HyEnd-Antenne - Erdung

  • Ich habe mitgelesen und bin bei dem Thema etwas wehmütig: Bei meinen (Schwarz-)Funkversuchen in den 50ern, (aber lediglich für einen Remote-CW-Kurs mit meinem Mentor, der mit zwei 40m-Zepp-Antennen und kWatt gearbeitet hat), war meine QRP-Röhren-PA relativ problemlos an "das Stück Draht" an zu passen. Mit PA Selbstbau und PI-Filter schaffte man das noch leicht mit wenigen Verlusten. Mit dem 50 Ohm Standard des Geräteausgangs ist es halt problematischer geworden als bei einem Dipol, echte Hühnerleitern sind nicht mehr ganz in und man transformiert (balunisiert) sich bis zum ..... Mit Wiedereinstieg in den 70ern bin ich auch beim Dipol gelandet (zwar KW "nur" SWL bis 2005, FB23 wegen der RS-Satelliten) und beim Beam geblieben. Irgendwann hänge ich vielleicht noch ein FD3 auf und evtl. GPA50 wegen 80m, aber echte Endfeed sicher nicht mehr. Da unterschreibe ich Günter ebenfalls, wenn auch mit einer Wehmut-Träne im Knopfloch.


    73 Peter

  • Ich tue mich schwer, Günter zu widersprechen, zumal Peter/DL2FI seine Einschätzung ja schon mit einem virtuellen
    'Daumen hoch' geadelt hat.

    Ich gebe gerne zu dass die Einspeisung ( fast ) am Ende eines Dipols ihre Schwierigkeiten hat, einfach weil kleine parasitäre Kapazitäten natürlich angesichts des hochohmigen Realteils einen erheblichen Einfluss haben können und insgesamt das hohe erforderliche Transformations-Verhältniss entsprechend höhere Verluste im Anpass-Netzwerk zur Folge haben wird.
    Betreibt man die ganz weit außen gespeiste Antenne als Mono-Band Antenne etwa mit einem Fuchskreis kann man die Einflüsse der Umgebung relativ leicht ausgleichen - viele Problem entstehen erst durch den, natürlich legitimen, Versuch, diese Antenne für mehrere Bänder zu nutzen.
    Zickig ( Diva ) finde ich eher Antennen, deren eine Hälfte aus Koax besteht und wo man mit einer ( meist untauglichen )
    Mantelwellensperre versucht, der Antenne klarzumachen, wo der Dipol endet und die Speiseleitung beginnt.

    Wer mal versucht hat auf einem winzigen Balkon, einen mittig gespeisten Vertikal-Dipol zu realisieren, lernt die "endgespeiste" Monoband Version zu schätzen.

    73

    Peter

  • Ich habe Günters Kommentar so verstanden, dass er sich hauptsächlich auf diese seit einigen Jahren gepuschte Marotte als Endfeed (High Endfeed) Antennen zu sehen, die am Ende mit einem 1:X UnUn gespeist werden wobei den Nutzern suggeriert wird, dieser Transformator würde sogar ein variables Anpassgerät überflüssig machen.

    Es erscheint auf den ersten Blick verlockend, mit wenig Aufwand ein simples Drahtende und ein Trafokistchen zu einer effektiven Antenne zu kommen.

    Um diese geht es ja auch in dem Einstandsbeitrag und in dem Beitrag, in dem Jochen diesen alten thread wieder belebt hat.

    Es gibt sicher Sonderfälle, in denen man auf Grund der Umgebung unmöglich einen Dipol installieren kann. Mein Vater, DL1QG z.B. betrieb erfolgreich einen 80m Draht der direkt über ein klassisches Pi-Filter hinter einen FTDX500 betrieben wurde.


    Wer mal versucht hat auf einem winzigen Balkon, einen mittig gespeisten Vertikal-Dipol zu realisieren, lernt die "endgespeiste" Monoband Version zu schätzen.

    Ja, die Situation hatte ich schon. Habe dann eine QUAX Antenne auf dem Geländer installiert (googelt mal nach Quax Antenne :-) ) Nachdem sich die "Experten" über die Beschreibung in einem QRP QTC im FA lustig gemacht hatten habe ich in einem Folgeartikel den Versuch beschrieben, meine vorherige TH6DX mit > 10m Boom auf dem Balkon zu installieren. Aber selbst mein Lügen-Artikel über meine angebliche GAP Titan auf dem Fahrrad-Gepäckträger konnte die "Experten" nicht von der Sinnhaftigkeit eines kurzen Monopols überzeugen. :love:

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Beitrag von DL4ZAO ()

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  • Ich gebe gerne zu dass die Einspeisung ( fast ) am Ende eines Dipols ihre Schwierigkeiten hat, einfach weil kleine parasitäre Kapazitäten natürlich angesichts des hochohmigen Realteils einen erheblichen Einfluss haben können und insgesamt das hohe erforderliche Transformations-Verhältniss entsprechend höhere Verluste im Anpass-Netzwerk zur Folge haben wird.
    Betreibt man die ganz weit außen gespeiste Antenne als Mono-Band Antenne etwa mit einem Fuchskreis kann man die Einflüsse der Umgebung relativ leicht ausgleichen - viele Problem entstehen erst durch den, natürlich legitimen, Versuch, diese Antenne für mehrere Bänder zu nutzen

    Ohne Frage, als schmalbandige Antenne, z.B. mit Fuchskreisanpassung lässt sich eine endgespeiste Antenne zum Laufen bringen. Und du bemerkst richtig, die hochohmige Einspeisung und die damit verbundene Abhängigkeit von Streukapazität und die Umgebungs- und Erd- Einflüsse lassen sich selektiv ausgleichen. Dennoch ist das für mich ein Grund, warum ich auch diese Form der Antenne als Diva einordne, denn es ist mit etwas Frickelei verbunden.


    Es ging mir oben um EndFed Antennen, die über einen Breitband-Trafo gespeist als Plug-and-Play Mehrbandantenne Dienst tun sollen.#


    Klar, wenn es aus räumlichen Gründen nicht anders möglich ist, z.B. weil ein Dipol oder Doppelzepp oder Doublet wie immer man es nennen mag, nicht realisiert werden kann, dann darf es auch eine Endfed sein. Denn jede Antenne ist besser als Keine (auch wenn es der Koaxschirm ist HI).


    73

    Günter

  • Ich habe Günters Kommentar so verstanden, dass er sich hauptsächlich auf diese seit einigen Jahren gepuschte Marotte als Endfeed (High Endfeed) Antennen zu sehen, die am Ende mit einem 1:X UnUn gespeist werden wobei den Nutzern suggeriert wird, dieser Transformator würde sogar ein variables Anpassgerät überflüssig machen.

    Da bin ich ganz bei Euch. Ich wollte nur klarmachen, dass eine sauber aufgesetzte Monoband(!) Fuchsantenne nicht zwangläufig ein besseres Dummy Load ist. Warum man sinnvollerweise nicht wirklich ganz Ende speist, sondern etwa bei Lambda/20 vom Ende kann man wie bereits erwähnt bei AA5TB nachlesen.

    Die QUAX-Antenne macht sicher Sinn für die niedrigen Bänder, wo man die volle Dipollänge nicht mehr realisieren kann - probiere ich vielleicht nochmal für 80m, mein 16m-Mast stößt da an Grenzen und das geht mangels Abspannmöglichkeiten sowieso nur bei absoluter Windstille.

    73

    Peter

  • Vielen Dank für alle Beiträge inzwischen, insbesondere an Günter!

    Auf der Suche nach der Kiste mit den Ringkernen bin ich noch auf ein "tolles" selbstgebautes Anpass-Gerät für symmetrische Antennen gestoßen. Die Anregung ist von DK5NOA und stand im Funkamateur 5/2002. Auf einem T157-2 (rot) sind jeweils angezapft Primär- und Sekundärwicklung drauf. Dazu sekundär ein Dreko umschaltbar parallel/im Reihe zur Sekundärwicklung. So richtig zufriedenstellend hats nicht funktioniert und das Ding ist für Jahre im Schrank gelandet. Mit der Beschaffung besserer Meßmittel hat sich bestätigt, daß Teilegewinnung die beste Lösung wäre.....

    Hätte ich jetzt den EndFed-Trafo mit umschaltbaren Sekundäranzapfungen und einem Verkürzungsdrehko in Serie ausgestattet, wäre ich bis auf die Kernsorte (-43 bzw. RK3) wieder da, wo ich schon mal angesetzt hatte.


    O.T.: Das erste S-match mit Ringkernen nach PA0FRI ist auch schon wieder zerlegt... nach einem Testaufbau mit größerem Doppellochkern lauert hier eine Schachtel Rohrkerne (Bürklin 85D256, Ringkern 0613)......


    Letztendlich werd ich also das echt endgespeiste Thema ad acta legen, egal ob HyEnd oder Fuchs und mit OCF-Dipolen (mit beherrschbareren Speiseverhältnissen) weitermachen. Das geht ja auch mit nur einem weiteren externen Befestigungspunkt und Anschluß (nicht Speisung) am Ende.


    Also noch mal besten Dank & 73! Jochen

  • Hier einige meiner Erfahrungen der gelegentlichen Benutzung einer HyEndFED mit digitalen Betriebsarten, die zeigen, wie unterschiedlich die Ergebnisse je nach Aufbausituation sein können:

    2016 Februar in SM4 - horizontaler Aufbau in 5m Höhe - PSK Betrieb EU mit guten Ergebnissen.

    2019 Februar in SM4 - vertikaler Aufbau an Schiebemast, unteres Ende 2m über Grund - FT8 guter DX Empfang (3B8, VU,ZS), werde aber sendetechnisch kaum aufgenommen, auch nur einige wenige PSKReportermeldungen aus EU.

    2019 Februar in DL - vertikaler Aufbau, unteres Ende in 12m Höhe - FT8 problemlos DX mit Reportermeldungen auf 40m bis VK,JA sowie auf 20m problemlos QSOs mit LU, CE, PY.

    SWR der Antenne bei allen Situationen <1:1,5 auf den 3 Antennenbändern 40/20/10, damit einfachste Handhabung (ohne Matchbox, Mantelwellensperre vor TRCV aber empfehlenswert). Will damit sagen, daß die Verwendung dieses Antennenprinzips zwar mit Unsicherheiten verbunden ist, aber deswegen nicht pauschal abgelehnt werden muß.

    vy73 Chris

  • Hallo zusammen,


    wir haben uns in unserem OV letztes Jahr mit endgespeisten Halbwellenstrahlern (EFHW) beschäftigt. Dazu haben wir verschiedene Koppler und verschiedene Strahler aufgebaut und getestet.


    Zu den Kopplern:

    Wir haben mit 43er-Ringkernmaterial breitbandige Koppler aufgebaut und wir haben abstimmbare Fuchskreiskoppler (Resonanzkoppler) aufgebaut. Die breitbandigen Koppler haben wir mit der "Back-to-Back-Methode" durchgemessen und wir haben eine Durchgangsdämpfung von kleiner 1,3dB ermittelt. Dann haben wir den Fuchskreiskoppler mit dem breitbandigen verglichen. Dabei haben wir festgestellt, dass der Fuchskreis auf den höheren Bändern eine ca. 0,5dB geringere Dämpfung aufweist. Die Ergebnisse haben wir danach noch mit WSPR verifiziert.


    Zu den Strahlern:

    Wir haben u.a. Monoband- und die beliebte 3-Bandversion aufgebaut. Aber bei allen Versionen haben wir ein kurzes Stückchen Draht als "Gegengewicht" verwendet! Denn wenn der Strom auch sehr gering ist (I=P/U), so muss er doch fließen... Und es muss sichergestellt werden, dass das gesamte System resonant ist. Also X=0! Testen, ob das Gegengewicht wirkt kann man sehr einfach: berührt man das Funkgerät, oder legt man die flache Hand drauf, so darf sich das SWR nicht verändern. Die Länge des Gegengewichts ist aber unkritisch (ca. 1m).


    Ich verwende verschiedene Strahler und verschiedene Aufbauvarianten (Sloper, Inverted V...) und ich habe das Übersetzungsverhältnis auf 1:49 reduziert. Auch in der Nähe meine Wohnmobils passt das SWR.

    Im Vergleich zu Dipolen hat man exakt dasselbe Strahlungsdiagramm und man spart sich die Zuleitung. Meine Erfahrungen mit diesem Antennentyp sind eindeutig positiv und für mich sind es die besten und effizientesten Portabelantennen.


    Anmerkungen:

    Die EFHW ist sehr einfach zu verwechseln mit den sogenannten 1:9 "Magnetic Balun Antennen". Dieser Typ sieht nur ähnlich aus, funktioniert aber nur mit großem Glück manchmal...

    Ich verwende die breitbandige Kopplung lieber, da sie bei Bandwechsel nicht nachgestimmt werden muss.

    Hier sind noch ein paar Messkurven und weitere Details zu finden.