Messung mit Analyzer oder Brücke an endgespeister Halbwellenantenne, wie?

  • Nächste Woche bekomme ich leihweise einen Antennenanalyzer AA 200. Wie kann ich diesen an eine endgespeiste Monoband-Halbwellenantenne ankoppeln? Nach meinem Verständnis haben wir am Fusspunkt einige kOhm, kann ein Analyzer oder eine Messbrücke damit umgehen?
    Hintergrund: ich möchte den bestehenden endgespeisten Strahler für 18 MHz mit einem Coax-Sperrkreis versehen, so dass sich Halbwellenresonanzen auf 12m und 17m ergeben. Anpassung erfolgt durch einen L-Tuner. Beim mittengespeisten Dipol mit 2 Sperrkreisen war das durch Verändern der Drahtlänge immer sehr einfach. Die erste Länge für 12m sowie die Anfertigung des Sperrkreises für 24MHz sind kein Problem, aber wie ermittle ich experimentell die Länge des letzen Strahlerteiles? Schließlich will ich auch wissen, ob ich mit dem MMANA richtig gerechnet habe.
    73s de Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    ich fürchte da wirst Du schnell an einen Punkt kommen der eine Telefon-Flat recht interessant erscheinen lässt ;)
    Mal Spaß beiseite. Das Problem bei diesen Messungen dürfte der Einfluss durch den Messenden sein.
    Mit einer Messbrücke dürftest Du durchaus zu Ergebnissen kommen, die kannst Du ja an den zu erwartenden Wertebereich angepasst aufbauen. Wie der Analyser damit umgeht ...........?
    Ich kann Deinen Wissensdurst durchaus verstehen, ob die genaue Länge aber so entscheidenden Einfluss auf die Funktion hat ?
    In einer Veröffentlichung zum Thema Fuchsantenne habe ich einmal gelesen, das sich eine Reduzierung der Länge um bis zu 30% durch den Fuchskreis ausstimmen lässt. Ein negativer Einfluss ,durch die Verkürzung, sei dabei in der Praxis nicht festzustellen.


    Vielleicht bringt Dich folgender Ansatz Deinem Ziel näher.


    Fuchskreis für beide Bänder aufbauen - mit einem Halbwellenstrahler je Band abgleichen und nicht mehr verändern - Den Fuchskreis des hochfrequenteren Bandes plus Strahler, Sperrkreis und errechnetem Strahlerteil anschließen und den Halbwellenstrahler des höherfrequenten Bandes in der Länge anpassen bis das SWR wieder ein Minimum erreicht - Den Fuchskreis für das niederfrequentere Band anschließen und die Strahlerlänge nach dem Sperrkreis anpassen - Das Spiel gegebenenfalls mehrfach wiederholen.
    Zugegeben, einer Anzeige auf dem Analyser bringt Dich das auch nicht näher, aber die Längen aus der Simulation sollten überprüfbar sein.


    72 de Alois

    "Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos
    ausgegeben. Den Rest habe ich verprasst." - George Best

  • Danke für die Antwort, Alois,


    das wäre ein Ansatz, die Messbrücke einfach so aufzubauen, dass ein Fusspunktwiderstand von ca. 3000 Ohm verarbeitet werden kann. Aber wie daran anschließen? Eine Buchse an die Antenne und die andere an "Erde"? Die besteht hier aus ein paar Metern Koaxschirm zwischen Abstimmschaltung am Antennenfusspunkt und Mantelwellensperre vor der Durchführung ins Haus. (Das ist ja gerade das schöne an dieser Antenne, dass sie so anspruchslos bezüglich Erde ist.)
    Dein praktischer Ansatz für die experimentelle Ermittlung der Strahlerlänge ist pfiffig, genau so werde ich es machen - in meinem Fall eben mit dem L-Tuner statt mit dem Fuchskreis. Vielen Dank für die Anregung! Bin gespannt, ob die MMANA Berechnung hinhaut.


    Wie könnte ich übrigens mein Dip-Meter an die Antenne ankoppeln? Das Ende der Antenne einmal um die Spule wickeln?


    Da fällt mir ein, es gibt wohl ein Programm "Tuner.exe" oder ähnlich, damit kann man aus den bei SWR-Minimum eingestellten Werten von C und L des L-Tuners errechnen, wie die Blindanteile einer Halbwellenantenne sind, d.h., ob sie zu kurz oder zu lang ist.


    73s de Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    ich bastel mal eine Antwort ;)


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    das wäre ein Ansatz, die Messbrücke einfach so aufzubauen, dass ein
    Fusspunktwiderstand von ca. 3000 Ohm verarbeitet werden kann.
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    So habe ich das gedacht. Du tippst ja nicht völlig im Dunklen was den Fusspunktwiderstand angeht.
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    Aber wie daran anschließen? Eine Buchse an die Antenne und die andere an
    "Erde"? Die besteht hier aus ein paar Metern Koaxschirm zwischen
    Abstimmschaltung am Antennenfusspunkt und Mantelwellensperre vor der
    Durchführung ins Haus.
    ********
    Wie sonst ;)
    Du möchtest doch wissen wie sich die Antenne am Aufhängungsort verhält.
    Und damit sind wir bei dem bereits angesprochenen Problem das Du eigentlich die Messung störst.


    Ob meine Anregung zur Ermittlung der Strahlerlänge aber auch so praxistauglich ist, wirst Du mich sicher wissen lassen ;)
    Ob sich die Ergebnisse mit der Simulation übereinstimmen wäre durchaus interessant. Ich hoffe Du kannst auch das LC Verhältnis der Simulation in Deinem Sperrkreis umsetzen.


    Die Dipmeterkopplung würde ich eher mit einem klitzekleinen C versuchen.
    Eine Verstimmung des Oszillators hast Du in beiden Fällen. Wenn Dein Dipmeter also nicht über einen Zähler verfügt hilft nur abhören.


    Die Rückrechnung auf die Blindanteile erfordert aber auch das Du die Werte genau genug ermitteln kannst.


    72 de Alois, dl8ram

    "Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos
    ausgegeben. Den Rest habe ich verprasst." - George Best

  • Hallo,
    erwartungsgemäß brachte der versuchsweise an das Ende des Halbwellenstrahlers angeschlossene Analyzer keine verwertbaren Ergebnisse.
    Nachdem ich aber gerne wissen wollte, ob mein Strahler für das 17m-Band elektrisch tatsächlich Halbwellenresonanz hat oder doch nur ein vom L - Glied angepasstes Zufallsprodukt ist, habe ich den Ansatz von DL3AO aus dem FA 7/07, Seite 742 aufgegriffen. Hier werden nach Abstimmen mittels L-Glied auf SWR=1,0 die Werte vom Kondensator und der Spule gemessen und in Formeln eingesetzt, man erhält daraus die Impedanz der Antenne als Real- und Imaginäranteil.
    Leider kann ich mit meinen Mitteln L und C nicht mit der erforderlichen Genauigkeit messen. Deshalb mache ich mir folgende Gegebenheit zunutze:
    Hat die angeschlossenen Antenne keinen Imaginäranteil, also im Resonanzfall, so arbeitet das L-Glied lediglich als Transformationsglied, und die resultierenden Werte von L und C ergeben, als Schwingkreis geschaltet, Resonanz knapp oberhalb der Arbeitsfrequenz.


    (Bei niedrigem Eingangswiderstand von 50 Ohm und einigen kOhm Ausgangswiderstand stimmt das näherungsweise, ansonsten müssen Ausgangs- und Eingangswiderstand mit eingerechnet werden. Formel hierzu in cq-DL 11-2004, S. 778ff, DL8EAW)


    Schwingkreis-Resonanzfrequenzen kann ich mittels Transceiver nach der Methode zum Ausmessen von Sperrkreisen von DK7ZB problemlos bestimmen.
    Also, Antenne angeschlossen und L-Glied auf S=1 abgestimmt. L-Glied von Antenne und Speiseleitung trennen und ins shack tragen, ohne den Drehko zu verstellen. Durch Kurzschließen der Eingangs-Koaxbuchse ergibt sich ein Parallelschwingkreis, dessen Resonanzfrequenz nun bestimmt wird. Ist sie-in meinem Fall- 18,1 MHz, stimmt die Antennenlänge. Ist sie höher, so ist der Antennendraht zu lang, ist sie tiefer, bedeutet das, dass der Draht zu kurz ist.
    Ein paar Simulationen mit MMAna (LC-match)bestätigten diesen Zusammenhang. Beim Experimentieren stellte sich heraus, dass wenige cm Längenabweichung der Antenne bereits einige 100kHz Änderung der Resonanzfrequenz des L-Gliedes zur Folge haben - weil natürlich die Blindanteil-kompensierenden Anteile mit in den Schwingkreis eingehen.


    Meine Antenne(isolierte Litze an einem Glasfibermast vertikal) von der errechneten Länge von 7,9 m musste um gut 50 cm gekürzt werden!


    73s de Wolfgang