Röhrenradio wieder beleben

  • Danke für den Tipp, Peter.

    Hab' auch schon bei einem Radio einen 40 Ohm Vor-Widerstand drin. Das ergab genau 10V Spannungsabfall. Und von der Erdungsbuchse geht ein 100p-C ab. Und im Dauerlauf wird das gute Stück kaum wieder spielen. Hab' schöne Ersatz-C's bei Jan (FJZ) bekommen und die Teer-C's und einige Elkos getauscht.


    Vy73 de Bernd.

  • Hallo liebe Freunde der Technik,


    ich würde gern die Beiträge, die sich auf Trenntrafos beziehen, am Wochenende in ein neues Thema kopieren.

    Natürlich bleiben sie auch hier erhalten, aber der Inhalt ist mir zu wichtig, um es hier alleine stehen zu lassen.

    Wer von Euch nicht damit einverstanden ist, der schreibt es mir bitte per Konversation oder anderweitig.


    Viele Grüße

    Jürgen

  • Moin Jürgen,


    bei mehr als 2,1k Lesezugriffen ist das Thema attraktiv. Kein Problem, gute Idee.

    73 Michael, DF2OK
    Früher wurden Funkgeräte zum Funken mit Antennen verbunden, heute mit Computern. Finde den Fehler...
    ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

  • Moin zusammen,


    ich berichte mal von einer Erfahrung, die vielleicht für die Mitleserinnen und Mitleser hilfreich sein kann.


    Die letzten Jahre konnte ich bei allen netzbezogenen Reparaturen meinen hervorragend ausgestatteten Arbeitsplatz im QRL benutzen. Der wird nach meinem Wechsel in den Ruhestand im nächsten Jahr nicht mehr benötigt, aber auf die fest installierten beiden Netztrenntrafos (Meßgeräte und Reparaturobjekt, hier mit nachgeschalteten einstellbaren Spartrafo sowie großen Anzeigeinstrumenten für i und u) kann ich dann leider nicht mehr zugreifen. Sind zwar noch ein paar Monate hin, aber ich wollte daheim schon mal schauen, "was geht."


    Also mal den Peaktech-Trafo mit Gehäuse etc. von Reichelt bestellt. Dort steht, dass die Spannung 1:1 (also 230V In / 230V Out) umgesetzt wird sowie eine Leistung von 500W verkraftet werden. Reicht hier dicke hin. Der Preis ist schon ein deftiger, aber woanders ist der noch teurer. Gerät gut verpackt erhalten. Erster Eindruck: Solide. Mit viel Luft im Gehäuse. Ginge auch kompakter, zumal leider keine Messgeräte eingebaut sind. Anschliessen, Einschalten. Messen der Ausgangsspannung mit dem Fluke 77 Multimeter. Muss man etwas tricksen, es handelt sich um eine Steckdose mit Kindersicherung. Im Grunde gut, aber... :rolleyes:


    Messergebnis 241 Volt Wechselspannung im Leerlauf. Na, ein wenig viel... Dann die Eingangsseite gemessen: 231 Volt Wechselspannung. Entspricht schon mehr dem, was ich hier gewohnt bin. Von aussen konnte ich sehen, dass dort ein Ringkerntrafo verbaut ist. Aber ob der wirklich 1:1 transfomiert?


    Zitat Dave von EEVblog: "Don't turn it on, take it apart." Viele und somit genug selbstschneidende Schrauben mit Zahnscheiben halten die obere Gehäuseschale fest. Der Griff, der solide mit einem inneren Gehäuseträger verbaut ist, muss ebenfalls ab. Im Inneren gibts von dem Aufbau und der Verdrahtung nix zu meckern. Eine LED zeigt den Betrieb an, ein NTC dient als Einschaltstrombegrenzung. Die Schaltkontakte sind abgedeckt. Die Steckdose, die vorschriftsmässig ohne Schutzkontaktzungen daherkommt, ist vermutlich ständiger Belastung nicht gewachsen. Scheint eine einfache Bauform zu sein. Keine Busch-Jäger-Qualität. Damals musste so eine Dose noch rot gekennzeichnet sein, was im QRL noch der Fall ist. Der Trafo war nicht ganz in der Mitte monitert. Werksfehler oder beim Transport verrutscht? War gut festgeschraubt, konnte den nicht bewegen sich zu bewegen.


    Als ich den Kasten dann auf hatte, war klar, was los war.


    Naja, nix mit 1:1... :thumbdown: Warum sowas? Es wird wohl darauf gebaut, dass der elektrisch "weiche" Trafo bei Ausnutzung der Volllast dann 230 Volt abgibt. Ich fühlte mich dann doch veräppelt. 240V am Ausgang wenn 230V am Eingang anliegen kann für die eine oder andere Situation schon unschön sein.


    Nein, danke. Da mit einer 1:1 Übertragung geworben wird und mir rund 180 € für die Nichterfüllung dann doch zuviel sind, ging das Teil am selben Tag in die Retoure.


    Wenn jemand wegen des interessanten Themas mit dem Gedanken spielt(e), sich das Teil zu holen - meine Meinung dazu habt Ihr hier.


    Nun muss ich schauen, was ich mache. Hätte ich "damals" geahnt, dass sowas heutzutage, (hier Funkfreund Wolfgang mit einem Nordmende-Gerät), mal sehr rar werden wird, hätte ich schon mal zugegriffen. Auf den Interradios gabs das, allerdings war mir das Schleppen vom Stand zum PKW dann doch zuviel.

    73 Michael, DF2OK
    Früher wurden Funkgeräte zum Funken mit Antennen verbunden, heute mit Computern. Finde den Fehler...
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  • Zum Trenntrafo: Ich habe einen ziemlich dicken (Trenn-)Koffer im Shack, aber nur für die 110V Geräte. Den hat mir ein Kollege geschenkt, weil er damit nicht zurecht kam (nach mehrjährigem QRL bei der Rückkehr für sein ganzes 110V HiFi-Zeugs noch in USA gekauft). Daten 1 KVA für 240/480 auf 120/240 mit 4 Wickelungen (kein Ringkern, gutes Gewicht) . Lt. Typenschild für 115V 50/60 Hertz ausgelegt. Bei Standardschaltung wurde der im Leerlauf bereits so heiß, daß im vermute, der wurde wohl eher für 60 Hertz berechnet. Nach einigen Tests habe ich ihn auf 480 zu 240 Volt geklemmt (Wickelungen in Serie) und einfach mit Bügeleisen belastet. Bei etwa 800W Dauerlast wurde er dann gerade mal handwarm und tut bis heute brav für meine Surplus 110V Geräte.


    Nur als Hinweis, bei altem Zeugs auch auf die Hertz zu achten. In der Lehrfima hatten wir auch Maschinen für 60Hz Netze gebaut und mußten in der Endkontrolle sehr darauf achten, daß die schweren Motoren (Spritzgußpressen, ohne Hydraulik) nicht zu lange eingeschaltet waren. Funktionierte alles, aber war überhitzungs-gefährdet. Bei 60Hz wird weniger L gewickelt und zieht dann bei 50Hz zuviel Strom bei ansonsten gleicher Spannung.


    Zum Kondensatorentausch, DK1RT & all:

    Via dampfradioforum.de habe ich im radiomuseum.org ein paar gute Artikel gefunden (bei beiden auch Fotos von schlechten C's), die die Austauscherei beschreiben.


    https://www.radiomuseum.org/fo…_koppelkondensatoren.html

    https://www.radiomuseum.org/fo…te_bzw_verlustfaktor.html

    https://www.radiomuseum.org/fo…en_bei_kondensatoren.html


    ----- insbesondere die letzte URL im Beitrag #14 Vergleichsmessungen alt vs. neue C's. Dort wurden erst die "gefährlichen" Cs getauscht (nach Messung), d.h. Koppel-C und Netzteil-C (Elkos). Dann wurde eine NF-Kurve gemessen und anschliessend eine Rundumerneuerung des optionalen Restes. Dazu ebenfalls wieder NF-Kurve. Man sieht, daß nicht unbedingt alles zum Tausch nötig ist. Der Artikel ist m.E. lesenswert.


    Bei den C-Messungen habe ich außer LCR-Gerät immer noch mit voller Gleichspannung >250V den Reststrom gemessen. Zt. per Trafo, z.T. auch einfach von der Steckdose gleichgerichtet. Nicht empfehlenswert, aber .... zu faul etwas ordentliches aufzubauen für die doch seltenen Messungen, allerdings habe ich dann im Reparaturfall immer gleich so weitere 20-30 alte Cs gemessen. Fällt in die Rubrik: was man eigentlich nicht machen sollte ...... mea culpa. Die LCR-Meter arbeiten mit kleiner Spannung und bei Koppel- und Netzteil-Cs wollte ich auf Nr. sicher gehen. Letzte Aktion siehe https://www.dampfradioforum.de…64971&hilit=rondo#p264971


    73 Peter

  • .... Der wird nach meinem Wechsel in den Ruhestand im nächsten Jahr nicht mehr benötigt, ....... Sind zwar noch ein paar Monate hin, aber ich wollte daheim schon mal schauen, "was geht."

    Schade ... wieder ein aktives Forums-Mitglied, das ab nächsten Jahr keine Zeit mehr haben wird......

  • Ohje, ich glaub da habe ich in elektrotechnisches Wespennest gestochen. Ich habe über 30 Jahre in einem Bereich gearbeitet dessen Aufgabe es ist, elektrische Unfälle zu verhindern.

    Passt auf Euch auf!


    Wolfgang

  • Hallo Peter,

    hast recht, man sollte sich schon überlegen, ob es sinnvoll ist, alle C's zu tauschen. Ärgere mich immer noch, daß ich dem Rat im Dampfradio-Forum gefolgt bin und in den DDR-Rembrandt - Fernseher bunte Klötzchen reingelötet habe. Vor der Verarbeitung/Verdrahtung des Originals musste man einfach den Hut ziehen!!! Das ist nun leider auch nicht mehr nachzuvollziehen. Und es waren keine "Teeries" drin sondern hermetisch verschossene Plastik-C's die auch innen noch frisch aussahen. Dummerweise auch erst später auf "Frag Jan Zuerst" gestoßen als ich eine Hochsp.-Diode als Ersatz für die Röhre suchte.


    Vy 73, Bernd.

  • Hallo,

    hab' in den letzten Tagen mich meiner alten Schätzchen gewidmet. Es sind alles Allstromgeräte aus den 1950er Jahren der DDR. Fast alle Teerkondensatoren, einige Hochlastwiderstände, zwei Netzkabel, einen Netzstecker und zum Glück nur eine Röhre gewechselt. Kosten ca 150 EUR. Es war kein übereilter Schritt, hi!

    73, Bernd.

  • Hallo Bernd,

    bitte bei Halbleiter-Dioden Austausch gegen Röhre aufpassen. Das verändert oft mehr als man anfangs vermutet. Ich hatte vor Jahren einen Collins R-388/URR Bj.51 erstanden (halb geschenkt), Traum meiner Jugend, dessen Netzteilröhre (5V4) hinüber war (mechanisch, Glas aus dem eigenen Röhrenfuß raus und hinüber). Weit und breit kein Ersatz in Sicht. Ich habe in den Röhrenfuß dann 2 Dioden gelötet und mußte anschließend aber die ganze Netzteilschaltung nacharbeiten. Halbautomatische Gittervorspannung usw. - letztlich mußte der Röhren-Innenwiderstand nachgebildet werden. Halbleiter hat praktisch Null Ohm Innenwiderstand für diese geringen Ströme. War einiges an Denk- und Fingerarbeit erforderlich. Heute habe ich zwar 5V4 als Ersatz, aber rückbauen mag ich jetzt auch nicht mehr. Ich habe Umbau damals dokumentiert und zum Handbuch gepackt.


    DF1KZ: mußt Dir keinen Kopf machen. Wer es mal gelernt hat, ist von solchen Stellen genügend gebimst worden, bzw. hat die Infoblätter verinnerlicht. Wer es nicht hat lernen wollen, hat, wenn er noch lebt, Erfahrung gesammelt :-) . Leider hat die Heimwerker-Szene da viel Unheil angerichtet.


    73 Peter