"Hohes" Tempo für Anfänger zwingend erforderlich?

  • Hallo Telegraphisten!

    CW sehe ich als fast unschlagbare Modulationsart für den Minimalisten mit vielfältigen Vorteilen.

    Kleiner TRX und eine effektive Antenne kommen mir gerade für Outdoor / Urlaub sehr entgegen.

    Also los und Morsen lernen. Leichter gesagt als getan:wacko: Nach einigen Tagen mit täglich bis zu einer

    Stunde üben hänge ich nun schon bei Lektion 3 LCWO fest :cursing: Mit dem Morserino übe ich zusätzlich

    im Echo Trainer Modus das Geben. Klappt besser als in LCWO die Zeichen zu notieren:rolleyes:.

    Überall ist zu lesen das die Lerngeschwindigkeit "hoch" sein sollte. Mindestens 15 Wpm! Das empfinde ich als

    sehr schnell. Habt ihr auch mit dieser schnellen Koch Methode gelernt oder langsam gesteigert?

    Da ich musikalisch absolut talentfrei bin ;( , Takt klatschen ist für mich schon eine Herausforderung :!:,

    habe ich nun Zweifel ob ich das Morsen jemals erlenen kann.

    Auf den Bändern habe ich in den letzten Tagen gehorcht und war sehr erstaunt dass ein nicht unerheblicher Teil

    die vorgegebenen 15 Wpm gefühlt nicht erreicht. Also Wpm reduzieren und weitermachen oder FT8?:/

    Klaus, DG5KB

  • Überall ist zu lesen das die Lerngeschwindigkeit "hoch" sein sollte. Mindestens 15 Wpm! Das empfinde ich als

    sehr schnell.

    Das ist m.E. fast zu langsam. Wichtig ist ja dass du den Rhythmus bzw. Klang der Zeichen erlernst und nicht eine Folge von dits und dahs. Ich habe allerdings auch mächtige Probleme bei einem Tempo von 10 Wpm aufwärts mitzuschreiben (oder gar im Kopf zu verstehen was gegeben wird). Das Zauberwort da ist "Farnsworth-Methode", d.h. innerhalb der Zeichen ein hohes Tempo, zwischen den Zeichen aber lange Pausen. Damit komme ich persönlich gut klar. Ich habe kein Problem die Zeichen selbst mit 20, z.T. sogar 30 Wpm zu decodieren nur ist mein Gehirn dann einfach zu langsam das erkannte Zeichen schnell genug umzusetzen.

    Aber man kann ja auch langsam bzw. mit Pausen anfangen.

  • Habt ihr auch mit dieser schnellen Koch Methode gelernt oder langsam gesteigert?

    Moin Klaus,


    leider habe ich damals, also vor mehr als 45 Jahren nicht mit bzw. nach der KOCH-Methode gelernt. Obwohl "made in Germany" blieb das Wissen darum verborgen. EISH5-Kurse und mit laaaangsamen Tempo angefangen. Dann bis zur Prüfung hoch auf > 60 BpM. Dabei klingen die Buchstaben, Ziffern und Zeichen schon wieder ganz anders.


    Ferner gehöre ich zu der Fraktion, dass man erst alle Buchstaben, Ziffern und Satzzeichen können sollte, um mit dem Geben anzufangen. Um sauber zu Geben, muss das Klangbild schon im Gedächtnis sitzen und somit selbst kontrolliert werden können. Oder eben mit einer sehr gut dafür geeignten Software: PCW. Gibt nix besseres. Damit habe gut geben mit der mech. Bug lernen können.


    Die KOCH-Methode hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt. Bei KONSEQUENTER Anwendung ! führt sie zum Erfolg. Musikalität ist nicht erforderlich, hilft aber etwas, klar. Aber der Unterschied ist marginal, behaupte ich mal. Ich kenne fixe CWisten, die nix mit Musik am Hut haben. :)


    Du fragst nach hohem Tempo. Es sollte so hoch sein, dass man nicht mehr mitzählen kann. Und das geht bei etwas mehr als 60 BpM los. Ziel ist es, wenn man den Sound einer Morsekombination hört, so soll das Gehirn reflexartig reagieren und das richtige Ergebnis im Kopf "aufpoppen". Um mal bildlich zu sprechen... Später beim Gehörlesen passiert das schneller und es bilden sich so die Wörter etc. Ferner sollte alle optischen Hilfsmittel sowie Sinnsprüche vermieden werden. Das hat (nicht nur) mich beim Schnellerwerden ausgebremst.


    Ich denke mir mal, dass Du schon einige Webseiten zum Thema Koch und Co. gelesen hast. Ich habe vor langer Zeit dank eines amerikanischen Buches die Methode wiederentdeckt und dazu meine Seiten ins Netz gestellt. Logischerweise wird die Methode beschrieben.


    Morsen Lernen ist Kopfsache. Ja, gut, ist klar. Aber das bedeutet auch etwas Kenntnis von Psychologie und Lehr- bzw. Lernmethoden. Dazu gibt es ein gutes Druckwerk, das ebenfalls bei mir verlinkt ist.


    Anders als viele anderen ist die Farnsworth-Methode KEIN Bestandteil der Kochschen Lehre. Leider wird sie mit eingeflochten, denn das bremst einen ebenfalls aus. Das reale Morseleben ist ohne Farnsworth zu finden. Von zuviel Farnsworthen wieder wegzukommen ist so, als wolle sich man das Rauchen abgewöhnen. (Bin gebürtiger Nichtraucher, aber ich kenne genug gescheiterte Existenzen, hi) Daher wird ja ein ausgeklügeltes System von Klangfolgen gewählt, die sich - anders als bei EISH5 - eben nicht ähneln. Die kann man dann schon schnell unterscheiden und da gehört auch keine verlängerte Pause dazwischen.


    Morsen kann als eine neue Sprache, die es zu erlernen gilt, aufgefasst werden. Da hat es sich nicht bewährt, jeden einzelnen Buchstaben m i t - e i n e r - l a g e n - P a u s e - z u - s p r e c h e n. Wer so redet, wird - sofern nicht gesundheitlich eingeschränkt - doof angeguckt werden. Macht kein Mensch, so eine Sprache zu lernen. Wir lernen einzelne Worte, dann Sätze und mehr. Es soll ja eben KEINE ZEIT zwischen den Zeichen zum Nachdenken bleiben. DAS ist ja der Trick beim Ludwig Koch. Farnsworth bei KOCH ist schon sowas wie Selbstbetrug, um es mal deutlich auszudrücken. Man meint es zu können und dann kommt einer daher, der richtig morst... :D Und schon ist der Frust vorprogrammiert.


    Und wenn man es macht, dann sollte man vom Farnsworthen gaaanz fix wieder runterkommen, denn sonst wird das nix mit dem Fortschritt. Also schrittweise verringern. ebook2cw, auch von Fabian, erlaubt das feine Tunen der Abstände.


    Dieses unsägliche (ja, ich mag das nicht, ist grausam auf dem Band, auch gerade für Gehörleser) Farnworthen haben wir zum Glück selbst mit der Schneckenmethode damals und der absolut ähnlich klingenden Zeichenfolge EISH5 nicht gelernt. Wichtig ist und bleibt zu erkennen, wann Buchstaben zusammengehören und ein Wort zuende ist. Bei Farnsworth ist jeder Buchstabe eine eigenes Wort... Daher gabs (und in Wettbewerben immer noch) die 5er-Gruppen. Da hörte man wegen der Gleichförmigkeit immer das eines Wortes (5er-Gruppe) heraus. Das wurde damit gut trainiert. Bei 'kommerziellen' Diensten immer noch gut.


    Thema Mitschreiben. Bis auf ein paar Naturtalente im Leben ist das ein Zwischenschritt zum richtigen Morsespaß - dem Gehörlesen. Tempo 60-70 BpM richtiges CW mit der Hand mitzuschreiben, sollte kein Problem sein. Das ist lockeres Tempo. Wie schreibt man mit? Mit Bleistift. Der versagt nicht. H oder HB sind gut. Oder einen Tintenroller. Kugelschreiber kann mal aussetzen oder man findet einen, der gut gleitet.


    Dann in Schreibschrift OHNE abzusetzen! Also nach jedem Buchstaben bleibt man dran, als würde man in Zeitlupe (oder wie beim Stoppessen kurz innehalten) schreiben. ÖÄÜ-Pünktchen mache ich, wenn das Wort zuende ist. Da gibts ja 'ne längere Pause.


    "Immer erst die Pausen abwarten" ist ein Spruch im Leben. Ob das aus dem Morsen stammt, ist nicht überliefert worden. Aber es ist so immens wichtig. Das Wichtigste überhaupt. Denn ohne richtige Pausen wäre CW nur ein Dauerton. ;)


    Nochmal Farnsworth. Ich finde es nur in einer Situation angebracht: Zwischen Worten. ebook2cw erlaubt es auch (so wie mir bekannt, als einzige Software!) NUR die WORTabstände zu verlängern. Auch in Bruchteilen von Einheiten. Das hilft beim QRQ, wo die Basics sitzen. Aber das ist eine andere Geschichte.


    Übungszeiten. Wie bei KOCH und den psychologischen Methoden beschrieben, ist das regelmässige tägliche Üben sehr wichtig und keineswegs zu vernachlässigen! Dabei bitte nicht eine Stunde. Irgendwann ist die Leistungskurve unten und der Frust oben. Frag' nicht, woher ich das weiss, hi. 1h - das ist zuviel. 5-10 Minuten. Wenn es gut läuft, auch gerne mal 1/4 Stunde. Aber bitte nicht mehr.


    Wo sind 15 WpM - also 75 BpM vorgegeben? Ludwig Koch war bei einer Empfehlung von > 60 BpM, er nannte - wenn ich mich recht erinnere - was von rund 65 BpM, bei dem das Mitzählen nicht mehr gut geht.


    Um 75 BpM herum finden wir die meisten CQ-Rufe bei RBN. Fabian hat da mal was untersucht. Bin nicht am eigenen Rechner, daher kein Zugriff auf die Daten.


    Und wenn Funkamateure sich mit 50 oder 60 BpM (ohne Farnsworth, bitte) so gut wie fehlerfrei mit richtiger Betriebstechnik (Thema für sich) unterhalten, dann ist das auch flott und der Informationsdurchsatz nicht von schlechten Eltern. Jedenfalls besser, als bei > 70 BpM geschmiert, vergeben, mit dauernden Irrungen und Doubletten versehene QSOs. Doubletten - das sind die QSO-Partner, die genau das, was Du denen gegeben hast 1:1 wiederholen.:wacko:


    Immer Qualität vor Tempo. Sich in die Lage Deines Partners versetzen ist wichtig. Daher gibts ja die Q-Gruppen und Morseabkürzungen aller Art. Klartext inklusive, warum nicht? Dein Gegenüber dankt es Dir. Und behält Dich in guter Erinnerung oder schnackt gerne wieder mit Dir.

    73 Michael, DF2OK
    Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004)
    ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

    Edited 5 times, last by DF2OK ().

  • Klaus, wie Haiko schrieb, ist es gut, sich den Klang der Zeichen einzupraegen und nicht, dass z.B. "L" aus Punkt -Strich - Punkt - Punkt besteht. Wenn man das mal drauf hat, dann den Klang der gaengigsten Worte und Kuerzel einpraegen. Sachen wie RST, QTH, QSB und haeufige Worte wie "hat, gibt" etc. Je nachdem, in welchen Sprachen man kommuniziert. Aehnlich wie ein Kleinkind "Teller" lernt und bald weiss, wie der aussieht und dass es damit was zum Knurpseln gibt, aber das Wort noch lange nicht buchstabieren kann. Spaeter kann es schnell und fluessig reden, ohne die Buchstaben zu kennen.


    Alles leichter gesagt als getan und auch ich unmusikalischer Funkamateur plage mich derzeit wieder damit ab. Frueher konnte ich oberhalb von 20 WpM arbeiten, aber dann kamen mehr als 30 Jahre Funkpause. Nun ist CW bei mir fast weg und ich fange von vorn an. Ist es leichter als damals? Leider nicht, eher das Gegenteil. Da muessen wir durch :-)


    73, Joerg

  • Nun ist CW bei mir fast weg und ich fange von vorn an

    Moin Jörg,


    na, ganz von vorne sicher nicht. Wer mal Fahrrad fahren konnte, verlernt es nicht. Aber nach ein paar Jahren Pause und zunehmendem Alter wird man schon wackeliger, das stimmt. :) Vor 55 Jahren bin ich mit Leichtigkeit über so schmale Balken oder Bretter von 12 cm gefahren. Heute brauchts 'nen Meter, hi.

    73 Michael, DF2OK
    Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004)
    ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

  • Hallo Jörg,


    bei mir waren es zwar keine 30 Jahre Pause aber immerhin 16 und auch ich dachte CW wäre "weg". Aber beim zuhören

    hab ich bemerkt das dem wohl doch nicht ganz so ist und ich war relativ schnell wieder am Ball. Anfangs hatte ich nicht

    mal eine Taste und hab mit den Up-/Downtasten vom Mikrofon am FT-817 gegeben, HI. Auch das ging, nach etwas

    Übung ganz passabel.

    73´s Jürgen , ALT-512 SDR 10 Wtts, mittlerweile 50m endgespeist an der Luft + TS-790E für VHF/UHF mit Indoor X-30 und

    4-Ele LPDA. Moxon für 6m/4m ebenfalls Indoor .... Xiegu G90 mit Eremit 18 AH LiFePO4 und 12m Spidermast für outdoor.

    Member Log4OM Alpha- & Betatest Team

  • hänge ich nun schon bei Lektion 3 LCWO fest

    Moin Klaus,


    bist Du ein guter Maschinenschreiber? Hier 10-Fingersystem und damals bei Y-Tours nach Feierabend in der VHS auch mal komplett Blindschreiben gelernt. Hatte in den 70-gern mit RTTY (komplett mechanisch, logo) begonnen und danach war ich schneller aus 45,45 Baud. Zum Glück hatte die T100S, die ich zuletzt hatte, einen mechanischen Zeichenspeicher. Glaube, es waren 8 Zeichen. Schon krass, was damals ging...


    Gut, komplett Blindschreiben mache ich nicht mehr, aber i.d.R. schaue ich nicht auf die Tasten. Das gibt daher auch viel Text innerhalb weniger Zeit. Erklärt auch, warum von mir immer viel zu lesen da ist. Es fliesst halt...


    Worauf ich hinaus möchte: LCWO ist toll, das steht ausser Frage. Aber man muss das Ergebnis mit der Tastatur eingeben. Das kostet Zeit und dann kommt auch schon das nächste Zeichen. Space muss man auch noch tippen - also alles nicht so toll.


    Habe es gerade mal getestet, Lektion 1, mein Wohlfühltempo herum. Was soll ich sagen? Ich habe wg. Aufregung den einen oder anderen Tippfehler eingebaut. Der wird dann logischerweise als Fehler gewertet. Dann doch lieber wie weiter oben geschildert auf Papier bringen und die Dinge manuell auszählen. Eine Normsitzung nach Koch sind 5 Minuten. Gut, man zählt eine Weile, aber die Fehlernervenquelle "Tastaturbedienung" scheidet aus.


    Die legendäre Koch-Lernsoftware von G4FON gibt nach dem Ende der Lektion die Zeichen auf dem Schirm aus. So kann man dann das mit der Hand Geschriebene mit dem Bildschirm vergleichen und die Fehlerquote ermitteln. Dann erst, wenn die Grenze erreicht wird, gehts mit dem nächsten zusätzlichen Zeichen weiter. Die Tastatur fällt weg. Probiers mal.


    Wenn man Contester werden möchte, kann man sich mit anderer Software das Tippen auf dem PC trainieren.

    Dann wird man mit viel Üben so ein Crack wie Fabian. :thumbup: Ich hab' sehr viel Respekt vor sowas. :)

    73 Michael, DF2OK
    Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004)
    ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

  • Moin Michael,

    Morsespaß - dem Gehörlesen. Tempo 60-70 BpM richtiges CW mit der Hand mitzuschreiben, sollte kein Problem sein. Das ist lockeres Tempo. Wie schreibt man mit? Mit Bleistift. Der versagt nicht. H oder HB sind gut. Oder einen Tintenroller. Kugelschreiber kann mal aussetzen oder man findet einen, der gut gleitet.

    Der Bleistift kann abbrechen! ;-)


    H ist meiner Meinung nach zu hart. Ich verwende einen TK-Stift mit 6B, also sehr weicher aber dicker Mine. HB ist aber wohl auch ok. Gute Anspitzer gibt es auch dafür. Ich habe einen ganzen Stapel von diesen Stiften, ich mache entgegen vielen anderen meine Skizzen für eine zukünftige Modellbahn mit TK Stiften und Polychromos, auch Schaltungen skizziere ich meist erst damit, blau für Strom, rot für Spannung ;-) - finde das voll entspannend mit den schönen Stiften auf einem richtigen Skizzenblock zu zeichnen. Erst später setze ich die Skizzen mit einer Software um.


    Ansonsten was auch gut geht sind Gelion 1 Stifte von Schneider, auf jeden Fall besser als der Kuli.


    73, Tom

  • H ist meiner Meinung nach zu hart.

    Tom, stimmt.


    Was die Schreiberfirma betrifft: Gleicher Geschmack. :thumbsup:

    73 Michael, DF2OK
    Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004)
    ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

  • Vielen Dank für Eure "aufbauenden" Worte.

    LCWO ist bei mir wie folgt eingestellt:


    Einstellungen: Zeichengeschwindigkeit = 20 WPM, Effektivgeschwindigkeit = 8 WPM, Ton = 600 Hz, Startverzögerung (Sekunden) = 0 Sekunden — Ändern


    Wenn ich das so richtig verstanden habe ist nach der Koch Methode diese Geschwindigkeit jedoch

    so nicht vorgegeben. Ich versuche mal die Geschwindigkeit "WPM" zu reduzieren. Mal sehen wie es mit 15 WPM funktioniert. Bei meinem Morsegerät (Morserino) verstehe ich recht gut mit 15 WPM.

    Ich bleibe am Ball....8o

    73, Klaus

  • bist Du ein guter Maschinenschreiber? Hier 10-Fingersystem und damals bei Y-Tours nach Feierabend in der VHS auch

    Michael, das halte ich für gefährlich, bzw. habe das bei mir beobachtet. Ich hatte bei Deinem Morserunner Spiel hier im Forum mitgemacht und auch einige Zeit mit RufzXP trainiert, die Ergebnisse sind dort zu finden.


    ABER: Ich sitze den ganzen Tag an der Tastatur und bin auch nicht gerade langsam. Dabei habe ich festgestellt, dass das gehörte Zeichen direkt in den Finger zuckt und die Taste betätigt. Also bildlich gesprochen ist da nicht ein einziges Zeichen im Kopf aufgetaucht, sondern direkt vom Ohr in den Tastendruck. Das habe ich nicht als positiv angesehen und so beides wieder aufgegeben - weil ich festgestellt habe, das es so zwar funktioniert, aber ich wollte eigentlich im Kopf lernen und nicht Reflexe vom Ohr in einen Tastendruck trainieren.


    Ich mag ja noch immer das gute alte CWT-180, in der DOS Box läuft das einwandfrei.


    73, Tom

  • Also seit ich ihn habe schreibe ich CW mit einem Graphitstift mit. "Vollstift" - also der ganze Stift ist eine Mine. Ist noch nie abgebrochen - und wenn wäre sofort eine neue Minenkante verfügbar. Mit der Zeit wird die Spitze runder und der Strich dicker. Ganz kurz anspitzen und wieder Tage weiterschreiben.


    Habe ihn in einem Geschäft für Künstlerbedarf entdeckt. Trägt die Aufschrift: KOH - I - NOOT HARDTMUTH PROGRESSO 8911/2B


    Wenn bei mir im OV jemand mit CW anfangen wollen würde, würde ich ihm wohl einen schenken "zum Einstieg".


    Edit - Ergänzung: inZeiten von Covid19 sind ja die Künstlerbedarfs-Geschäfte zu. In der großen bucht gäbe es den Stift auch.

    https://www.ebay.de/itm/Progre…f9cf31:g:7k0AAOSwSrVajzAj

  • Hallo,

    herzlichen Dank für die vielen Infos.

    Ich werde LCWO dann mal umstellen auf 50 BpM > 10 WpM.

    73, Klaus

  • Mit OK Micha kann ich nicht mithalten.

    Nennen wir es warmmachen (um speed zu gewinnen): Zeichen (eigentlich) viel zu schnell, Pausen/Abstände größer.

    Nach 2..3 Runden Stress voller Fehler kommt Ruhe rein, wenn man dann auf sein Zieltempo runterdreht.


    Hören ist seliger denn Geben. :D

    Nach ein paar Wochen Pause ist das brain leider wie betoniert.

  • Hallo Klaus, hallo "Gemeinde".

    Hab gerade auch einen "Durchhänger".

    Bin nicht ganz seit zwei Jahren dran.

    Ich kann Michael nur zustimmen. Koch Methode, also die "Melodie" der Zeichen lernen. Nicht Punkt/Strich. Niemals "mitzählen".

    Und ganz schnell von der Farnsworth wegkommen. Das gleiche Problem hab ich auch.

    Und es ist schon ein wenig schmerzhaft da wieder wegzukommen...... ehrlich gesagt: ganz schön schmerzhaft.


    Klaus, ganz wichtig ist es Dich nicht entmutigen zu lassen. Musikalisch hin oder her - CW ist eine machbare Herrausforderung (...schreibt der Anfänger).

    Du wirst immer wieder auf Plateau´s stoßen. Im Sport ist das auch so.

    Denke immer mal an Dein erstes zukünftiges CW-QSO. Bei mir wars super aufregend.

    Und: Es ist ein neues Erleben des Amateurfunks!

    Grüße

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    du hast eine gute Ausdauer 2 Jahre !!! Chapeau!!

    Ich werde pro Tag jetzt auf 15-20 Minuten reduzieren > Empfehlung von DF2OK

    Zuviel ist ja auch nicht gut und das Gelernte soll sich ja auch festigen.

    Hast du auch mit LCWO gelernt? Anfangstempo?

    73, KLaus

  • HAllo Klaus


    Deine Frage will ich mit einem ganz klaren NEIN beantworten!


    Ein Freund aus dem OV hatte damals über die VHS Morsekurse angeboten. Da habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und mich angemeldet. Gegeben wurde "soweit ich mich erinnere" nach der Koch Methode. Die Geschwindigkeit war nicht hoch. Vielleicht Tempo 8wpm. Noch bevor ich soweit war, mich zur Prüfung zum Lizenz-Upgrade von C auf A anzumelden, bin ich wegen des Jobs 650 km weggezogen. Der Grundbaustein war aber gelegt.

    Ich habe dann mit Musikkassetten weitergeübt und, als ich alle Zeichen konnte, angefangen zu Geben und mich beim Geben selbst aufgenommen. Die von mir gegebenen Texte habe ich ein paar Tage später dann selbst gehört und mitgeschrieben. Irgendwann habe ich die Prüfung für die Klasse A dann mit Tempo 12wpm locker abgelegt..

    Beim Schreiben wurde uns im Kurs nahegelegt kleine Buchstaben zu schreiben und darauf zu achten, dass sie sich deutlich von den Zahlen unterscheiden. So gibt es bei mir heute noch eine Schleife unter dem j und dem g... und das q bekommt einen Querstrich unten durch, damit ich sie von der 9 unterscheiden kann. Die 0 hat einen Querstrich, damit ich sie nicht mit einem o verwechsle.

    Ich schreibe heute noch alles mit... und ich brauche das auch! Ich verwende immer einen Spiralblock und weiche Bleistifte. Vielleicht könnte ich mit richtig Aufwand besser sein.. gehörlesen... höhere Geschwindigkeit arbeiten.. - allein es ist mir der Aufwand nicht wert. Ich bin mit dem Tempo 24 wpm im Contestmode und mit 18 wpm im Freitext-qso völlig einverstanden. Das reicht mir.


    Mitte der 90er hatte ich meine Antennen demontiert und bin wegen dem Nachwuchs in eine größere Wohnung gezogen, in der dann kein Funkbetrieb mehr möglich war und ich habe alles verkauft. Vor ca 3 Jahren habe ich SOTA für mich entdeckt, bin wieder aktiv geworden und habe es natürlich auch wieder mit cw versucht... Nach einigem Üben (was dank Internet viel komfortabler geworden ist) bin ich nach über 20 Jahren Pause gut wieder reingekommen.... es macht wieder Spaß!


    Mache dir bitte keinen Stress! DEINE Geschwindigkeit ( wie hoch sie auch sein mag) kommt wenn du regelmäßig Betrieb machst von selbst zu Dir. Es gibt recht viele, recht langsame und deutlich gebende Stationen. Mir fallen da auf 40m immer wieder Stationen aus G auf, die unter Tempo 60 sind... und hatte schon viele nette qsos mit denen. Manchmal habe ich den Eindruck beim cq rufen mit Tempo 12 eher eine Antwort zu bekommen als mit Tempo 20 wpm. Es kommt mir vor, als gäbe es da eine Gemeinschaft langsamer Gebender...


    Mein 1. Tipp: Nimm dich selbst auf und lese, was du gegeben hast. Du wirst dabei sauberer im Geben. Du kannst höchstwahrscheinlich schneller geben als hören - damit schaukelst man sich im Tempo hoch.


    Da du nicht auf eine Prüfung hinarbeitest, wäre mein 2. Tipp nicht unbedingt eine Hubtaste zu nehmen. Ein paddle hilft schon einmal bei dem Einhalten des Rythmus. Die Hubtasten ( ich hatte eine Junker) waren damals prüfungsrelevant. Danach habe ich sie kaum mehr angefasst.


    Viel Erfolg - Armin

  • Hallo Armin,

    sehe ich knapp anders, die Hubtaste geht kopfmässig immer - das könnten auch 2 Löffel oder Büroklammern sein.

    Wenn squeezen, auch so mit der Technik üben. Aber Hören geht vor.

    Die DARC - Kurs-Kassetten hab ich weggegeben.

  • Hallo Armin,

    danke für deine aufbauen Worte. Ich bleibe am Ball!

    73,Klaus