CW und RTTY mit Soundcard und Software

  • Da mir die Frage in dieser oder ähnlicher Form in letzter Zeit öfter gestellt wurde, dachte ich mir es kann ja nicht schaden, meinen Versuch Klarheit zu schaffen auch hier im Forum zu posten :)


    Die Frage:
    Guten Morgen Peter!

    Eine Unklarheit ist da noch aufgetaucht:


    Für CW oder RTTY muss ich was machen?

    Brauche ich eine freie COM Stelle?


    FT-897 - SignaLink - Lenovo T410


    Bis auf diese eine unklare Sache läuft alles SUPER!


    Meine Antwort:

    Bei RTTY: Nein, nicht wenn du wie bei den anderen Digimodes rein analog arbeitest.

    Es ist so: Für RTTY gibt und gab es immer schon zwei verschiedene Methoden: AFSK und FSK. Bei AFSK werden für Mark und Space zwei Töne in die SSB Aubereitung gegeben. Bei FSK wird digital mit High und LOW der VFO des TX um den Betrag in der Frequenz verschoben, der auf der Gegenseite dann diese Töne erzeugt. Alle Transceiver können AFSK, einige können FSK. Bei Betrieb mit dem SLUSB ode irgend einer anderen Soundcard macht folglich AFSK Sinn. Die Einstellungen und die Funktionalität sind identisch zu denen bei z.B. PSK. Der TXVR bleibt im DATA oder SSB Mode, wird NICHT auf RTTY geschaltet. Die Ausgangsleistung wird über die Amplitude der NF eingestellt!


    Bei CW: Nein, nicht wenn du wie bei den anderen Digimodes rein analog arbeitest.

    Bei CW gibt und gab es immer schon 2 Methoden zur Erzeugung des Signals: Entweder wird der Sender getastet (HF On, HF OFF Das ist der Fall, wenn du eine Morseaste oder eine Tastelektronik an den TXvR angeschlossen hast und damit CW gibst.

    Alternativ wird "Tonmodulierte Telegrafie" einegsetzt, dabei wird in einem SSB Modus einfach ein Ton appliziert der im Rhythmus der Telegrafie ein und ausgeschaltet wird. Wie bei SSB sendet der TXVR nur dann HF aus, wenn der Ton da ist (Bei nicht gedrückter Taste: unterdrückter Träger, TX ist ON, hat aber keine Ansteuerun, keine Ausgangsleistung) Für die Gegenstation besteht also kein Unterschied.

    Bei Einsatz einer Software für CW und SLUSB ist somit auch hier die letztere Methode die Methode der Wahl. Der TXVR bleibt im DATA oder SSB Mode, wird NICHT auf CW umgestellt, Ausgangsleistung in CW entsteht durch Übergabe des Tones von der Software an den TXVR, Die Ausgangsleistung ist abhängig von der Amplitude der NF.

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Dabei möchte ich noch anmerken, dass sowohl bei AFSK wie auch bei tonmoduliertem CW die üblichen Regeln mit der ALC-Anzeige gelten.

    Da der Sender mit NF moduliert wird, können bei zu hoher Audioaussteuerung Übersteuerung und damit der bekannte breite Lattenzaun neben dem eigentlichen Signal entstehen.

  • Dabei möchte ich noch anmerken, dass sowohl bei AFSK wie auch bei tonmoduliertem CW die üblichen Regeln mit der ALC-Anzeige gelten.

    Da der Sender mit NF moduliert wird, können bei zu hoher Audioaussteuerung Übersteuerung und damit der bekannte breite Lattenzaun neben dem eigentlichen Signal entstehen.

    Ja, Pascal, unbedingt, wobei das jedoch bei AFSK und tonmodulierter CW nicht so problematisch ist wie bei PSK und Verwandten weil ja jeweils nur ein Ton aktiv ist wie bei TUNE. In diesem Fall zeigt auch ein NICHT PEP Wattmeter die Leistung richtig an . Bei PSK und Verwandten ist es eine 2-Ton Ansteuerung. Damit zeigt das NICHT PEP Wattmeter nur etwa die Hälfte an, wodurch dann manche YL und mancher OM dazu verführt werden, die NF aufzureißen bis endlich die gewünschten 100W angezeigt werden :(

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Genau; da das mit dem Verständnis PEP immer wieder zu Verwirrungen führt und auch gerne mal Anlass bietet, hardwareseitig an der ALC rumzufummeln, wollte ich es nur anmerken;

    am besten immer den Transceiver auf volle Leistung stellen, und dann mit Volumeregler im OS die Lautstärke Richtung Transceiver so einstellen, dass gerade knapp die volle Leistung kommt - sofern man das will - weniger geht natürlich immer.

  • am besten immer den Transceiver auf volle Leistung stellen, und dann mit Volumeregler im OS die Lautstärke Richtung Transceiver so einstellen, dass gerade knapp die volle Leistung kommt - sofern man das will - weniger geht natürlich immer.

    Hmm..... der Weg ist genau richtig Pascal, aber immer daran denken, dass die üblichen NICHT PEP Wattmeter bei 2-Ton Ansteuerung wie PSK und Verwandte (oder in SSB beim berühmte italienischen "Aaaahhhhhhh") dann im Vergleich zur gedrückten Taste in CW oder TUNE nur etwa die Hälfte anzeigen.

    Bei einem TXVR der einen POWER Regler hat also z.B. diesen auf 100W stellen und mit dem Soundcardregler die NF dann so weit aufdrehen, das 50W angezeigt werden, wenn man "volle Kanne" senden möchte oder besser eben dann 5W, wenn man mit äquivalent 10W senden will. Für die FT817 Menschen ist das immer ein Schock wenn ich ihnen sage dass sie nur 1,25 Watt einstellen dürfen, wenn sie nicht splattern und ihr Gerät nicht in den frühen Tod treiben wollen (FT817 = 5W zugelassen bei intermittierenden Betriebsarten, die Häfte = 2,5W bei Dauerstrich wie PSK und demzu Folge 1,25W bei 2-Ton Dauerstrich.

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Ja, ich weiss, es gibt Leute, die haben das Wattmeter permanent eingeschleift und schauen ebenso versessen darauf, dass die Nadel ja bis 100W ausschlägt - komme was da wolle. Das ist ja nicht totzukriegen, leider.

    Immerhin haben immer mehr ein Spectrumscope in Betrieb und erinnern ihr Gegenüber vielleicht auch bei Gelegenheit ans Splattern.