Philips H2L/7 Allwellenempfänger von 1939 spielt.

  • Moin,


    im Sommer 2013 habe ich diesen Allwellenempfänger erhalten. Dieses Gerät wurde auf Schiffen eingesetzt.


    Bevor ich mir das Gerät nach dem Abnehmen des Deckels weiter von innen ansehen wollte, musste ein Probelauf stattfinden. In Ermangelung eines Hochspannungsnetzgerätes habe ich zwei "normale" in Reihe geschaltet. Statt der 140 Volt, die das Gerät benötigt, hatte ich 100 Volt zur Verfügung. Das hat aber den Vorteil, dass ich nicht alle Bauteile gleich mit 100% Energie belaste. Ferner können Röhren mit weniger Anodenspannung gut klar kommen. Die jedoch genau einzuhaltene Heizgleichspannung entnahm ich einem dritten geregelten Netzeil. Als NF-Lautsprechern diente hier ein stark abgeschwächter Signalverfolger. Mit ein paar Meter Draht im Erdgeschoß und umgeben von Metall sowie Störquellen wurde ich im Mittelwellenbereich fündig. Mit dem Meßsender fiel die Prüfung leicht. Ausserdem lag eine handgeschriebene Umsetzungstabelle dabei, denn die Skala ist nicht Wellen bzw. Frequenzen kalibriert.


    Mit selbstgebauten Röhren-Audionempfängern aufgewachsen fiel mir die Bedienung nicht schwer. Meine Freude war groß, als ich einen bekannten Sender empfangen habe, der nicht mal in der Nähe ist. Nun kann ich das Gerät demnächste weiter aufschrauben und mir nähere Einzelheiten ansehen. Der Zustand der Spulen und Kontakte ist super! Um das Gerät weiter zu betreiben, muss ich mir ein eigenes Netzteil bauen. Der Heiz- und Skalenlampenstrom liegt beträgt rund 500 Milliampere. Der Anodenstrom war sehr gering.


    Zum Film: http://www.youtube.com/watch?v=aI5-IINPBgU

    73 Michael, DF2OK.

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  • Hallo OM Michael,


    danke für die Vorstellung dieses alten RX. Ich beschäftige mich u.a. auch mit der Reparatur so alter Geräte. Aber so etwas sieht man nicht oft und die Vorstellung im YOUTUBE ist da ideal.


    Ich habe u.a. einen alten Collins R388 wieder zum Leben erweckt und Geräte wie UKW - Emil plus passenden TX vor langer Zeit mal repariert. Daher war es interessant hier auch mal so etwas seltenes zu sehen.


    Danke

    Freude am Selbstbau von Antennen und Stationszubehör
    wünscht.


    DK5IQ


    Michael A. W.

  • Diesen H2L/7 hatte ich noch 1957/58 auf dem Frachter Heinrich Schulte/DCUW auf einer Reise von Tahiti nach Hawaii als Notempfänger an Bord der Funkstation und hatte ihn tatsächlich benutzen MÜSSEN!


    Denn nach einem Kesselschaden war auch der Drehzahlregler unseres 110-V-Gleichstrom-Generators defekt geworden. Ich hatte meine Funkstation gottseidank schon abschalten können, als die Netzspannung "nur" 120 V betrug, und habe der Maschinen-Crew das Problem gemeldet. Aber die sagten mir, sie hätten jetzt keine Zeit dazu, bis die Netzspannung schließlich immer höher anstieg, Birnen durchbrannten und der Leitende Ing selbst den Dekompressionshahn des Motors des Generators betätigte. Danach war es natürlich im Maschinenraum zunächst völlig dunkel, da hatten sie Zeit!


    Der H2L/7 lief auch noch an der 24-V-Notbatterie der Funkstation (die Röhren des RX wurden über einen 4-V-Abgriff an der Batterie geheizt), und so konnte ich mit diesem RX die Sammelanrufe von Norddeich Radio auf 12 MHz abhören. Als ein Telegramm für uns vorlag, war der Generator gottseidank schon wieder auf 110 V Gleichstrom eingeregelt, und ich konnte meine normale Kurzwellenstation wieder benutzen. Dieser RX verwendete ja in seiner HF-Vorstufe quasi die erste "richtige" HF-Penthode von Telefunken. dahinter waren nur Trioden (es gab einen Vorläufer von dieser Penthode)! Der RX entstand um 1930 herum.


    73

    Ha-Jo, DJ1ZB

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