für profesionelle Angaben nach DIN nicht zulässig, vom physikalischen Verständnis und für meine Hobby-Anwendungen aber mehr als ausreichend.


    Mir ist nicht bekannt, ob die Versender des 50-Euro-VNA Toleranzen für das "Kalibrier-Set" angeben, da ich die Dokumentation nicht kenne. Ich gehe jedoch davon aus, dass irgendwo Gesamttoleranzen des Meßwertes angegeben werden welche unter zu Grundelegung eines Abgleichs mit den mitgelieferten Set erreicht werden. Ob das dann "Kalibrier-Set" oder "Abgleich-Set" nennt ist wohl ein Streit um "des Kaisers Bart" - das Ergebnis ist das gleiche: ich kann zu einem erzielten Meßwert einen Toleranzbereich angeben, in welchem der tatsächlich Wert dann liegt.


    Die Aussage "ein Haufen Müll" habe ich in diesem Faden noch nicht belegt gefunden. Das könnte man z.B. sagen, wenn die Toleranz des Set deutlich größer ist als die für den VNA angegebene Meßtoleranz. Oder wenn sie z.B. einnen außergewöhnlich großen Temperaturgang hätten. Dies ließe sich dann durch Vergleich mit einem nach DIN auf definierte Normale rückgeführten Set, in diesem Faden meist als "richtiges Kalibrierset" bezeichnet, recht einfach nachweisen.

    Ich denke, dass in vielen OVen OM sitzen, welche durch ihren Beruf oder anderweitiger Tätigkeit Zugriff auf nach DIN kalibrierte Meßmittel haben. Falls nicht könnte man um Unterstützung in einem Labor einer technischen Hochschule nachfragen, am besten eine mit eigenem AFU-Clubcall. Dann kan man sein "Kalibrier-Set" nachmessen (incl. Frequenzgang) und sieht selber, ob man "Müll" erwischt hat.

  • Sorry Uwe, Deine Art zu argumentieren passt hier gar nicht rein!


    Du unterstellst mir Dinge, die ich nicht getan habe. Zeige mir bitte exakt die Stelle, wo ich einen 50€-VNA mit R&S-Equippment verglichen habe. Ich rede hier auch nicht alles schlecht. Wo? Und wo akzeptiere ich nicht, dass anderen Menschen ein 50 € VNA ausreicht. Ich habe doch wohl geschrieben, dass ich mir auch ein solches gerät bestellt habe. Um es schlecht zu reden? Nein um es zu benutzen. Denn es verspricht gute Leistung bei kompakter Baugröße und niedrigem Preis.



    Mir geht es hier im wesentlichen um drei Dinge.


    1. Ich möchte niemanden als doof darstellen. Die Unwissenden als doof darzustellen ist nicht sonderlich klug.


    2. Ich möchte aufzeigen, dass zwischen Kalibrierung und Abgleich/Justage ein riesiger Unterschied besteht. Alle schreien auf, wenn das böse Wort Amateurfunker anstelle Funkamateur fällt, aber die inkorrekte Terminologie wird stur weiter verwendet.


    3. Zum Ausdruck bringen, welche erstaunlich guten Resultate heutzutage mit kleinem Geld zu erzielen sind. Zumindest bis 500 MHz. Darüber arbeite ich nicht und kann mich nicht äußern.


    Ich habe mehrere dieser Geräte oder habe sie gehabt.

    - FA-VNA3 und 4. Sehr gute Geräte aber für mich irgendwie nichts im Feld. Labor ok.

    - Rigexpert AA-600. Tolles Gerät, teuer und etwas klobig.

    - EU1KY. Fantastisch insbesondere mit den Erweiterungen von DH1AKGF und KD8CEC. Vielen Dank! Leider auch etwas klobig.

    - und ich warte auf den Zulauf des nanoVNA.


    (Mein Lieblingsgerät ist ein SWR-Analyzer von DL1ALT.)


    Diese ganzen Messgeräte sind mit den mitgeliferten Abgleichsets so bis etwa 6 m zu gebrauchen. Dann spreizen sich die Ergebnisse ziemlich auf. Ich bin dann schnell darauf gekommen, dass der Abgleich das Problem ist. Verwendet man bei allen VNAs ein besseres Abgleichset, dann zeigen diese auch sehr gut übereinstimmende Ergebnisse an. Als Vergleich diente ein kalibriertes und rückgeführtes Kal.-Set von R&S




    73, Holger DL9HDA