Buchempfehlung für Design Hochfrequenz-Transistor-Schaltungstechnik

  • Übrigens,


    der VNWA ist, obwohl ich selbst dieses außerordentlich nützliche Gerät besitze und benutze, nur die halbe Messwahrheit! Sobald man z. B. Verstärker bei höheren Leistungspegeln messen möchte (Sendertreiber usw.), benötigt man zusätzliche Breitbandverstärker. Wenn man aber essentielle HF-Parameter ermitteln möchte, sollte man z. B. Intermodulation messen können. Die lässt sich nun leider nicht mehr mit einem NWA bestimmen; was man dazu benötigt, füllt eine längere Liste.


    Es ist also nicht unbedingt damit getan, eine Schaltung richtig berechnen zu können, wenn die Möglichkeit der Überprüfung und Verifikation fehlt. Wie sollte man auch mit dem Oszilloskop eine Eigenerregung im GHz-Bereich feststellen, wenn der HF-Rx-Verstärker einfach nicht empfindlich sein will und man sich dieses Phänomen nicht erklären kann? Mit anderen Worten: Das Therma HF-Entwicklung benötigt mehrere sichere Standbeine, das eine trägt nicht ohne das andere.


    Selbst wenn man die recht ordentlich beschriebenen Schaltungen aus "Red, Arbeitsbuch für den HF-Techniker" oder "Red, Empfänger-Schaltungstechnik praxisorientiert" nachvollziehen möchte - vor allem die dazugehörigen Daten - dann ist man ohne minimale Messausrüstung aufgeschmissen. Mir ist es oft passiert, dass ich Schaltungen aus Veröffentlichungen nachgebaut hatte und am professionellen Messplatz feststellen musste, dass Daten geschönt waren. Kam z. B. oft in den Artikeln von U. L. Rohde vor. Ohne Übrprüfung kann daher auch eine noch so schöne Berechnung oft nur ein vages Ergebnis liefern.


    Meine kritischen Bemerkungen sollen nicht vor Experimenten abhalten. Nichts bringt so viel Spaß, Erkenntnis und auch Befriedigung, wenn man eine Schaltung zur Funktion gebracht hat. Man muss sich nur bereits vorher darüber im Klaren sein, dass der Erkenntnisgewinn leider nur mit Aufwand zu steigern ist.


    73, Uli, DK4SX