Spulen wickeln: Heisses Ende, kaltes Ende, Wickelsinn - Mythos oder Wahrheit?

  • Die gleichen Fragen kommen immer wieder, die Antworten sind immer mehr oder weniger verschwommen bis ausweichend. Mir hat es jetzt gelangt, ich wollte es wissen:


    Macht es einen Unterschied, ob ich eine Koppelwindung gleichsinnig oder gegensinnig wickel, welchen Einfluss hat die Lage mehr zum kalten oder mehr zum heissen Ende wirklich?


    Experimente mit einem Bandfilter und dem NWT1


    Weitere Experimente / Praxis- Ergebnisse zum Thema sind hoch willkommen!

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Hallo Peter,


    ein wichtiger Beitrag für den Praktiker! Er zeigt sehr schön, dass Spule und Spule eben nicht das Gleiche ist. Nur ein Hinweis: In der Schaltung sind die BNC-Buchsen direkt am Schwingkreis angeschlossen. Wer das so nachbaut (oder simuliert), wird sich beim Anschluss eines 50 Ohm-Messsenders über die hohe Koppeldämpfung und/oder der schiefen Durchlasskurve des Filters wundern.


    Im Text steht es aber richtig: "...Koppelwicklung 3 Wdg CuL" und das ist ja auch das Thema.



    Nachtrag: Aha, da war schon jemand schneller mit dem Hinweis. ;)

  • Quote

    Original von DC7GB
    Hallo Peter,


    ein wichtiger Beitrag für den Praktiker! Er zeigt sehr schön, dass Spule und Spule eben nicht das Gleiche ist. Nur ein Hinweis: In der Schaltung sind die BNC-Buchsen direkt am Schwingkreis angeschlossen. Wer das so nachbaut (oder simuliert), wird sich beim Anschluss eines 50 Ohm-Messsenders über die hohe Koppeldämpfung und/oder der schiefen Durchlasskurve des Filters wundern.


    Im Text steht es aber richtig: "...Koppelwicklung 3 Wdg CuL" und das ist ja auch das Thema. :)


    Danker Tom, ist schon berichtigt. Prima, das es solche Texte doch aufmerksam gelesen werden :]

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Hi, interessant!!
    Das berührt ja auch meine Fragen, die ich im Zusammenhang mit dem BODAN SIX Bau stellte:
    Wie 'wüst' kann eine Spule gewickelt sein?
    Koppelspule am oberen Ende, in der Mitte oder unten auf einem Neosid-Stiefel?
    Wie wirkt sich aus, wenn z.B. 0,2mm Draht geneommen wird, der dann am Ende wieder 'zurück' gewickelt wird - auf den schon gewickelten Teil - weil die Gesamtwindungen nicht in den Spulenraum passen...
    ...na, usw usw


    ( Bei den 3 BODAN-Spulen mit Koppelwicklungen lohnt es sich, vorher genau zu überlegen!!)


    Dieter DL2 BQD

  • Hallo Peter,


    das sind interessante und praxisrelevante Messergebnisse.


    Quote


    Allerdings ist der kapazitive Einfluss der Koppelwicklung je nach Lage stark unterschiedlich. Je weiter die Koppelwindung zum kalten Ende hin liegt um so geringer ist die zusätzlich eingefügte Parallelkapazität, um so höher die resultierende Resonanzfrequenz.


    Die eingefügte Parallelkapazität bleicht gleich,warum sollte sie sich auch
    ändern,wenn der Abstand der Wicklungen zueinander sich nicht ändert.
    (Man könnte das mit einem C-Meßgerät *mit sehr niedriger Meßfrequenz*
    meßtechnisch auch bestätigen).


    Der Grund für die Resonanzverschiebung ist folgender:
    Liegt die Koppelwindung zum kalten Ende der Spule hin,liegt die Parallelkapazizät
    über wenigen Windungen der der Hauptspule.
    Liegt die Koppelwindung zum heißen Ende der Spule hin,liegt die Parallelkapazität
    über vielen (fast allen) Windungen der Hauptspule.
    Damit ist der Effekt der Vergrößerung der Spule duch die Parallel-
    kapazität wesentlich ausgeprägter.


    73
    Clemens
    DL4RAJ

  • hallo allerseits,
    hochinteressanter Beitrag. ich versuche mal mitzudenken:
    Dass die parasitäre Kapazität am Hochpunkt stärker resonanzerniedrigend wirkt als am kalten Ende ist einleuchtend.
    Aber: soweit ich's nicht übersehen habe, ist niemand auf den Unterschied zwischen gleich- und gegensinnig am kalten Ende eingegangen. (?)
    Vorschlag: Bei gleichsinnig am kalten Ende stehen sich Oberflächen gegenüber, die annähernd gleiches Potential haben. Folglich ist die vorhandene Kapazität praktisch wirkungslos (enge magnetische Kopplung vorausgesetzt).
    Bei gegensinniger Wicklung (Fall 2) ist zwar das Masse-Ende auf gleichem Potential wie die nahe Windung1 der Hauptwicklung. Jedoch Windung3 der Koppelwicklung hat entgegengesetzte Polarität zur Windung 3 der Hauptwicklung. Folge: die Kapazität an Windung 3 ist in ihrer Wirkung sogar verdoppelt, weil nicht nur "Masse" sondern Gegenspannung "gesehen" wird.
    D.h. trotzdem die Kapazität nicht direkt am heißen Ende wirkt, ist ein Effekt messbar.
    hwsat?
    73! Gert