SWR - the persistent Myth

  • Hi,


    in den vielen Diskussionen zu diesem Thema bleibt allerdings ein Gesichtspunkt leider völlig unberücksichtigt. Warum wohl bauen Sender- und PA-Hersteller in ihre Geräte am Senderausgang einen Richtkoppler ein und reduzieren die Ausgangsleistung des Senders/der PA bei einem SWR von 1,5 oder größer? Das ist letztendlich nur der Schaltungstechnik zu danken, die so einfach und daher sparsam ausgeführt wird, dass ein Sender nur bei einem definierten und kleinen SWR ordentlich funktioniert. Erhöht sich das SWR wegen der am Ausgang angeschlossenen Last (Speiseleitung plus Antenne), so kann es vor allem zur Selbsterregung und damit zur Zerstörung des Senders /der PA kommen. Das ist somit der einzige und legitime Grund, warum Funkamateure mit modernen Halbleitergeräten, die keine konjugiert komplexe Anpassung wie ein PI-Filter bieten, auf ein niedriges SWR achten sollten.


    Ich habe genügend Geräte zur Verfügung, die an einem erhöhten SWR aus dem geschilderten Grund nicht funktionieren.


    73, Uli, DK4SX

  • Stimmt,zu Zeiten der Röhrenendstufen war das SWR kein Problem, weil man das Ausgangs-PI-Filter auf den optimalen Anodenwiderstand abgestimmt hat, heute haben dafür viele Halbleitergeräte einen eingebauten Antennentuner, der die PA auf die Leitung matcht. Ohne Match greifen manche Schutzschaltungen tatsächlich schon bei einem SWR unter 2, nicht nur wegen der Gefahr von Selbsterregung, sondern auch damit die am Limit betriebenen Halbleiter nicht den Hitzetod sterben, wenn sie nicht auf die vom Entwickler spezifizierte Last arbeiten und dadurch mehr DC Eingangsleistung in Wärme umgewandelt wird.


    Trotzdem gibt es immer noch genügend Amateure, die ein SWR Meter hinter der Matchbox einschleifen und sich grämen, wenn das SWR nur 1,9 statt 1,1 beträgt. Der Mythos lebt.


    73, Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

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