Experimentieren mit der DDS AD9912

  • Hallo Leute,


    auf Seite 19 des AD9912 datasheets steht:


    "It is important to note that when bypassing the system clock PLL, the
    LOOP_FILTER pin (Pin31) should be pulled down to the analog ground with a 1
    kOhm resistor".


    Beim PAD2 des AD99112 Moduls ist der erste "Pin" mit Loop_Filter bezeichnet.
    Ich würde diesen Anschluß nun über 1 kOhm auf GND legen.


    Habt ihr das auch gemacht?


    73, Chris


  • Hallo Forumfreunde


    Für den DDS 9912 wird ja ein 1 GHz-Takt gebraucht, sofern man nicht übertakten möchte und die früher schon beschriebene 1200MHz-Lösung benutzt. Ein Filter für 1 GHz nach der letzten Vervielfachung ist dann notwendig, die Realisierungsmöglichkeiten vielfältig. In der Regel wird man Stripline-Strukturen wählen, aber es geht auch anders.


    Aus der GSM-Technik gibt es bei einschlägigen Bastler-Händlern mehrkreisige Keramikfilter für Frequenzen um 950MHz, für den Amateurfunker eher uninteressant, aber diese koaxialen Keramikfilter haben eine sehr hohe Güte, was sie wieder für mich interessant gemacht hat.


    Das Problem ist die Frequenz! Da es sich um Viertelwellenresonatoren handelt, sollten die sich ebensoleicht abgleichen lassen, wie ein Stub aus Koaxkabel an einer Antenne - nämlich durch verkürzen.


    Ich habe recht erfolgreiche Versuche mit einem dünnen 1,25mm Diamantfrässtift gemacht. Dabei wird von der "offenen" Seite des Filters her der Innenleiter (also die aufgalvanisierte Kupferschicht) vorsichtig durch abschleifen verkürzt. Für den Grobschliff habe ich ein Proxxon-Tool (andere gehen sicher auch :D ) benutzt, für die letzten MHz den Schleifstift dann per Hand gedreht. Alles natürlich unter Sichtkontrolle mit dem DG8SAQ-VNWA.



    Zunächst versuchte ich mich an einem 2-kreisigen Filter, was nach einigen Fehlversuchen aber ganz gut einzustellen ging. (erstes Bild)


    Dann habe ich mich an ein 3-kreisiges Filter gewagt - das ist jedoch eine äußerst diffizile Angelegenheit, denn es geht nicht um zehntel Millimeter, sondern eher um hundertstel. Außerdem verändert man mit dem Verkürzen des Innenleiters nicht nur die Frequenz sondern leider auch die Kopplung der Kreise untereinander. Wichtig ist, alle 3 Kreise möglichst gleichförmig zu bearbeiten, keinesfalls jeden Kreis "für sich" abzustimmen versuchen, das ging schon bei Spulenfiltern nicht :( .


    Leicht passiert es dann, daß etwas zuviel abgetragen wurde, aber mit einem Cu-Ag-Draht, der straff in das Filterloch passt, kann man das wieder korrigieren und auf diese Art auch einen Feinabgleich bewerkstelligen. (Bild Feinjusierung)


    73, Andreas, DH7AZ


    Legende zu den Bildern:


    959MHz-2-kreisfilter: ist ein 2-kreisiges Keramikfilter vor und nach dem Abschleifen


    Aufbau: klar, mein Aufbau, es empfiehlt sich, kleine Cu-Fähnchen an die Filtermasse zu löten und nur damit auf der Platine aufzulöten - damit bewahrt man sich die Chance, alles wieder in einem Stück herunterzubekommen. Das Cu-Blech "obenrum" dient der Abschirmung der ANschlüsse.


    Feinjustierung: Mit eingeschobenen dicken Drahtstücken kann die Frequenz ein paar MHz nach unten korrigiert werden


    959MHz-3kreis-original: ist das unbearbeitete Filter im Frequenzbereich von 500 bis 1200 MHz


    959MHz-3kreis-auf-1GHz. ist nun das fertig bearbeitete und abgeglichene Filter im Frequenzbereich 800-1200MHz. Einfügedämpfung und Anpassung haben sich nur geringfügig verändert.