HyEnd-Antenne - Erdung

  • Halo zusammen,
    ich habe mir eine HyEnd-Antenne für 10/20/40m gebaut.Soweit ich verstehe, muss dieser Antennentyp für die angegebenen Bänder nicht geerdet werden, da im Spannungsbauch eingespeist wird. Es wird jedoch auch erwähnt, dass eine Erdung eher kontraproduktiv ist. Nun würde ich doch das Koaxkabel zum Schutz vor Überspannungen an der Hauseinführung normalerweise erden müssen. Außerdem ist ja der TRX selbst auch geerdet. Kann ich also eine Erdung der Antenne überhaupt verhindern?


    Und eine andere Frage: ich könnte mit einem Antennentuner versuchen, die Antenne auch auf andere Frequenzen abzustimmen. In diesem Fall hätte ich dann aber keinen Halbwellenstrahler mehr und am Einspeisepunkt auch höhere Ströme und ich müsste für diese Frequenzen dann vermutlich eine Mantelwellensperre einsetzen. Für die Bänder 10/20/40m hingegen soll eine Mantelwellensperre hingegen nicht sinnvoll sein (?). Ist also eine solche Anpassung per Antennentuner keine gute Idee?


    73
    Peter

  • hm .... hab mir auch eine solche Antenne zusammen gestrickt, aber bin alles andere als begeistert.
    Bis ich eine einigermaßen funktionierende Anpassung hatte, fand ich spannend. Ohne Mantelwellensperre ging es garnicht. Was mir noch so aufgefallen ist, der UnUn wurde warm. Konsequenz ... da wird meine scheune HF zur Heizung mutiert, irgendwie nicht der Sinn der Sache. Ich wollte diese Antenne als Ersatz für meinen vertikalen 20m Dipol nutzen, weil die Zuleitung einigermaßen rechtwinklig mittig wegzuleiten, ist ein Krampf. ABER im Vergleich mit der endfeed schnitt der vertikale Dipol um Längen besser ab, sowohl beim Empfang, als auch bei Raporten.
    Tja irgendwie erscheint mir diese Antenne auch nicht der Bringer.
    Zur Frage erden ... Soweit ich es sehe, braucht jede Antenne ein Gegengewicht, sonst strahlt sie garnicht.

  • Zur Frage erden ... Soweit ich es sehe, braucht jede Antenne ein Gegengewicht, sonst strahlt sie garnicht.

    Ich habe mein Halbwissen u.a. aus http://www.dc4ku.darc.de/KW-Drahtantennen.pdf. Ich vermute, dass ein Gegengewicht bzw. Mantelwellensperre immer dann notwendig ist, wenn im Einspeisepunkt der Antenne ein Strom fließt - und das ist bei der Hyend bei den vorgesehenen Bändern nicht der Fall. An den Bandgrenzen, und insbesondere auf 80m, stimmt das dann evt. aber nicht mehr und es treten bereits kleine Ströme auf, die "irgendwo hin wollen".


    Ich habe meine Hyend (40/20/10) momentan nur lieblos in den Garten geworfen und auf die Spule für 40m verzichtet. Mit dem Tuner konnte ich dann zwar einigermaßen anpassen, wunderte mich aber, dass ich recht ordentlich in den Audiokanal meines Computers reinstrahlte (2-5 Watt) - und das nur im 40m-Band. Mein Erklärungsversuch: auf 40m passt die Drahtlänge nicht, der Tuner kann auch nichts daran ändern, dass am Einspeisepunkt in diesem Fall ein Stromanteil auftritt und (vielleicht) als Mantelwelle sein Unwesen treibt.

  • Hallo,


    Obwohl die Antenne an einem hochohmigen Punkt eingespeist wird, fliest trotzdem ein Strom gegen "Erde"
    z.B. I = Wurzel(P/R) -> I=48mA bei 5 Watt und 2200 Ohm.
    Lesenswert ist auch ein Artikel von DG0SA und die Internetseite von AA5TB


    Habe selbst zwei HyEndFed Antennen.
    Einmal die 11,85m lange für 40/20/10 und die 23m lange für 80/40/20/15/10.
    Die kurze HyEndFed wurde durch die doppelt so lange Antenne ersetzt. Direkt am Einspeisepunkt habe ich eine Mantelwellensperre und ein "Pigtail", wie von AA5TB empfohlen.
    Obwohl die HyEndFed nicht optimal aufgehängt ist (siehe qrz.com, bin ich mit ihr mehr als zufrieden.
    Funktioniert meist besser als mein Vertikaldipol, auch bei DX. Deswegen wurde der Vertikaldipol durch einen Oblong für 6m ersetzt.


    Meine Erfahrungen mit Antennen.
    Man kann im Voraus nicht sagen, wie gut eine Antenne "spielt". Hier hat die Umgebung einen sehr großen Einfluß.
    Es hilft nur testen, testen, testen ......

  • Es hilft nur testen, testen, testen ......

    Genau, ist halt analoge Technik ;) .
    Da Du die kurze und lange HyEnd hast, würde mich interessieren, ob die lange Version auf 40/20/10m merkbar besser ist (weil mehr Draht in der Luft?). Ich habe zwar in meinem Garten nur rund 12m Luftlinie, könnte die 23m aber evt. über Eck spannen (was ich aber gerne vermeiden würde). Auf Deiner interessanten QRZ-Seite sieht es so aus, als wenn die HyEnd-Antenne sehr stark geknickt ist - mit einem Winkel deutlich kleiner als 90 Grad. Ich dachte bislang (in meiner noch kurzen Afu-Zeit), dass das eigentlich gar nicht mehr sinnvoll ist.


    Hast Du die Primär- und Sekundärwicklung wie von AA5TB beschrieben getrennt und dann die Primärwicklung geerdet?


    73
    Peter

  • Hallo Peter,


    das Bild in qrz.com ist etwas verzehrt - sollte noch eine Skizze von oben hinzufügen.


    Einspeisepunkt ist oberhalb der Gartentür in ca. 2m Höhe. Dann geht es schräg auf ca. 8m hoch und von dort im Winkel von 90 Grad zum zweiten Mast in ca. 13m Abstand. Dieser ist ebenfalls ca. 8m hoch.
    Dann wieder im Winkel von 90 Grad zum Mast an der Tür. Hier ist der Antennendraht ca. 1,5m von der Hauswand weg. Winkel von kleiner 90 Grad nach Möglichkeit vermeiden.


    Bei der HyEndFed ist Primär- und Sekundärwicklung miteinander verbunden - deswegen die Mantelwellensperre.


    Bei der 12m langen Antenne fehlt das 80m Band und das 40m Band ist durch eine Spule in Resonanz, d.h. bei 40m hast du nicht die optimale Länge. Bei der 23m langen Antenne gilt das fürs 80m-Band.

  • Alles klar, danke für die Info. Wenn's irgendwann wärmer wird, muss ich mal in den Garten und mir eine Strategie überlegen. Leider schränken zwei Laubbäume die nutzbare Fläche weiter ein, so dass es mit der 23m-Version knapp wird.

  • Tja, die einen sind begeistert - bei den anderen verschwindet das Konstrukt kommentarlos im off.
    Ich hab mir mit der EndFed echt Mühe gemacht, hatte in Tirol mehrere Übertrager mit verschiedenen Kernen dabei und einen Analyzer auch.
    Nach diversen Änderungen und Tests hab ich den ganzen Quark auseinandergebaut und das Thema spannungsgespeiste EndFed beerdigt.
    Mir wärs recht, wenn auch mal jemand deutlich sagt, daß was nicht wirklich gut funktioniert.
    Ein gutes SWR auf allen Bändern sollte ein Alarmzeichen sein.


    Kurzfassung: eine hochohmige Antenne ist mit der Impedanz deutlich bandabhängig und kapital umgebungsabhängig. Erhebliche Blindanteile sind vorhanden.
    Das alles über einen Kern mit festem Transformationsverhältnis. Glückwunsch.


    Da ich unterwegs mit 5W und einer FD3 immer irgendwie gut dran war, werden nun FD3 und FD4 als endgespeiste Version getestet.


    73 de Jochen

  • "Da ich unterwegs mit 5W und einer FD3 immer irgendwie gut dran war, werden nun FD3 und FD4 als endgespeiste Version getestet."


    Guten Morgen Jochen!


    Was ist der Unterschied zwischen einer endgespeisten FD3 bzw. FD4 und einem endgespeisten Draht mit 21 bzw. 42 Meter Länge?


    Viele Grüße und schönen Sonntag!
    Peter

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 15 Meter CW


  • Was ist der Unterschied zwischen einer endgespeisten FD3 bzw. FD4 und einem endgespeisten Draht mit 21 bzw. 42 Meter Länge?



    Kommerziell kennt man so etwas als "City-Windom". Und weil nicht jeder plug-and-play mag hat sich der OV E34 an einen Nachbau gewagt:


    Endgespeiste Windom nachgebaut



    Um übrigens auf die ursprüngliche Frage dieses (schon wieder zu weit abschweifenden Threads, seufz) zu kommen:


    UNUNs, und das sind die Übertrager bei einer endgespeisten Halbwellenantenne nunmal, sollen am Speisepunkt immer geerdet werden. Und damit ist keine grossartige HF-Erde gemeint, Radialnetze oder gar abgestimmte Gegengewichte sind unnötig oder manchmal sogar kontraproduktiv. Die einfache Erdung reicht aus und Mantelwellen sind in der Regel keine mehr zu beobachten. Portabel reichte mir übrigens bislang immer ein ca 30cm langer Erdnagel in der Wiese. Im Urlaub schraubte ich den 1:9 MTFT von Wimo an den Gartenwasseranschluss des Appartements und spannte den Draht inverted-V.


    Einen Trick will ich dennoch nicht verschweigen: Sotabeams schlägt bei seinen Monoband-Halbwellen"tunern" (eigentlich eine Art Fuchskreis) vor, den Strahler etwas zu verkürzen und das fehlende Stück als Miniradial an Masse zu hängen. Damit werden extrem hochohmige Verhältnisse umgangen und vermutlich durch das mitstrahlende Drahtstück Mantelwellen kleingehalten oder ganz vermieden. Die Länge des Miniradials sollte aber bei Mehrbandbetrieb auf jeden Fall deutlich unter Lambda/4 für das höchste Band betragen.



    P.S.: Wem diese ganze Sache mit Übertragern zu suspekt ist sei zumndest für QRP immer noch der Multibandfuchs aus den Beständen des QRP-Shops wärmstens empfohlen.