Hilferuf von Uwe, DF7BL

  • Hallo Freunde,


    unser Strom kommt ja meist aus der Steckdose. Bei mir gibt es ein großes Problem wenn dem nicht so ist. Dann sind meine Gewächshäuser ohne Heizung.
    Deshalb haben wir ein Notstromaggregat Eiseman BDOB 20. Das ist ein VW Industriemotor (Käfer) mit einem 20kVA Aggregat das mit 3000 U/min mechanisch geregelt dreht. Der Transistor der die Erregerspule steuert ist mehrere Mal zerstört worden. Das ist noch ein Germanium Typ. ADZ12 war eingebaut und ist jetzt durch 2N1100 ersetzt, läuft soweit. Ich kann nirgendwo ein Schaltbild bekommen. Dann könnte man das ganze ja auf Silizium umstricken, was wesentlich robuster währe. Die Generatorspulen laufen im Stern. Vor dem Sternpunkt werden die Sträge über einen 3Phasentrafo geführt und die Leistung gemessen, mit diesem Wert wird die Erregerwicklung gesteuert. So sehe ich als Gärtner das jedenfalls :)


    Wer kennt sich mit solchen Geräten aus und hat das Schaltbild, was ich nicht glaube, oder hat von irgenndeinem anderen größeren Generator eine Schaltung.
    Da das Off ist bitte direkt. Damit es kein gejaule gibt.


    df7bl at arcor punkt de


    73 de uwe df7bl

  • Hallo Uwe,


    sieh Dir doch mal die Schaltung der Drehstromlichtmaschine Deines Autos an. Sie hat zwar andere Ströme und Spannungen, aber im Prinzip muss die Schaltung ähnlich sein. Es ist nur noch zusätzlich ein Gleichrichter vorhanden, weil die Batterie ja Gleichstrom haben will.



    vy 73 Gerd, DM2CDB


  • Hallo Gerd,


    da gibt es gravierende Unterschiede, das fängt schon damit an dass große Generatoren schleifringlos sind. Bei einer Drehstromlichtmaschine werden die Anschlüsse der Erregerwicklung über Schleifringe an den Regler geführt, und diesen Regler steuert man über die erzeugte Gleichspannung. Was die einzelnen Spulen bringen ist egal weil sie ja gleichmäßig belastet werden.
    Vielleicht hat ja noch einer Schaltungsunterlagen von gößeren Generatoren für mich.


    73 de uwe df7bl

  • Hallo Uwe,
    Drehstromgereratoren haben im Gegensatz zu Gleichstromgeneratoren die Feldwicklung innen auf dem Anker und die Erregerwicklung aussen. Für die Übertragung einer Gleichspannung auf den Anker, der sich dreht, braucht man Schleifringe und Kohlen zur Übertragung der Gleichspannung/-strom auf die sich drehende Feldwicklung. Zum Verständnis dazu, der mechanische Drehzahlregler sorgt für die 50Hz, die Elektronische Regelung für eine gleichmässige Ausgangsspannung. Wenn also die Spannung zu niedrig ist, wird mehr Leistung auf die Feldwicklung gegeben, wenn die Spannung zu hoch wird, weniger. Beim Anlauf wird alles zurück geführt und dann sofort wieder bergrenzt.
    Der Anker ist sozusagen die Feldwicklung, die sich mit einem magnetischen Nord- und auf der gegenüberliegenden Seite Südpol innerhalb der 3 Erregerwicklungen dreht. Zum Verständnis sei auf diese url verwiesen:
    http://www.elektroschneebeli.c…r/drehstromgenerator.html

  • Hallo DC4LO,


    grundsätzlich stimmt das alles so wie Du schreibst, Deinem Link bin ich auch gefolgt, klasse Illustration dazu! Aber - und da gibt es wohl verschiedene Bauformen, bei meinem Generator finde ich keine Kohlen, aber drei große Einpressdioden die auf dem Rotor (Anker) mitlaufen. Wenn der für den Anker benötigte Strom nicht über Kohlen sondern über drei Hilfswicklungen auf dem Rotor induziert wird und dort mit den 3 Dioden gleichgerichtet wird, dann hat man den benötigten Gleichstrom (Wegen Drehstromgleichrichtung mit geringer Welligkeit) für den Anker ohne störanfällige Kohlen zu benutzen. Eisemann war der Mercedes unter den Notstromaggregaten. Bei den bürstenlosen Drehstromlichtmaschinen in Bussen und anderen großen Maschinen hat man auch so gebaut. Uwe, DL8SAI hat mich noch auf eine eBay Auktion hingewiesen, dort wird ein Aggregat versteigert mit Kohlen, sonst meinem ähnlich, der Motor ist derselbe der Generator ein anderer. Die Leistung ist fast gleich. Es scheint also verschiedene Bauformen zu geben.


    So, ich habe gerade mal den Generator aufgeschraubt:
    Es gibt einen Hilfsgenerator für den Ankerstrom, der abgesetzt vom Anker und der Erregerwicklung auf der gleichen Welle sitzt. Ein Ring von Polen um ein Spulenpacket auf der Welle. Wenn man den Strom für die Pole regelt kann man damit den Ankerstrom regeln und damit die Generatorspannung, die regelt wiederum den Strom für die Pole. Der Regelkreis ist geschlossen. Kohlen werden nicht gebraucht.


    Vielleicht sollte ich beim nächsten Transistorkollaps einfach mal einen großen Silizium PNP einbauen und mal sehen was passiert. Die Ausgangsspannung ist in Grenzen regelbar, mal sehen in welchen Grenzen sie dann liegt. Müßte tiefer liegen.


    Frage an die Mitleser:
    ADZ12, 2N1100 was gibt es den in dieser Leitungsklasse in Silizium PNP? Ist etwa 80 V 20 A


    73 de uwe df7bl

    Uwe df7bl


    Wenn Du meinst etwas geht nicht, dann störe nicht die, die es gerade machen.

  • Hallo Uwe,
    danke für den Bericht (also mit Hilfsgenerator auf der Welle). Ich habe mal die Daten Deines letzten Transistors verglichen und komme zu dem Ergebnis, das man vielleicht mal den 2N2955 im TO-3 Gehäuse probieren sollte. Der Unterschied ist:


    ......2N1100..........2N2955
    UCB 100V.............100V
    UCE 65V................60V
    IC....15A................15A
    PTOT 30W............115W


    Der Unterschied sollte sich kaum bemerkbar machen, da der Unterschied von UB von 0,3V bei Germaniumtransistoren im Vergleich zu 0,6V UB sehr gering ist. Durch die höhere mögliche Verlustleitung muss ein grösserer Kühlkörper her oder auch nicht, da Germaniumtranstistoren bereits bei 60° den Geist aufgeben, bei Silizium geht das bis zur doppelten Temperatur. Vielleicht ist das ein Ansatz für den sicheren Betrieb für ein par Cent.


    Vy 73 de Gerhard