QRP-Antennentuner (erledigt)

  • Hallo,


    gibt es irgendwo Hinweise auf die Belastungsgrenzen von QRP-Antennentunern mit Widerstandsmessbrücken und Foliendrehkondensatoren im Tune-Mode und im Betriebsmode? Welche Leistungen vertragen die Widerstandsmessbrücken und die Foliendrehkos?


    Mit meinen 5W CW würde ich hier keine Probleme sehen, aber ein Bekannter fragt, inwieweit diese Tuner für 10W-15W SSB tauglich sind.


    Beispiele für diese Tuner wären "ZM2", "QRP-Project ZM4", "Hendricks SLT+" oder "QRP-Kits BLTplus".


    73, Wolfgang

    DL2KI

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970

  • Naja, im allgemeinen schaffen die das, wenn sie abgestimmt sind.

    Nur *beim* Abstimmvorgang sind 10W "gefährlich".

    Weil bei einer Fehlabstimmung schlägt ein Foliendreko auch bei 10W durch.

    BTST


    Frank

  • moin,

    ZM2, ZM4, BLTplus sind ja quasi Resonanzübertrager, während der SLT+ ein L/C-Anpassglied ist.

    Bei letzterem sehe ich bei viel L (je nach angehängtem Draht) das beste Potential, zuerst Durchschläge im C zu haben. Schade, daß man den nicht zwischen L/C und C/L umschalten kann. Aber soweit ich mich erinnern kann, gibts das bei hamshop cz.


    Von Foliendrehkos in Anpassungen bin ich geheilt. Dabei gehts nicht nur um die Spannungsfestigkeit.

    Irgendein findiger OM hatte mit Mäuseklavier binär parallelschaltbare SMD Cs von AVC oder Panasonic in seinem Anpassgerät. Fand ich cool und diese SMD-Cs können richtig was ab....

    Nur als Anregung,

    73 de Jochen

  • Hallo,

    abgesehen von den Belastungsgrenzen für Foliendrehko (ich habe Mini-Luftdrehkos drin) und Ringkern (ich verwende einen T157-6, hier hatte ich bei erhöhter Leistung um 40W PSK mal einen Durchschlag Wicklung-Kern) sind die Widerstände bei unabgestimmter Antenne gefährdet während des Abstimmvorganges.Der Spannungsteiler der Brücke weniger stark bei fehlender Antennenbelastung (2x50 Ohm), aber der 50-Ohm-Längswiderstand zur Antenne kann bei Kurzschluß/sehr niederohmiger Antenne mit bis 2/3 der Ausgangsleistung belastet werden. Diese Lastspitzen sind auch meinen russischen 1W-MLT-Widerständen anzusehen.

    Kurze Abstimmzeiten, niedrige Abstimmleistung und vor allem CW-Punkte anstelle Dauersignal (bei LED-Indikator) können die thermische Last deutlich senken.

    Ich würde sagen, 10-15W SSB sind in Abhängigkeit vom eingesetzten Kern (es können beachtliche Spannungen und Ströme bei Resonanz auftreten) möglich. Die auf den Bildern der China-Bausätze sichtbaren kleinen roten Kerne (sind ja das teuerste Bauelement im Satz) erscheinen mir recht knapp. In meinem QCX (30m, 10W) verwende ich eine T80-2 mit 2 Foliendrehkos (auch vereinfachtes Z-M.) bisher problemlos.

    Anmerkung zu Foliendrehkos: Ich habe bei mehreren Exemplaren mit meinem Tester Reihenwiderstände von stabilen 10-15 Ohm bei Nutzung des Mittelanschlusses gemessen, bei Splitschaltung traten sie nicht auf. Ein Problem der (alternden) Schleifkontakte?



    73, Reiner

  • Hm, beim Z-Match werden ja Drekos mit einer Endkapazität von 260pF - 350pF genommen.


    Mit einem Mäuseklavier ist das interessant, jedoch wie viele Stufen nahm der OM?

    8 "Bit" durchzuklimpern fänd ich schon anstrengend.

    Ein "halbmanueller (mehrere BCD-Codierte Drehschalter) ATU" wär damit lustig und Überschlagfest ;)

    So als Geek-AFU-Bastelei


    Bei Luftdrekos habe ich jetzt noch nie QRP-Artige (Kleine Abmessungen!) mit solch einem hohen Endbereich gesehen.


    Gibts da was?

  • Kleine Luftdrehkos (etwa 3x3x4,2 cm + Achse, 2x320pF) habe ich mal vor Jahren auf einem Flohmarkt in OK bekommen, wahrscheinlich irgendein Restposten aus der Umstrukturierung. Also heute kaum zu bekommen wahrscheinlich.

    Bei QRP sind die Foliendrehkos (Splitschaltung) nicht schlecht, habe damals sie am FA-SDR (Preselektor) verglichen mit einem Luftdrehko. Kein Unterschied festgestellt, solange man die Trimmer rausgedreht hatte. Mit Trimmer wurden sie deutlich schlechter in der Güte, zumindest das mitgelieferte Muster.

    Reiner

  • Hallo Frank,

    kann ich Dir aktuell nicht sagen. Meine, in Silberthal das mal gesehen zu haben (?)

    Binär denken ist nicht so anstrengen, erst große Schritte, dann immer kleinere. Über die Drehencoder dachte ich übrigens auch schon nach. Vielleicht hat das auch schon jemand gemacht... wer weiß....

    Ich kann ja bei der nächsten Reichelt-Runde mal ein paar Drehschnappis mitordern und die (DC)-Spannungsfestigkeit messen. Wär zumindes ne Hausnummer.


    Ich möchte dieses Thema hier nicht fehlnutzen, um auf ZM2, ZM4 und bauähnlichen Konstrukten herumzuhacken, nur soviel: ich habs abgeschafft.


    Drehkos: es gab Rundfunkexemplare NOS, da ließ sich mit Geduld und Zange jede zweite Platte ziehen. Zack, Tuner-Drehko.


    73 de Jochen

  • Hallo,


    vielen Dank für Eure Beiträge. Ich werde das mal so weitergeben, das 10W Betriebsleistung und <= 5W Abstimmleistung funktionieren sollten.


    Guter Tipp auch mit dem Reihenwiderstand und den herausgedrehten Trimmern. Ich habe eben mal meine diversen Tuner daraufhin überprüft. Lediglich beim Multiband-Fuchskreis musste ich "nachjustieren". Die anderen waren wohl "intuitiv" ausgedreht bzw. nicht vorhanden.


    Die Lösung mit den schaltbaren C's mit Binärschalter habe ich mal bei dem Tuner für die "verlängerte λ/4 Antenne" von DL2AVH aufgebaut. Das Layout ist allerdings von Uli, DL2LTO, http://www.dl2lto.de/sc/HB_14V_Draht.htm "entliehen". Hier geht es um das zuschalten von SMD-Kondensatoren. Ob man damit die feine Einstellbarkeit der Foliendrehkos ersetzen kann, ist die Frage.


     


    Die Antenne funktioniert so, wie von Helmut im QRP-Report beschrieben, so dass ein Nachbau sich für Bastler durchaus lohnt.



    Die QRP-Tuner mit den Foliendrehkos mögen ja Nachteile haben. In jedem Fall sind es aber schöne Bastelprojekte, die man mit relativ geringem Aufwand nachbauen kann. Und man kann die Geräte damit auch klein und tragbar gestalten.


    Aktuell geht es um den frisch aufgebauten Mini-ATU von DJ1ZB, wie er im QRP-Report 1/2003 beschrieben ist.


    Ich habe hier einige unterschiedliche QRP-Tuner und benutze die gelegentlich im Urlaub auch gerne mal, obwohl ich hier auch einen T1 habe. Bisher hatte ich mit meinen Eigenbau-CW-Transceivern (max. 5W), alle ohne internen ATU, auch keine Probleme damit. Es ist halt immer wieder schön, wenn man mit selbst gebautem Equipment Betrieb machen kann.


    73, Wolfgang

    DL2KI

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970

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  • Hallo Wolfgang,

    danke fürs "ausgraben!" Die (passenden) SMD - Kondensatoren werden ja auch in 100W Autotunern verwendet...

    und in einer OCF-Antenne hab ich sie (parallelgeschaltet auf einem Stückchen Platine) als Verkürzungs-C drin.


    73 de Jochen

  • Hallo Jochen,


    gerade eben hatte ich den Text oben noch etwas abgeändert

    Hier geht es um das zuschalten von SMD-Kondensatoren. Ob man damit die feine Einstellbarkeit der Foliendrehkos ersetzen kann, ist die Frage.

    Die Einstellung der Foliendrehkos ist doch bei diesen Tunern immer sehr "spitz". Die haben ja nur 180° Drehwinkel und sind ohne Getriebe.


    Aktuell geht es um den frisch aufgebauten Mini-ATU von DJ1ZB, wie er im QRP-Report 1/2003 beschrieben ist.


    73, Wolfgang

    DL2KI



    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970