Was bringt die Drehzahlreduzierung von Lüftern?

  • Hallo zusammen,


    Die Drehzahlreduzierung von Lüftern ist ja bei lärmempfindlichen Menschen, zu denen ich mich auch zähle, beliebt. Leider sinkt dann natürlich auch der Kühleffekt. Nachfolgend eine Diagramm dazu, das die Abhängigkeit zwischen der Geschwindigkeit des Luftstroms und dem Wärmewiderstand eines zwangsbelüfteten Kühlkörpers zeigt. Auf der X-Achse ist die Luftgeschwindigkeit in m/sec und auf der Y-Achse ist ein Faktor, mit dem der Wärmewiderstand des luftumströmten Kühlkörpers zu multiplizieren ist:



    Andere Diagramme, die ich in der Literatur gefunden habe, sehen so ähnlich aus. Jedenfalls bringt eine Erhöhung der Luftgeschwindigkeit über 3 m/s nicht mehr viel und ab 6 m/s ist jede Drehzahlsteigerung sinnlos, immer vorausgesetzt, der Lüfter bläst den Kühlkörper direkt an. Bläst der Lüfter die Luft aus dem Gehäuse, sieht es wieder anders aus.


    Die meisten Lüfter erzeugen eine Luftstrom um die 3 m/s. Meistens wird aber der Volumenstrom in m³/h angegeben. Dann muss man umrechnen, um auf die Luftgeschwindigkeit zu kommen:


    L=V/(S²*3600)


    L = Luftgeschwindigkeit in m/s; V = Volumenstrom des Lüfters in m³/Stunde; S= Kantenlänge des Lüfters in Meter


    (Ich hoffe mich nicht verrechnet zu haben. Jedenfalls erhalte ich plausible Werte)


    Die Frage ist jetzt die: Wenn ich die Spannungsversorgung eines Lüfters halbiere, habe ich dann wenigstens ungefähr die halbe Luftgeschwindigkeit? Dann könnte man ausrechnen, bei welcher Umgebungstemperatur man sein Gerät noch guten Gewissens betreiben darf.


    Am einfachsten und sichersten wäre ja der experimentelle Ansatz. Man misst die Temperatur des Kühlkörpers und der Umgebungstemperatur, während man langsam die Lüfterdrehzahl ändert.


    vy 73 Volker SM5ZBS

  • Hallo,


    das einzig wirklich brauchbare (fürs Hobby) dürfte die Temperaturmessung sein, in der CPU meist integriert, bei anderen Bauelementen schwieriger. Z.B. bringt halbe Spannung theoretisch 1/4 Leistung (halber Strom), aber durch die niedrigere Drehzahl und damit weniger Schaltvorgänge könnte relativ mehr Strom gezogen werden. Ich habe festgestellt, daß bei halber Betriebsspannung viele Lüfter nicht mehr so recht anlaufen wollen, gepulste Stromversorgung ist besser, aber auch aufwendiger. Man kann auf dem Gebiet viel (kaputt) machen mit der "Methode des unbekümmerten Probierens".
    In meinem Rechner (Athlon 1600+) gibt es nur noch den 12cm-Netzteillüfter (nachdem ich mal bis zu 4 Stück drin hatte) und einige zusätzliche "Luftleitpappen" um den Prozessor, wärmstes Teil ist die CPU mit 47...50°C bei Raumtemperarur (Lastabhängig). Es ist beachtlich, wie man mit geeigneter Luftführung Temperaturen beeinflussen kann, z.B. auch an den oft vernachlässigten Festplatten.


    73 Reiner


    Nachtrag: Die meiste Lärmreduzierung bringt nach meinen Erfahrungen der Austausch lauter Lüfter durch solche mit niedrigen Pegel (meist an größere Durchmesser gebunden) und eine Spannungsreduzierung um ca 20% am Lüfter

  • Hallo zusammen,


    auf die Thematik bin ich gestoßen, nachdem jemand behauptete, die meisten Lüfter würden eine zu hohe Strömungsgeschwindigkeit liefern. Das habe ich allerdings stichprobenartig nicht feststellen können. Die meisten Lüfter liefern um die 3m/sec.


    Unter der auch ansonsten interessanten Seite http://www.uwe-freese.de/ im Abschnitt "leiser Rechner" sind schöne Anregungen zu finden, wie man seinen Rechner leiser macht. Lärmende Lüfter öle ich mit Motoröl. Nähmaschinenöl ist bei den hohen Drehzahlen viel zu dünn. Ich habe einen so geölten Lüfter seit 10 Jahren in Betrieb. Eine Verharzung ist nicht festzustellen. Wenn der drehzahlreduzierte Lüfter nicht sicher anläuft, kann man parallel zum Vorwiderstand einen dicken Elko schalten.


    vy 73 Volker SM5ZBS

  • Hallo Volker,


    Du schreibst: "Lärmende Lüfter öle ich mit Motoröl", verschweigst uns aber, welche Größenordnung der Lärmreduzierung dies gebracht hat.


    73, Werner, DH3RW

  • Hallo Werner,


    gemessen habe ich das natürlich nicht, aber das Rattern und Surren der oft ausgeleierten Lager ist praktisch verschwunden. Besonders bei den kleinen Lüftern hilft die Maßnahme. Das hatte ich sogar mal unter http://www.janson-soft.de/seminare/dh7uaf/flaekt.htm beschrieben. Die Seite ist zu 486er-Zeiten entstanden, als die CPUs noch Mini-Lüfter hatten.


    Die Qualität einer Lärmminderung ist ja so eine Sache und lässt sich nicht eindeutig messtechnisch beurteilen, da die Art der Geräusche individuell verschieden empfunden werden. Ich mag zum Beispiel das Waldesrauschen, besonders das von Birken im Wind, das ähnlich laute Rauschen eines Lüfters würde mich aber gewaltig stören. Der tropfende Wasserhahn kann einen den Schlaf rauben, während ein Regenschauer von vielen als angenehme Geräuschkulisse empfunden wird.


    Rauschen kann sogar bei Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung) die Konzentrationsfähigkeit verbessern, wie eine schwedische Studie ( http://www.janssen-cilag.de/ne…html?itemname=adhd_208618 ) gezeigt haben soll. Hingegen wurden gesunde Kinder wie erwartet durch den Lärm in ihrer Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt.


    vy 73 Volker SM5ZBS

  • Hallo,


    das Ölen mit dicken Öl bringt vor allem bei Lüftern etwas, deren Lager nicht mehr die besten sind. Man sollte aber auch die Windgeräusche der Flügel nicht unterschätzen sowie die Unwucht schlecht ausgewuchteter (verschmutzter) Läufer. Einen wesentlichen Anteil am Geräuschpegel hat auch das Gehäuse, die Bedämfung der Blechflächen kann da auch einiges bringen. Aber zuerst muß die Ursache (Lüfter) beruhigt werden, auch manche Festplatte mischt kräftig mit.


    73 Reiner