Bauteileverwaltung / Lagerverwaltung

  • Moin,

    mit der Zeit sammeln sich viele Bauteile an, man könnte eine Lagerverwaltung gebrauchen. Aber nicht nur

    für die elektronischen Bauteile, auch für die Werkstatt, für Modellbahnteile usw. Bei der Suche nach einer

    passenden Software habe ich Part-DB von DO9JHB gefunden.

    Die Software ist webbasiert, man benötigt also einen Webserver und eine Datenbank, wenn man nicht

    SQLite verwenden möchte. Ich habe das gesamte Paket auf einem Raspberry installiert, meinem NAS

    mit SSD. Dazu gibt es auch eine Anleitung. Wenn der Webserver mit nginx laufen soll, muss man etwas

    aufpassen und die PHP Module alle manuell installieren. Sonst gibt es schnell einen Server Error 500 ;)

    Aber ansonsten funktioniert das nach der Anleitung gut.

    Es gibt auch eine Demo Seite, mit Username user und Passwort user kann man sich dort anmelden, wenn man möchte.

    Die Installation ist nicht in 5 Minuten gemacht und nach der Installation müssen die Teile auch noch erfasst werden.

    Für manche wird die Excel Tabelle oder der Schuhkarton genügen, muss jeder selbst wissen. Aber ich finde, die Software

    ist es mal wert, auch vorgestellt zu werden :saint:

    73, Tom

  • Hallo Tom,

    eine "theoretische" technische Frage: Warum liest man immer wieder, dass man SQLite nicht verwenden möchte. Wenn ich diese DB früher eingesetzt habe, fand ich die eigentlich stabil und einfach zu installieren.

    Hajo

  • Moin Hajo,

    SQLite ist super für kleine Sachen. Aber der mehrfache Zugriff wird problematisch, weil SQLite nur Page Locking kann und kein Record Locking. Sehr gut geeignet, um direkt aus Programmen heraus eine SQL Datenbank zu verwenden. Setze ich auch gerne und viel ein. Bei dieser Lagerverwaltung kann es aber sein, dass mehrere Webbrowser gleichzeitig zugreifen und evtl auch konkurrierende Schreibzugriffe durchgeführt werden. Das ist bei SQLite dann ein Problem. Wenn Du Dich da einlesen möchtest: https://www.sqlite.org/lockingv3.html SQLite ist kein Datenbankserver, wo ein oder mehrere Prozesse für einen Multiuser-Zugriff sorgen können.

    Bei der Suche mit regulare Expressions (was bei dieser Lagerverwaltung möglich ist), ist MariaDB auch performanter.

    73, Tom

  • Hallo allerseits,

    wenn auch die Vorstellung anderer Produkte genehm ist, dann möchte ich auf das bei mir im Einsatz befindliche EleLa verweisen:

    https://www.mikrocontroller.net/topic/501948
    bzw.
    http://elela.de/

    Es ist primär für elektronische Bauelemente ausgelegt, kann die Bauelemente Projekten sowie Lagerorten und -Kisten zuorden. Bezugsquellen können (mir Preisen und Bestellnummern) hinterlegt werden, Datenblätter verknüpft und auch Bauteile mit verschiedenen Gehäusen/Bauformen gespeichert werden.

    Als Backend-Datenbank kann man sich zwischen dem schon oben genannten sqlite und MariaDB/MySQL entscheiden. Ich habe MySQL gewählt (war eh schon im Einsatz) und kann somit von mehreren Plätzen (Laptop im Wohnzimmer + Shack-PC) auf dieselben Daten zugreifen, ändern etc.

    Im o.g. mikrocontroller.net-Forum ist der Entwickler sehr aktiv und auch jederzeit bei Fragen ansprechbar sowie für Verbesserungsvorschläge offen.

    Es gibt eine Freeware- (hab ich hier, reicht aus) und eine Pro-Version. Letztere kostet, hat dann aber auch mehr Möglichkeiten.

    73 aus Weimar

    Thomas, DG0OFZ

  • Moin,

    wenn auch die Vorstellung anderer Produkte genehm ist, dann möchte ich auf das bei mir im Einsatz befindliche EleLa verweisen:
    Es gibt eine Freeware- (hab ich hier, reicht aus) und eine Pro-Version. Letztere kostet, hat dann aber auch mehr Möglichkeiten.

    hatte ich mir auch angeschaut, ist mir aber zu "historisch" ;)

    Wenn ich vorm Schraubenregal in der Werkstatt stehe habe ich keinen Rechner, aber das iPhone in der Tasche. Mit dem ich den Barcode scannen oder ein Foto vom Etikett machen kann, wenn ich einen neuen Karton in das Regal lege. Das war eigentlich der Hauptgrund für die Web-Anwendung, dass ich nicht auf einen laufenden Rechner angewiesen bin, sondern auch mit iPhone/iPad arbeiten kann. Am Basteltisch nutze ich das iPad für die Anzeige von Schaltplänen, Datenblättern usw. Da ist so eine Web-Anwendung mit Responsive Design schon praktisch, die sich von hochauflösenden Monitoren bis zum Smartphone skaliert.

    73, Tom

  • Moin,

    Inventory von Mouser ist aber ein Online-Angebot von Mouser. Da bestehen dann Abhängigkeiten, die ich nicht möchte. Ich hätte auch meine kleine Warenwirtschaft vom Nebengewerbe nehmen können, aber das wäre nur Windows (die habe ich genauso wie die WISO Programme MeinGeld und Steueroffice in einer virtuellen Maschine). Die Warenwirtschaft habe ich auch seit 20 Jahren nicht mehr aktualisiert, die kann, was ich benötige. Hat für die Artikelverwaltung sogar Stücklisten und Baugruppen.

    Aber das ist wie mit EleLa, die können viel mehr, als nur eine Bestandsverwaltung fürs Hobby. Falls jemand noch eine andere Software¹ kennt, immer rein in den Thread. So eine Sammlung an Links ist nicht verkehrt und jeder kann sich das ausgucken, was bei ihm am besten passt, wenn Bedarf besteht.

    Für die Modellbahn und die Ersatzteile verwende ich MoVe, damit kann man nicht nur die Modelle verwalten, sondern auch Daten zum Vorbild ablegen und Notizen zu Wartungsarbeiten und Umbauten machen. Für alle Betriebssysteme und für iPhone/iPad gibt es eine App, die den Datenbestand synchronisiert (im eigenen LAN).

    Updates bei Part-DB sehe ich übrigens nicht kritisch, nach den vielen Jahren Linux und Admin im Bereich von unixoiden Betriebssystemen ist das keine Herausforderung. Es gibt auch einen Docker-Container, das wäre dann ziemlich einfach, bei einem Update einfach den Container tauschen.

    73, Tom

    ¹ Tabellenkalkulation mal ausgenommen, das weiß ja jeder, das man damit auch etwas aufbauen kann ;)

  • Hallo Tom,

    Wenn ich vorm Schraubenregal in der Werkstatt stehe habe ich keinen Rechner, aber das iPhone in der Tasche. Mit dem ich den Barcode scannen oder ein Foto vom Etikett machen kann, wenn ich einen neuen Karton in das Regal lege.


    Ja, da ist was dran! Mal einfach schnell mit dem SmartPhone den neuen Artikel einscannen und sofort ins Lager legen, ist schon praktisch!


    So hat jeder seine Anforderungen.. Bin mal gespannt, was hier noch so an Link zuammenkommt.

    73 aus Weimar

    Thomas, DG0OFZ

  • DL7BJ

    Hallo Tom

    Ich hab mir PartDB mal als Docker Container angeschaut - gibt es eigentlich irgendwo auch Preloads für bspw. Hersteller, Lieferanten, Footprints, Bauteile, ...?

    Ich habe das Gefühl, dass muss ich in jede neue Bauteileverwaltung wieder manuell eintragen?!

    Vy 72 aus Filderstadt

    Dietmar, DL2SBA

  • Moin Dietmar,

    Ich hab mir PartDB mal als Docker Container angeschaut - gibt es eigentlich irgendwo auch Preloads für bspw. Hersteller, Lieferanten, Footprints, Bauteile, ...?
    Ich habe das Gefühl, dass muss ich in jede neue Bauteileverwaltung wieder manuell eintragen?!

    es gibt Importfunktionen, die habe ich aber nicht getestet. Was ich aber gemacht habe, mir einen API Key für Digikey und Octoparts (Mouser und Farnell will ich auch noch bei Gelegenheit machen) geholt. Damit kann man Bauteile direkt von z.B. Digikey auswählen und Part-DB legt die an, hängt die Datenblätter an usw. Funktioniert mit Digikey wirklich gut. Bei Octoparts gibt es für freien API Zugang 1.000 Abrufe/Monat.

    Mal ein Beispiel:

    Auch die Parameter werden gleich übernommen:

    73, Tom

    PS: Ein ganzer Stapel Footprints ist als 3-D Ansichten bei der Installation dabei.

    Edited once, last by DL7BJ (December 3, 2023 at 9:02 PM).

  • Für meine Bedürfnisse optimal geeignet ist ein mehrseitiges Google Docs File, wo ich eine Tabelle erstellt habe. In der ersten Spalte der Tabelle habe ich Aufbewahrungsort (Schublade 3 im Shack, graue Box im Gestell im Keller usw.), in der zweiten Spalte die Beschreibung (Gehäuse, Kühlkörper, Akkus usw.) und in der dritten Spalte Bemerkungen. Damit komme ich sehr gut zurecht, da ich mit der Suchfunktion im Text blitzschnell alles finde. Der Aufwand ist äusserst gering. Das Dokument ist in der Cloud und von allen Devices gleichermassen problemlos und ohne grosse Installation nutzbar. Zeitfressende und frustrierende Suchaktionen habe ich seither nicht mehr.

    73, Peter - HB9PJT

  • Moin,

    als Ergänzung noch ein kleines Video. Ich habe mir vor kurzem ein neues iPad mit Pencil gegönnt, so macht das mit PartDB am Basteltisch richtig Spaß!

    PartDB mit iPad

    Das iPad ist um ein Vielfaches schneller, als das Lenovo S205 mit Linux, welches ich sonst am Basteltisch habe. Da war die Nutzung von PartDB immer mit hohen Ladezeiten im Browser verbunden und wegen der geringen Auflösung musste man auch viel scrollen.

    73, Tom

    Edited once, last by DL7BJ (September 7, 2025 at 12:08 PM).

  • Hallo Tom

    Gibt es irgendwo ein Tutorial wie man Part-Part-DB auf einem Raspi

    installiert. Ich bin mit Raspi gerade angefangen und bin da noch nicht

    perfekt

    73 Bernd DL3BLA

    Amateurfunk und Selbstbau , Flugmodellbau

  • Moin Bernd,

    nicht das ich wüsste. Aber ein RaspianOS ist nichts weiter als ein Debian und dafür gibt es hier eine Doku.

    Auf einem Raspberry 4 oder 5 läuft auch ein MX-Linux, welches auch Debian basierend ist. Aber auch direkt ein Debian. Unter Raspberry 4 oder 5 würde ich damit aber auch nicht anfangen, 4-8GByte Speicher dürfen es auch ruhig sein, wenn der Webserver der Apache2 ist. Ich habe den nginx verwendet. Es gibt auch eine Variante mit Docker, habe ich selbst nicht verwendet.

    Da Part-DB PHP 8.2 benötigt, muss es mindestens Raspberry Pi OS “Bookworm”, also auf Debian 12 basierend, sein. Sonst ist PHP 8.2 nicht im Repository und man muss über sury.org gehen, das ist nicht trivial für Einsteiger.

    73, Tom

  • Morgen Tom

    Ich habe den Raspi 4 mit 4GB im Argongehäuse mit M.2 Modul würde das laufen oder soll ich lieber
    auf 8GB aufsatteln. Der Unterschied von 4er mit 8GB zum 5er mit 8GB it derzeit 5€ wäre das die bessere Alternative.

    Es sollte schon etwas flüssig laufen und ich denke ein M.2 Modul oder eine SSD sollten es schon sein die Karten
    halten nicht lange wen viele Schreib/Lesevorgänge laufen.

    Mit Docker und Raspi4/4GB habe ich gestern etwas probiert bin aber immer hängen geblieben.
    Welche Ausführung des Raspian OS würdest du wählen die 32Bit oder eher die 64er.

    Das mit Docker hatte ich schon entdeckt
    https://docs.part-db.de/installation/i…ion_docker.html und ich vermute das wäre der einfachere Weg
    für ein Einsteiger da es für die Installation von Docker etliche Tutorials gibt.

    73 Bernd DL3BLA

    Amateurfunk und Selbstbau , Flugmodellbau

  • Es ist dieses Gehäuse hier?

    Argongehäuse mit M.2 Modul

    Argon ONE M.2 Case für Raspberry Pi 4, SATA - kaufen bei BerryBase
    Das Argon One Case ist eines der ergonomischsten und ästhetischsten Gehäuse für den Raspberry Pi. Hergestellt aus Aluminiumlegierung und poliert…
    www.berrybase.de

    Dann hätte man nur USB3 Speed mit maximal 5 GBit/s maximal, da die NVMe SSD per USB3 angeschlossen ist.

    Ich würde nach den Berichten im Inet von 300 MByte/s ausgehen.

    Ein eigerner teste stünde noch aus.

    # https://www.heise.de/tests/Argon-ON….html?seite=all

    73 de Uwe

    Funkamateur Klasse A - 16.05.2013

  • Hallo,

    hier meine Tests mit meinem Raspberry 4 2 GB Debian 12. aktuelle.

    Eine Crucial MX500 500 GB wurde über einen USB3 - SATA 3 Adapter nacheinander an jeden der beiden USB3 Ports angeschlossen.

    Als Test lief ein Copiertest mit 5 GByte Gesamtgröße und mit 1 MByte Blockgröße.

    Die Crucial MX500 500 GB können an einen direkten SATA3 Port mehr leisten!

    Ergebnis: 131 MB/s und 132 MB/s

    73 de Uwe

    Funkamateur Klasse A - 16.05.2013

  • Hallo Uwe

    Ich habe beides sowohl das Gehäuse als auch ein selbstgedrucktes Teil
    für Raspi 4 und SSD da ist auch noch Platz für den Sata zu USB Adapter.
    mir ging es darum ob ein Raspi 4 mit 4GB ausreicht das Part-DB flüssig läuft.
    Das 32/64 Bit war eine zusätzliche Frage in einem Tutorial zu Docker
    ging man von Raspian 32 Bit aus aber teilweise sind die Tut. sehr alt.


    Die Frage die jetzt noch wäre was ist für ein Raspieinsteiger besser
    über Docker oder ein nacktes Debian


    73 Bernd DL3BLA

    Amateurfunk und Selbstbau , Flugmodellbau

  • Hallo Bernd,

    Ich kann dazu noch nichts beitragen.

    Da ich auch Virtualsierung mit Proxmox betreibe, werde ich mal einen "kleinen" Rechner mit Ryzen 5 2600, Asrock B450 Pro4 Mainbaord, 16 GB DDR4 Ram, VDEV mit ZFS mirror auf 2x SSD nutzen.

    Da aktuell Debian 13.1 draußen ist, dann auch einen LXC damit aufsetzen.

    Mal schauen, ob ich genügend Zeit finde.

    73 de Uwe

    Funkamateur Klasse A - 16.05.2013

    Edited once, last by de0508 (September 8, 2025 at 6:03 PM).

  • Moin Bernd,

    ich nutze PartDB auf meinem "NAS". Das ist ein Raspberry 4 mit 4GByte RAM und 2x 1TByte SSD Platten an USB3 mit Interface. Webserver, MariaDB, logs usw. läuft alles nur von den SSD, d.h. ich habe die Pfade von /var /home /srv mit symbolischen Links auf die SSDs gesetzt. Die SD-Karte wird nur fürs OS & Programme verwendet, es finden also ausser bei einem Update keine Schreibzugriffe statt.

    Ich habe auf dem Raspberry keine GUI installiert, Zugriffe erfolgen nur per ssh oder Webbrowser. Das läuft vom iPad und meinem Rechner aus flüssig.

    Auf dem älteren Lenovo S205 Notebook mit Linux und Firefox als Browser aber recht schwerfällig. Genauso schwerfällig wird es auf dem Raspberry mit GUI und Browser laufen, weil da vieles im Browser ausgeführt wird.

    Ob Docker oder direkte Installation, bei direkter Installation kannste richtig was lernen. Aber es gibt ein paar Voraussetzungen:

    - Raspberry mit mindestens Bookworm oder Trixie

    - PHP 8.2, 8.3 oder 8.4

    - node.js >= 20.0

    - Datenbank nach Geschmack, ich habe MariaDB auch für andere Sachen laufen.

    Bei einer direkten Installation solltest Du Dich etwas mit git auskennen und das Repository clonen und bei Bedarf darüber PartDB auch aktualisieren. Das funktioniert eigentlich recht gut, wenn PHP, node.js und das OS aktuell gehalten werden. Bei einer Docker Installation musst Du nur den Container herunterladen.

    73, Tom