Vorschlag vertikale endgespeiste extended double Zepp f 10m und VHF/UHF portabel

  • Hallo,


    um nicht Stefans Thread zu kapern, möchte ich meinen Antennen Vorschlag besser hier zur Diskussion stellen.


    Das Ding ist noch nicht ausgereift, aber das Grundkonzept erscheint mir brauchbar:

    Ein rund 1.28 Lambda langer Dipol wird senkrecht aufgehängt und unten angespeist. Die untere Hälfte ist sowohl Strahler, als auch Zweidraht Leitung bis zur Mitte, hier verlaufen also zwei Drähte, von denen einer doppelt genutzt wird. Die obere Hälfte ist nur Strahler.


    Mehrere Antennen Lösungen verwenden dieses Prinzip. Die von mir vorgeschlagene Dimensionierung als EDZ habe ich noch nirgends gesehen. Es bestehen viel Ähnlichkeiten zu anderen Lösungen. Als Gesamtkonzept unterscheidet sich diese Lösung von den mir bisher bekannten. Dass das gleiche Konzept schon früher von jemand zusammengestellt wurde, halte ich aber dennoch für wahrscheinlich.


    In ersten Simulationen habe ich, wie erhofft, gute Werte gefunden.

    Bei geeigneter Dimensionierung zeigen sich am Speisepunkt 50 Ohm kapazitiv, so dass lediglich Kompenstion erforderlich ist.

    Bei Aufhängung 1 Lambda über Grund zeigen sich über 6 dBi bei 7° Erhebungswinkel über den Horizont, bei 3 Lambda ü.G. 8dBi


    Für VHF/UHF und 10m sind die Masse durchaus praktisch handhabbar.


    hw?


  • Ohne jetzt Vergleiche über Ähnlichkeit/Unterschiede angestellt zu haben, es gibt im Forum eine ältere Abhandlung (no conterpoise antenna Balkon Vertical / Temporäre Vertical ohne Gegengewicht), die sich mit einer ähnlichen Antenne beschäftigt hat. Ich habe eine zeitlang /P mit einem ähnlichen Gebilde gearbeitet als Multiband, dann aber mit Tuner am Fußpunkt. Der Verzicht auf Radiale hat /P durchaus seine Reize, z.B. bezüglich Aufbauaufwand

    73 Reiner

  • es gibt im Forum eine ältere Abhandlung

    Danke für den Hinweis.


    Mein Plan ist, die Antenne nur auf der Bemessungsfrequenz zu betreiben, da ich mit nur hier den vorgesehene flachen Abstrahlwinkel bzw den erwünschten Gewinn erwarte. Nur hier ist die Antenne 1.28 Lambda lang.


    Für den Anschluss des Koax habe ich ursprünglich vorsichtshalber eine abstimmbare Mantelwellensperre vorgesehen.


    Aber, der Speisepunkt ist nicht symmetrisch. Die Simulation hat gezeigt, dass das Ende des langen Drahtes unempfindlich ist und praktisch ohne Auswirkungen an einen Draht bis zum Erdboden angeschlossen werden kann. Hier besteht also keine Neigung, Mantelwellen zu erzeugen. Am anderen Anschluss würden sofort Ströme fliessen. Es sieht so aus, dass die Mantelwellesperre, eigentlich nicht nötig wäre, wenn man die Abschirmung vom Kabel an den langen Draht anschliesst und den Mittelleiter an den kurzen.


    Das soll dann die Praxis zeigen.

  • Mein Modell für 145 MHz in 2 m über Grund bringt 3.48 dBi. Verwendest Du einen anderen Boden oder berechnen unsere Programme derart unterschiedlich?


    73, Peter - HB9PJT



  • Hallo Jo,


    nach meinem Umzug vor einigen Jahren und der eingeschränkten Erlaubnis eine Antenne zu erstellen,

    habe ich solche Antenne nach einem Vorschlag von M3KXZ verwirklicht. Ich wollte allerdings symmetrisch einspeisen. Darum verwendete ich einen Balun 1:1 für undefinierte Impedanzen. Diese Antenne hat bei mir in der Simulation mit MMANA auch einen flachen Abstrahlwinkel gezeigt.


    72 & 73

    de Jürgen, DF3OL

  • OK, M3KXZ hat das Prinzip verwendet und unter dem Begriff "no counterpoise" beschrieben. Ich hab es vermutet, dass das schon jemand getan hat.


    Die Beschreibungen davon sind für mich noch nicht ganz nachvollziehbar, da Erhebungswinkel und Gewinn zumindest teilweise als von der Frequenz relativ unabhängig beschrieben werden. Da habe ich noch einiges zu lesen und zu simulieren.


    Meine bisherigen Untersuchungen zeigen starke Frequenzabhängigkeit und Abhängigkeit von der Bodendistanz. Mal sehen, von welchen Randbedingungen das beeinflusst wird.


    Hallo Jürgen, warst oder bist du zufrieden mit der Antenne?


    Hallo Peter, dem will ich nachgehen. Was immer der Grund ist, es könnte nützliche Info sein. Danke für die Details deiner Sim. Wie schon geschrieben verwende ich "Real Ground" "Average".


    Zur Frequenzabhängigkeit:


  • Hi,

    Vorwort: Falls sich jemand durch die Fragen auf den Schlips getreten fühlt, es ist kein nölen, motzen etc. nur ein einfaches Fragen. MIMIMI ist inzwischen leider ziemlich verbreitet.


    Wie kommt man auf 1,28Lambda Dipol?

    Einfach zweimal 5/8Lambda, try&error oder gibts da einen plausibleren Grund?

    Ist nicht schon alles über Antenne etc. bekannt?


    @OE6JBG Würdest Du das Simulationsfile zur verfügung stellen?

    Ich hab selbst noch nicht so den Plan davon und versuche mich (gaanz) langsam da reinzufuchsen.

  • Wie kommt man auf 1,28Lambda Dipol?

    Einfach zweimal 5/8Lambda, try&error oder gibts da einen plausibleren Grund?

    Ist nicht schon alles über Antenne etc. bekannt?

    Guten Morgen,

    ich versuche mal, Deine Frage möglichst verständlich zu beantworten: Ein Dipol mit zweimal lambda/viertel Schenkel strahlt rechtwinklige g zum Draht. Wenn Du jetzt beide Dipolschenkel verlängert, dann wird diese Keule enger und man erreicht einen leichten Gewinn in der Richtung. Das passiert, bis beide Schenkel jeweils lambda/halbe sind (Ganzwellendipol). Verlängert man jetzt weiter, entstehen sogenannte Nebenzipfel, der Gewinn rechtwinklig nimmt aber weiter zu, solange bis man 0.64 (ungefähr 5/8 lambda...) erreicht. Macht man weiter mit dem Verlängern, werden diese Nebengipfel größer und die Keulen mit Gewinn strahlen zunehmend schräger. Deswegen interessiert man sich für diese extended double zepp.


    THE EDZ


    Das sind jetzt ja alles horizontale Antennen und recht gut bekannt.

    So, und jetzt drehen wir den Draht so, dass der vertikal ist. Das Strahlungsdiagramm dreht sich mit (im Freiraum; die Reflektion am Boden kommt später). Dann gibt ein Vertikaldipol mit zweimal 0.64-lambda-Schenkeln eine prima flache Abstrahlung. Dieses Gebilde müsste man aber in der Mitte speisen und das hat mechanisch das Problem, dass die Zuleitung rechtwinklig verlaufen soll. Die Idee von OE6JBG ist jetzt (und das ist neu oder zumindest wenig bekannt), das Gebilde am Ende unten zu speisen. Nimmt man aber einfach einen 5/4-lambda langen vertikalen Draht, dann strahlt der nicht mehr rechtwinklig, sondern steil in den Himmel, was man für DX nicht will. Also muss man eine Möglichkeit finden, dass die Antenne collinear strahlt und nicht "als Ganzes". Geht mit Umwegleitung oder anderen Tricks.

    Hoffe, es ist halbwegs verständlich?! Wenn Du bisschen simulieren willst, dann schaue Dir mal MMANA an und spiele damit rum. Dann wird vieles klar, denke ich (bin leider nicht daheim und habe bei meiner YL kein MMANA).

    73!

    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW


    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • Kleine Ergänzung (gerade auf der Suche nach Diagrammen gefunden):

    https://dh2mic.darc.de/afu-kurs/pdffiles/antennen.pdf


    Da ist ab Seite 21 bzw. besonders ab Seite 23 super erklärt, wie Vertikalantennen gestockt werden (können).


    Nebenbei bemerkt: Große Klasse, was C01 da zur Verfügung stellt für Kurse!


    73!

    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW


    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • Hallo,

    ich habe die Antenne mal in 4NEC2 mit real ground / average / Cond.: 0.005 / Diel const.: 13 auf 28,5MHz mit Drahtstärke 1mm simuliert.

    Für Unterkante 1m über Grund ergab sich: Impedance 44,2 -j262 (SWR 50 = 33,1), Gewinn 3,43dBi bei ca 10 Grad, Abstand der vertikalen Antennendrähte 10cm (weniger senkt Impedanz merklich)
    Erhöhe ich die Antenne um 10m auf Unterkante 11m über Grund, ändern sich die Werte wie folgt:

    Impedance 40,3-j259 (SWR 35,3), Gewinn 6,35dBi bei 5 Grad.

    Zum Vergleich ein baulich sicherlich einfacherer endgespeister Halbwellenstrahler (=Endfeed):

    1m über Grund: Impedance 2896-j2553, Gewinn 2,69dBi bei ca 10 Grad

    11m über Grund: Impedance 2854 -j2611, Gewinn 5,68dBi bei ca 7,5 Grad

    Fazit: Im Vergleich zum Halbwellenstrahler kann ich mit etwa 0,7dB mehr Gewinn erreichen, allerdings bei rund 2 1/2 - facher Länge der vertikalen Antenne. Beide Antennen erfordern Anpassungsmaßnahmen.

    Ab Höhen der Antennenunterkante 1 Lambda über Boden scheint die Abstrahlung geringfügig flacher zu werden gegenüber dem Halbwellenstrahler
    Für Kurzwelleneinsatz erscheint mir die Antenne mit diesen Ergebnissen zu aufwändig, vor allem wegen der erforderlichen Bauhöhe wird sie für viele OPs problematisch sein (irgendwo stand wohl auch sinngemäß "ab 10m Höhenausdehnung (in DL) Baugenehmigung"
    Für VHF habe ich keine Vergleichswerte anderer Antennen hier.

    vy 73 Reiner

  • Hallo Reiner,

    danke für die Anregungen.


    Jetzt habe ich mal meinen Vorschlag für eine portable vertikale EDZ mit integrierter TL zur Mitte verglichen mit EDZ klassisch nahe dem Ende gespeist und mit einem Halbwellenstrahler nahe dem Ende gespeist. Alle sind 10.5 m über real ground average positioniert.


    Die EDZs (blau und grün) nahe dem Ende gespeist strahlen in Richtung 45°.

    Die EDZ (rot) mit integrierter TL zur Mitte strahlt, wie schon gezeigt flach.

    Ein Halbwellenstrahler (magenta) nahe dem Ende gespeist, strahlt nur geringfügig weniger flach, hat aber gute 3 dB weniger Gewinn.


    Mal sehen, wie die Überlegungen weiter gehen. Bei der moderaten Aufbauhöhe für 10m würde ich ungern auf die 3 dB verzichten. Für 20m sieht es wieder anders aus.

  • Hallo Jo,


    damals war ich zufrieden. Wenn ich denke, dass ich bei der eingeschränkten Antennenerlaubnis gar nicht hätte telegrafieren können. Ich konnte sie abstimmen über die symmetrische Speiseleitung von 10m bis 20m.


    72 & 73

    de Jürgen, DF3OL