Bienenkisten mit Antenne

  • Moin,


    seit einiger Zeit geistern mit einige Fragen durch den Kopf. Bevor ich sie stelle last uns einen kurzen Ausflug in die Bienenwelt machen.

    Kommt eine Kundschafterin zurück in den Bienenstock, fängt sie an auf den Waben zu tanzen um ihren Schwestern mitzuteilen wo es viel Nektar gibt. Bienen laden sich im Fluge elektrostatisch auf, so ca. 300V bis 500V. Die Mädels im Bienenstock sind Positiv geladen. Gleich geladene Körper stoßen sich bekanntlich ab und so

    bekommen die Bienen schnell einen überblick wer, wie, wo sich im Bienenstock bewegt. Die Armbanduhr und der Kompass der Bienen ist das Erdmagnetfeld.


    Heut zu Tage verwenden die Imker Drähte in den Waben um sie zu Stabilisieren. Was auch die Kommunikation der Bienen behindert denn die Bienen bringen die Waben zum schwingen.


    Diese Drähte wirken ja auch als Antenne und haben irgendwo Resonanz. In meinen Waben die relativ klein sind habe ich eine Drahtlänge von ca. 1312 mm.

    Die Elektromagnetische Wellen sind natürlich auch im Bienenstock vorhanden was sich nicht vermeiden lässt. Wenn ich aber diese Wabendrähte in den Bienenstöcken einbringe, es sind ca. 6 bis 12 Stück. Können sie ein verstärkungseffekt hervorrufen den die Bienen spüren ? Und im Resonanzfall die Wabe schwingen lassen ?

    Kann man das mit einfachen Mitteln messtechnisch erfassen ?

    Einige Imker haben berichtet das Bienen mehr Propolis sammeln wenn sie unter Hochspannungsleitungen stehen. Propolis ist ein Baumharzgemisch das die Bienen verwenden um ihre Behausung zu Desinfizieren.



    Flotte Grüße Dirk

  • Moin,

    ich stelle mal Rückfragen:

    - wie bringt ein statisches Feld etwas zum Schwingen?

    - Wabe zum schwingen: meinst Du mechanisch?


    These: sollte wirklich die Kommunikation durch Draht behindert werden, dann durch Ableiten / Ausgleichen statischer Ladungen

  • Ich kenne mich mit Bienen nicht wirklich aus, wenn aber die Drähte im Stock die Kommunikation untereinander stört, dann wäre doch der einfachste Ansatz, diese Drähte durch andere Werkstoffe oder Lösungen zu ersetzen.


    Weiter würde ich sagen: Wenn die Bienen sich im Flug aufladen, dann müsste das ja auch zu Entladungen kommen, wenn sie sich irgendwo absetzen. Zumindest dürfte die Ladung nicht von langer Dauer sein.


    Doch jetzt zur Verstärkung: Was ist es genau, was da anliegt? Ein statisches Feld oder eher ein Wechselfeld? Hochspannungsleitungen haben Wechselstrom drauf, Das Erdmagnetfeld ist statisch.


    Bienen orientieren sich meines Wissens überwiegend an der Sonne und navigieren mit inneren "Magnetsteinen" ähnlich die der Tauben. Wenn Bienen unter Hochspannungsleitungen nicht mehr zum Stock finden würden, könnte ich das nachvollziehen, das scheint aber nicht das Problem zu sein. Ein Schwingen der Waben kann ich mir nur durch das Schlagen mit den Flügeln vorstellen, aber nicht über eine elektromagnetische Welle.


    Gib es vielleicht Angaben über die Frequenz, um die es da gehen soll?


    Gruß

    Stefan

  • Daß die Bienen ein Feld aufbauen, ist sicher möglich. Machen ja andere Tiere auch. Ob die Biene das Feld durch Handlungen "willentlich" verändern kann, weiß ich nicht. Sicher unterliegt es auch durch die Bewegung der Biene (Flügelschlag, Tanzen) Veränderungen, da sich der Ladungsträger in seiner Form verändert. Ob und wie die Biene das wahrnehmen kann, entzieht sich meiner Kenntnis, ist aber sicher möglich. Und Drähte verzerren ein Feld, das könnte die Biene dann möglicherweise auch feststellen (und durch die Abweichung von der Normalität irritiert werde), nach meinem Bauchgefühl aber eher durch niederfrequente Veränderungen des Feldes, weniger durch hochfrequente. Ich würde vermuten, es stört nicht eine bestimmte Drahtlänge, sondern eher alles zusätzlich in den Bienenstock eingebrachte Material, welches die elektrischen Felder beeinflußt.

    Alles nur Bauchgefühl "könnte sein", keine konkreten Kenntnisse von mir. Und vermutlich benutzen die Bienen auch noch andere Kommunikationswege, z.B. Akustik, Duftstoffe, optisch.


    Meßtechnisch erfassen kann gehen, wenn man weiß, was man messen will. Also statisches/schwingendes Feld, Frequenzbereich, Empfindlichkeit der Meßtechnik ausreichend. Und nicht zuletzt, wie interpretiere ich das, was ich da vielleicht gemessen habe, die Biene redet ja nicht deutsch. Ich verstehe ein NF-Spektrogram auch nicht, selbst wenn es der eigenen Sprache entspricht. Also schwierig und komplex, kein Wochenendprojekt.


    73 Reiner

  • Hallo Dirk,

    ich habe gerade folgendes gelesen: Die Resonanzfrequenz (230-270 Hz) der Waben entspricht den Schwingungssensoren der Bienen und fungiert deshalb als ein Kommunikationskanal zwischen Bienen, die an unterschiedlichen Enden der Waben sitzen. Die Bienen kontrollieren sogar die Temperatur der Zellränder, damit diese Art der Informationsübermittlung optimal läuft. Das Wachs speichert zudem Informationen über Pheromone, die die Bienen absondern.

    Quelle:

    https://www.mellifera.de/blog/mellifera-blog/flow-hive.html