Posts by DH8WN

    Das Video habe ich schon vor längerer Zeit gesehen und mir meinen Teil dabei gedacht.


    Die Frage, ob Balun oder nicht (konkret der Typ Gleichtaktdrossel, auch Strombalun genannt), hat nichts damit zu tun, ob eine Antenne resonant ist oder nicht. Entscheidend ist deren (Erd-)symmetrie. Da die meisten Dipolantennen samt Speseleitung in ihrer konkreten Umgebung nicht erdsymmetrisch sind, ist eine Gleichtaktdrossel sehr sinnvoll. Das gilt besonders auch für Kompromiss- und Portabelantennen. Ohne diesen Balun kann sich die Anschlussimpedanz gegenüber dem Idealfall erheblich ändern. Und das beeinflusst ja auch das SWR. Der Außenleiter des Speisekabels (oder ggf. das ganze symmetrische Speisekabel) wirken wie ein zusätzlicher Draht an der Antenne.


    Der Test im Video zeigt ja aber das Gegenteil! Was nun?


    Die Stärke der Beeinflussung hängt von mehreren Faktoren ab: Stärke der Unsymmetrie, Platzierung des Speisekabels, dessen Länge im Bezug auf die jeweils betrachtete Wellenlänge. Und da gab es auch in meinen Tests Frequenzen, wo die Welt auch ohne Balun in Ordnung war. Bei anderen Frequenzen war sie es aber nicht. Annäherung an die oder Umfassen der Speiseleitung sowie deren andere Platzierung verschoben die Frequenzen mit niedrigem SWR sehr deutlich.

    Der Om hat im Test halt eine Frequenz (ein Band) erwischt, wo die ganze Situation bezüglich Gleichtakterregung für die Anpassung unkritisch war.


    Die Abstrahlcharakteristik kann allerdings trotzdem deutlich beeinflusst worden sein. Das zeigt das SWR aber nicht.


    73 von Ludwig

    Hi,


    ich hatte mich vor ca. einem Jahr intensiv mit dem Thema befasst. Anstoß war ein recht günstiges Angebot in einer AFU-Zeitschrift. Ich hatte dann mehrere Typen verschiedener Marken im Preisbereich bis ca. 800 € genauer verglichen. Datanbasis waren die Gerätespezifikationen und Erfahrungsberichte "aus dem Internet".

    Das Fazit: Viele Geräte hatten deutliche Schwachstellen. Beispielsweise waren es beispielsweise wacklige Drehknöpfe und eine billig wirkende Verarbeitung oder instabil arbeitende Funktionen oder eine geringe Kanalisolation oder eine fehlende Funktion zur Übernahme des Bildschirminhalts auf einen PC.


    Wegen der guten Daten und meinem positiven Eindruck von der PC-Applikation sowie der Budgetgrenze bin ich dann bei einem USB-Oszi von pico Technology gelandet, mit 70 MHz Bandbreite, 2 Analogeingängen und 16 Digitalkanälen. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Gerät sind positiv. Klar, man braucht immer noch ein Notebook zum Betrieb. Ursprünglich wollte ich einen "kompletten" Oszi. Andererseits ist der USB-Oszi erfreulich klein und das Notebook ist sowieso vorhanden. Ein Komplettgerät hätte wieder einiges vom knappen Platz gebraucht. Aber entscheidend für mich waren die guten Daten, mein Eindruck von der "App" und die gute Softwareunterstützung seitens des Herstellers.


    Noch etwas zu dem Gerät im ersten Beitrag:

    Die Kanäle teilen sich die Abtastrate, nicht die Bandbreite. Mit 1 Gsa/s könnten theoretisch Sinussignale bis 500 MHz erfasst werden. Die Bandbreite ist die analoge der Kanaleingänge bis zur Digitalisierung. Dies dürfte unabhängig von der Anzahl der genutzten Kanäle sein. Bei vier betriebenen Kanälen wären jeweils Sinussignale bis theoretisch 125 MHz fehlerfrei erfassbar. Darüber käme es zu Artefakten. Und hier kann ein Problem liegen. Bei 60 MHz sollte das Signal ja nicht mehr als 3 dB gedämpft werden. Bei 125 MHz muß aber eine sehr hohe Dämpfung vorliegen um eventuell vorhandene Signalanteile darüber nicht mit zu digitalisieren. Das Signal wird dann gegebenenfalls verschliffen aber es tauchen in der Darstellung keine Geisteranteile auf. Die Tiefpasskurve der Analogeingänge ist dann nicht so ohne. Die Flanke darf auch nicht zu steil abfallen um Überschwinger bei steileren Signalflanken zu vermeiden. Das Verhältnis 60 MHz zu 125 MHz sieht für mich etwas sportlich aus. Man müsste die analoge Übertragungsfunktion kennen um mehr sagen zu können.


    73 von Ludwig

    Hallo Fred,


    unabhängig davon, dass verschiedene Typen gemeinsam als Gefahrengut eingestuft sind und trotzdem, dass die Abkürzung LiPo für die Form des Elektrolyts steht und nicht für die Zellchemie, wird die Abkürzung LiPo unter Amateuren häufig für die Typen verwendet, die pro Zelle 3,6 ... 3,7 V Nennspannung aufweisen. Das sind gerade nicht LiFePo4-Akkus.

    DL8LRZ bezieht sich im zweiten Absatz seines Beitrags genau auf solche Typen und nicht auf LiFePo4. Im ersten Absatz geht es bei ihm um LiFePo4.


    73 von Ludwig

    Hallo Ingo und Fred,


    im Titel dieser Diskussion steht zwar LiFePo, DL8LRZ hatte aber auch LiPo aus dem Modellbau erwähnt. Die Spannungsangabe bezog sich auf diese und der Beitrag von DL1GWW auch.


    73 von Ludwig

    Statusbericht und Anmerkung:

    Moin Ludwig,


    wird auch schwierig werden, denn immerhin ist die Vorderseite noch offen. Also das Gelenk, wo der Kipphebel gelagert ist. Solange das nicht wie bei komerzielleren Anwendungen der Fall ist, ist der Unterschied Abdichtung hinten oder nicht für diese spezielle Anwendung vermutlich nicht entscheidend.

    Mit viel Verspätung noch diese Anmerkung:

    Michael, für den Betrieb passt Deine Anmerkung genau. Ich hatte in diesem konkreten Fall die hintere Abdichtung weniger als Schutz beim Einsatz gesehen sondern mehr als Schutz beim Löten. Dabei kann bei fehlender Abdichtung etwas Flussmittel in das Innere der Schalter gelangen. Vielleicht kann das zu höheren Übergangswiderständen führen? Diese Möglichkeit wollte ich ausschließen.


    Jetzt zum Status meines ZM-4:

    In den letzten Wochen war das Gerät auf 8 Gipfeln in den Alpen im Einsatz. Die Abstimmung war immer sehr stabil. Ich habe keinerlei Instabilitäten feststellen können. Wackeln an den Schaltern verursachte keine Änderungen. Nach einem Hin- und Herschalten erhielt ich immer die gleichen Werte.

    Beim Messen der Schalter für die Impedanz und für symmetrisch / unsymmetrisch (von außen leicht messbar) mit dem Ohmmeter erhielt ich immer Werte "0,1" ... "0,2" Ohm. (Das wird auch bei direkten Verbinden der Messpitzen angezeigt.).


    Die früheren Probleme sind also bisher nicht wieder aufgetaucht.


    73 von Ludwig

    Hallo Uwe,


    wie meinst Du das:

    ...

    die Frage bleibt, wie willst Du dann mit der "richtigen" Spannung/ Strom laden?


    Bei einem BMS ist der fest gelegt.

    Das klingt für mich, als würde mich das BMS bei Ladestrom und Ladespannung zu sehr einschränken.

    Die mir bekannten BMS begrenzen die Spannung nach oben und unten, den Entladestrom nach oben und einige balancieren auch noch. Von einer Ladestrombegrenzung ist mir nichts bekannt. Ich kann z.B. bei meinem Akku (6,6 Ah) allemal mit 5 A laden (mehr macht mein kleines Ladegerät nicht). Beim maximalen Ladestrom muss ich mich ansonsten nach den Zellen richten. Kleinere Ströme sind natürlich auch möglich. Die maximale Ladespannung, auf die das BMS begrenzt, darf sowieso keinesfalls überschritten werden. Ich kann da jetzt keinen Nachteil durch das BMS erkennen. Habe ich da was übersehen?


    73 von Ludwig

    Eine andere Diskussion in diesem Forum hat mich zu diesem Text angeregt.


    Muss ein Netzwerkanalysator vom Nutzer wirklich selbst und vielleicht noch öfters kalibriert werden? Ein Multimeter kann normalerweise auch über viele Jahre erfolgreich genutzt werden ohne das es nur einmal vom Nutzer kalibriert wurde.


    Wem der Unterschied klar ist, wer sich mit der Kalibrierung von Netzwerkanalysatoren auskennt, der kann hier getrost aufhören zu lesen.


    Vor geraumer Zeit hatte ich bei einem ca. 15 Jahre alten und niedrigpreisigen Multimeter einige Gleichspannungsbereiche kalibriert. Die im Datenblatt angegebene Messunsicherheit von 0,5 % + 2 Digit wurde immer noch eingehalten. Das hat mich nur mäßig überrascht. Die Messunsicherheit kann sich durch Veränderungen im Gerät vergrößern, z. B. durch Überlast, Alterung und Defekt oder Teildefekt. Das Multimeter wurde immer schön im zulässigen Bereich betrieben und gelagert und defekt war es auch nicht. Bezüglich der Alterung war von der Technik her kein großer Einfluss zu erwarten gewesen.


    Arbeite ich mit einem vektoriellen Netzwerkanalysator (VNWA) so ist in der Regel bei jeder Sitzung wenigstens eine Kalibrierung fällig. Warum das? Sind VNWA so instabil? Was ist anders als bei einem Multimeter?


    Messe ich mit dem Multimeter eine Spannung, spielen die Messleitungen für das Messergebnis eine untergeordnete Rolle (sofern die Leitungen gewissen Mindestansprüchen genügen). Ob die Leitungen 0,5 oder 2 oder 10 Meter lang sind, hat auf das Ergebnis praktisch keinen Einfluss.


    Messe ich mit dem VNWA z. B. eine Impedanz, dann geht die Messleitung mehr oder weniger stark in das angezeigte Ergebnis ein. Leitungen wirken im HF-Bereich transformierend. Ich messe also nicht die Impedanz des Messobjektes sonder einen anderen Wert, den auf den Eingang der Leitung transformierten Wert. Dieser kann ganz erheblich von der Impedanz des Messobjektes abweichen.


    Bei der sogenannten Kalibrierung von VNWA, die noch eine Justage der Messwertanzeige umfasst, wird der Effekt der Messleitung kompensiert. Angezeigt wird der Wert, der am Eingang der Messleitung ansteht. Die Messleitung ist jetzt also quasi Bestandteil des Messgerätes. Beim Ändern der Messleitung ändert sich also jedesmal die Eigenschaft der Messanordnung. Aus diesem Grund wird dann neu kalibriert (und die Anzeige justiert).


    Mann könnte natürlich auch den VNWA, ganz ohne Messleitung(en), auf seine Buchse(n) kalibrieren oder der Hersteller tut dies. Dann misst man die Werte, die das Messkabel dem VNWA "zeigt". Wie groß sind dann die Abweichungen von der Impedanz des eigentlichen Messobjekts? Das soll hier beispielhaft an zwei Messungen gezeigt werden. Gemessen wird die Anschlussimpedanz einer Antenne. Wie ändern sich die Werte durch das Messkabel (die Speiseleitung)?


    Messung 1 – SWR

    Ist das Kabel annähernd dämpfungsfrei, wird der Wert durch das Kabel nicht beeinflusst. Bei merklicher Dämpfung misst der VNWA ein niedrigeres SWR. Hat das Kabel z. B. eine Dämpfung von 3 dB und der VNWA misst ein SWR von 1,5, dann beträgt das SWR am Anschluss der Antenne rund 2,3. Dieser Effekt kann relativ einfach von Hand herausgerechnet werden. Der VNWA kann es aber auch gleich selber tun.


    Messung 2 - komplexe Impedanz

    Wir wollen nicht nur das SWR wissen sondern auch, ob die Antenne einen kapazitiven oder einen induktiven Anteil zeigt und wie groß dieser ist. Das hilft beim Optimieren der Antenne. Das Kabel transformiert auch hier, gern auch kapazitiv nach induktiv und umgekehrt. Übrigens "bekommen" rein reelle Impedanzen, die nicht gleich dem Wellenwiderstand des Kabels sind, durch die Transformation einen Blindanteil und ändern ihren reellen Wert. Da soll man dann noch durchsehen. Beispielsweise transformieren bei 7 MHz 10 m Antennenkabel AIRCELL-7 50 Ohm Realteil und 400 pF kapazitiven Anteil nach rund 25 Ohm reell und 0,86 µH induktiven Anteil. Das von Hand zurückzurechnen ist schon deutlich aufwendiger.


    Wenn die Korrekturen durch den VNWA erfolgen sollen, dann braucht dieser die Daten des Kabels. Der einfachste Weg zu den Daten ist das Ausmessen des Kabels. Das macht der VNWA während der Kalibrierung gleich selber. Und damit das klappt, benötigt man üblicherweise drei Bezugselemente, Kurzschluss, "offen" und Lastwiderstand (SOL - short, open, load). Die Qualität der Kalibrierung, also die Korrektheit der Korrekturrechnung, hängt stark von der Richtigkeit dieser Elemente ab. Wie Fehler der Elemente in die Kalibrierung eingehen, ist nicht so ganz einfach zu ermitteln und wird hier nicht betrachtet. Man kann die Qualität der Kalibrierelementes optisch ganz gut erkennen, wenn ein gut kalibrierter VNWA die fraglichen Elemente misst und das Ergebnis im Smithdiagramm darstellt. Abweichungen vom Idel sind dann sehr gut zu sehen.


    Wer von den Kalibrier-Insidern doch weitergelesen hat, wird sicher einige Einwände haben. An ein paar Stellen habe ich vereinfacht und einiges Übergangen. Für genauere Erklärungen, für einen tieferen Einstieg gibt es gute Dokumente. Allein im Umfeld zum VNWA von DG8SAQ findet man genug.

    Dieser Text ist für Nutzer von VNWA gedacht, die sich mit der Kalibrierung bisher noch wenig oder gar nicht beschäftigt haben. Vielleicht motiviert es zum und hilft beim Einstieg in dieses Thema.


    73 von Ludwig, DH8WN

    Hallo Holger,

    Auch wenn es immer und immer wieder geschrieben wird. Es handelt sich um einen Abgleich und nicht um eine Kalibrierung!

    sei nicht so streng ;). In den Handbüchern zu VNWA (z. B. von Rohde und Schwarz) wird dieser Vorgang als Kalibrieren bezeichnet. Vollzieht jemand diesen Vorgang, auch mit nicht kalibrierten Referenzelementen, so nennt sich dieser Vorgang laut Menü immer noch Kalibrieren.


    (Übrigens geht der hier behandelte Vorgang bei den VNWA über das eigentliche Kalibrieren hinaus. Es erfolgt ja auch noch eine Justage der Messwertanzeige. Hier könnte man wieder über die richtige Benennung diskutieren.)


    Wichtiger erscheint mir folgendes:

    Moin,


    nein, es ist kein Kalibrierset dabei sondern ein Haufen undefinierter Teile, die 50 Ohm, Open und Short suggerieren sollen. Kurzum Müll.

    Hast Du die konkreten Teile überprüft? Konkrete Daten aus einer Kalibrierung wären für mich interessanter als ein pauschaler Verriss.


    Vermutlich werden keine Kalibrierdaten mitgeliefert. Dann hast Du insoweit recht, dass die Werte der Teile nicht bekannt und schon gar nicht rückführbar sind. Vielleicht sind sie aber gar nicht so schlecht, man kann es nur erst einmal nicht wissen.


    Bei den fraglichen Teilen (Short, Open, Load) kann der Amateur auch ohne großen Aufwand weiterkommen.

    Abschlusswiderstände mit Koaxanschluss gibt es fertig zu kaufen. In der Regel werden die Toleranz und der Frequenzbereich dazu angegeben.

    Short und Open kann man selber herstellen. Hier kennt man ohne Kalibrierung natürlich die Abweichungen vom Ideal nicht (Bezugsebene und parasitäre Elemente). Wie weiter?

    Entweder

    - hat man selber oder ein Bekannter mal Zugang zu entsprechender Technik und kann die Brauchbarkeit der Elemente wenigstens einigermaßen prüfen oder

    - man hat eine zuverlässige Bauanleitung und reproduziert diese ordentlich oder

    - kombiniert beides, schafft sich also selber die taugliche Vorlage und reproduziert dann.

    Baut man den Abschlusswiderstand selber, gilt für diesen gleiches.

    Vielleicht sind die gelieferten Elemente so oder ähnlich entstanden?


    Könnten einige Besitzer hier Kalibrierdaten bereitstellen, könnten andere mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Rückschlüsse auf ihre eigenen Elemente ziehen.


    Übrigens kommt man nach meinen Erfahrungen mit etwas Nachdenken beim Bau allemal auf Elemente, die ohne Kalibrierung bis 50 oder 100 MHz brauchbar sind. Für viele Messungen des Amateurs reicht die Genauigkeit dann immer noch aus.


    73 von Ludwig, DH8WN