Gleichtaktstörung bei symmetrischer Antenne unter Dach

  • Hallo,
    ich betreibe einen Multiband-Dipol nach Hille (12,5m) unter Dach.

    Per Wireman 1m runter, 3m nach rechts, dann eine Etage tiefer in einen symmetrischen Tuner.


    Leider läßt sich das symmetrische Kabel nicht senkrecht nach unten führen (dann wär das Shack im Treppenhaus...).

    Durch die Verlegung des Wireman entstehen offensichtlich Gleichtaktstörungen (der Strom auf beiden Adern unterscheidet sich erheblich).

    Das macht dann bei hohen Frequenzen heiße Finger.

    Die Frage ist nun:
    Kann man den Wireman so verlegen, dass die Gleichtaktkopplung sich wieder aufhebt.

    Gerad nach unten geht nicht :D


    Besten Dank für Eure Tipps,


    Markus

  • Hallo Markus,


    Mantelwellen müssen nicht unbedingt der Grund für die unterschiedlich hohen Ströme in den Adern der Zweidrahtleitung sein. Es kann auch eine unterschiedlich hohe kapazitive Belastung der Dipoläste sein. Da kann schon ein Metallträger in der Nähe eines der Äste ausschlaggebend sein. Dadurch erscheint ein Dipolast kürzer als der andere. Kannst Du die Ströme direkt an der Übergangsstelle von der Zweidrahtleitung zum Dipol messen? Dadurch ließe sich ausschließen, dass der Dipol elektrisch unsymmetrisch ist.


    Oder es ist eine unterschiedlich hohe Kopplung zwischen den Dipolästen und der Zweidrahtleitung vorhanden. Dann beeinflusst der eine Ast eine Ader der in der Regel "flach" verlegten Zweidrahtleitung stärker als der die andere. Probiere einmal, die Zweidrahtleitung mehrmals leicht verdreht zu verlegen. Dann müsste sich die Wirkung einer unsymmetrischen Direkteinstrahlung aufheben oder zumindest verringern, denn einmal bekommt die eine Ader mehr ab, einmal die andere.


    73/72 de Ingo, DK3RED - Don't forget: the fun is the power!

  • Markus, Wireman hat m.W. 450ohm Impedanz. Kannst Du einen Balun an der Antenne setzen und vielleicht sogar noch einen weiteren am Tuner?


    Ein Balun für undefinierte Impedanzen
    Meine Lieblingsantenne im Urlaub ist ein nicht resonanter Dipol beliebiger Länge, abgestimmt mit einem automatischen Tuner  im Spei...
    funkperlen.blogspot.com


    Dann wird das Kabel in die Symmetrie gezwungen, selbst wenn es die Unterdach-Antenne wie von Ingo beschrieben mit einiger Sicherheit nicht ist. Das verwendete Kabel fuer die Baluns sollte aber moeglichst auch irgendwo bei 450ohm liegen, also mit dicker isoliertem Kabel fuer hoehere Spannungen probieren. Oder eine der Adern in halbwegs flexiblen Schlauch einziehen, damit sich eine hoehrer Impedanz ergibt. Alternativ Wireman nehmen, das in flexiblen Schlauch einziehen und damit die Baluns wickeln, sodass es zum Kern nicht viel kapazitiv koppelt.


    73, Joerg

  • seh ich auch so; je einen Balun für undefinierte Impedanzen an der Antenne und den anderen am Tuner, dann brennt nichts mehr an.

    Es ist eine Ausnahme, dass ein Dipol total symmetrisch ist, das hat mehr theoretische als praktische Natur.


    allerdings würd ich Teflonlitze nehmen und nicht H07V-U wie HB9ASB hier verwendet hat.

  • Mantelwellen müssen nicht unbedingt der Grund für die unterschiedlich hohen Ströme in den Adern der Zweidrahtleitung sein. Es kann auch eine unterschiedlich hohe kapazitive Belastung der Dipoläste sein.

    Volle Zustimmung. Bei einem Dipol, wenn er nicht gerade absolut frei gestreckt ohne Einfluss von Bewuchs und Gebäuden hängt, ist immer mit Unsymmetrien zu rechnen. Die Wireman Leitung ist wegen der kleinen und fixen Leiterabstände weniger kritisch zu sehen.


    73

    günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Moin moin,

    wenn aus baulichen Gründen 3m Speiseleitung in nur 1m Abstand zur Antenne geführt werden müssen, ist die Einspeisung in Dipol-Mitte aus meiner Sicht sehr unzweckmäßig. Macht nur Probleme.


    Unter dem Dachboden kann man ja gut mit unterschiedlichen Varianten herumprobieren.

    Ich würde die Antenne aussermittig speisen (also mit 3m Versatz) und die bereits vorgeschlagene Gleichtakt-Drossel zwischen Antenne und Speisekabel einfügen.

    Vielleicht geht es sogar ohne die Gleichtakt-Drossel bereits besser als die vorhandene Lösung. Falls die Speiseleitung in einem Schornstein hängt, könnte man auch mal probieren, sie einfach nur zu verdrillen, so gut es geht (1 bis 1,5 "Umdrehungen" pro Meter sollten auch bei dem recht steifen Wireman "drin" sein).

    Die 12,5m sind auch nicht "in Stein gemeißelt". Sofern der Tuner einen grossen Anpassbereich hat, könnten auch andere/größere Längen zweckmäßig sein (z.B., wenn auch das 80m-Band genutzt werden soll).


    Sofern der Tuner auf einem Band überfordert ist, kann man notfalls am Shack-seitigen Ende des Speisekabels bei Nutzung dieses Bandes 1m - 3m Wireman einfügen und so die Impedanz in einen für den Tuner günstigeren Bereich verschieben.

    73,
    Ralf

  • Der TE hat einen symmetrischen Tuner.

    Somit würde ich von verlustbehafteter Zwangssymmetrierung / "Sperrtechnik" eher sparsam Gebrauch machen.

    Der Rat zur OCF ist für den symm. tuner auch eher ungut.


    Markus, kannst Du den Tuner auf den Boden hoch setzen?

    Für kniffelige 2-Draht-Passagen bietet sich noch ein Duett aus 93 ohm Koax an. Nicht schön, nicht super effizient - aber ein verwendbarer Kompromiss.

  • So, noch mal ich:
    Mittlerweile ist der 2x6.5 einer ZS6BKW gewichen (2x 13,75), 12,5m CQ553 feeder.

    Indoor unter Dach, mit noch ca 4m aus den Hausecken raus ("Toscanahaus", Holzständerbauweise).

    Abgespannt an den Enden in 4m Höhe mit Alumasten.

    Die HF füttert außer mich, noch eine Loop Antenne (Dachrinne.....).


    Prinzipiell ist das Problem etwas anders gelagert, aber immer noch vorhanden.

    MIt asymmterischem Tuner und balun direkt hinter Tuner sieht das dann so aus:

    - bei einigen Bändern sind die Antennenströme gemessen 70cm hinter dem Balun vollkommen identisch

    - andere Bänder haben um die 10...15% Unterschied

    - das 30m Band ist ziemlich asymmetrisch 570/430 mA. Diese Asymmetrie finde ich auch direkt am Antennen-Speisepunkt wieder ! Unabhängig von der Feeder länge (+-1m variiert).


    Ich habe mal daraus geschlossen, das meine

    a) Antenne generell nicht symmetrisch spielt:

    b) Zusätzlich noch ein Anteil Gleichtaktstörung eingekoppelt wird, da das Kabel nicht ausreichend weit senkrecht von der Antenne weggeführt werden kann.


    ad a)

    Antennen-Enden abwechselnd mit 30cm herabhängendem Draht verlängert. Keine Änderung

    ad b)

    Verschieben des Kabels auf dem Dachboden hatte auch keinen Effekt.


    Mit symmetrischem Tuner (ohne Balun) sind die Verhältnisse ähnlich.


    Da im 30m Band die Asymmetrie am stärksten ist, würde ich gerne da ansetzen, um zunächst die Antenne symmetrisch zu bekommen.

    Was könnte man da jetzt noch machen (außer Regenrinne durchsägen, oder durch Kunststoff ersetzen....).

    best

    Markus

  • Es könnte auch etwas in der Nähe eines Dipolarms zu sein, das wohl gerade im 30m-Band aufgrund seiner Abmesungen stark einkoppelt und Dir so die Ströme verbiegt. Wobei "Nähe" durchaus bis zu einer halben Wellenlänge, also 15m bedeuten kann, ich vermute aber eher, dass der Störfaktor - sofern es den gibt - deutlich näher am betroffenen Arm zu finden sein dürfte.

    72! de Uli


    Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...